Zitat von Franzmann: Ich habe mich Schritt für Schritt selbst konfrontiert, gefühlt tausendmal in die gleichen Geschäfte, essen gegangen, Schwimmbad, lange Spaziergänge, Fahrrad gefahren, auf den Marktplatz gesetzt usw usw..
Das finde ich sehr gut, wenn Du das gemacht hast. Und Du hast ja gesehen, häufige
Konfrontation mit angstauslösenden Situationen können da eine Menge verbessern.
Zitat von Franzmann: Dabei haben mir die Therapeuten sehr geholfen..Auf mein spezielles Problem,die Entfernung von meiner Sicherheitszone konnte mir bisher aber niemand helfen..
Ich kann mir gut vorstellen, dass Dein "spezielles" Problem anders angegangen werden sollte.
Mit Konfrontation kannst Du da sicher wenig erreichen.
Zitat von Franzmann: Ich habe dann keine Sicherheit mehr bei mir/in mir,weder im Auto, noch zu Fuß.
Das kenne ich und verstehe ich natürlich.
Stimmst Du mir zu, dass eine persönliche Sicherheit nicht von einem bestimmten Ort oder
von einer Wohnung abhängen darf?
Falls ja, musst Du Dir diese Sicherheit logischerweise möglichst an jedem Ort selbst geben oder
geben können.
Zitat von Franzmann: Hier bin ich eben meiner Meinung nach sicher,wenn iwas sein sollte,wäre ich in paar min zu hause..Das lässt mich bisher hier keine angst mehr haben.
Aus irgendeinem Grund hast Du Dir da etwas ausgedacht, was Dich scheinbar diese Sicherheit
fühlen lässt. Obwohl Du 30 Km entfernt kaum weniger sicher bist,
Wenn Du mit Deinen Ängsten besser klar kommen möchtest, solltest Du verstehen lernen,
wie unser Denken abläuft, also wie es funktioniert. Nur wenn Du ungefähr weißt, wie es funktioniert,
kannst Du es zu Deinem Vorteil benutzen. Und Dir damit selbst ausreichende Sicherheit geben.
Wir denken mit zwei Bereichen in unserem Kopf. Von den Größen- und Geschwindigkeitsverhältnissen
funktioniert das etwa so, wie wenn Du in einer großen Turnhalle stehst. Und diese Turnhalle hat
rundherum an den Wänden nur Bücherregale.
Die Bücherregale sind das, was wir unser
Unterbewusstsein nennen.
Bewusst schreiben wir ständig
alles, was wie sehen, hören, riechen, fühlen, erleben, unsere Erfolge, unsere Misserfolge und, und, und
alles selbst in diese Bücher hinein. In unserem Unterbewusstsein steht somit komplett alles, was wir erlebt
haben drin.
Wenn wir denken, dann denken wir fast nichts frisch. Etwa 80 bis 95 von 100 unserer Gedanken holen
wir beim Denken mit Lichtgeschwindigkeit aus unseren selbstgeschriebenen Büchern heraus.
Nur wenig, was ich Dir hier schreibe, denke ich frisch. Es sind Informationen, welche ich mir in meinen Büchern über Jahre hinweg aufgeschrieben habe.
Drei Dinge machen unser Denken unflexibel.
1. Was wir da aufgeschrieben haben muss heute nicht mehr unbedingt noch richtig und gültig sein.
Wir glauben es aber erst einmal und denken, reden und handeln danach.Folglich sollte ich es nochmal auf Richtigkeit überprüfen, bevor ich es Dir schreibe2. Das was wir dort aufgeschrieben haben ist so etwas wie unsere
heutige unumstößliche Überzeugung.
Was dort drin steht hast Du ja erlebt.
Und 3.
Aufgrund unserer eigenen Aufzeichungen bilden sich in unserem Unterbewusstsein
die Gefühle und auch unsere Ängste. Die Angst ist eins unserer wichtigsten Gefühle.Der Chef in unserem Kopf ist das, was wir unser Bewusstsein nennen.Mit dem bewussten Denken hast Du einen großen Teil von Kontrolle über Deine selbstgeschriebenen
Bücher und auch Deine Ängste. Aber das Bewusstsein ist leider viel zu langsam und zu
schwach, um alle unterbewussten Informationen vor dem Versenden nochmal zu überprüfen.
Warum auch. Ich werde schon alles richtig gemacht haben.
Ich habe dies hier mal aufgeschrieben, weiß aber nicht, ob das in etwa verständlich ist.
Weiter sende ich Dir mal einen Link zu einem Beitrag von mir.
agoraphobie-panikattacken-f4/gedankenkarussell-stoppen-tipps-wie-man-es-schafft-t123286.html#p3090546Falls Du damit etwas anfangen kannst, freue ich mich.
Gern hätte ich eine Antwort von Dir, ob Dir diese Informationen irgendwie zumindest ein wenig
weiterhelfen können.
Viele Grüße
Bernhard