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ICh habe gestern gerade etwas sehr interessantes gelesen. In diesem Buch geht es um " angeboren", oder " erlernte" Angst und ich fand das super spannend.
Die Frage war: Warum gibt es keine Steckdosenfobie?
In unserem Gehirn sind tatsächlich einige Ängste sozusagen vorprogrammiert, die man leider unter unter Umständen aktiviert, obwohl sie in der heutigen Zeit nicht mehr notwendig wären.Um sich früher vor Gefahren zu schützen, waren einige Ängste ausgesprochen sinnvoll, wie z.B. die Angst vor Höhen, Verletzungen u.s.w. Diese Urängste scheinen mit den Genen weiter gegeben zu werden.
Wenn wir heute also in eine Situation kommen, die diesen Gefahren ähneln, dann sorgen Hypotalamus und Amygdala dafür( beide VOR dem bewussten denken!) , dass das "Rettungsprogramm" aktiviert wird.
Für mich bedeutet das und deswegen poste ich es, dass man dieser Art von Ängsten vielleicht mit diesem Wissen , anders umgehen kann.
Vielleicht mit den Worten: "Ah ja, da bist du ja, du Urangst.Schau dich um, hier ist nichts, was gefährlich ist und wovor du mich warnen müßtest,es gibt keine reale Gefahr" ( Ich glaube dafür ist irgendwas in der Großhirnrinde zuständig) So kann das parasympatische System wieder für "Ruhe" sorgen.
Sprich: Das ist der Dialog zwischen "Engelchen" und "Teufelchen".
Grüssi
Iris

15.11.2008 09:50 • 16.11.2008 #1


28 Antworten ↓


gute morgen iris,

das hört sich irgendwie schlüssig an.
über die strukturen im gehirn habe ich auch schon viel gelesen, aber das thema ängste wurde dabei - wenn überhaupt - nur gestreift.
diese im unterbewusstsein gesteuerte reaktion "flucht" war früher ja tatsächlich lebensnotwendig weil lebensrettend (häufig). deswegen "denkt" man zb heute auch im wald, wenn es bischen schummerig ist, dass ein ast auf dem boden eine schlange ist. das ist eine ganz natürliche schutzreaktion und geschieht einfach. wenn man dann wirklich nachdenkt, und ein bischen genauer hinguckt, stellt man fest, dass dem nicht so war.
wir sind vielleicht biologisch noch auf einem ganz anderen stand als kulturell, ethnisch oder was weiß ich. einfach noch eher ein stück steinzeit.

also ich finde den gedanken gut und kann mir vorstellen, dass es dem ein oder anderen auch so geht und er vielleicht auch manchmal helfen kann.
es in dem moment einfach annehmen (auch wenn es nicht einfach ist...) macht die sache vielleicht besser ertragbar.

liebe grüße
12elfen

15.11.2008 10:09 • #2



Angeboren , oder gelernt?

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Hallo Iris,

das ist ein in interessanter Ansatz, nur bei mir hilft das leider nichts. Ich hab gerade vor Situationen, in denen ich Angst haben sollte überhaupt keine, dafür aber eben in anderen, die egal wie man sie betrachtet sicher sind.

Das macht mir schon fast ein bißchen Sorgen, aber ich fühle gar nichts, wenn ich z.B. grade fast vom Auto überfahren werde. Wo sind meine "Urängste" hin?

15.11.2008 10:25 • #3


guten morgen iris,

freut mich, dass auch mal jemand die biologische seite der ängste hier anspricht. ich habe auch viel über das gehirn, den symphatikus und den parasymphatikus gehört und auch damals in der schule behandelt.
es ist tatsächlich so, dass das fluchtverhalten uns angeboren ist. muss es ja auch, sonst würden wir ja vor nichts zurückschrecken und unser leben riskieren. nur bei uns angsthäschen und panikern ist dieses empfinden eben übersteigert. wie du schon sagtst sorgt der parasymp. ja für ruhe, doch ich glaube bei uns ist ehr der sympathikus aktiv. der ist nämlich schuld daran, dass wir oft unruhig sind, und unser herz zum rasen bringt. aber das könnten wir mit unseren gedanken ja rein theoretisch beeinflussen. wenn wir uns sagen, dass alles in bester ordnung ist, dann fährt sich der körper auch wieder runter. (ist bei mir jedenfalls so)
aber was mich interessieren würde: hast du auch was darüber gelesen ob psychische krankheiten wirklich in der familie liegen? also ich meine jetzt nicht das angeborene flcthverhalten. sondern ängste wie wir sie haben... also kann ich davon ausgehen, dass wenn ich so eine erkrankung habe, dass später vielleicht mein kind (wenn ich mal eins habe) auch darunter leider wird?

lieber gruß

15.11.2008 10:30 • #4


Huhu,

meine Therapeutin hat mir das auch so erklärt und es hilft zumindest ein wenig zu verstehen, warum man oft denkt, man hätte erst die Symptome und dann die Angst.

Eigentlich ist es aber anders ....

LG
Gabi

15.11.2008 11:13 • #5


Nun ja, man vererbt nicht direkt die ängste, aber unter Umständen ein " dünneres" Nervenkostüm.
@Limara Wo tauchen denn deine Ängste auf? Und wo dein Urinstinkt hin ist,weiss ich ehrlich gesagt auch nicht.

Die Ängste an sich entstehen bei der Bewertung einer Situation. Das kann sowohl das "Kaufhaus" , als auch ein Symptom sein. Amygdala erkennt es sofort, der Hippo vergleicht mit schon gemachten Erfahrungen und bewertet dann und schwupps, da ist sie, die Attacke.
Das sympatische macht dann Stress und das Parasympatische sollte dann irgendwann mal für Ruhe sorgen, soweit die physische Seite.
Wenn man mal irgendwas als lebensbedrohlich bewertet hat, ist es unglaublich schwer, das wieder zu ändern. Um Angst zu entwickeln bedarf es oft nur einem Anlass, um sie wieder los zu werden 50.
Dazu der innere Schweinehund. Wer versetzt sich schon gerne freiwillig in eine Situation , die Todesängste auslösen kann? Wäre ja unlogisch, also vom Ursprünglichen her gesehen.
Dann kann ich mich dem Säbelzahntiger gleich zum Frühstück servieren
Ja, es bedarf viel Kraft, Mühe, Anstrengungen , Geduld und eisernen Willen *stöhn*
Grüssli
Iris

15.11.2008 11:35 • #6


ok - das läßt mich jetzt darüber nachdenken, wieso es in meiner Familie diese ausgeprägte Platzangst gibt. Also meine Mutter, ich und jetzt auch meine Große ... meine Schwester hingegen ist da komplett unbelastet. Ist das jetzt eine vererbte oder eine erlernte Angst?

Welche Urangst könnte einen Angst haben lassen in einem engen Raum oder einer Menschenmenge? Welche Warnung steckt dahinter?

Grundsätzlich sind mir diese biologischen Abläufe durchaus verständlich und ich höre das auch nicht zum ersten Mal - aber in der Angstsituation selbst ist es mir eigentlich erstmal schnurzegal, ob das jetzt ne unberechtigte Urangst ist oder nicht - dann will ich nur raus aus der Situation. Dann ruhig zu bleiben und sich zu fragen, wo Gefahr besteht erfordert wirklich sehr viel Kraft.

Aber es lohnt sich sicher mal darüber nachzudenken ...

15.11.2008 12:08 • #7


Huhu,

also es ist schon so, dass Ängste oft in der Familie liegen. Oder zumindest die Veranlagung da ist.
Bei manchen prägt es sich aus, bei anderen eben nicht - wie in allen Dingen.

z. B. 90 % der Menschen haben den Herpes Virus in sich aber nur 30% Probleme damit wo es dann ausbricht.

Man denkt ja oft, die Kinder merken nix, aber sie merken mehr als wir denken.

Meine Mutter ist auch eine überängstliche - aber auf anderen Gebieten als ich .
Sie hat auch nicht diese Attacken.

Mein Sohn hat leider auch schon mit Ängsten zu kämpfen und wird da bestimmt auch sein Leben lang "Spass" dran haben . Ich frag mich auch wo er das her hat ?
Meine "Geschichten" laufen ja so ab, dass die Kids meist gar nicht da sind oder schlafen.
Ich bezeichne mich auch nicht als überängstlich was jetzt Erziehung angeht.
Da ist und war meine Mutter immer arg übertrieben.

Angst vor Menschenmassen als Urangst kann vielleicht Nahrung sein ? Je mehr Menschen da waren früher desto weniger Essen bekamen sie. Nur mal so als Gedanke.

LG
Gabi

15.11.2008 13:12 • #8


Welche Urangst könnte einen Angst haben lassen in einem engen Raum oder einer Menschenmenge? Welche Warnung steckt dahinter?

Versuch mal vor tausenden von Jahren in eine Höhle zu kriechen und dann grüße dort doch bitte die Schlange und den Grizzly von mir Grizzly
Dazu gehören übrigens auch Fahrstuhle und co.
Nun ja, nicht bei jedem muss die Urangst aktiviert werden. Letzendlich war die Angst zu unserem Schutz vorgesehen, das heisst zum Überleben. Mit anderen Worten, wir sind die Nachkommen der Angsthasen. Toll

Manche " gucken" sich es auch aus der Verwandschaft einfach ab. Natürlich nicht bewusst, das ist leider so
aber in der Angstsituation selbst ist es mir eigentlich erstmal schnurzegal, ob das jetzt ne unberechtigte Urangst ist oder nicht - dann will ich nur raus aus der Situation. Dann ruhig zu bleiben und sich zu fragen, wo Gefahr besteht erfordert wirklich sehr viel Kraft. Und genau darüber müssen wir hinweg. Aber ich schaff es auch oft noch nicht und das macht mich mal wütend, mal traurig und manchmal stecke ich den Kopf in den Sand.

Also werde ich no eine Menge

15.11.2008 13:13 • #9


hmmm ... aber meine Tochter hat sich das bei mir nicht abgucken können ... mit Fahrstühlen habe ich kein so ein großes Problem - ich sag mir immer die Wahrscheinlichkeit jetzt stecken zu bleiben ist gering ... und die Strecken sind ja nie weit. Und riesige Menschenmengen meide ich ja sowieso - hat sie also auch noch nie mitbekommen. Also ich habe nie gesagt "da gehen wir nicht hin, da habe ich Angst vor".
Ich bei meiner Mutter, das kann gut sein - die dreht ja heute noch total am Rad, wenn es mal nicht ohne Fahrstuhl geht.

Das mit den Höhlen macht Sinn ... ... übrigens auch eine lustige Vorstellung ...

hmmm ... mein Gott, da gehen wir auf´m Mond spazieren und so ein langhaariger Urmensch hat seine Ängst in uns reingepflanzt ... konnten wir die dann nicht eben mal auf´m Mond lassen

15.11.2008 13:54 • #10


Eine weltklasse Idee Hoffnung , dann wären wir nicht mehr
Meine Mutter war auch 20 Jahre lang angstkrank und hat es nie gezeigt und doch habe ich es auch. Gene? Wahrscheinlich schon, aktiviert durch irgendeinen doofen Auslöser. *grummel*
Ja, das mit der Höhle kam gut
ich mache jetzt mal ein

15.11.2008 14:00 • #11


dann schlaf mal gut !

Ich muß erst noch ne Runde Staubsaugen

Ich denke das das Gene und die Persönlichkeit eine große Rolle spielen! Meine Schwester hat ja die gleichen Gene, aber ist eine dominante und rationale Person. Ich bin eher sehr sensibel und fühl mich klein und unbedeutend. Sie hat 1000% Selbstbewußtsein - ich 0 % (sie hat mir meins abgesaugt kleiner Scherz) und ich denke, dass das viel ausmacht. Meine Mutter hat auch kein Selbstbewußtsein. Bei meinem Vater weiß ich es nicht - habe ich nie drauf geachtet, da er mir nichts bedeutet - er ist ein Tyrann! Neben ihm sind alle Versager. Hab das also auf alle Fälle von meiner Mutter geerbt. Deshalb sage ich meiner Tochter immer wie toll sie ist und wie stolz ich auf sie bin und dass ich sie liebe, so wie sie ist! Sie hat nämlich auch kein Selbstbewußtsein - ich hoffe das aber noch lenken zu können. Als in sich starke Persönlichkeit wird sie es im Leben leichter haben und dann haben die Ängst irgendwann vielleicht keine Chance mehr bei ihr - ich hoffe das sooooooooooooooo sehr!

15.11.2008 14:21 • #12


Huhu Hoffnung,

ich mache das auch so.

Ich denke viele Paniker haben auch mit mangelndem Selbstbewusstsein zu kämpfen.

Ist doch alles ähnlich.

Ich meine es vererbt sich nur die Anlage für Angst und Panik - es müssen nicht die gleichen Ängsten sein.
Meine Mutter hat z.B. panische Angst vor Einbruch und Räubern die kommen könnten und rammelt alles früh zu etc.
Bei uns hängt oft noch nachts ein Schlüssel draussen, weil die Kids vergessen haben den reinzutun - da hab ich gar kein Problem mit.

Aber eben die Anlage zur Ängstlichkeit.

Meine Schwester ist auch die dominantere von uns und hat auch keine Ängste( zumindest weiss ich nix davon ).

LG
Gabi

15.11.2008 14:26 • #13


Hallo !

Rein biologisch sind wir alle noch nicht sehr weit vom Urmenschen entfernt.
Bestimmte Ängste (Alarm Reaktionen unter Umgehung des Bewusstseins und Willens), waren früher überlebenswichtig. Angst vor Höhe, dunklen oder engen Räumen (Höhlen), schnellen Bewegungen am Rande des Gesichtsfeldes, Feuer etc.
Auch "soziale Ängste" gehören dazu. Grosse Menschengruppen oder zuviel Nähe von "Fremden" konnten eine Gefahr darstellen.

Eigentlich sind wir dadurch keine geborenen "Angsthasen", sondern ausgezeichnete Überlebenskünstler. In bestimmten Fällen "übertreibt" es unser Gehirn heute nur manchmal.

Noch ein Denkanstoss:
Autofahren mit hoher Geschwindigkeit ist eigentlich eine völlig unbeherrschbare Situation, und theoretisch absolut lebensgefährlich. Die wenigsten haben davor aber Angst, denn so etwas war in der Urzeit (beim Anlegen der Angst-Reflexe) noch nicht vorgesehen.

PS:
Meine Ängste (Angst vor Nähe, Beziehungen und "Fortpflanzen"), sind allerdings völlig gegen die Natur, ich hab hier also wohl das grösste "Rad ab".

Zu diesem ganzen Thema gäbe es noch unendlich viel zu schreiben.

Liebe Grüsse,

Helpness

15.11.2008 14:33 • #14


hihihi - das kann auch sein. Vielleicht hat meine Schwester auch Probleme, ist aber stark genug es nicht zu zeigen oder kann damit gut umgehen. Keine Ahnung! Auf mich macht sie jedenfalls nicht den Eindruck, dass sie vor irgendetwas Angst hat.

Ich rede auch offen über meine Ängste, weil ich mich so weniger unter Druck setzte. Natürlich sage ich es nicht Jedem direkt ins Gesicht, aber wenn ich in eine Situation geschupst werden soll, von der ich weiß, dass sie mir nicht guttun wird, sage ich, dass ich das dann nicht möchte und erkläre warum. Natürlich wird man dann auch mal schnell als Drückeberger abgestempelt, aber wenn es in meinen Augen unnötig ist, lasse ich mich zu nichts mehr zwingen. Das will ich auch meiner Tochter vermitteln ... sie muß lernen zu unterscheiden zwischen den Dingen, die man tun muß und den Dingen zu denen man NEIN sagen kann! Wenn sie diese Sicherheit hat, dann wird sie gut durchs Leben kommen. Aber es ist schwer. Ein gesundes Selbstbewußtsein ist heute wichtiger denn je ... wenn ich sehe, was in der Schule manchmal so abläuft. Die stärkeren Schüler benutzen die schwächeren und so ... Gott, da wird einem auch ganz anders ... da ist es auch keine Wunder, dass immer mehr junge Leute heute schon unter ausgeprägten Ängsten leiden. Dann noch der Leistungsdruck ... die haben es heute nicht einfach! Da kann man froh sein, wenn man starke Kinder hat. Meine Kleine ist ne ganz Starke! Sie ist zwar schüchtern, aber das ist noch altersgemäß - wenn die mal älter wird, dann wird die sich behaupten- meine Große kommt da leider ganz nach mir

15.11.2008 14:35 • #15


Selbstbewußtsein wird überbewertet. Ich bin wirklich sehr selbstbewußt, rational und "stark". Das ist vielleicht der Grund, warum ich keine Angst vor dem Tod habe, aber schützt mich das vor PAs?

Leider nein.

Bei mir ist es eben der Kontrollverlust, der mich am Rad drehen läßt. An der gefühlten Panik ändert das nichts, Tod oder Kontrollverlust.

15.11.2008 14:45 • #16


@ Limara Angst vor Kontrollverlust, gehört das in die generalisierte Angst? Ich glaube ja.
Ich habe nun schon viel gelesen, weiss soooooooooo vieles...in der Theorie... und habe heute dann mal todesmutig einen Testlauf gemacht. Ich quäle mich schon seit 3 Tagen damit, raus zu gehen und / oder dabei noch ein Geschäft zu besuchen.
Und ich kanns drehen und wenden wie ich will, in der Situation rufe ich- verdammt noch mal- das Gelernte nicht ab Höchst bedauerlich. Und so hab ich wahrscheinlich wieder einmal nur gelernt, dass ich die Situation überlebe, nicht die Panik.

Man, wie mich das ärgert !
Ansatt mich zu freuen, bin ich nur mißmutiger, fühle mich als "Versagerin", bekomme keinen neuen , motivierenden Antrieb es immer wieder zu tun und schon schleicht sich die Depression auf leisen Sohlen herein.
Grrrrrrrrrrrrrrrrr!

@ Hoffnung Ich wünsche euch von Herzen, dass deine Maus zum superstarken Menschen wird na, bei der Mutter und der Erziehung wird euch das sicherlich gelingen.

15.11.2008 15:54 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

@Limara: es hieß ja auch viele Paniker, und nicht alle!
Natürlich kann es genauso oft selbstbewusste und starke Menschen treffen und das auch nicht ohne Grund: diese muten sich nämlich oftmals zu viel zu, denken, sie schaffen alles und übernehmen sich solange, bis der Körper bzw. Seele/Unterbewusstsein die Notbremse in Form von PAs zieht, nach dem Motto: Mach mal Pause und guck nach dir!

Zum Thema vererbbare/angelernte Ängste: Meine Mutter leidet auch unter PAs mit Derealisationsgefühlen (diese haben einen Ursprung den ich jetzt nicht nennen möchte), allerdings hatte ich nie einen Schimmer davon. Ich habe sie nie als ängstlich oder panisch erlebt, ganz im Gegenteil, sie war für mich immer die Ruhe und Zuversicht in Person. Erst als es mit meinen PAs losging hat sie mir erzählt, dass sie dasselbe hat! Ich glaube, ich habe da einfach die Veranlagung geerbt (Sensibilität usw.).
Meine kleine Schwester ist 12 und eigentlich ein ganz andrer Mensch als ich. Aufgeschlossen & selbstbewusst. Und trotzdem fängt sie jetzt schon an, sich verrückt zu machen, wenn sie mal krank ist oder mal irgendwo was zwickt. Sie kriegt dann Heulkrämpfe, hat Angst ins Krankenhaus zu müssen und leidet mehr, als es nötig wäre. Das bereitet mir große Sorgen, zumal ich Angst habe, mitschuld daran zu haben.
Sie hat mich schon einige Male panisch erlebt und mitgekriegt, dass ich mir einbilde krank zu sein. Ich habe ein total schlechtes Gewissen und Angst, dass sie auch so ein Hypochonder wird wie ich Und sie ist gerade mal 12! In dem Alter war ich noch völlig unbesorgt, was Gesundheit bzw. Krankheit angeht...

Grüße @ all
Pinxi

15.11.2008 15:56 • #18


Eine belastende Sotuation Pinxi, fürchte ich. Ich hatte auch immer diese riesen Angst, das meine Tochter davon " was ab bekäme". Mein Doc. sagte damals zu mir: Wenn Sie damit offen umgehen, muss sich das nicht negativ auswirken, es gibt auch andere Kinder mit "behinderten" ( das war nicht böse gemeint ) Müttern. Mütter die taub , oder blind sind, im Rollstuhl fahren und es können trotzdem tolle Mütter und gesunde Kinde sein/ werden / bleiben. Das machte mir Mut.

Zu meinem Selbsttest, ich glaube ich weiss, warum ich mich so elend fühle, ich war zu kurz in der Situation

15.11.2008 17:19 • #19


@ Iris

was meinst du mit "zu kurz"?


Ich habe jetzt mal gerade einen ganz anderen Gedankengang:

Gehen wir mal davon aus, dass ALLE Menschen die Veranlagung zu Angst und PA´s haben. Gehen wir weiter davon aus, dass es unsere Persönlichkeit ist, die den Schweregrad von Angst bestimmt. Sehen wir uns die Stastiken an, dass die Anzahl der Angstpatienten weiterhin stetig steigt. Müssen wir dann nicht zwangsläufig den Schluss ziehen, dass unsere Gesellschaft und die Medien eine sehr große Rolle spielen?

z.B. das Medium Fernsehen wirft uns doch zu mit Krankenhausserien, Dokumentationen und Katastrophenberichten. Muß man bei all dem Elend da nicht letztendlich Angst bekommen, dass es einen selber jederzeit auch treffen kann ... so dass dann auch starke Persönlichkeiten letztendlich nicht mehr dagegen ankönnen, weil es Dinge sind, die sie nicht beeinflussen können?

Wären wir nicht angstfreier in mancher Hinsicht, wenn wir von all den schlimmen Dingen nichts wüßten? Wenn wir die schlimmen Folgen von Stechen in der Brust nicht kennen würden, würde es uns nur weh tun, aber mehr auch nicht. Wir hätten keinen Anlaß Panik vor einer Herzattacke zu bekommen, weil wir gar nicht wüßten, dass es sowas gibt!

Somit ist zuviel Information mit Schuld an vielen Angsterkrankungen, die über ein gesundes Angstverhalten weit hinaus gehen.

15.11.2008 17:30 • #20



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