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201808.03




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Hallo,
ich habe schon so gut wie mein ganzes Leben lang (Ab dem 8 Lebensjahr ca.) ständig irgendwelche psychischen Probleme... Mit 8 fing es an: Ich hatte-denke ich Mal- depressionen, aber ohne Selbstverletzung. Habe den ganzen Tag lang nur geheult, hauptsächlich weil ich vor allem Abends immer bestimmte Schmerzen hatte (Worauf ich nicht gerne näher eingehen möchte). Ärzte wussten nicht, was die Ursache war und so musste ich etwa 2 Jahre lang damit leben. Zusätzlich hatte ich "Probleme" in der Schule. Ich war immer sehr schüchtern und wurde deswegen oft ausgeschlossen. Das ganze hörte erst auf, als ich auf die weiterführende Schule ging, auf welcher ich neue Freunde kennengelert habe.

Kurz später fing aber ein neues Problem an: Ich hatte ständig Bauchschmerzen und hatte Angst in die Schule zu gehen. Auch hatte ich durch die Angst durchfall usw. womit ich erst recht nicht gehe wollte. So blieb ich dann gute 3 Wochen lang daheim. Habe schon angefangen zu weinen, wenn ich wusste, dass ich am nächsten Tag gehen MUSS. Irgendwann musste ich dann gehen und es war alles wieder super.

Das blieb dann erstmal so, bis wir mit der Klasse ins Schullandheim gefahren sind. Da hatte ich ständige Panikattacken und wollte immer so früh wie möglich schlafen gehen. Der Grund: Ich hatte Abends immer wieder diese Schmerzen, welche ich im Alter von 8-10 Jahren hatte. Ich hab kaum gegessen, weil ich Angst hatte, dass die Schmerzen dadurch schlimmer werden.

Dann gab es noch viele kleinere Probleme/Ängste. Der Text wäre aber viel zu lang, wenn ich alles aufzählen würde.

Und nun zum jetzigen Problem bzw. wie es anfing: Eine Freundin von mir musste eine Präsentation halten. Mitten drin meinte sie auf einmal "Mir ist schlecht" und rannte aufs Klo, auf welchem sie sich auch mehrmals übergeben musste. Ihre beste Freundin erzählte dann, woran es liegt und hatte alles ganz genau beschrieben...(Sie war wohl erkältet und hatte diesen Schleim im Hals/Rachen, welchen sie dann angefangen hatte hochzuwürgen..). Seit diesem Tag ist mir in der Schule bzw. davor durchgehend Übel. Ich kann an nichts anderes mehr denken und vor allem in neuen Situationen ist es echt schrecklich oder wenn ich keine Bezugsperson (Eltern, beste Freunde,...) neben mir habe. Dann bekomme ich auch Panik und sehe keinen Ausweg, weiß also nicht was ich machen soll. Ich fehle deswegen auch sehr oft in der Schule.
Morgen bin ich in der zweiten Stunde ganz alleine ohne Freunde, nur mit fast fremden Personen im Klassenraum. Ich mache mich jetzt schon verrückt, weil ich da niemanden habe, dem ich sagen kann, dass es mir nicht gut geht :( Es sind nur 45 Minuten aber ich stelle mir schon das schlimmste vor: Ich bekomme Panik, mir wird Übel, ich muss vor gehen und es dem Lehrer sagen, ich muss aufs Klo rennen,...

Ich bin erst 14 Jahre alt und weiblich. Warum kann ich nicht einfach ganz normal ohne diese ganzen Probleme leben, so wie (fast) alle anderen auch? :( Mein ganzes Leben wird durch diese Ängste bestimmt...
(Ich weiß nicht genau, ob das hier rein passt, weil ich ganz neu bin und mich nicht so gut auskenne :/)

Auf das Thema antworten


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  09.03.2018 02:12  
Am wichtigsten ist, dass du einer Vertrauensperson von deinem Problem erzählst. Du musst durch diese Ängste nicht alleine durch. Mit den richtigen Gesprächen und gegebenenfalls einer Behandlung durch den Hausarzt oder einen Psychologen wirst du bald wieder gesund und unbeschwert zur Schule gehen können. Je früher man mit einer richtigen Behandlung anfängt, desto besser ist es :)



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Baden Württemberg
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  09.03.2018 13:21  
Ich verstehe deine Situation sehr gut, hatte selbst ähnliche Probleme jahrelang. :knuddeln: lass dich mal drücken.

Geholfen hat mir dann die Einnahme von Sertralin, eine ambulante Therapie (Hynotrance) und vor allem ganz viel Lebenserfahrung.

Wovor hast du denn am allermeisten Angst? Vor Erbrechen mitten im Klassenzimmer bzw im Raum? ...dass du dann zum Gespräch der anderen wirst? ... Kontrollverlust?

Ich persönlich habe mit der Zeit herausgefunden, dass ich gar keine Angst vor dem eigentlichen "Rausrennen", Erbrechen usw habe, sondern eher vor der Reaktion der anderen, davor unangenehm aufzufallen oder gemieden zu werden. Dass noch tagelang davon erzählt wird und ich mich schämen muss.

Also habe ich in Wirklichkeit kein Vertrauen in meine Mitmenschen und auch keins in mich selbst gehabt. Außerdem habe ich die Angst nicht annehmen können.
Ich wollte sie immer bekämpfen aber erst wenn man lernt sie anzunehmen, sie gewähren zu lassen, löst sie sich mit der Zeit. Sowas lernt man in der Therapie begleitend mit Entspannungsübungen.

Ich sehe es wie Sommerwiese:
Öffne dich einer Vertrauensperson und diese kann dich ja zu einem Psychologen begleiten.
Du schaffst das und kannst sicher bald wieder glücklich und frei leben.



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  09.03.2018 14:51  
Hallo Liebe Jege,
Wie schon gesagt wurde ist es sehr wichtig dass du dich deinen Eltern anvertraust und eine Therapie machst. Ich selber hatte ähnliche probleme in deinem Alter und hab es erst mit 18 damals zu einer Therapeutin geschafft. Je früher du anfängst dich dem zu stellen umso früher kannst du dich wieder wohl fühlen. Was mir auch sehr geholfen hat ist mir in diesen situationen die frage zu stellen und was dann?
Selbst wenn du wärend des Vortrages aufs klo rennst und dich übergibst, denkt keiner schlecht von dir. Oder denkst du etwa schlecht über deine Freundin der das passiert ist? :) ich wünsche dir viel kraft, du bist nicht alleine damit





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  09.03.2018 19:06  
Lucy0611 hat geschrieben:
Wovor hast du denn am allermeisten Angst? Vor Erbrechen mitten im Klassenzimmer bzw im Raum? ...dass du dann zum Gespräch der anderen wirst? ... Kontrollverlust?


Erstmal dankeschön.
Ich weiß eigentlich gar nicht, wovor ich genau Angst habe. Irendwie ja vor allem, was du aufgezählt hast. Und allgemein, dass mir überhaupt Übel wird.
Das Ding ist, dass ich überhaupt keine Angst habe, sobald ich mit meiner Mutter irgendwo bin. Es kann sein, dass mir dann ein bisschen Übel wird, allerdings kann ich dann besser entspannen.

Heute nach der Schule wäre ich kurz davor gewesen, ein Treffen mit Freunden abzusagen (Wir wollten etwas essen gehen). Ich dachte mir ständig "Was, wenn mir Übel wird....." und habe direkt als wir rein gekommen sind nach einer Toilette gesucht, damit ich da hinrennen kann, falls etwas sein sollte. Ich suche aber in jeder neuen Situation einen "Ausweg" wie z.B. eine Toilette, eine Wiese o. Bäume (Wenn ich draußen unterwegs bin),.... wo ich eben hinrennen kann, falls irgendwann Mal etwas sein sollte.
Dabei musste ich mich nur ein einziges Mal in meinem Leben übergeben. Und das ist sogar nur passiert, weil ich und eine Freundin nach dem essen auf so ein Drehteil beim Spielplatz gegangen sind.

Als wir vorher in der Schule verschiedene Videos (Fussballspiel usw.) angesehen haben, wurde mir auch Übel, weil ich Angst hatte, dass sich dort irgendjemand übergeben muss o.ä.
Wenn ich allerdings alleine einen Film oder Videos schaue, kann ich mir ohne Sorge sowas ansehen.

Ich denke, wenn ich noch länger warte, werde ich mich garnicht mehr aus dem Haus trauen :( Ich werde Mal mit meinen Eltern sprechen.



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Baden Württemberg
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  11.03.2018 13:48  
Jege, lass dich drücken, es ging mir genauso wie dir. :freunde:

Ich finde es toll, wenn du dich jetzt deinen Eltern öffnest.
Es wird wieder besser. Du wirst sehen.
Alles Liebe wünsche ich dir :herz:


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