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Hallo, das hier ist mein erster Beitrag.
Seit einem halben Jahr hab ich eine Angst/Panikstörung. Es fing an damit, dass ich ein Mal richtig Panik bekommen hatte. Mir wurd auf einmal extrem heiß, ich fing an zu zittern, wurde total unruhig und wollte unbedingt an die kalte Luft nach draußen. Ich hatte nie das Gefühl, es wäre eine ernsthafte Körperliche Bedrohung (also dass ich daran sterben könnte oder so) sondern dass ich gerade einfach die Nerven verlier. Dann war es die erste Zeit so, dass ich kurz extrem Angst davor hatte, vor einer anderen Person die Nerven zu verlieren. Ich hab versucht, dass ich mich nicht isoliere. Bin zur Arbeit gegangen und habe versucht mich dazu zu zwingen, mit meinen Kollegen auch wie normal zu Mittag zu essen usw.. Es wurd dann auch für kurze Zeit besser ( ein - zwei Wochen) und dann hat es mich wieder voll erwischt. Nach und nach habe ich gelernt, "trotz" Angst, alles zu machen, was ich sonst auch gemacht hab. Aber mit extremer Anspannung. Und diese Anspannung und der Stress macht mich fertig. Wenn ich alleine bin hab ich absolut keine Probleme. Nur wenn ich unter Menschen bin, habe ich immer Schiss vor diesen die Nerven zu verlieren. Wenn ich dann den Besuch bei jemanden "überstanden" habe, bin ich auch dann echt fertig und fühle mich wie nach einem Lernmarathon.

Was bei mir immer ist, dass wenn ich weiß, dass ich mich gleich mit jemanden Treffe, ich das Gefühl habe, meine Augen sind trocken oder tränen gleich. Ich bin die ganze Zeit am blinzeln und bekomme dann die Angst, dass jemand merkt, dass mit mir was nicht stimmt. Es sind halt vor Allem die leute vor denen ich nicht Schwach wirken will. Ob Eltern, beste Freunde oder ähnlich. Wenn ich erstmal mit den Zeit verbringe, legt sich das manchmal dann wieder und ich bekomme sozusagen wieder das "okay-jetzt-ist-es-wieder-normal-Selbstbewusstsein". Und dann kann ich auch wieder normal mit diesen interagieren. Manchmal bleibe ich aber auch extrem angespannt und mache kurze Sätze, bin total nervös, schaffe es nicht mit jemanden Augenkontakt zu haben.

Bis jetzt weiss es nur die Person, die bei meiner ersten Panikattacke dabei war (sie dachte ich hätte Dro. genommen und das konnte ich so nicht im Raum stehen lassen). Sonst habe ich es noch niemanden erzählt und denke auch, es hat noch keiner gemerkt. Es ist aber schwer auch nur mit meiner Mutter zu essen... es fällt im Fernsehen das Wort "Depression" oder "psychische Störung" und schon gleich werde ich aufgeregt.

Es ist total schwer das richtig auszudrücken, und irgendwie beim Schreiben habe ich auch das Gefühl, dass diese Worte das ganze auch nicht wirklich treffen.

Ich hab die ganze Zeit gehofft, dass das weggeht und die ganze Sache hat sich auch irgendwie gewandelt und nach und nach andere Formen angenommen (Das mit dem Augenblinzeln war am Anfang nicht, ist jetzt aber so mein Hauptproblem). Aber jetzt stört mich das total, weil es so kräftezehrend ist, immer den "Mut" aufbringen zu müssen, mit seinem normalen sozialen Umfeld normal zu interagieren.

Ich war nur einmal beim Hausarzt (ziemlich am Anfang) und habe sehnlichst gehofft, dass es doch irgendwas mit meiner Schilddrüse ist. Aber da ist alles supi. Er wollte mich dann noch zu einem Neurologen hinschicken, aber da dachte ich mir dann schon "naja es wird wohl eher was psychisches sein" und hab dann versucht, es erstmal allein zu lösen. Da es nach einem halben Jahr immer noch nicht weg ist, obwohl ich nie vor den Sachen weggelaufen bin und mich immer durchgequält hab (in Hoffnung die Erfahrungen zu machen, dass ich das ja alles schaffe und so die Angst verliere), hab ich sie nicht verloren.

Deswegen bin ich jetzt am überlegen, doch wieder fremde Hilfe zu suchen. Weiß aber gar nicht, wie dass dann aussieht.

Was mich am meisten stört, ist das der eigene Fokus so nach innen gerichtet ist. Ich analysiere konstant meinen eigenen Zustand und es vergeht keinen Tag an den ich nicht daran denke, wie kacke es mir grad geht... ich glaube, dass mich das über dieses halbe Jahr auch echt zu einer anderen Person gemacht hat. Ich bin verschlossener und habe sehr sehr viel Selbstvertrauen verloren.

freundliche Grüße

23.05.2016 14:38 • 23.05.2016 #1


4 Antworten ↓


Vergissmeinicht
Grüß Dich und ein liebe Hallo und herzlich Willkommen bei uns.

Es sind typische Angstsymptome mit dem Fokus auf Angst vor Kontrollverlust. Ist dem irgendetwas gravierendes vorausgegangen? Einfach so geht es leider nicht weg und würde schon an fachlicher Hilfe denken.

Soweit erstmal meine Zeilen und ja, es ist typisch, das wir als Betroffene den ganzen Tag nach innen hören, auf unseren Körper achten.

23.05.2016 14:55 • #2



Angst die Nerven zu verlieren

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Icefalki
Hallo liebe Tomate, ich begrüße dich mal ganz herzlich bei uns.

Zu deiner Beruhigung kann ich dir versichern, dass du nicht die Nerven verlieren wirst, obwohl du das glaubst. Ich habe 17 Jahre nicht die Nerven verloren, wurde nicht verrückt, bin nicht gestorben, aber es war schrecklich.

Sehr wichtig ist, dass du dir wirklich Hilfe in Form eines Therapeuten suchst. Geh zum Hausarzt, ich bin damals glaub ich gleich zum PsYchiater, denn ich bin schlussendlich in einer Depression gelandet. Wie das mit Psychologen geht, weiß ich gar nicht. Wird dir hier bestimmt jemand sagen können.

PsYchiater dürfen Medis verschrieben, Psychologen nicht.

Was auch hilft, wenn du mit dieser Problematik offen umgehen lernst. Man muss es ja nicht jedem sagen, aber sich den wichtigsten Menschen im Umfeld anzuvertrauen, ist nicht schlecht.

Und es ist sehr gut, wenn du, trotz deiner Ängste, weiterhin tapfer "funktioniert".

Wobei genau dein Funktionieren müssen, u.U. Ein Thema in deiner Erkrankung sein könnte.

Keine Schwäche zugeben können, immer alles richtig machen zu wollen, usw. Kenne ich aus meiner Problematik.

Diese Ängste haben immer einen Hintergrund. Den zu finden ist nicht leicht, denn die sind uns ja nicht bewusst.

Aber Angst davor zu haben, irgendwie aufzufallen, nicht der Norm zu entsprechen, verrückt zu werden, die Nerven zu verlieren deutet schon in die Richtung, warum Kontrolle so wichtig iat und warum man keine Schwäche zugeben mag.

Sei schlau und hol dir Hilfe. Die Therapeuten haben u. U. Lange Wartezeiten. Je früher du dich um einen Termin bemühst, desto besser.

23.05.2016 15:07 • #3


Danke an die zwei vor raus gegangenen Antworten. Ja also ich stand lange Zeit auf ein Mädel und hab sie dann irgendwann besucht, mit Übernachtung usw.. Leider hatte ich die Einladung irgendwie falsch Verstanden und als wir dann feiern waren... kommt auf einmal ein anderer Typ hinzu. Ich erläuter das mal gar nicht im Detail. Sie hatte gar nicht auf dem Schirm, was ich wohl für sie empfinde.. am nächsten Tag hab ich sie aufgeklärt und bla bla bla wollten halt Freunde bleiben. War eine ziemliche schei. nacht für mich. Bin darauf hin umgezogen (also unabhängig von der Geschichte.. war so und so geplant) und war dann dort in der neuen Stadt ziemlich einsam. Die erste Panikattacke kam dann als wir uns dann wieder getroffen hatten.


Liebe Grüße.

Wenn ich Therapeuten usw. aufsuche... Komm ich da ohne gewaltige Kosten an ordentliche Therapien? Der Hausarzt dürfte auch wirksame Medikamente verschreiben richtig? Bin nämlich Student und kann mir auch keine 50 Euro/Stunde Therapie leisten

23.05.2016 15:38 • #4


Schlaflose
Zitat von roteTomate:
Wenn ich Therapeuten usw. aufsuche... Komm ich da ohne gewaltige Kosten an ordentliche Therapien? Der Hausarzt dürfte auch wirksame Medikamente verschreiben richtig? Bin nämlich Student und kann mir auch keine 50 Euro/Stunde Therapie leisten


Für ein Medikament geht man am besten zu einem Facharzt (Psychiater) Und für eine Therapie zu einem Psychotherapeuten. Beides wird von der Krankenkasse bezahlt.

23.05.2016 16:26 • #5




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