Zitat von Alex1972: Ich versteh deinen Ansatz, aber erachte es dennoch als schwierig, die Angst davor, beim Reden noch die richtigen Worte zu finden, im philosophischen Gedankengut zu finden. Wenn du Panik hast, auf die Frage „Wie geht es dir heute?“ womöglich mit „Ich dusche Kasten kokettieren mit Einkaufswagen“ zu antworten, setzt jegliche Logik und Frage nach Sinnhaftigkeit aus
Klar, ich würde natürlich niemandem, der sich in akuter Not durch solche Gedanken befindet raten, sich damit zu befassen. Aber es gibt ja auch existentielle Therapeuten, Yalom war so einer, die explizit der Meinung sind, dass es sich lohnt sich mit Themen wie Tod auseinanderzusetzten, weil wir alle mehr oder weniger Angst davor haben.
Wobei sich existentielle Fragen weniger um die Angst vor dem Tod, als vielmehr um die vermeintliche oder tatsächliche Sinnlosigkeit des Lebens drehen. Da gibt es mehrere Antworten.
Also, wenn man sich in eine Psychose schießt, weil das Gedankenkarusell rast und wilde Assoziationen rattern, dann würde ich auch sagen, weg davon, Sport machen, gut essen, auf den Körper konzentrieren, auf natürliche Rhythmen achten und einen stark strukturierten Alltag leben. Was man in dem Zustand aber dann meistens nicht macht oder kann.
Aber der beste Weg gegen fruchtlosen Grübeltzwang ist konzentriertes Denken und beim Philosophieren gewinnt man die Struktur über die Regeln des Nachdenkens. Philosophie ist ja gerade nicht, sich Sonntags mal hinzusetzten und ein bisschen über den Sinn des Lebens nachzudenken, sondern die über Jahrhunderte verfeinerte Technik des Gebens und Verlangens von Gründen.