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FragileWings
Hallo liebes Forum,
ich habe schon seit längerem nichts mehr geschrieben, sondern nur still mitgelesen. Mir ging es ein paar Wochen echt besser. Doch nun habe ich das Gefühl mit jedem Tag werden die Symptome nur schlimmer. Da ich beispielsweise nicht alleine sein kann, bin ich einen Tag in der Woche (wenn mein Freund arbeiten ist) bei meinen Eltern. Früher habe ich mich auf den Tag gefreut. Mittlerweile gehe ich schon mit einer gewissen Grundanspannung dahin, höre ständig in mich rein, traue mich nicht mehr Auto zu fahren, weil mir ständig schwindelig, schlecht und heiß ist und ich dauernd Herzrasen bekomme.
In der Uni in den Hörsälen bekomme ich auch ständig solche Anfälle...mir wird schlecht, schwindelig und heiß und der Puks geht hoch...
Berge oder Treppen sind für mich ein Horror. Sie sind für mich total anstrengend. Der Puls geht hoch bis auf 150, 160...Da mein Ruhepuls sowieso schon bei normalerweise um die 90 liegt, kenne ich das mit dem hohen Puls ja, aber die 150 160 machen mir dann echt Angst. Ich dachte erst, das kommt von einer schlechten Kondition oder so und bin mal eine Zeit regelmäßig zügig spazieren gegangen, aber irgendwie hat das nicht geholfen. Hinzu kommt ständiges Herzstolpern.
2012 als das alles angefangen hat, wurden schon alle möglichen Untersuchungen gemacht: L-EKG, EKG, Herzultraschall und Belastungs-EKG. Bis auf ein paar Sinustachykardien und Herzstolperern war alles in Ordnung. Nun bekomme ich Anfang Mai noch ein 48 Stunden EKG.
Nur diese ständigen Symptome, das dauernde Herzrasen, der Schwindel und die Übelkeit....dieses dauernde Angst haben vor allem möglichen und in sich hinein hören....das macht mich wahnsinnig. Kann das wirklich alles nur psychisch sein?
Mein Arzt meinte schon zu mir, dass ich ein hochsensibles vegetatives Nervensystem hätte und mein Kopf deshalb schnell überladen ist und zusätzlich kann ich auch nicht lange stehen, da sonst der Blutdruck abfällt und ich Herzrasen bekomme.
Nur wie schon gesagt, irgendwie wird das von Tag zu Tag schlimmer und es ist irgendwie kein Tag mehr dabei, den ich unbeschwert genießen kann. Sorry für den langen Text, aber vielleicht könnt ihr mir eure Erfahrungen mit den Panikattacken und eurer Angststörung mitteilen und ob ihr auch solche Phasen hattet.

15.04.2016 08:40 • 19.04.2016 #1


18 Antworten ↓


FragileWings
Gerade habe ich mich gezwungen mit meiner Mutter einkaufen zu fahren. Das sind mit dem Auto vielleicht zwei Minuten. Als ich in den Laden ging, fing es nach zwei Minuten direkt wieder an. Zum Glück hielt es nur 10 Minuten an. Als wir dann raus sind und wieder ins Auto, ging es mir im Auto auch direkt wieder komisch...och man...wird das je wieder normal?

15.04.2016 10:28 • x 1 #2



Alles wirklich nur psychisch?

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Ich weiß genau wie du dich fühlst, aber wenn organisch und körperlich alles abgecheckt wurde dann musst du dich damit abfinden dass du wohl eine Angststörung hast. ich bin ebenfalls Studentin und habe (so wie du es mir beschreibst) fast die gleichen Symptome, ich habe keine richtigen Attacken aber diese Symptome begleiten mich fast jeden Tag. für mich ist wichtig, trotzdem alles zu machen worauf ich Lust habe, Freunde zu treffen, nicht aus der Vorlesung zu stürmen wenns mir mal schlecht geht, zu reisen, trotzdem selber Autofahren auch wenn es manchmal echt die Hölle ist (natürlich nur sofern es mir so gut geht dass ich nicht eine Gefahr für die andren bin). Es ist wirklich immer hart solche Situationen dann auszuhalten, aber man fühlt sich besser wenn man nicht davongelaufen ist. Ich lebe jetzt seit ca. 3 Jahren damit, es gibt echt schlechte Tage und schlechte Momente, aber ich werde nicht aufgeben und trotzdem versuchen aus jedem Tag das beste zu machen und das sollten wir alle!
LG Panicgirl

15.04.2016 11:05 • x 1 #3


FragileWings
Hallo Panicgirl,
danke für deine liebe Antwort. Wie meisterst du denn solche Situationen wenn du merkst, dass sich die Symptome wieder anbahnen. Ich habe das meist auch, dass ich die Symptome irgendwie den ganzen Tag über habe. Manchmal kann ich auch nicht unterscheiden, ob ich etwas nicht mache, weil ich keine Lust habe oder ob ich mich dazu entscheide etwas nicht zu machen, weil die Angst das so will.

15.04.2016 13:14 • #4


Hallo zusammen

Ich kenne das leider bestens, heisst bei mir auch das ich ein "hochsensibles vegetatives Nervensystem" hätte. Bis ich etwa 25 war machte mir nichts angst, Bungee Springen, Fliegen, Gleitschirmfliegen, Reisen alles kein Problem. Letzten September machten wir eine Kalifornien Rundreise, da ich in der selber Zeit noch den Job wechselte kam irgendwie alles zusammen. In Los Angeles konnte ich nicht mehr Essen, nicht schlafen, zitterte und weinte glaub das erste mal nach über 20 Jahren. Wir mussten die Reise nach 5 Tagen abbrechen. Seit dann hab ich vieles ausprobiert, Kinesiologie, Hypnosetherapie, diverse Selbsthilfe Bücher etc.. Dann hat mir im Nov. 15 mein Hausarzt Mirtazapin verschieben, ich wurde schnell ruhiger und konnte wieder schlafen. Im Jan. 16 hab ich wieder eine neuen Job begonnen, es war auch alles mehr oder weniger gut bis Mitte März. Hier hatte ich 4 Vorfälle wo ich mich mit Temesta ruhigstellen musste. Seit dann bin ich krankgeschrieben da ich teilweise sogar Angst hatte aus dem Hauszugehen. Seit Nov. 15 bin ich auch in Psychiatrischer Behandlung und teste aktuell verschiedene Medikamente, fühlt sich irgendwie wie ein Versuchskaninchen Sequase, Venlaflaxin, Cipralex, Dipiperon, hat mir angst schon Angst gemacht, aber ich sage mir immer nach einen Tief kommt auch wieder ein Hoch.

Lese aktuell vieles, die Bücher vom Autor "Thomas Hohensee" kann ich sehr Empfehlen, er schreibt einfach und klar verständlich was man ändern sollte um wieder Entspannt und Gelassen leben zu können.

Da mit dem "keinen Tag mehr geniessen" kenne ich leider aktuell auch, wichtig ist man darf nicht aufgeben und muss vieles ausprobieren. Die Einte richtige Lösung für alle gibt es leider nicht, bei jedem funktioniert was anderes. Man muss täglich an sich arbeiten und kleine Schritte nach vorne machen, Rückschläge gehören halt auch dazu, aber das soll einen nur Motivieren weiter zu machen.

15.04.2016 13:35 • x 3 #5


FragileWings
Hallo Alinghi,
danke für deine offene und liebe Antwort. Ja es ist schon heftig, wie schnell ein "normales" Leben vorbei sein kann und man sich von einem Tag in den anderen quält. Ich meine, man weiß ja rational, dass die Angst in dem Moment völlig unangebracht ist und trotzdem kann man nichts dagegen machen. Deshalb bin ich so wahnsinnig verunsichert, dass ich solche Attacken eben auch in Situationen habe, wo ich mir von vorneherein denke "Da kann ja jetzt nichts passieren"...aber wahrscheinlich beschäftigt sich mein Unterbewusstsein schon so viel damit, dass die Angst dann eben doch kommt.
Eure Antworten sind wirklich aufmunternd. Danke!

15.04.2016 13:54 • #6


Vergissmeinicht
Hallo Fragile.

Hey, Du bist 23 Jahre jung und das Leben ist noch lange nicht vorbei. Du darfst all diese Dinge nicht zulassen. Kenne Dich jetzt weiter nicht. Bist Du in Therapie, nimmst Du Medis?

15.04.2016 14:17 • #7


Hallo ond Grüezi

Ich hab bereits verschiedenes in meinem Leben verändert. Es ist einfacher und besser optimistisch zu denken, auch das Wort "müssen" durch "können" ersetzen. Wir Müssen nichts wir haben die freie Wahl. Die Angst aushalten ist wichtig, sie kann einen nichts machen und man stirbt nicht daran.

Mein Leben hat sich auch letzten September mit 38 Lebensjahren massiv verändert, ich hab jedoch gemerkt das viel Kleines zu einem Grossen wurde. Der Vorteil ist jedoch, das man aufgezeigt bekommt, dass man was ändern sollte um wieder entspannt und glücklich leben zu können. Ich hab mich entschlossen in eine Klinik zu gehen um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Mit 23 hast du dein Leben und noch viele positive Erlebnisse vor dir, nicht aufgeben es wird früher oder später besser werden

Gruss us de schwiz

15.04.2016 15:02 • #8


FragileWings
Huhu

Ja, ich denke mir oft "Mensch, du bist erst 23...das kann es doch echt nicht sein..." vor allem habe ich das jetzt schon seit 5 Jahren ab und zu mit unterschiedlichen Symptomen.
Ja ich bin in Therapie, jedoch erst seit letztem Monat, aber die Therapeutin ist echt merkwürdig. Ich nehme ein paare pflanzliche Sachen, die gegen das Herzstolpern helfen und so und ab und zu Betablocker, wenn ich den hohen Puls nicht mehr aushalte. Diese Woche leider wieder mehr, als in den letzten Wochen.
Danke für eure Antworten. Das hilft mir echt mal einen anderen Gesichtspunkt zu bekommen.

15.04.2016 15:14 • #9


Vergissmeinicht
Hey Fragile,

ja, scheint ein seltsamer Therapeut zu sein. Würde den Hausarzt aufsuchen und mir einen Blocker gegen Herzrasen verordnen lassen, weil es einen auf Dauer kirre macht. Habe sowas auch und seitdem geht es mir besser. Frag mal nach.

15.04.2016 15:17 • #10


Dieses in sich hineinhorchen ist wohl das schlimmste, konnte es erst gestern wieder an mir selber beobachten. Ich hatte Vorlesung, mir war so schlecht und bei jedem kleinen Stechen meines Körpers stieg mir sofort die Hitze in den Kopf. Dann mussten wir eine kleine Gruppenübung machen, in den 10 Minuten musste ich mich auf etwas andres konzentrieren und die Panik war so gut wie weg, sobald die Übung vorbei war das gleiche wie vorher, ich horchte in mich hinein ob denn jetzt wieder alles ok ist und beim kleinsten Zeichen wieder diese Panik. Es ist eigentlich so simple aber man kann es nicht abstellen, das bringt einen oft an den Rand der Verzweiflung.

15.04.2016 18:47 • #11


Zitat von FragileWings:
Hallo Panicgirl,
danke für deine liebe Antwort. Wie meisterst du denn solche Situationen wenn du merkst, dass sich die Symptome wieder anbahnen.


Ich versuche vor allem in der Situation zu bleiben und das auszuhalten, man denkt zwar man kippt jeden Moment weg, aber dem is ja nicht so. Das will man in dieser Situation zwar meistens nicht glauben, aber ich versuche mir dann immer zu sagen "Dir passiert nichts, und selbst wenn du jetzt umkippst kannst du's ja auch nicht ändern, bleib ruhig" Das ist zwar immer sehr hart, weil ich Attacken haben die sich über Stunden hinweg ziehen und wenn man dann 3 Stunden versuchen muss nicht in schlimme Panik zu geraten kann das schon sehr anstregend sein. Bin danach körperlich auch immer total fertig, wie wenn ich einen Marathon hinter mir hätte. Aber es hilft, die Attacken werden weniger und solche schlimmen Attacken habe ich eigentlich nur mehr relativ selten.
LG Panicgirl

15.04.2016 18:56 • x 1 #12


FragileWings
@vergissmeinicht:
Ich habe bereits Betablocker. Am Anfang hab ich die so selten wie möglich genommen. Zur Zeit nehme ich sie meist, wenn es mir schlecht geht. Beispielsweise die letzten drei Tage...aber wenn es hilft, mache ich mich auch nicht so sehr bekloppt. Vor allem, weil ich die Wirkung etwa 12-15 Stunden lang merke.

Heute habe ich es auch versucht, mich mehreren Situationen zu stellen. Mir ging es den ganzen Tag nachmittags auch einigermaßen gut, bis ich jetzt Schokolade gegessen habe. Nun hab ich wieder einen Puls von 130...echt nervig. Habe ich aber schon öfter beobachtet, dass ich danach Herzrasen habe. Werde sie nun mal weglassen....bis dahin war der Tag gar nicht so übel.

15.04.2016 21:12 • #13


Hallo.
Mir ist es so ähnlich gegangen. Hatte einige Operationen, Krankheiten und der totesfall meines Großvaters. Hatte immer Angst das wieder was kommt oder was passiert. Hatte auch Panikattacken. Mit Übelkeit, herzrasen, kalte schwitzige Hände. Körperlich passt alles bei mir. War bei einer Psychologin die hat mir gesagt, das meine Stresshormone viel zu hoch sind durch die ganzen Operationen usw. Sie gab mir eine CD mit progressiver Muskelentspannung von Jacobsen. Die ich jeden Abend 4-6 Wochen lang durchführen sollte. Mir geht es seitdem viel viel besser habe so gut wie keine Angst mehr. Letzte Panikattacke hatte ich vor zwei Wochen. Du hast eine Schokolade gegessen und der Puls ging in die Höhe. Vill hast du Histamin. Hab das nämlich auch und hatte auch voll die Schübe mit pulsrasen hoher Blutdruck Kreislaufprobleme usw. Eine unendeckte nahrungsmittelunverträglichkeit kann der Horror sein. Lass dich mal austesten.

19.04.2016 15:00 • #14


FragileWings
Hallo Lotusblume,
danke für deine Antwort. Das werde ich auf jeden Fall auf meiner To-Do Liste notieren Danke! Wie geht es dir mittlerweile?

19.04.2016 15:30 • #15


Mit dem Histamin geht es mir gut. Ernährung ein wenig umstellen und falls ich mal was esse mit Histamin nehme ich eine Daosin. Das funktioniert gut bei mir. Panikattacke hatte ich vor zwei Wochen und seitdem ich weis das ich nichts beim Herz habe und ich gesund bin, geht es mir viel viel besser. Hab auch keine Angst mehr.

19.04.2016 17:31 • #16


FragileWings
Das freut mich zu lesen Dann drücke ich dir alle Daumen, dass das weiterhin so bleibt!

19.04.2016 17:36 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Dir auch alles gute. Alles wird wieder gut.

19.04.2016 19:09 • #18


FragileWings
Ja..ich hoffe, dass es irgendwann wieder eine Zeit gibt, in der ich wieder normal leben kann und was mit meinen Freunden und meiner Familie unternehmen kann, ohne dass jedes einzige mal irgendwas ist oder irgendwelche doofen Gedanken da sind.

19.04.2016 23:19 • #19



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