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Lelena
Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und mich dabei in die Stadtteile und Dörfer bewege gehe ich im Kopf immer durch, wie weit ich ja jetzt vom Krankenhaus weg bin.
Und hier gibt es Gegenden, da dauert es schon mal 25 - 40 Minuten bis zurück in die Stadt oder bis zum nächstgelegenen Krankenhaus. Und je weiter ich mich von einem Krankenhaus entferne, desto unruhiger werde ich und kann den Gedanken an diese Entfernung nicht loswerden.
Es beunruhigt mich einfach. Dabei habe ich keine Erkrankung die u. U. schnell ausarten könnte. Aber Es könnte ja sein, dass man was in den falschen Hals bekommt, dieser anschwillt oder dass man auf etwas allergisch reagiert oder, oder oder. irgendwas wo eben schneller Hilfe benötigt würde als nur ein gebrochener Arm oder so.
Dabei weiß ich auch, dass bei uns gerade wegen diesen Entfernungen auch des Öfteren Mal der Heli auf den Dörfern landet.
Klar haben wir auch First Responder. aber ich vertraue einfach nicht darauf, dass da schnell genug überhaupt geholfen werden kann.

Kennt ihr das?
Ich habe das schon wenn ich Dokus schaue, Filme sehe oder andere Bilder und Szenen von meist wunderschönen Landschaften und tollen Stellen auf der Welt, wo mein erster Gedanke aber ist: Ja, und wie schnell kann dort jemand zur Hilfe kommen?, Wo ist das nächste Krankenhaus? .
Das ist total schade, da es einem oft die schönsten Orte und süßeste Idylle vermiesen kann und man einfach Angst bekommt.

Ich habe mittlerweile zwar schon Fortschritte verzeichnen können und auch manchmal nicht dran gedacht und komme auch immer weiter. aber es tauchen doch immer wieder je nach Phase, mal stärker oder weniger stark, diese Gedanken auf.

Ganz verrückt ist dabei auch, wenn ich akut doch etwas habe, wie ein Druckgefühl im Hals oder sonst eine beunruhigende Sache und bin schon relativ nah am Krankenhaus, weil ich eben da gerade lang fahre, dann empfinde ich diese Entfernung dennoch als uuuuunglaublich lang, da ich dann gedanklich diesen 1 km noch durchgehe und überlege wie lange es dauert bis überhaupt jemand dann am KH sich um einen kümmert und alles notwendige eingeleitet wäre.

Mich interessiert ob ihr das auch habt / schonmal hattet oder Erfahrung mit ähnlichen Gedanken habt.

Vielen Dank für Eure Antworten. Das hier ist mein erstes Thema das ich eröffne, da ich neu hier bin und noch kein ähnliches dazu finden konnte. Falls bereits eines existieren sollte, verzeiht mir und stellt mir gerne den Link ein.

27.07.2023 20:43 • 29.07.2023 #1


6 Antworten ↓


Thomass
Hallo
Ich kenne das sehr gut. Wohne auf einem Dorf und das nächste Krankenhaus ist ca 8 km weit weg. Früher musste meine Frau wenn es schlimm war mit mir abends am Krankenhaus lang fahren damit ich in der Nähe bin. Haben einfach runden da gedreht. Aber ich glaube bei einer Panik Störung könnte man neben an wohnen wäre immer noch weit weg. Gruß

27.07.2023 20:57 • x 1 #2


A


Angst bei steigender Entfernung zum nächsten Krankenhaus

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Lelena
@Thomass Vielen Dank für's Teilen. Ich wohne gerade 4,5 km weit weg und ziehe jetzt in einen Ort der etwa 10 km weit weg ist.
Ich gehe diese Strecke immer wieder durch. Echt verrückt was das Gehirn manchmal tut.
Und hier ist es auch eher Dorf, als Stadt Es nennt sich aber offiziell so.

Du sagst früher musstet ihr da auch Nachts vorbei fahren, hier habe ich 2 Fragen.
1. Ist es heute nicht mehr so und wenn ja, wie hast du es in den Griff bekommen?
2. Nachts vorbei fahren, heißt, es war Nachts generell stärker ausgeprägt diese Angst?

27.07.2023 21:06 • #3


Thomass
Bei mir war es meistens echt abends nachts schlimmer. Ich dachte immer nachts kommt nicht so schnell einer wenn was ist.
Ich habe mich mit der Zeit irgendwie dran gewöhnt mehr oder weniger. Ich habe das über 10 Jahre müsste also schon lange tot sein sonst. Jetzt gerade kann ich das gut sagen aber wenn es mir schlecht geht dann sieht das komplett anders aus. Ich habe ganz lange paroxitin genommen das hat mir echt geholfen muss ich sagen.
Ich saß abends so oft im Bett und dachte nur noch hol mich doch dann ist es vorbei.
Ich hoffe du kannst dich mit was ablenken. Wenn bei mir diese Körper Symptome nicht wären wäre alle super

27.07.2023 21:13 • x 1 #4


Lelena
@Thomass Spannend, die Theorie dass nachts nicht so schnell jemand käme. Ich denke zwar nachts ist nicht so viel los und die haben eher Zeit als tagsüber, aber dafür ist es einfach meist so, dass ich in den Abendstunden eher Symptome als bedrohlich empfinde.
Natürlich auch im Winter bei Eis und Schnee wenn es kein Durchkommen auf den Straßen gibt...

Den Gedanken
Zitat von Thomass:
hol mich doch dann ist es vorbei

finde ich aber dann auch eher entlastend muss ich sagen. Ich empfinde diesen Gedankengang eher als: Es soll so sein. Und akzeptiere, dass was kommt, ohne es zu bewerten. Den Moment aushalten und schauen was gerade tatsächlich passiert.
Manchmal schweife ich auch mit den Gedanken weiter weg und dissoziiere mich. Aber Ablenkung möchte ich nicht als Hauptstrategie fahren.

Mit Medikamenten habe ich keine Erfahrung. Ich freue mich, dass sie dir helfen konnten.


Zitat von Thomass:
Wenn bei mir diese Körper Symptome nicht wären wäre alle super

ich weiß zwar nicht welche Symptome, aber ich kann mir vorstellen, egal was es ist, da sind diese Gedanken natürlich wesentlich präsenter

27.07.2023 21:24 • x 1 #5


Thomass
@Lelena
ich denke immer über Tag sind viele Leute da die einen helfen können. Wenn man zum Beispiel irgendwie im Auto was hätte über Tag sind ja viele unterwegs nachts halt nicht.

Habe oft Herzklopfen oder stolpern mir zieht es durch den ganzen Ober Körper. Dann wird mir oft schwindelig oder sehr komisch usw das sind so viele Symptome echt Hammer.

Man ist irgendwann an einem Punkt wo man denkt ich will nicht mehr. Ich habe zwar echt Angst davor aber in der Attacke wäre es wie eine Erlösung.

27.07.2023 21:30 • #6


squashplayer
@Lelena
Geht mir auch so. Unsere Urlaubsziele (derzeit nur Nordsee/Ostee möglich wg. Angst) wähle ich immer so, dass in der Nähe ein Krankenhaus ist, z.B. in Lübeck und dann Urlaub in Travemünde oder Timmendorfer Strand.

Der Witz ist, ich war früher ein Outdoor-Freak, bin allein auf irgendwelche 3000er geklettert, wochenlang in einsamen Gegenden gewesen. Heute undenkbar.

29.07.2023 19:28 • #7





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