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08.08.2007 11:42 • 03.06.2021 #1


295 Antworten ↓


Hallo babsy37,

woher das beschriebene Problem bei Dir kommt, kann ich Dir leider nicht sagen Dazu kenne ich Dich und Deine Lebensgeschichte nicht ausreichend. Das ist oft Aufgabe eines langwierigen Prozesses im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung und damit wären wir hier im Forum sicherlich überfordert - da bitte ich um Dein Verständnis.

Aber allgemein zu Zwängen, welcher Art auch immer, kann gesagt werden, dass dahinter immer Ängste stehen, die oft aber nicht mehr eindeutig wahrgenommen werden. Zwänge werden dann oft zu Vermeidungshandlungen bzgl dieser Ängste. "Man findet sozusagen einen Dreh, sich den eigentlichen Ängsten nicht mehr oder nicht so häufig auszusetzen. Diese Funktion macht Zwänge dann oft so stabil.

Bei Dir erscheint mir ein solcher Prozess glücklicherweise am Anfang zu stehen. Es ist deshalb gut, dass Du Hilfe suchst, um jetzt etwas gegen diese Entwicklung zu tun.

Empfehlen würde ich Dir zwei Selbsthilfebücher: "Nicolas Hoffmann, Wenn Zwänge das leben einengen, PAL Verlag" - einfach, um diesen bereich besser verstehen zu lernen und "Der Kobold im Kopf. Die Zähmung der Zwangsgedanken (Taschenbuch)
von Lee Baer (Autor)" .

Falls Dir das nicht ausreicht, würde ich an Deiner Stelle mal mit einem Psychotherapeuten sprechen, wie der die Situation einschätzt und ob er eventuell eine Behandlung für notwendig hielte.

Ich hoffe, ich konnte Dir einige wichtige Hinweise geben und wünsche Dir viel Zuversicht für Deinen Weg

Herzlichen Gruß

Bernd Remelius

09.08.2007 18:12 • #2



Zwangsgedanken Erfahrungen

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21.09.2007 18:19 • #3


Hallo Claudia,

viele Fragen auf einmal. Aber die zeigen wohl auch, dass Du Dir Sorgen machst und ziemlich unter Druck stehst.

Ich will versuchen, Deine Fragen so gut es "aus der Distanz" geht, zu beantworten. Dies können natürlich nur Denkanstöße für Dich sein und ersetzen kein ausführliches Gespräch z.B. mit einem Psychotherapeuten.

Erstmal die Geschichte mit Deinem linken Arm. Ich halte dies nicht für Zwangsgedanken, sondern vielmehr für ein weiteres Anzeichen, dass Du Dich und Deinen Körper über die Maßen beobachtest und bewertest. Damit werden natürlich die körperlichen Automatismen gestört - also die Abläufe, über die wir sonst nicht nachdenken und die eher reflexartig ablaufen.
Dies passt zu Deinen Angaben, dass Du auch sonst Angst vor der Angst entwickelt hast, die ja gerade auch von einer negativen Bewertung (schlimm, gefährlich o.ä.) Deiner Körperempfindungen herrührt. Dir sind die Zusammenhänge sehr klar und Du kämpfst auch mutig gegen eine Verschlechterung bzw. dass stärkere Ängste aufkommen könnten an. Es ist auch gut, dass Du versuchst, keine Situationen zu vermeiden und Dein tägliches Leben weiter wie bisher zu bewältigen.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass Dein Kampf eher ein Wegdrücken der aufkommenden Gefühle, ein Ablenken ist und auf Dauer Deine Probleme nicht wirklich verändern wird.

Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen, wie viele Menschen instinktiv auf Ängste reagieren. Wir nennen dies "diving behavior", also so viel wie "Tauchverhalten": z.B. Ich habe Angst vor dem Wasser, weiß aber, dass es nicht gut ist, zu vermeiden. Also springe ich rein, tauche so schnell wie ich kann hindurch, um so schnell wie möglich wieder rauszukommen.
Dies kann ich sicherlich sehr lange so tun, und es hilft für den Moment ja auch ein wenig. Aber auf Dauer beseitigt dieses Vorgehen nicht die Angst vor dem Wasser. Dafür müsste ich viel länger bewusst im Wasser bleiben und mich mit Gedanken und Ängsten auseinandersetzen, bis ich entspannter und ruhiger würde.

Ich denke, Du verstehst den Unterschied.

Ich würde Dir raten, nicht alleine weiterzukämpfen, sondern Dir Unterstützung und Hilfe in Form einer Verhaltenstherapie zu holen. Dies wäre keine Niederlage ("ich habe es nicht alleine geschafft"), sondern bedeutet viel mehr, mit Unterstützung an die Lösung Deiner Probleme zu gehen.

Wenn Du noch mehr über Ängste und ihre Überwindung wissen möchtest, und Du das Buch eventuell noch nicht kennst, darf ich Dir von Fr.Dr.Wolf: Ängste verstehen und überwinden" im PAL-Verlag empfehlen.

Also überlege Dir in Ruhe, wie Du weitergehen möchtest. Ich wünsche Dir dabei viel Mut und Erfolg.

Herzliche Grüsse

Bernd Remelius

24.09.2007 15:00 • x 1 #4


12.12.2007 16:26 • #5


auf diese erfahrungen hätte ich gerne verzichtet.
meine verhaltenstherapie hat teilweise geholfen, sie hat mir immer und immer wieder gezeigt, dass alle zwangsgedanken in mir entstehen. was mir geholfen hat, war wegdenken, also aufräumen, steuererklärung machen, schrauben sortieren, irgendetwas stumpfsinniges solange betreiben, bis die gedanken sich normalisieren. als es am schlimmsten war, ist meine therapeutin mit mir im schnellen schritt - sie mit stöckelschuhen! - 10 kilometer um den ort herumgegangen; sie war der ansicht, erhöhter puls und der viele sauerstoff würden es schon richten - was auch tatsächlich eintrat. erkannt habe ich, dass ein unmittelbarer zusammenhang zwischen meiner panik bzw. angststörung und den zwangsgedanken besteht ( meine sorge war, dass ich zwangsgedanken irgendwann in zwangstaten umsetze ), jedenfalls sind mit runterpegeln des an(gst)spannungsniveaus auch die zwänge weggeblieben.....
wenns nicht weitergeht und du den druck nicht aushältst, , gehe in die psych. ambulanz ( wenn du das s-wort erwähnst, wirst du sofort aufgenommen ) oder lass dir ein angstlösendes medikament wie z.b. tafil für den notfall verschreiben, das steckst du in die tasche und benutzt es als gedankliche krücke....

12.12.2007 19:23 • #6


28.10.2008 13:21 • #7


Ähm -wie fördern Beta-Blocker solche Zustände denn ?

28.10.2008 13:45 • #8


Beta-Blocker können Depressionen auslösen und fördern, wenn diese schon vorhanden sind. Das steht in der Packungsbeilage und ein vernünftiger Arzt wird Dir das auch sagen, so wie meiner

28.10.2008 13:57 • #9


lese die Zettel ja schon nicht mehr ... mein Arzt würde mir es wohlweislich nichts sagen, weil er weiß, dass ich es schon hätte, bevor ich die erste Tab genommen hätte Aber ich spreche ihn morgen drauf an - obwohl ich ja nur noch eine absolut geringe Dosis nehmen muß ...

28.10.2008 15:49 • #10


Oje, das hört sich ja gar nicht gut an! Du bist ja wirklich schon ein ganzes Weilchen arbeitslos. Also ich damals meinen Job verloren habe, war das bei mir ganz genauso. Ich habe auch teilweise auf der Couch gesessen und nur über sinnlose Sachen gegrübelt oder einfach nur an die Wand gestarrt. Die Beziehung zu meinem Freund war damals ähnlich wie bei dir. Ich war auf einmal total eifersüchtig und habe auch alles was er gesagt hat hinterfragt. Furchtbar war das. Seitdem ich wieder arbeiten gehe, habe ich wieder mehr Struktur im Tag und vor allem habe ich wieder das Gefühl gebraucht zu werden. Und auch mehr Selbstbewusstsein Aber so einfach ist das wahrscheinlich nicht bei jedem.......Wie das mit den Beta-Blockern aussieht, weiß ich nicht.

VLG Nadine

28.10.2008 15:50 • #11


Es geht ja auch nicht gerade um meine Tabletten

28.10.2008 15:50 • #12


Ich denke auch das ich einfach nur zu viel Zeit habe, um nachzudenken. Die Eifersucht ist schon fast krankhaft, ich kontrolliere sein Handy, wenn er mir nicht innerhalb kurzer Zeit ne sms zurückschreibt frage ich ihn sofort mit wem er telefoniert und all sonn Müll - das habe ich vorher nie getan! Sicher war man mal eifersüchtig, aber nie so das es einen tagelang verfolgt hat. Er traut sich ja nicht mal in meiner Gegenwart eine Nachricht zu schreiben, dass vorher nie ein Thema...

28.10.2008 15:53 • #13


ich würde dir raten mal zu einem Facharzt zu gehen und ihm das zu schildern hast du dich den schon um eine neue Arbeit bzw. Ausbildung gekümmert so das du etwas zu tun bekommst und nicht weiter über die Sachen nachdenkst die dich stören? für mich hört sich dein Zustand nach einer depressiven Phase an aber ich bin kein Arzt
.Ich selber habe solche Zustände auch schon öfter erlebt aber es hatte dann immer etwas damit zu tun das ich nicht wirklich etwas mit mir anfangen konnte war auch in einer Zeit wo ich keine wirkliche Aufgabe hatte außer meinem Haushalt.


LG.Tini

28.10.2008 16:15 • #14


Genau so geht es mir ja auch, ich steh Morgens früh auf (hab es mir gar nicht erst angewöhnt bis Mittags zu schlafen) und dann, ja dann sitz ich halt hier und mach meistens etwas am PC. Ich beschäftige mich gerne mit meinem alten Beruf und arbeite trotz der Arbeitslosigkeit viel aus.
Ich bewerbe mich viel, doch bisher ist nichts dabei rausgekommen.

28.10.2008 16:18 • #15


Ja, ich kann Tini67 nur zustimmen. Geh mal zu nem Facharzt und schilder ihm dein Problem. Ich würde auch drauf achten, dass du es mit deinem Freund nicht zu sehr übertreibst. Nicht das er bald weg ist. Aber man kann als Außenstehender immer schlau reden, gell? Aber ich denke, dass dir nur ein Arzt helfen kann.

28.10.2008 16:54 • #16


20.06.2009 19:17 • x 1 #17

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Zitat von sunshine83:
Hallo,
Hab seit kurzem Zwangsgedanken. Ich geh im Dämmerlicht spazieren und stell mir vor wie ich Leute sehen könnte die gar nicht6 da sind. Ich seh ein Messer und stell mir vor wie schlimm das wär, wenn ich mir oder meinem Sohn was antun würde. Ich geh die Straße entlang und denk mir, was wär, wenn ich aus nem plötzlichen Impuls heraus mich vor ein Auto stürzen würde. Ich geh ins Bett und stell mir vor, ich könnt schlafwandeln und mir oder meiner Familie was tun.


Kenn das selbst. Ist schon länger her. Das kam von Überlastung, es war als wäre die Grenze zwischen Aussenwelt und meinem Unterbeweusstsein geschädigt und die Eindrücke fingen an sich zu vermischen, ich dachte immer ich wäre ganz ganz ganz nahe dran Halluzinationen zu haben und Stimmen zu hören und mich merkwürdig unkontrolliert zu benehmen, die Angst davor verrückt zu werden war so real dass ich dacht es MUSS JETZT SOFORT passieren. Gemischt mit Panikstörung und Derealisation war das ein ziemlicher Shceissdreck. Aber solange man sich für verrückt hält ist mans nicht.

20.06.2009 22:52 • #18


Hallo Sunshine83!

Ich kenne die von Dir beschriebenen Gefühle und Gedanken nur zu gut. Ich leide selber seit einiger Zeit an Zwangsgedanken, die sich bei mir in aggressiven/gewalttätigen Gedanken äußern. Ich habe/hatte ebenfalls Angst, ich könne meinem Freund oder anderen mir nahestehenden Menschen etwas antun. Ich weiß was das für schlimme Gefühle in einem aufkommen lässt. Ich war oft kurz davor mich ins Auto zu setzen und zu igendeiner Klinik zu fahren um mich einweisen zu lassen, sodass ich mir sicher sein kann ich tue niemandem was. Das ist das allerschlimmste was mir bisher untergekommen ist. Ich mache momentan eine Verhaltenstherapie und habe dort gelernt, dass man nur dann mit den Gedanken auskommen kann, wenn man akzeptiert, dass man sie hat und sich nicht dagegen wehrt. Wenn Du krampfhaft versuchst die Gedanken aus Deinem Kopf zu bekommen - auszuschalten - wird es Dir, wenn überhaupt, nur sehr schwer gelingen damit klarzukommen. Ich habe inzwischen gelernt, dass sehr viele - nahezu alle Menschen - solche Gedanken zeitweise haben. Allerdings werden diese Gedanken bei "gesunden" Menschen sofort als "blödsinnig" oder wie auch immer abgestempelt und verschwinden damit wieder. Für Leute wie Dich und mich sind diese Gedanken deshalb die Hölle, weil die Dinge in unseren Gedanken für uns unvorstellbar schlimm sind, so ziemlichh das schlimmste was man sich vorstellen kann und dadurch neigen wir zu einer Überbewertung der Gedanken. Und nur weil wir diese Gedanken zu sehr analysieren und ihnen zuviel Aufmerksamkeit schenken können sie eine so große Macht über uns erlangen. Mich hat es total beruhigt, dass mein Therapeut sich zu 100 % sicher war und ist, dass ich meine Gedanken niemals in die Tat umsetzen werde. Denn in Wirklichkeit finde ich meine Gedanken so schlimm, dass ich niemals in der Lage wäre sie in die Tat umzusetzen - ich kann ja schon den Gedanken nicht ertragen, wie soll ich es dann jemals umsetzen können. Es ist sehr schwierig sich damit zu arrangieren, aber ich versuche momentan die Gedanken nicht für voll zu nehmen. Wenn ein Gedanke in mir hochkommt, dann sage ich mir innerlich "Du kannst mir nichts anhaben. Ich weiß dass Du nur ein Gedanke bist und das ich niemals austicken werde". Mit der Zeit gelingt mir das immer besser, auch wenn die Angst davor, dass jederzeit wieder Gedanken aufkommen könnten mich unterschwellig immer beschäftigt, aber ich bin mir inzwischen sicher, dass es besser werden wird und das ich das alles in den Griff bekommen kann. Es ist ein sehr schwerer und bestimmt auch langer weg bis man gelernt hat mit all diesen Problemen umzugehen, aber ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können und eines tages zurückblicken und stolz auf uns sein können was wir da geleistet haben.

Die Antwort ist jetzt etwas lang geworden. Ich weiß nicht, ob sie Dir weiter helfen konnte, aber sei Dir auf jeden Fall sicher, dass Du nicht alleine bist mit dem was Du durch machst!

Ganz liebe Grüße und ich wünsche Dir viel Kraft das alles zu überstehen!

23.06.2009 21:12 • #19


Hey,

Danke für eure Antworten.

Ich denke auch, dass man es einfach hinnehmen sollte. Wenn ich mich dagegen wehr krieg ich eh bloß Panik. Und dann überschlagen sich meine Gedanken erst recht.
Ich denk schon auch, dass jemand, der wirklich verrückt ist, keine Angst davor hätte, so auszuticken. Und dass wir quasi "auf der sicheren Seite" sind. Es ist nur so schwer, sich das in dem Moment vor Augen zu halten.

LG

25.06.2009 08:42 • #20



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