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jackelam
Kennt ihr auch diese Tage an denen sich Angst, Wut und Aggression irgendwie miteinander vermischen? Ein ganz komischer Gefühlscocktail, der wirklich sehr unangenehm ist. Vor allem wenn ich mich sehr wütend, oder aggressiv fühle macht mir das oftmals große Angst, dass ich die Kontrolle verlieren könnte. Meine Therapeutin meint dazu, dass Angst ganz oft unterdrückte Wut ist und dass es ein gutes Zeichen ist, wenn man Wut empfindet und dass man diese dann einfach zulassen sollte. Ich gehe dann oft ein paar Kilometer Joggen, oder setze mich auf meinen Heimtrainer, dann gehts meistens besser. Habt ihr noch irgendwelche Tipps wie man Wut abbauen kann?
Freue mich auf Vorschläge!
LG
Jack

02.11.2018 20:39 • 06.11.2018 #1


10 Antworten ↓


Ich habe mir noch einen Boxsack gekauft, dabei kann ich die Wut auch gut abbauen.

02.11.2018 21:59 • #2



Angst und Wut

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Andrej333
den Ursachen der Gefühle mal auf den Grund gehen. Insgesamt bewusster werden.

03.11.2018 19:45 • #3


jackelam
Boxsack ist ne gute Idee das hatte ich mir auch schon mal überlegt. Im Moment muss immer mein Yoga Sitzsatz als Punchingball herhalten.
@andrej333: die Ursachen der Gefühle sind mir meistens schon bewusst, nur kann ich manche Situation, die mich wütend macht (z.B. Arbeitsthemen) nicht immer sofort lösen und da tut es gut irgendwo etwas Dampf ablassen zu können.
Ich bin trotzdem etwas überrascht, dass es so wenige Antworten auf meinen Post gibt. Ich denke eigentlich, dass unterdrückte Wut ein Hauptgrund von irrationaler Angst ist. Ich habe dazu übrigens mal einen sehr guten Artikel von Prof. Sulz aus München gelesen. Hier mal der Link zum PDF download, falls es jemand interessiert:
https://www.angstselbsthilfe.de/wp-cont ... /01/25.pdf
Grüße
Jack

05.11.2018 16:21 • x 1 #4


@jackelam

Huhu,
danke für das pdf.

Den Gefühlscocktail, den du beschreibst, kenne ich leider zu gut.

Bei mir gesellen sich dann im Wechsel Depressionssymptome dazu. Alles im Wechsel wie im Kampf. Wut kann ich tatsächlich erst fühlen, seitdem meine Angsterkrankung ausgebrochen ist und ich die Ängste dann unkontrolliert und plötzlich hochkamen. Früher hatte ich meine Gefühle unter Kontrolle, war lieb und nett. Heute bin ich das auch noch, aber in meinem stillen Kämmerlein kämpfe ich dann meistens mit meiner Wut für mich alleine, fühle Widerstände am ganzen Körper udn reagiere mit Wut und Angst. Bei meinem ersten Klinikaufenthalt sagte man mir, Wut und Angst könne man nicht gleichzeitig empfinden, ich solle endlich meine Wut zulassen, da sie berechtigt sei. Nur habe ich häufig Angst, dass ich sie an falscher Stelle herauslassen könnte. Wut und Angst fühle man nicht gleichzeitig, im Wechsel schon. Angst und Wut hängen bei mir persönlich eng zusammen.

Bei mir liegt der Ursprung in übermässigem Druck, Negativ Bewertungen, Grenzüberschreitungen und ignorierten Bedürfnissen in der Kindheit von denen ich mich noch immer versuche zu befreien. Ich bin zur Zeit wieder verdammt häufig wütend udn habe extreme Ängste, weil ich wieder viel an eigenen Bedürfnissen zurückgehalten habe. Es hat mir wieder viel gezeigt, es wird immer deutlicher, alles rebelliert, deutlicher geht es nicht. Ich versuche nun ganz stark mich meine Grenzen wahrzunehmen und dementsprechend zu handeln und meine Bedürfnisse für mich vor die Bedürfnisse anderer zu stellen und nicht mehr umgekehrt.

06.11.2018 12:26 • x 1 #5


Wut ist stärker als Angst. Definitiv.

Insofern kann man sie manchmal sogar bewusst nutzen, um eine Hemmschwelle zu überwinden und sich abzugrenzen.
Aber ganz so ein guter Ratgeber ist die Wut auch nicht. Sie ist pure Energie und kann das Ego wieder aufpolieren, dass durch die Angst klein und verschüchtert geworden ist, schon klar.

Aber allzu oft trifft sie genau die Falschen. Und sie ist genauso blind wie die Angst. Das Risiko besteht, dass man sich selber ins Unrecht setzt. Und völlig unangemessen wirkt. Das Gegenüber bekommt eine Rechnung serviert, die er /sie gar nicht verschuldet hat.

Viel besser wäre es zu lernen, früher die gelbe Karte zu zeigen. Schon bei kleineren Anlässen verbalen Widerstand zu üben.
Das geht auch freundlich.

Wer immer nur Platzverweise ausspricht, steht sonst irgendwann alleine auf dem Spielfeld.............

06.11.2018 19:22 • x 1 #6


dasomen
Und ich dachte schon, ich wäre der Einzige, dem das so geht.

Ich bin eigentlich der friedfertigste Mensch der Welt aber je schlechter es mir psychisch geht um so wütender und aggressiver werde ich.

Ich bin zwar nicht der Mensch, der deswegen dann körperlich aggressiv wird, aber ich ärgere mich oft, dass ich verbal so sehr am Kochen
bin, dass es mir schwer fällt, Leuten, die mich in solchen Situationen dann auch noch für dumm verkaufen wollen dann nicht die Meinung zu
sagen.

Beispiel wäre das Jobcenter. Wenn ich da mal wieder sitze und die wie immer so tun, als wäre ich für alles zu blöd kommt eine dermassene
Wut in mir auf, dass ich mir wirklich auf die Zunge beißen muss, um trotzdem einigermassen zurückhaltend und höflich zu wirken.

Hintergrund ist aber auch eine latente Angst. In meinem Falle Zukunftsangst, Existenzangst, was auch immer...meist schlafe ich die Nacht vor
einem Jobcentertermin schon kaum und zittere, was die dann wieder mit mir veranstalten wollen. Und gleichzeitig macht mich diese Machtlosigkeit
und diese Enge, in die ich von denen getrieben werde so wütend, dass ich mich manchmal selbst erschrecke, wie sehr ich mich verändert habe.

...seufz....

06.11.2018 19:51 • x 1 #7


Zitat von Chingachgook:
Viel besser wäre es zu lernen, früher die gelbe Karte zu zeigen. Schon bei kleineren Anlässen verbalen Widerstand zu üben.
Das geht auch freundlich.


Das sehe ich auch so. Dazu gehört aber, dass man seine Bedürfnisse kennt und seine Grenzen auch tatsächlich spüren kann.

Das Wut stärker als Angst ist, das kann ich für mich mit generalisierter Angsterkrankung und speziellen Ängste durch Traumata nicht bestätigen, aber kann sein, dass das eben individuell unterschiedlich ist. Todesangst übertrifft für mich jede Wut.

06.11.2018 19:54 • #8


Zitat von Crazy-Monkey:
Das sehe ich auch so. Dazu gehört aber, dass man seine Bedürfnisse kennt und seine Grenzen auch tatsächlich spüren kann.

Das Wut stärker als Angst ist, das kann ich für mich mit generalisierter Angsterkrankung und speziellen Ängste durch Traumata nicht bestätigen, aber kann sein, dass das eben individuell unterschiedlich ist. Todesangst übertrifft für mich jede Wut



Da hast Du sicher Recht @Crazy-Monkey , ich bin da zu sehr von mir ausgegangen!

06.11.2018 20:02 • x 1 #9


Zitat von Chingachgook:


Da hast Du sicher Recht @Crazy-Monkey , ich bin da zu sehr von mir ausgegangen!


Das ist ja auch völlig verständlich. JEDER geht erstmal von seinen eigenen Erfahrungen aus und es geht ja hier um den Austausch der Erfahrungen.

Ich habe hier einen Beitrag, der bei Traumatisierung bei Wut ganz gut erklärt, finde ich. Wut muss auch nicht automatisch verletzend sein, sondern sollte der Abgrenzung helfen..

Den Link von Jackelan fand ich auch gut. Danke dafür.

06.11.2018 20:20 • x 1 #10


Meteora
Kenne das auch. Hatte heute schlimme Wutanfälle wegen nichts und hab oft solche Tage. Aber ich habe Angst, diese Wut auszuleben, denn dafür könnte ich diskreditiert werden, selbst wenn ich dabei allein bin. Ich habe mir einen Igelball aus Metall zugelegt, das ist im Alltag ziemlich hilfreich gegen Angst und Wut.

06.11.2018 20:30 • x 1 #11



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