callisto

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Ich lese hier so oft, von so vielen, die teilweise eine ganze Reihe von Medikamenten gegen Angst und Depris nehmen, dass sie trotz der Medis die ganzen Angstsymptome und Einschränkungen haben, wie jene, die keine Medis nehmen. Obwohl diese Medis teilweise schon Monate oder Jahre genommen werden, geht es den Leuten trotzdem noch beschissen.
Meine Frage deshalb: Helfen die Medis überhaupt? Wem geht es eigentlich durch die Einnahme der Medikamenten wirklich merklich besser oder wer ist sogar beschwerdefrei? Ich frage mich das deshalb, weil ich jetzt auch Citalopram verschrieben bekommen habe und überlege, ob ich sie überhaupt nehmen soll. Hab nämlich kein Bock dadurch noch mehr Symptome zu entwickeln oder die Tabletten völlig umsonst zu nehmen, weil es eh nicht besser wird.

12.04.2011 18:01 • 20.04.2011 #1


8 Antworten ↓


Christina

Christina


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Zitat von callisto:
Meine Frage deshalb: Helfen die Medis überhaupt? Wem geht es eigentlich durch die Einnahme der Medikamenten wirklich merklich besser oder wer ist sogar beschwerdefrei? Ich frage mich das deshalb, weil ich jetzt auch Citalopram verschrieben bekommen habe und überlege, ob ich sie überhaupt nehmen soll. Hab nämlich kein Bock dadurch noch mehr Symptome zu entwickeln oder die Tabletten völlig umsonst zu nehmen, weil es eh nicht besser wird.
Mir geht es mit AD wesentlich besser als ohne, aber ein Wunder ist natürlich nicht geschehen. Ich musste etwas rumprobieren, die ersten beiden ADs, die mir verschrieben wurden, haben nämlich nicht geholfen. Und bevor diese Erkenntnis sicher war, habe ich sie jeweils zwei bis drei Monate genommen - das allerdings auch ohne Nebenwirkungen. Nach sechs bis acht Wochen kann man einschätzen, ob das Medikament helfen könnte. Wenn man sich aber länger als zwei Wochen zu Anfang mit heftigen Nebenwirkungen rumschlägt, kann man gleich davon ausgehen, dass es das falsche Medikament ist. Ich persönlich würde heftige Neben- oder Einschleichwirkungen gar nicht tolerieren, sondern sie für eine sehr kurze, akute Phase medikamentös bekämpfen oder - wenn das nicht funktioniert oder die Nebenwirkungen zu lange anhalten - das betreffende Medikament nicht nehmen.

Liebe Grüße
Christina

12.04.2011 20:56 • #2


Strand

Strand


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Hallo,

also ich nehme Citalopram seit Anfang Dezember und bin zufrieden.
Hatte kaum NW, und nach 2 Wochen spürte ich dass es mir defintiv besser ging!
Die Ängste wurden weniger, leider nicht ganz weg, aber dafür war die Depression bei mir dann mehr oder weniger ganz aufgehoben.

Also mir hilft das Citalopram weiterhin. Es zaubert die Symptome nicht ganz weg, vermindert sie aber so gut, dass man stabiler ist und besser an sich arbeiten kann.
Meine Meinung

LG
Strand

12.04.2011 21:25 • #3


panicchief


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Hallo,

ich nehme zwar nichts mehr regelmäßig im Sinne von täglich ein (sondern bedarfsweise gegen Schlafstörungen), aber ich hatte so mit Anfang / Mitte 20 etliche Phasen, in denen ich wirklich davon profitiert habe. D.h. unter Umständen haben Antidepressiva den Unterschied zwischen ängstlich + niederschlagen und relativ guter Stimmung bis hin zu Lebensfreude ausgemacht. Von Berichten mit Negativerfahrungen würde ich mich auf keinen Fall abschrecken lassen.

Ich habe etliche Antidepressiva probiert, Citalopram war für mich eines der verträglichsten.

Grüße

pc

12.04.2011 22:10 • #4


SandraV.


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Hallo,
ich nehme seit 2 Jahren Cipralex, habe keine Nebenwirkungen haben aber ca. 5 Wochen gebraucht bis die volle Wirkung da war. Ich habe aber trotz Cipralex immer nochmal schlechte Tage nicht so schlimm wie früher und nicht so oft. Es ist aufjedenfall so das ich Arbeiten kann und mich um meinen kleinen Sohn kümmern kann obwohl die schlechten Tage da sind was früher überhaupt nicht ging. Ich würde es immer wieder tun.
Ich habe am Anfang genau so gedacht wie Du und hatte Totale Angst sie zu nehmen, aber was hast Du zu verlieren Du kannst nur ein Teil Deiner Lebendsqualität zurück gewinnen und dann Anfangen an Dir zu arbeiten.

Versuch es einfach

19.04.2011 20:55 • #5


ängstlicheKatze.


Hallo,

ich nehme Citalopram seit 4 Monaten und mir gehts wesentlich besser, meine Depressionen sind verschwunden und richtig schlimme PA habe ich nicht mehr, nur leichte Angst. Nache ca. 14 Tagen haben sie angefangen zu wirken. An Nebenwirkungen habe ich manchmal nächtliches Schwitzen, ist ein bisschen lästig, aber das nehme ich gern in Kauf. Für mich ist es fast ein Wunder, dass es mir jetzt so gut geht.

Probier es einfach aus, wenn es dir nicht hilft, kannst du es ja wieder absetzen.

19.04.2011 22:13 • #6


stichlbs


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Gerade Citalopram ist ein sehr verträgliches Medikament, natürlich gibt es Ausnahmen. Du brauchst dir da aber keine Sorgen zu machen, wie schon erwähnt wurde hast du nichts zu verlieren, sollte sich keine Besserung ergeben kannst es immer noch absetzen.

Mir wurde von den Ärzten gesagt das ein AD seine volle Wirkung erst nach Monaten komplett entfalltet, jedoch merkt man schon nach ca. 2 Wochen einen Unterschied.

Ich glaube die Schwierigkeit liegt eher darin die richtigen Medikamente und Dosis zu finden. Ich nehme Citalopram 20mg seit Anfang Dezember und habe wie oben geschrieben einen Unterschied nach 2 Wochen gemerkt, hatte zwar Nebenwirkungen waren aber zum aushalten.

Und trotzdem habe ich immer wieder Panikattacken gehabt, aber es ist mir aufjedenfall besser gegangen als ohne.

AD's bringen keine Wunderheilung, sie brauchen Zeit bis sie ihre volle Wirkung entfallten.
Aber eine Besserung spürrt man auf alle Fälle, und in Verbindung mit einer Therapie hat man sehr gut Heilungschancen.

Als Alternative fällt mir da noch Cipralex ein , ist ein "besseres" Citalopram, höher konzentriert (10mg Cipralex entsprechen 20mg Citalopram) und mit angeblich weniger Nebenwirkungen.
Wird aber eher weniger verschrieben da es wesentlich teurer ist.

Meine Aussagen beziehen sich natürlich auf meine persönlichen Erfahrungen und die meines Umfeldes, und auf Aussagen meiner Ärzte.

Ich bin kein Arzt, falls du das AD nicht vertragen solltest kannst du deinen Arzt nach Cipralex fragen.

lg

20.04.2011 16:12 • #7


Oldie is Back !.


Und manchmal muss man zig ADs durchprobieren bis man überhaupt etwas spürt. Ich kam mir damals vor wie ein Versuchskanninchen bis ich Tavor und Diazepam bekam, was endlich geholfen hat. Abgesehen von Planum Bromazepam und Pantrop retard. Oder Tranxilium oder Limbatril

Von allem anderen hatte ich nur Nebenwirkungen oder gar keine.

Vieles heißt heute anders ist aber derselbe Wirkstoff

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung nach 10 Jährchen Tabletteneinahme

20.04.2011 16:31 • #8


batava


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Zitat von Oldie is Back !:

Vieles heißt heute anders ist aber derselbe Wirkstoff

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung nach 10 Jährchen Tabletteneinahme


Wie lange willst du denn Psychopharmaka nehmen? Bei einigen Medis wie z.B. dem Mirtazapin sind die Langzeitauswirkungen noch unbekannt.


siehe auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/SSRI-bedin ... ysfunktion oder

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31067/1.html

20.04.2011 17:38 • #9



Dr. Hans Morschitzky


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