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Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Seitdem ich denken kann gehe ich nicht gern zu Ärzten. Wieso weiß ich bis heute nicht. Zum ersten Mal richtig bemerkt habe ich es als in der Grundschule (da war ich 8 Jahre) der Krankenwagen kam um den Kindern spielerisch alles zu erklären. Ich werde nie vergessen, als der Sanitäter die Spritze vorstellte und zeigte wie biegsam die Nadel sei, wurde mir so schwindlig, dass meine Lehrerin mich rausführen musste. Ich war immer eher ein ängstliches Kind aber hatte nie körperliche Symptome. Mit 12 bin ich beim Ohrenarzt zum ersten mal in Ohnmacht gefallen. Dachte mir aber nichts dabei. Ich fühlte mich einfach nie wohl bei Ärzten und wusste mittlerweile, dass ich wahrscheinlich in Ohnmacht falle denn als ich 16 war legte mir der Arzt einen Verband an und gab meiner Oma eine Spritze und zack lag ich wieder da. Auch beim Blutabnehmen. Kopf wird taub, pfeiffen im Ohr und weg bin ich. Zum letzen Mal in Ohnmacht fiel ich beim Zahnarzt als ich 20 Jahre alt war. Ich kann es nicht beschreiben, denn ich wollte die Spritze und es war vollkommen okay für mich und auf einmal war ich weg. Ich habe immer darüber gelacht und es hat mir nie etwas ausgemacht. Ich liebte das Leben, ging zu Konzerten, einkaufen war mein absolutes Lieblingshobby und war eigentlich immer on Tour. Bis ein Tag in 2009 alles veränderte. Ich war auf einer Ausstellung und wie immer liebte ich es unter Menschen zu sein doch auf einmal wurden mir die Menschen zu viel. Ich musste raus. Das hatte ich noch nie. Danach Übelkeit. Ich dachte ich kippe um. Ab da war alles anders. Egal wo ich war, ich fühlte mich nie mehr wie zuvor. Mir wurde entweder schlecht oder schwindlig. Somit suchte ich nach Antworten. Es muss eine Krankheit sein, dachte ich. Ich ging widerwillig zum Arzt, durchgecheckt und nichts kam dabei raus. Ich konnte mittlerweile schon nicht mehr in den Supermarkt. Ich ging mit voller Angst zur Psychologin und sie war ganz schrecklich. Sie sagte ich muss da durch sonst wird es noch schlimmer. Ach ne? Wusste ich schon. Ich hatte schlimme Angst vor Krankheiten und dem Tod. Dies ist mittlerweile viel besser geworden aber mein Leben hat sich nicht wirklich viel gebessert in all den Jahren. Ich komme mir vor als wäre ich nichts wert, als wäre ich verloren und ganz klein. Ich kann seit Jahren nirgends mehr wo hin aus Angst vor Leuten in ohnmacht zu fallen. Dies ist mittlerweile meine größte Angst, neben dem erbrechen. Ich bin jetzt 28 Jahre und kann nicht mal alleine Milch im Supermarkt kaufen ohne dass meine Beine wie auf Watte laufen und versteifen. Es ist schrecklich. Ich fange extrem an zu schwitzen. An der Kasse stehen geht gar nicht. Ich kann gar nichts mehr machen und das seit 8 Jahren! So war ich vorher nie. Und mir geht immer die gleiche Frage im Kopf herum: Wenn ich beim Arzt in Ohnmacht falle aus (scheinbar) Angst, würde ich es auch im Supermarkt oder sonst wo? Ich versuche oft in Geschäfte wo das Auto direkt davor steht rein zu gehen aber wenn ich nur jemanden mit einem Pflaster am Finger sehe, denke ich, ich bin in Gefahr ohnmächtig zu werden. Ich bin vis jetzt noch nie irgendwo anders als bein Arzt in Ohnmacht gefallen aber ich renne ja auch immer überall raus. Mich macht diese Frage verrückt! Also, kann man wenn man bei einer Arztphobie in Ohnmacht fällt auch bei einer Phobie vor Ohnmacht in Ohnmacht fallen? Ich hab schreckliche Angst mich vor Leuten zu blamieren. Das Gefühl dass ich in dieser Siuation bekomme, zB im Supermarkt ist ganz fürchterlich. Schweißausbrüche und ich nehme nichts mehr wahr außer dass meine Beine weich werden.
Muss dazu sagen mein Blutdruck ist manchmal sehr sehr niedrig, 105/48 aber das war er schon immer so und ich hatte nie körperliche Symptome, vor meiner Zeit der Angst und Panik. Ich wüsste gar nicht in welche Kategorie das hier passt, denn mittlerweile hab ich schon alles gehabt, Angstsörung, Panikattacken, Emetophobie, vermutliche leichte Depressionen, Hypochondrie, Angoraphobie, Arztphobie... sowie soziale Phobie, denn sobald ich mit von einer Person in ein Gespräch verwickelt werde bekomme ich Panik und Ohnmachtsangst.
Danke fürs Lesen, ich weiß das ist sehr viel. Würde mich über jede Rückmeldung freuen.

07.01.2017 03:27 • 08.01.2017 #1


6 Antworten ↓


scripture
ich hab auch angst

07.01.2017 03:35 • #2



Angstgedanken und Verzweiflung

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Hallo Cesti,

erstmal herzlich Willkommen im Forum.

Deine Art der Angst kenne ich so nicht - bei mir ist es anders. Also kann ich Dir nur mit Ideen und Fragen etwas versuchen weiterzuhelfen.
Nimmst Du Medikamente, oder hast mit einem Arzt darüber gesprochen, ob Dir welche helfen können?
Hast Du schon mal überlegt, Dich einer Selbsthilfegruppe anzuschliessen?

Eventuell fehlen Deinem Körper auch bestimmte Vitamine und Mineralien, dass es jetzt so schlimm ist. Manche Menschen reagieren auf einen Mangel sehr sensibel.
Hast Du Familie oder Freunde die Du um Unterstützung bitten kannst, oder hast Du Dich im Laufe der Zeit davon entfernt?

Liebe Grüsse
Mala

07.01.2017 03:52 • #3


scripture
Zitat von Mala07:
Hallo Cesti,

erstmal herzlich Willkommen im Forum.

Deine Art der Angst kenne ich so nicht - bei mir ist es anders. Also kann ich Dir nur mit Ideen und Fragen etwas versuchen weiterzuhelfen.
Nimmst Du Medikamente, oder hast mit einem Arzt darüber gesprochen, ob Dir welche helfen können?
Hast Du schon mal überlegt, Dich einer Selbsthilfegruppe anzuschliessen?

Eventuell fehlen Deinem Körper auch bestimmte Vitamine und Mineralien, dass es jetzt so schlimm ist. Manche Menschen reagieren auf einen Mangel sehr sensibel.
Hast Du Familie oder Freunde die Du um Unterstützung bitten kannst, oder hast Du Dich im Laufe der Zeit davon entfernt?

Liebe Grüsse
Mala


warum fragst du mich nicht so?

07.01.2017 04:01 • #4


Also in den Supermarkt zu gehen war für mich auch lange eine grosse Herausforderung.
Hab zwar nicht direkt Angst,in Ohnmacht zu fallen aber eine zeitlange waren meine Knie weich wie Butter,so dass ich mich am Einkaufswagen festhalten musste und nur ganz langsam schlurfen konnte...dazu herrliche Übelkeit...

Eine meiner "Strategien" im Umgang mit der Angst ist,das Schlimmste zu akzeptieren.

Das wäre jetzt in Deinem Falle die Ohnmacht.
Was also würde konkret passieren,wenn Du tatsächlich in Ohnmacht fällst:

Im Supermarkt sind viele Menschan,Du würdest also sofort Hilfe bekommen.
Vielleicht würde Dir jemand frische Luft zufächeln oder Dein Gesicht mit kaltem Wasser erfrischen,so dass Du langsam wieder zu Dir kommst.
Du wirst vielleicht ein paar Beulen und blaue Flecke haben aber mehr auch nicht.
Es wäre unangenehm aber aushaltbar,kein Grund zur Panik also.

Panik ist angebracht wenn Dein Leben bedroht ist ,sonst nicht.

Und dann rechne Dir noch die Wahrscheinlichkeit aus,dass Du tatsächlich in Ohnmacht fällst.
Sie ist realistisch gesehen sehr gering.

Trotzdem kann ich natürlich sehr gut verstehen,wie schlecht es Dir oftmals geht.
Habe selbst eine Panikstörung und sie hat mich bis an den Rand der Verzweiflung gebracht.
Es gibt aber immer Wege hinaus!
Die Frage ist nur,welcher Weg es für Dich ist.

Hast Du es mal mit einem stationären Aufenthalt versucht?

07.01.2017 05:20 • x 1 #5


wenn ich richtig verstanden habe,hast du mehr Angst,dich zu blamieren,wenn du ohnmächtig wirst,als vor der Ohnmacht selbst. Wie ist es denn,wenn du dich von jemanden begleiten lässt,der dir nahe steht,deine Probleme kennt und dich im Notfall aus der Situation rausholen kann?

07.01.2017 10:44 • #6


HeikoEN
Die Symptomatik und/oder wie sich Angst äußert, sind sehr subjektiv und eigentlich völlig egal für die Frage nach: "Was kann man tun" bzw. "wie gehe ich damit um".

Vielmehr ist doch bei der Eingangsschilderung die Frage, woher kommen die Ängste, wo sind Ursachen und vor allem, welches wären mögliche Ankerpunkte, um theapeutisch anzusetzen.

Wenn ich dann noch lese, dass die Ängste bereits in der Kindheit (in welcher Form auch immer) bereits da waren, dann könnte dort auch ein möglicher Schlüssel liegen. Meine Empfehlung wäre, mit geeigneter therapeutischer Unterstützung, einfache Biographiearbeit machen um mögliche Zusammenhänge herauszuarbeiten. Ein fremde Person sieht die Probleme fast immer sehr viel schneller und direkter als man selber.

Von daher kann die "rosarote Kindheitsbrille" mit allen ihren relativierenden Schilderungen aufbleiben, aber ein Fachmann wird das sehr schnell auf die Punkte herunterbrechen können, die entscheidend sind/waren.

Sowas schonmal gemacht bzw. angedacht?

Relativ "blind" einfach mit kongnitiver Verhaltenstherapie anzusetzen, halte ich für falsch. Damit bring man ggf. eine Symptomverbesserung ins Leben, aber nicht dauerhaft und vor allem NICHT lösend.

08.01.2017 10:49 • #7




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