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Easy

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Zitat von rotezora2k:
Wir waren gerade einkaufen. Es hat geklappt, war aber schwierig wegen dem Schwindel und der damit verbundenen Angst
Meiner Mum gehts heute wieder richtig schlecht, so dass ich wieder in sehr großer Sorge bin.
Wie geht es deiner Schwester? Siehst du sie regelmäßig?



Einkaufen geht bei mir auch nur mit Schwindel... und mal mehr mal weniger Angst.
Was hat denn deine Mutter?
Ich sehe meine Schwester so oft es eben geht. Aber aktuell macht sie wieder eine Chemo und ist nicht bei Kräften. Da geht nix! Sie zieht sich total zurück! Ihr Mann hat gekündigt und übernimmt die Pflege voll! Er ist ein Held! Zwischen all den Chemos der letzten Jahre hat er sie sogar noch schnell geheiratet. Wir wollten eigentlich groß feiern, alles war gebucht und angezahlt! Dann kam der Krebs wieder! Sie sind dann allein zum Standesamt und haben sich einfach allein einen schönen Tag gemacht. Viel mit dem Auto gefahren, die Kraft zum Laufen oder feiern war nicht da. Sie hatte ganz viele rote Rosen bekommen.

Meine Schwester und ich sind wie Zwillinge. Wir haben eine Standleitung, sagte mein Psychologe.

Ach man...

31.08.2019 14:09 • x 1 #141


rotezora2k


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Gut ab @Easy das ist beides eine Meisterleistung! Bleib stetig dran an den Erfolgen du machst es super und kämpfst dich Stück für Stück zurück ins Leben!
Einkaufen in Begleitung ist für mich machbar aber mit meinem Sohn kann ich auch nicht alleine bleiben. Ich will nicht, dass er traumatisiert ist, weil ich vor seinen Augen sterben könnte. Immer diese Katastrophenvoratellungen.
Vorhin war ich im Wahn und hab bestimmt 20x hintereinander Blutdruck gemessen. Rechts und links immer im Wechsel und da die werte teilweise stark variiert haben, hab ich mich wie eine verrückte reingesteigert. Unfassbar.
Unser Junge ist recht verträglich. Er kann sich zwar leider gar nicht allein beschäftigen. Das nervt mich aber lenkt auch ab.
Hier sind 30 Grad und wir Erwachsenen sind nicht in der Lage mit ihm raus zu gehen. Morgen sollen es hier 21 grad maximal werden, das wäre ein Traum.
Werden später auf dem Balkon grillen, wird nur Würstchen und gefüllte Champions geben aber uns reicht das.

Ach man es tut mir so leid um deine Schwester. Es ist schrecklich und tut so verdammt weh seine liebsten leiden zu sehen und nichts machen zu können.
Zum Glück hat deine Schwester soviel Rückhalt von euch. Wie lange kämpft sie denn schon? Und wie lange geht der Chemo Zyklus noch?
Meine Eltern haben beide diverse schwere chronische Krankheiten mit vielen Schmerzen und Verlust der Mobilität etc. Meine mum hat kaum ein Immunsystem und wird jetzt durch eine Erkältung und Kehlkopfentzündung komplett ausgeknockt. Musste Antibiotika neben ihren 15 anderen medis nehmen und jetzt streikt der Magen. Sie ist eh stark untergewichtig und kann jetzt seit Tagen kaum essen, hat nur Krämpfe und keine Lust mehr. Schwierig für mich auszuhalten.

Und nu, puls von 51 und massives herzstolpern...ich werde nicht sterben

31.08.2019 14:27 • #142


Easy

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Zitat von rotezora2k:
Einkaufen in Begleitung ist für mich machbar aber mit meinem Sohn kann ich auch nicht alleine bleiben. Ich will nicht, dass er traumatisiert ist, weil ich vor seinen Augen sterben könnte.


Genau das ist mein Problem!
Ich bin ja mit ihm allein zu Hause gewesen, als ich vor Schwindel nicht mehr aufstehen oder krabbeln konnte. Ih konnte nicht mal dem Kopf heben! Er musste das alles mit ansehen! Er musste mir das Telefon holen, damit ich mir einen Rettungswagen holen konnte. Er war so verzweifelt! Er hat so geweint! Auch als die Sanitäter da waren, bat man ihn einen Stuhl zu holen. Sie wollten mich aufsetzen. Aber ich musste zwischen 2 Sanitätern "eingekeilt" werden und gestützt werden. Ich wär sonst vom Stuhl gefallen. Dann trugen sie mich raus. Im RTW musste ich mich übergeben. Er hat so geweint! Er hatte so Angst! Das war der absolute Horror! Das möchte ich auch nie wieder erleben, daher bleibe ich nicht mehr mit ihm allein. Und natürlich, weil es mir teilweise so schlecht geht, dass ich mich dann wirklich nicht um seine Alltags Belange kümmern könnte.
Aber keiner kann mir sagen, was ich hatte!? Wie kann man mitten ausm nichts zusamensacken und nicht mehr aufstehen oder auch nur krabbel ?
Wie könnte ich glauben, dass mir das nicht noch mal passiert!?

Einkaufen in Begleitung bekomme ich auch gut hin. Aber alleine geht nichts. Vor lauter Angst wieder so hilflos zu sein.

Ja, es tut sehr weh meine Schwester so leiden sehen zu müssen.
Du und deine Familie habt es ja auch nicht gerade leicht. Ich verstehe deine Mutter gut. Irgendwann ist man so am Rande seiner Kraft, man möchte nicht mehr. Aber es kann wieder werden. Man muss durchhalten. Ich wünsche von Herzen viel Kraft!
Meine Schwester hat sich schon schlau gemacht wegen Sterbehilfe in der Schweiz. Es ist unerträglich!

Beste Wünsche an deine Eltern.

31.08.2019 15:23 • #143


rotezora2k


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@Easy mir laufen die Tränen, wie schrecklich dein Zusammenbruch war. Du hattest mal davon erzählt aber die Intensität war mir nicht bewusst. Da habt ihr beide wirklich ein Trauma erlebt. Wie verkraftet dein Sohn die Erinnerung?
Ich kann dich so gut verstehen. gerade wenn keiner sagen kann wieso der Schwindel so massiv war, schwebt die Ungewissheit wie ein Damoklesschwert über einem weil es ja theoretisch wieder passieren kann. Fühl dich lieb gedrückt!
Vielen Dank bezüglich meiner Eltern.

31.08.2019 15:29 • x 1 #144


Easy

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Zitat von rotezora2k:
@Easy mir laufen die Tränen, wie schrecklich dein Zusammenbruch war. Du hattest mal davon erzählt aber die Intensität war mir nicht bewusst. Da habt ihr beide wirklich ein Trauma erlebt. Wie verkraftet dein Sohn die Erinnerung?Ich kann dich so gut verstehen. gerade wenn keiner sagen kann wieso der Schwindel so massiv war, schwebt die Ungewissheit wie ein Damoklesschwert über einem weil es ja theoretisch wieder passieren kann. Fühl dich lieb gedrückt!Vielen Dank bezüglich meiner Eltern.


Danke, für die lieben Worte.
Ich empfinde es auch als traumatisch. Und ziemlich beängstigend, ja kein Mensch weiß, was da mit mir passiert ist.

Ich habe ganz viel mit meinem Sohn gesprochen und ihn auch gefragt, ob er aich, wie Mama, mit einer Person (Kinderpsychologin) sprechen möchte, die nicht dabei war. Und die ihm Tipps geben kann, wie er damit umgehen kann. Aber er wollte nicht.
Ich hoffe, das ganze reden und erklären hat ihn gut geholfen.
Obwohl er mich seither so oft hilflos im KH und verzweifelt weinen sehen hat.
Eine 180Grad Wendung. Ich war vorher 100% immer da, fit und sprudelte vor Energie. Wir haben 3x die Woche Ausflüge gemacht. Und jetzt schaff ich nichts mehr.
Wie geht es denn deinem Sohn damit? Kann er es mit 4J. irgendwie begreifen oder verstehen?

31.08.2019 17:48 • #145


rotezora2k


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Zitat von Easy:
Danke, für die lieben Worte.Ich empfinde es auch als traumatisch. Und ziemlich beängstigend, ja kein Mensch weiß, was da mit mir passiert ist. Ich habe ganz viel mit meinem Sohn gesprochen und ihn auch gefragt, ob er aich, wie Mama, mit einer Person (Kinderpsychologin) sprechen möchte, die nicht dabei war. Und die ihm Tipps geben kann, wie er damit umgehen kann. Aber er wollte nicht. Ich hoffe, das ganze reden und erklären hat ihn gut geholfen. Obwohl er mich seither so oft hilflos im KH und verzweifelt weinen sehen hat. Eine 180Grad Wendung. Ich war vorher 100% immer da, fit und sprudelte vor Energie. Wir haben 3x die Woche Ausflüge gemacht. Und jetzt schaff ich nichts mehr.Wie geht es denn deinem Sohn damit? Kann er es mit 4J. irgendwie begreifen oder verstehen?

Guten Morgen an alle Mitleidenden!
@Easy es ist schon Wahnsinn was Kinder verpacken. Mein kleiner sieht dass es mir schlecht geht, er fragt auch warum ich weine oder wieso Papa ihn immer vom kiga abholt aber das ganze wieso weshalb warum ist noch zu abstrakt.
Mir geht's mal wieder gar nicht gut. Bin zerfressen von schlimmsten Schuldgefühlen und Argen Symptomen.
Wie war deine Nacht?

01.09.2019 05:04 • #146


Damaja77

Damaja77


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Hallo, ich hab eine anstrengende Woche hinter mir. Mein Mann wurde von meinem Sohn angesteckt. Ich versuche den Alltag irgendwie zu meistern. War die ganze Woche arbeiten, was mir weiterhin sehr Schwierigkeiten macht, sind die freien Flächen, wo ich das Gefühl habe kein halt zu haben. Bei uns gibt es ein Supermarkt wo ein Stuhl an der Kasse steht, allein das gibt mir Sicherheit, obwohl ich ihn da noch nie gebraucht habe. Die Woche war ich beim Friseur, ich gehe regelmässig alle 8 Wochen. Der Rückweg zum Auto war eine Katastrophe. Wollte die Woche zum Sport und habe es wieder nicht geschafft, bin Abends so alle, das nichts mehr geht. Nächste Woche habe ich ein Termin im Büro, wo ich hinlaufen muss 700m. Früher kein Problem. Jetzt eine unüberwindbare Hürde. Es wurden 22 Stunden für eine Kurzzeit Therapie beantragt, 2 Stunden davon sind schon verbraucht. Wie werde ich wieder Glücklicher, zur Zeit funktioniere ich wie eine Maschine.
Schönen Sonntag.

01.09.2019 11:14 • x 1 #147


Trulla65

Trulla65


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@Damaja77

Das ist doch toll, daß du beim Friseur warst, wenn auch mit Schwierigkeiten. Auch, dass du dir vornimmst Sport zu machen, selbst wenn du es dann nicht tust!
So machst du es richtig.
Mit den Therapiestunden wird es sicher step by step besser werden. Nicht zuviel auf einmal wollen !

Liebe Grüße

01.09.2019 15:14 • x 1 #148


Easy

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@Damaja77
Oh man, was wär ich froh, wenn ich das alles machen könnte, was du machst! Feier dich mal! Das ist doch großartig!
Klar, es ist mega anstrengend, wenn Mann und Kind krank sind und man alles abfangen muss. Das kostet Kraft. Und es fühlt sich frustrierend an, dass nicht alles leicht und unbeschwert funktioniert.
Aber hey! Was du alles schaffst! (Das schaff ich seit einem Jahr nicht mehr!)
Viel Kraft weiterhin, halte durch! Wir schaffen das!

01.09.2019 16:41 • x 1 #149


AriaNet


Hallo Damaja77,
deine Ängste um das Haus zu verlassen kenne ich sehr gut. Es kostet mich eine krasse Überwindung wenn ich raus gehen muss. Was ich aber bemerkt habe ist, dass wenn ich so in einem Rhythmus komme, regelmässig Sport zu machen, gehen die Ängste wie von Hand genommen. Früher habe ich geboxt, also Box Training bis mir der Kreuzbandriss passiert ist ...Nach so einem 1,5 - 2 Stunden Sport Programm wo du richtig dich auspowerst, kommen soviel Mut und Selbstbewusstsein dass mir keine Psychotherapie helfen kann. Ich bin jetzt auch nicht eine ganze Woche gewesen und schon ist es wieder da: die Ängste.

01.09.2019 18:16 • #150


Lunaa

Lunaa


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@Damaja77
Wie geht es dir? Wie kommst du zurecht?

13.09.2019 20:11 • #151


Diavolo


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Hallo , ich bin neu hier und haben deinen Beitrag gelesen , es ist ja echt dramatisch abgelaufen bei dir und kein Arzt konnte dir sagen was es sein könnte und dich mit Schwindel nach Hause geschickt? Kann das vielleicht ein Lagerungsschwindel gewesen sein ?
Ich leide an Panik Angst mit Schwindel und Depression. Wenn ich aus dem Haus gehe dann überfällt es mich und ich kann kaum geradeaus gehen . Versuche trotzdem jeden Tag mich zu konfrontieren und trotzdem wird es nicht besser. Manchmal überfällt einen der Schwindel in der Nacht und die schreckliche Todesangst dazu . Über Antworten würde ich mich sehr freuen ganz liebe Grüße

13.09.2019 20:32 • #152


Damaja77

Damaja77


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Guten Morgen, mir geht es sehr durchwachsen. Gute Tage und weniger gute wechseln sich ab. Ich warte nun auf die Bestätigung der Krankenkasse für eine Kurzzeit Therapie. Mein Alltag ist anstrengend, doch irgendwie halte ich ihn aufrecht. Am Freitag war ich endlich wieder zum Sport, mit sehr viel Angst. Aber irgendwie wollte ich diese Hürde durchbrechen und der Kontakt zu den Leuten dort tut mir gut. Am Freitag hatte ich eine schlimme Panik nach der Arbeit. Interessanter Weise gibt es Parallelen zu den letzten Attacke. Ich war mit meinem Mann am Auto verabredet (wir arbeiten 500m entfernt) um gemeinsam nach Hause zu fahren. Ich rufe ihn an, das ich Feierabend mache und dann loslaufe. Dann kommt die Angst. Später kam der Gedanke auf, das mein Vater damals nie verlässlich war, wenn Besuchswochenende war, kam er einfach nicht. Ob es da eine Querverbindung gibt? Mein Mann ist absolut zuverlässig und hat mich noch nie versetzt.
LG und schönen Sonntag.

Vor 11 Stunden • x 1 #153


Diavolo


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Guten Morgen, so ist es bei mir auch mal mutiger und mal fängt morgens schon die Angst vor dem Symptom und Tag an . Es gut Dinge zu machen , ich versuche es auch jeden Tag was mit Symptomen nicht leicht ist .

Vor 10 Stunden • #154


Diavolo


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Aber versuche dir vor Augen zu halten , du schaffst es trotzdem, du gehst zur Arbeit und aus dem Haus . Darauf kannst du sehr stolz sein, ja vielleicht gibt es alte Verbindungen im Unterbewusstsein oder vielleicht war auch Angst da, dass dein Mann nicht rechtzeitig da ist einfach da ? Weil man ja immer irgendwie Angst vor der Angst hat und dann schnell weg will .
Es ist nich leicht mit dem Symptom zu leben ,fällt mir heute wieder schwer trotz Schwindel machen , man geht wie ein Roboter weil man immer Angst vor dem Symptom hat

Vor 9 Stunden • #155


Damaja77

Damaja77


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Wie war Euer Sonntag?
Heute habe ich wieder alles gemacht, was ich ohne Angst getan hätte, mit meiner Familie zum Gottesdienst und Gemeindefest gewesen. Mein Sohn hat dort mit der Kita gesungen. Heute Abend bin ich sehr traurig, weil es so anstrengend ist, den Alltag aufrecht zu erhalten. Irgendwann muss es doch mal besser werden.

Vor 27 Minuten • #156


Diavolo


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Ich kann dich gut verstehen, mir geht es genauso. Versuche dich zu freuen, dass du heute alles geschafft hast. Das ich schon ein Erfolg . Wie lange bist du denn schon krank, arbeitest du ? Mir geht es auch so, es ist sehr anstrengend trotz Angst die Dinge tun , ich kann zur Zeit nicht arbeiten leider ,

Vor 19 Minuten • #157


Damaja77

Damaja77


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Diese Angstepisode hat Mitte Juli begonnen. Hatte gute 3 Jahre Ruhe. Panikattacken begleiten mich seit über 20 Jahren. Davon aber auch symptomfreie Jahre. Ich arbeite, war bisher 1 Woche krank geschrieben, da ging nichts mehr. Wobei bei mir eventuell ein Jobwechsel ansteht.

Vor 8 Minuten • #158


Diavolo


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Dann bewältigst du deinen Alltag das ist super .
Ich kann derzeit nicht arbeiten, bin seit August letzen Jahres krank , habe mich völlig überfordert mit der Pflege meiner Eltern . Ich habe auch immer Angstperioden gehabt beginnend auch etwa vor 20 Jahren aber dazwischen auch 10 Jahre gut Leben können. Aber unbewusst haben mich die Ängste begleitetet . Sofern der Schwindel kommt habe ich echt Todesangst , der überfällt mich so schlagartig auch hin und wieder in der Nacht und dann kreisen die Gedanken um das Ereignis.

Gerade eben • #159



Dr. Christina Wiesemann


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