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10.05.2008 09:17 • 08.09.2021 #1


15 Antworten ↓


Christina
Hallo Nina,

als Du den Flug gebucht hast, wirst Du es sicher für eine gute Idee gehalten haben. Ist es eine Urlaubsreise? Dann hast Du Dich doch wohl darauf gefreut... Versuch, Dich auf diese positiven Aspekte zu konzentrieren und die Gedanken zurückzuholen, die Du hattest, bevor die Erwartungsangst Dich ereilt hat.

Dass Du jetzt total gerädert bist, ist nach zwei schlaflosen Nächten klar. Leider erhöht es auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Angst erstmal nicht abnimmt. Müdigkeit und Erschöpfung öffnen der Angst und allen möglichen irrationalen Befürchtungen meist Tür und Tor. Da wäre es gut, jetzt etwas zur Beruhigung zu tun oder notfalls zu nehmen. Vielleicht kommst Du mit Hopfen-Baldrian-Präparaten aus oder mit Johanniskraut (hoch dosiert allerdings), wobei letzteres die Lichtempfindlichkeit erhöht und im Sommer und vor einer Reise nach Dubai wohl nicht der Hit sein dürfte. Meiner Erfahrung nach reichen pflanzliche Präparate im Ernstfall aber nicht. Da muss man nicht gleich mit der Chemiekeule ran, aber ein "richtiges" Medikament wäre schon angezeigt. Beruhigend und i.d.R. unproblematisch sind:
1. Opipramol = sedierendes "Antidepressivum" (gehört da chemisch nicht richtig hin): beruhigt, macht nicht abhängig, kann also über einen längeren Zeitraum genommen werden - so lange Du es brauchst.
2. Promethazin = beruhigendes, schwaches Neuroleptikum: macht ebenfalls nicht abhängig, kann also auch häufiger genommen werden.
3. Benzodiazepine = richtige Beruhigungsmittel: wirken schnell und zuverlässig angstlösend. Damit solltest Du jede Panikattacke klein kriegen, besser als mit den ersten beiden Varianten. Benzodiazepine machen leider abhängig, länger als zwei bis drei Wochen sollten sie nicht täglich genommen werden. Grundsätzlich sind es Bedarfsmedikamente für den gelegentlichen Notfall.
4. Schlafmittel: gehören meist der Gruppe der Benzodiazepine an, sind aber wesentlich kürzer und schwächer wirksam. Sie helfen beim Einschlafen, aber nicht notwendigerweise beim Durchschlafen. Auch sie sind nichts auf Dauer wegen der möglichen Abhängigkeitsentwicklung.

Angst vor einem Absturz habe ich nicht, aber vor an Krankheit an Bord (Thrombose, Schlaganfall....) oder dann vor Ort!Wenn Du nicht extrem vorbelastet bist, ist ein Schlaganfall äußerst unwahrscheinlich, ein Herzinfarkt auch. Überhaupt alle Krankheiten, die plötzlich und unerwartet auftreten können und dann sofortige Behandlung erfordern. Außerdem sind die Fluggesellschaften für diverse Erste-Hilfe-Fälle an Bord gut ausgerüstet. Und eine Thrombose (die ebenfalls unwahrscheinlich wäre) könnte sich zwar theoretisch (!) während eines Fluges entwickeln, ist aber kein Eilfall in der Behandlung. Und vor Ort: Dubai ist reich und modern. Die medizinische Versorgung steht unserer nicht nach.

Ich kann in dieser Verfassung den Flug bestimmt nicht antreten... Die Nächte vor Ort wären der Horror!!Wenn es jetzt schon hier so schlimm ist...Dass es jetzt hier so schlimm ist, sagt überhaupt nichts darüber aus, wie es dann in Dubai sein wird. Du hast Erwartungsangst und malst Dir die größten Katastrophen aus, die niemals eintreten werden. Es wird sich nicht steigern. Im Gegenteil, sobald Du den Flug überstanden hast, wirst Du erleichtert sein und Dich fragen, wieso Du Dir deswegen so einen Stress gemacht hast. Natürlich kannst Du als Panikpatientin auch in Dubai Panikattacken haben. Aber die sind nicht anders als hier.

Du kannst Dir für alle Fälle vom Arzt ein schnell wirksames Benzodiazepin verschreiben lassen und es zu Hause mal ausprobieren, damit Du weißt, wieviel Du nehmen musst, wie es wirkt und wie schnell es wirkt. Dann hast du für den Notfall etwas dabei. Mit diesem Wissen tritt der Notfall meist nicht ein und das Benzo kann in der Tasche bleiben...

Liebe Grüße
Christina


P.S.: Noch was zum Lachen...

10.05.2008 10:58 • #2



Angst vorm Fliegen

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HI Christina,
ich danke Dir für Deinen Zuspruch und Deine Tipps! Nur leider stellen sich bei mir jetzt TÄGLICH Panikattacken ein!! Heute z.B. habe ich tierische Angst vor einem Schlaganfall, da ich ein Kribbeln bzw. ein leichtes Taubheitsgefühl im linken Arm und auf der Zunge spüre!! Natürlich habe ich im Netz ein paar Geschicheten über Schlaganfallpatieten in meinem Alter gelesen und mache mich jetzt noch verrückter! Ist es eine Attacke oder wirklich ein Schlaganfall oder ähnliches? Wie erkennt man den Unterschied? An Urlaub ist in diesem Zustand nicht zu denken!!

Alle sagen immer, ach Nina, dass ist doch nix, nur wenn mal wirklich was ist, dann ist es vielleicht schon zu spät!"!

LG,Nina

12.05.2008 15:34 • #3


Hallo Nina,

es ist am besten, wenn Du das ärztlich abklären lässt. Raten kann Dir hierbei niemand und Internetseiten machen in dieser Beziehung eher noch verrückt.

Ich selber haben ein mehrfach hohes Risiko einen Schlaganfall zu bekommen, als andere. Und ich habe mich diesbezüglich untersuchen lassen.

Wenn ich längere Strecken fliege, muß ich ein blutverdünnendes Mittel nehmen. Aber Du wirst lachen: das habe ich erst nach meinen Urlauben in fernen Ländern erfahren

Ich weiß, wann es bei mir Panikattacken sind, da ich mich extrem damit auseinander gesetzt habe.

Vielleicht ist es so, dass Deine Angst vor dem Urlaub Dich in Panikattacken `reinsteigern läßt - wenn auch indirekt.

Lass es abklären und schon kannst Du beruhigter sein, was das physische anbetrifft.

Herzliche Grüße
teichmaus

12.05.2008 15:54 • #4


Hallo teichmaus,

ich war vor 4 Monaten beim Kardiologen, der hat alle möglichen Tests gemacht (Ultraschall, Belastungs-EKG etc.) und alles war in Ordnung! Dann nochmal EKG beim Hausarzt + Lungenfunktionstest, alles i.O.!!

Nur man kann oder will es nicht wahrhaben....! Wenn ich einmal in einer Attacke bin, hilft mir diese Sicherheit auch nicht weiter!

Denn vorbelastet wegen eines Schlaganfalles bin ich eigentlich nicht (weder in der Familie, noch rauche ich,......)!

Bekomme zur Zeit einen Beta-Blocker wegen meines hohen Pulses.....

Werde morgen trotzdem mal zum Arzt wegen Medikamte für die Reise!!

LG

12.05.2008 16:02 • #5


Christina
Hallo Nina,

ich weiß nicht, ob Du in Therapie bist. Falls nein, wäre das dauerhaft sicher angebracht. Falls doch, versuch' Dir das dort Erlernte in Erinnerung zu rufen. Und v.a., hör' auf, Dir im Internet neue Symptome und Krankheiten zu suchen!

Was die Reisevorbereitung angeht, würde ich jetzt ein Medikament wie Opipramol nehmen. Das ist nicht sonderlich stark, den meisten sogar zu schwach, und wirkt (als NW) blutdrucksenkend. Du scheinst Dich ganz massiv in die Angst reinzusteigern, und das würde ich an dieser Stelle zu durchbrechen versuchen.

Absolute Sicherheit gibt es nicht, für nichts und niemanden! Aber Deine relative Sicherheit (durch Untersuchungen, Dein Alter, fehlende Vorbelastungen, modernes Umfeld - auch in Dubai) ist ausgesprochen hoch...

Liebe Grüße
Christina

12.05.2008 16:17 • #6


Hallo Nina

Ich denke auch, dass Du Dich nicht in etwas `reinsteigern solltest, was nicht ist.

Du nimmst Dir doch den ganzen Spaß an der Reise. Und wenn Du dann alles cancelst, wird es Dir noch schlechter gehen, weil Du Dich Deinen Panikattacken ergeben hast.

Dubai ist wunderschön und hat einen hohen Standard was Lebensqualität und auch ärztliche Versorgung anbetrifft.

Sieh doch mal die schönen Seiten dieser Reise. Ich bin sicher, die werden bei weitem das negative überbieten.

Und was das Vertrauen in die Untersuchungen angeht: warum glaubst Du den Ärzten nicht? Denkst Du, sie hätten ein ernsthaftes Interesse, Dich nicht richtig und eingehend zu untersuchen? Immerhin haben sie es gelernt und Du bist Laie .
Sei froh, dass Du so physisch so gesund bist - andere wären es gerne ...

Alles Gute
teichmaus

12.05.2008 16:39 • #7


Vielen Dank für den Zuspruch!

Mein linker Arm fühlt sich leider immer noch kribbelig an!! Und meine Zunge wird auch nicht besser!!

Apropos Medikamente! Ich habe z. B. mit Citalopran sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Heftigere Attacken als vorher...

Weil ich nicht mehr konnte, hat mir mein Hausarzt IMAP (Depotspritze, sehr niedrig dosiert) gespritzt und mir ging es danach blendend!!! Wäre sogar in ein Flugzeug gestiegen..... Nun überlege ich, mir diese wieder vor dem Urlaub spritzen zu lassen!?? Auch heiratet meine beste Freundin in 7 Wochen und ich bin Trauzeugin Nur weiß ich nicht, wie ich die Hochzeit in meinem momentanen Zustand überstehen soll!

Ich bin übrigens nicht in Therapie! War es aber bis vor einem Jahr, hat mir aber nichts gebracht! Habe aber vor, wieder eine zu machen! Alleine komme ich da wohl nicht raus!!

Gruß, Nina

12.05.2008 17:01 • #8


Christina
Hallo Nina,

was eine geeignete Medikation speziell vor dem und für den Flug bzw. die Reise angeht, würdest Du Dich m.E. besser an einen Facharzt wenden. IMAP vom Hausarzt finde ich jedenfalls fragwürdig.

Apropos Medikamente! Ich habe z. B. mit Citalopran sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Heftigere Attacken als vorher... Citalopram ist ein SSRI, und bei denen ist eine anfängliche Zunahme der Angst normal. Deswegen muss man sie langsam einschleichen und ggf. zusätzlich etwas zur Beruhigung nehmen. Und dann besteht natürlich die Möglichkeit, dass man dieses Medikament ganz einfach nicht verträgt...

Weil ich nicht mehr konnte, hat mir mein Hausarzt IMAP (Depotspritze, sehr niedrig dosiert) gespritzt und mir ging es danach blendend!!! Wäre sogar in ein Flugzeug gestiegen..... Nun überlege ich, mir diese wieder vor dem Urlaub spritzen zu lassen!??Grundsätzlich sehe ich das ja pragmatisch. Wenn es also das einzige Medikament wäre, das hilft, oder das beste - nur zu. Aber: Niedrig oder hoch dosiert, das ist ein hochpotentes Neuroleptikum und kein besonders unproblematisches Beruhigungsmittel. Schau hier mal nach. Da würde ich vorher alle oben aufgezählten Alternativen durchprobieren oder generell eine eigenverantwortliche, gelegentliche Einnahme eines Benzodiazepins vorziehen.

Liebe Grüße
Christina

12.05.2008 17:48 • #9


Liebe Nina,

ich möchte auch gerne noch mal was sagen, und dann ist`s gut

Ein bißchen kommt es mir vor, dass Du unbedingt ein Medikament nehmen möchtest, weil es Dir Sicherheit gibt. Davor kann ich nur warnen. Diese Medikamente sind zur Unterstützung mit Sicherheit nicht schlecht, aber die eigentliche Ursache beheben sie nicht.

Insofern, verlasse Dich nicht (nur) auf die Medikamente, sondern arbeite an Dir!

Sollten sich Deine Beschwerden verschlechtern, Du evtl. Ausfallerscheinungen bekommen, Sprachstörungen o.ä. gehe bitte umgehend zum Arzt.

Aber bitte, Nina, steigere Dich nicht `rein. Mach jetzt einfach mal was Schönes, lenke Dich ab und beobachte Dich jetzt nicht andauernd.

Alles Liebe
teichmaus

12.05.2008 18:00 • #10


Hallo nochmal,

war heute beim Arzt!! Dieser hat mir Opipramol 50 mg verschrieben! Soll eine vor dem Schlafengehen nehmen! Nun habe ich aber wieder ANgst vor Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Ich nehme zur Zeit einen Beta-Blocker Metohexal 50 mg und ein Mittel gegen Sodbrennen (Pariet)! Vertragen sich diese Medikamente? Ich gehe davon aus, sont hätte mir der Arzt diese wohl nicht verschrieben. Er meinte auch, wenn die Opipramols nicht wirken, wir zur NOT noch eine Beruhigungsspritze setzten können!

Mir ist alles egal, ich will nur angstfrei meinen Urlaub und vor allem den Flug genießen können! Kann ich das mit Opipramol? Oder reicht das nicht? Habe mir auch noch Baldrian 450 und Rescue Tropfen zugelegt! Kann man diese auch in Verbindung mit Opipramol nehmen oder statt dessen?

Danke für Tipps!

LG, Nina

13.05.2008 20:33 • #11


Liebe Nina,

ist das derselbe Arzt, der Dir die ganzen Medikamente verschrieben hat? Wenn ja, dann frage ihn.

Und lasse es doch bitte, Dir zusätzlich noch weiteres "`reinzuziehen". Was versprichst Du Dir denn davon? Irgendwann drehst Du komplett ab, weil Du nicht weißt, ob sich dies mit dem und das andere mit dem verträgt. Und bei dem kleinsten "Autsch" überlegst Du dann, von was das alles herkommen kann.

Vertraue DIR doch endlich mal. Du freust Dich doch auch auf die Reise. Steigere Dich nicht weiter `rein. Dein Arzt hat Dir was verschrieben und jetzt vertraue darauf.

Alles Liebe
teichmaus

13.05.2008 21:05 • #12


Hallo nochmal,

also ich nehme die Opipramol jetzt seit Dienstag! Eine vor dem Schlafengehen! Mir ging es schlechter als vorher! Atemprobleme, Herzrasen etc! Und morgens wenn ich aufstehe habe ich auch diese Probleme, die ich vorher nicht hatte! Liegt das am Opi, oder weil ich mich wegen der Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen verrückt mache? Weiß nicht, ob ich sie weiter nehmen soll?

Gibt es Altenativen? Pflanzlich?

Danke!!

LG, Nina

15.05.2008 09:55 • #13


Christina
Hallo Nina,

Opipramol hat als mögliche Nebenwirkung Herzrasen, und falls trotz hohem Puls Dein Blutdruck niedrig sein sollte, kann es den Blutdruck auch weiter absenken, so dass Du Dich kreislaufmäßig nicht so toll fühlst. Ich konnte Opipramol nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen nehmen, weil dann mein Puls zum Schlafen zu hoch war. Und auf Dauer hat es meinen Blutdruck zu sehr gesenkt. Aber: Die Wirkung hält nicht so irre lang an. Wenn Du also morgens Probleme hast, dürften die eher auf die schlechte Nacht als solche zurückgehen und/oder darauf, dass Du Dich tatsächlich "verrückt" machst.

Was mögliche Wechselwirkungen angeht: Ich lese immer den BPZ - obwohl ich ängstlich bin bei Medikamenten und manchmal lange brauche, bis ich sie dann tatsächlich nehme. Aber ich finde, das gehört zu meiner Eigenverantwortung als Patientin. Und letzten Endes beruhigt es mich, gut informiert zu sein. Ich weiß nicht, ob das auch für Dich eine Möglichkeit wäre...

Gibt es Altenativen? Pflanzlich?Wirksame, mit denen Du sicher und nebenwirkungsfrei das ich will nur angstfrei meinen Urlaub und vor allem den Flug genießen können!erreichen könntest? Nein.

Habe mir auch noch Baldrian 450 und Rescue Tropfen zugelegt! Kann man diese auch in Verbindung mit Opipramol nehmen oder statt dessen?Rescue-Tropfen sind physikalisch gesehen praktisch reines Wasser, die kannst Du zu allem nehmen. Baldrian verträgt sich m.W. nicht mit Barbituraten (finden Verwendung bei Narkosemitteln) und soll wohl auch nicht mit Alk. genommen werden. Aber Baldrian wirkt nicht sofort. Den müsstest Du über Wochen einnehmen, um eine Stabilisierung Deines Gesamtzustandes zu erreichen - sofern dies mit Baldrian möglich ist:
Darüber hinaus sollte man auch zur Kenntnis nehmen und akzeptieren lernen, was der einzelne Patient oder Betroffene mit diesem oder jenem Begriff assoziiert, auch wenn Arzt oder Hersteller nicht dasselbe meinen:

- "Nervosität" ist eine allgemeine Erscheinung, die zwar lästig werden kann, sich aber in Grenzen hält. Hier kann eine längere, "kurmäßige" Behandlung mit Baldrian-Extrakten genau das Richtige sein, wenn man sich nicht nur auf das Medikament verlässt, sondern auch psycho- und soziotherapeutische Hilfen einschaltet und die Selbstheilungs-Kräfte einschließlich entsprechender Entspannungsverfahren mobilisiert. Auf dieser Ebene liegen dann auch die Symptome "innere Anspannung" sowie "Einschlafstörungen" (die ja in der Regel Abschaltstörungen sind).

- Unter Unruhezuständen hingegen versteht man etwas anderes, nämlich die nächst höhere Potenz an innerem Getriebensein, ggf. "wie unter Strom", "innerlich vibrierend", rastlos-ratlos, mit leerem Beschäftigungsdrang, ziellos, u. U. jammerig, klagsam oder gar anklammernd.

- Und Erregungszustände sind der höchste Ausprägungsgrad mit verbalen oder gar tätlichen Übergriffen, wobei Letzteres nicht bloß andere, sondern auch den Patienten selber betreffen kann ("Hand an sich legen": erhöhte Suizidgefahr).

In allen diesen Fällen ist - selbst bei leichterem Ausprägungsgrad - ein noch so hoch dosierter Baldrian-Extrakt nicht nur akut, sondern auch mittelfristig überfordert. So etwas braucht nun wirklich eine chemische Dämpfung, wozu man in der Regel eine Kombination aus hoch- und niederpotenten Neuroleptika sowie Benzodiazepin-Beruhigungsmitteln (angstlösend, anti-aggressiv) nutzt, was dann auch umgehend wirkt (vor allem intravenös). Und wenn es sich um eine unruhig-gespannte oder gar erregte (= agitierte) Depression handelt, dann gibt es nur eine Alternative: ein dämpfendes Antidepressivum, ggf. verstärkt durch ein niederpotentes Neuroleptikum oder - zeitlich befristet - einen Benzodiazepin-Tranquilizer.

Mit anderen Worten: Alles, was einen bestimmten Rahmen übersteigt, und zwar nicht nur nach außen hin erkenntlich, sondern auch innerlich (wie der erwähnte "innere Vulkan"), sollte im Interesse des Patienten umgehend mit einem synthetischen Psychopharmakon gemildert werden. Dies selbst dort, wo man sich der "Chemie" ansonsten zu verschließen pflegt. Hier ist jeglicher Baldrian-Einsatz nicht nur umsonst, sondern ggf. gefährlich, weil in einer solchen kritischen Situation völlig überfordert.

(Quelle)

Von der pflanzlichen Alternative Johanniskraut würde ich Dir abraten, weil es nicht zuverlässig genug gegen akute Angstzustände wirkt, die Nebenwirkung der erhöhten Lichtempfindlichkeit hat und tatsächlich mit diversen Medikamenten wechselwirkt. Ich halte eine Bedarfsmedikation mit einem Benzodiazepin für die nebenwirkungsärmste, wirksamste und - sofern Du nicht suchtgefährdet bist - für die sicherste Variante. Jetzt vor dieser Reise. Dass es auf lange Sicht ungünstig ist, sich auf Medikamente, seien sie pflanzlich oder chemisch, zu verlassen, weißt Du selbst. Vielleicht kannst Du aber versuchen, in den nächsten Wochen Dein Vertrauen in Deinen Körper etwas zu stärken. Sport wäre eine gute Möglichkeit, die auch Angst abbaut. Ggf. Maximalkrafttraining am Abend, das ist tatsächlich schlaffördernd. Vielleicht könntest Du auch mit einem Buch wie dem von Doris Wolf diese negativen Gedankenspiralen ein wenig in den Griff bekommen.

Liebe Grüße
Christina

15.05.2008 11:09 • #14


Diamant14

07.09.2021 23:51 • #15


ne halbe tavor reicht doch oder nicht? oder ein viertel davon? keine angst wird schon werden

08.09.2021 05:06 • #16



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