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kwarion
Hallo,

ich habe ein großes Problem. Und zwar scheint meine "Krankheit" nirgendwo zu existieren. Ich schreibe mal die Kurzfassung.
Ich bin 34 und männlich, hab im letzten Jahr April das erste mal in meinen Leben eine Sterbebegleitung durchgeführt bei meiner Großmutter. Ich bin bei Ihr aufgewachsen und Sie hat mich Quasi durch meine Kindheit begleitet.
Ich hatte bis zum Schluss auch noch Wöchentlich Kontakt und kam auch wöchentlich immer zu Besuch. Nun...
Seit dieser Erfahrung geht es mir nicht mehr gut,,, ich habe am nächsten Tag gemerkt das in meinen Kopf was ausgebrochen ist. Es fühlte sich an wie ein Filter der ausgefallen ist. Mir war sofort klar, das in mir "was" kaputt gegangen ist.

Es fing auch sofort an mit Bildern und Szenen im Kopf von der ganzen Geschichte mit Sarg, Gesichtern etc. war auch in einer Schockphase die ersten Wochen...
Nur das Problem an der ganzen Sache ist, dieser Zustand hält jetzt seit 10 Monaten an.
Ich habe Zwänge entwickelt, Kontrollzwänge. Mir ist im letzten Jahr das "Licht" ausgegangen. Ich konnte exact sagen, wann genau das war. Es war auf einmal alles farblos und ich hatte böse Angstzustände. Täglich!

Jetzt ist es so, das ich gegen die Zwänge ankämpfe und auch eine Therapie mache. Eine Akutherapie mit Tiefenpsychologischer Therapie.
Vor 5 Monaten kamen irgendwie Zwangsgedanken hinzu.
Ich weiß nur nicht obs wirklich welche sind oder doch eher eine Psychose. Meine Therapeutin meint, ich habe keine weil ich sehr Reflektiert bin. Medikamente gibt Sie mir auch nicht. Diagnose habe ich Angststörung und Depressionen bekommen.

Nur jetzt zu meinen Gedanken... Es ist wie eine Schallplatte..es kommen dauernd so böse Schimpfwörter in meinen Kopf wie Fot**e, Wich**er, usw.
Es klingt wie Tourette. Es kommt während ich was lese wie ein Impuls. Automatisch und ich kann es auch aktiv wiederholen. Nur der Impuls ist nicht steuerbar also quasi das Auftreten wann es kommt. Das geht den ganzen Tag...Ich bin mittlerweille nervlich am Ende und habe einfach große angst.

handelt es sich denn um Zwangsgedanken? Und noch was, ich habe viel gegoogelt, zuviel.

Danke fürs Lesen!

01.03.2018 09:51 • 15.06.2018 #1


17 Antworten ↓


petrus57
Es sind wohl "nur" Zwangsgedanken. Habe ich auch ab und zu.

01.03.2018 10:16 • x 1 #2



Zwangsgedanken? Schimpfwörter?Was ist nur los

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kwarion
Ja, hatte das vor genau 10 jahren mal in meiner schweren Depression. Und da kams exact einmal mit Messer und co. Hatte auch nen Grund weil davor meine Freundin angegriffen wurde mit einem Messer.
Der Gedanke kam eingeschossen und ich hatte Panik aber es war halt nur einmal.
Ich habe vielleicht den Fehler gemacht das zu bewerten und zu googel. Mache ich nämlich pausenlos.

01.03.2018 10:47 • #3


petrus57
Das mit Messer und Co. kenne ich auch sehr gut. Hat sich in der letzten Zeit aber ein bisschen gelegt.

01.03.2018 11:28 • x 1 #4


kwarion
Ja echt belastend. Vor 5 Jahren kam sowas mal beim TV schauen. Hab gelacht und es weggedrückt. Kam nie wieder.
Jetzt wos mir so dreckig geht is das täglich:-( Langsam verzweifelt man wenn man seinen eigenen Kopf nicht unter Kontrolle hat. Schreckliches Gefühl.
Die Hilflosigkeit überfordert mich total. Vor allem unter Leute gehen mit sowas is Grenzwertig. Ich hab schon einen Angst entwickelt bevors losgeht. ich warte förmlich drauf.
Ich kann noch nicht gut damit umgehen. Überlege auch die ganze Zeit ob ich in die Klinik soll oder ambulant weitermachen soll. Ich habe keine beruhigung, auch wenn meine Therapeutin mir tausendmal sagt ich bin nicht "verrückt" aber ich glaub s einfach nie. Und dann Google ich..ist wie eine Art Ventil. Das kam in der Phase beschwerend hinzu, der Google Zwang...
Entschuldigt meine langen Texte.

01.03.2018 11:40 • x 1 #5


kopfloseshuhn
Ich empfehle dir, eine andere <Kompensation> zu suchen. MMn ist google keine Kompensation sondern etwas, das aufrecht erhält. Es bringt keine Erleichterung und kannauch zum Zwang werden.
Sei vorsichtig!
Und such dir etwas anderes, das dich beruhigt.
LG

01.03.2018 18:15 • #6


Wen hasst du denn so sehr, dass es nur Schimpfwörter sind? Wi**ser und F*tze könnten ja auch deine Eltern sein die dich deiner Oma überlassen haben.

01.03.2018 18:20 • #7


kwarion
Ja, es ist recht komplex und ich glaube auch das mein Forumseintrag ein Fehler war. Dazu benötigt man viel mehr Background. Ich bin generell unsicher und das Kind mit dem Googeln is bei mir schon in den Brunnen gefallen. Ich Google jeden Tag und das seit Monaten... Erst war ich bei Zwänge, dann bin ich bei Psychosen gelandet und Schizophrenie.. Nun ja, das war der Genick stoß. Seither achte ich auf alles und jedes was nur passen könnte.

Und zu denn Eltern, das ist nicht so abwegig.
Ich bin ja neu in Therapie und habe nie eine gehabt zuvor und ich habe auch vieles gelernt was ich so noch nicht kannte und selbst im Internet noch nicht gefunden habe.
Sie meinte es sind Abwertungen/Kompensationsverhalten. Habe auch mehrere Traumatas aus der Kindheit und ich meine das kommt von meiner Mutter. Natürlich habe ich gleich Angst bekommen ich höre irgendwann die Stimme meiner Mutter.
Aber nun, die Angst ist mächtig und Sicherheit gibts nie.
Ich schliesse das Kapitel und warte einfach ab.

01.03.2018 19:27 • #8


kopfloseshuhn
Nunja ichfinde hier schreiben schonmal deutlich effektiver für dichals zu googeln.
Daher solltest du überlegen hier zu bleiben.

Und das Zwangskind das schonin den Brunnen fiel, nun mit viel viel Arbeit kannman das wieder raus holen

01.03.2018 20:05 • x 1 #9


kwarion
Danke! Fühl mich grade sicher wie in der Therapie Stunde. Schön wenn was zurück kommt. Jetzt habe ich ein alternatives Sicherheitsgefühl gefunden.
Und P.S.: An denn Zwängen arbeite ich. Zwang ist für mich neu und das Gefühl ist die Hölle. Da mache ich mir auch Gedanken dass bleibt für immer. Obwohl ich meine Ordnungs und Kontroll Geschichten beinahe auf 0 gebracht habe in den letzten 3 Monaten, gehts halt mit den Kontrollen in Gedanken weiter. Quasi verdeckte Handlungen.
Das blockiert alles schöne und ich vermute wenn ich dass in den Griff bekomme, mir es wieder besser gehen würde.
Momentan sehe ich aber das Ende des Tunnels nicht..
Ich denke immer ein Thema und das bleibt denn ganze Tag immer und immer wieder, wie eine Schleife.

02.03.2018 11:33 • #10


kopfloseshuhn
Das freut mich sehr, dass du so eingutes Gefühl aufbauen kannst.

Was ich dir jedenfalls sagen kann auch aus eigener Erfahrung ist, dass Trauma und Angstund Zwang immer zusammen hängen.
Man versucht sich selbst mit allen Mitteln eine Sicherheit zu erschaffen.
Dumm nur, wenn all die Sicherheiten einen immer mehr und mehr einschränken undzu noch mehr unsicherheiten führen.

Man kann die Zwänge beschränken.
Hinauszögern zuerst.

An einem Beispiel:
Ich habe eine Zeitlangmeine Hände ca 120 Mal am Tag gewaschen.
Nicht schön, nicht gut wenn die Hände nur noch in Fetzen hängen. Aber die Angst. Aer der Zwang. Aber der Ekel....
Was tun?
Hinauszögern.
Macht man etwas, das einem sagt, jetzt brauchst du deinen Zwang...
Ich habe aufgeschoben. Eine Tätigkeit weiter gemacht ohne die Hände z waschen und es ausgehalten. Ich war natürlich die ganze Zeit mit dem Kopf beim >gleich darf ich gleich darf ich, ihgitt>
Aber egal. Um eine Handlung aufgeschoben.
Und so geht das immer weiter und weiter. Es geht langsam. Es gibt Rückschläge. Aber es geht.

Der Zwang ist keine Sicherheit! Er frisst nur von dir.

Die GEdanken dürfen da sein. Nicht aktiv wegdrücken. Nimm sie an. Okay sie sind da. gehört dazu.
Versuchen die SChallplatte leiser zu drehen. geht vielleicht.
Unterdrücken verstärkt nur.

So genug erstmal.
LG

02.03.2018 11:43 • x 2 #11


kwarion
Ja mit dem Aufschieben habe ichs auch probiert. S Problem ist halt, wenn ich was nicht Kontrolliere gibts Tage wo Bildlich die Horrorszenarien ablaufen im Worst Case Format. Und die Handlung bleibt im Hinterkopf hängen. Obwohl es echt lächerliche Dinge sind. Also nichts mit Tot und Teufel Gott sei dank.
Ich kann das nicht oder schwer aushalten manchmal. Und das größte Problem mit meinen Obszönen Worte im Kopf ist noch viel viel schwerer auszuhalten. Manchmal kommen mir die Tränen wenn ich zum Beispiel Besuch von lieben Freunden hab und es in meinen Kopf dann "abgeht". Ich will das ja nicht. Und die Angst komplett abzudrehen kommt noch dazu.
Überlege auch ob nicht Psychiatrie am besten wäre. Aber meine Therapeutin meinte das Gegenteil. Nur ich fühle mich nicht so.
Ich habe ein ganz großes Sicherheitsbedürfnis entwickelt seit dieser Geschichte.
Nur leider anscheinend das falsche. Und zwar mit Handy-googeln. Es war schon immer so das ich Antworten suchte. Ich weiß das ich Sie bei Krankheiten niemals finden werde, aber naja..
Jetzt bin ich ja hier:-)

02.03.2018 12:00 • #12


kopfloseshuhn
Ja dein Gerhirn muss erst wieder lernen,d Ar. das, was es sich ausmalt, was du dir ausmalst, auch dann nicht eintritt, wenn du deinem Zwangnicht nachgehst.
Das dauert!

Was die Schimpfworte angeht.
Es klingt als sei ein Teil von dir sehr wütend auf alles und jeden.
Was verständlich ist bei einem Trauma.
Vielleicht versuchst du diese Wut mal zu orten?
Und zu kanalisieren?
Dorthin, wo sie hingehört und sich aber möglicherweise immernoch gefährlich anfühlt, auf diese Menschen wütend zu sein.
Vielleicht wäre auch ein Kraftsport etwas für dich, etwas wo du Wut hinauslassen kannst?

Nur mal so gedacht....

02.03.2018 12:14 • #13


kwarion
Ja genau. Ich weiß jetzt von meiner Therapie das die Wut schon Gründe hätte. Ich hatte nie Glück und alles bei mir im Leben lief nie wie bei anderen. Es ist viel Frust und im nach hinein stellte ich fest, das ich schon als Jugendlicher Abwertungen gemacht habe. Also typisches Kompensationsverhalten weil mir was fehlt bzw. immer schon fehlte. So war mir das bis dato nie bewusst welchen Groll ich doch in mir hatte. Sah immer nur das negative. Kannte auch nie Abwertungen, irgendwie hab ichs mir schon gedacht dass es sowas ist aber nie als Problem gesehen.
Wenn einen dass Bewusst wird, kommt mann sich vor als ob mann das ganze Leben schon krank war und es jetzt erst merkt. Das ist hart.
Ich hatte schon früh als Kind Ängste und wurde gehänselt. Das hat mir immer alles kaputt gemacht weil ich Angst hatte. Schule Schwänzen, abhauen, etc.
Das tut weh. Und mit meiner Familie gings als Kind schon denn Bach herunter und meine Mutter war Alk.. Wir hatte zwar alles wie großes Haus und Garten in einer schönen Gegend, aber hinter der Fassade war es anders. Ich war schon früh verstört und extrem schüchtern...
So dass nur ein Teil und Gründe sind meiner Meinung meine Enttäuschungen und Erfahrungen mit meinen Mitmenschen und Frust.

Mit den Gedanken das die einfach so kommen könnte auch mein Innerer Kritiker sein der da jetzt am Rad dreht..hoffe ich.

Nachtrag: schon als Kind bin ich, wenns bei uns gekracht hat, zu meiner Oma geflüchtet. Sie wohnte mit im Haus und ich war immer schon viel lieber bei Ihr. Sie spielte auch mit uns und bei Ihr konnte ich so richtig Kind sein. Kommt mir jetzt erst..
Danke!

02.03.2018 12:40 • #14


sülchen
Hab zufällig mal reingelesen und erst jetzt beim Lesen mitbekommen, daß diese obszönen zwanghaften Ausdrücke einen Namen haben. Wenn ich irgendwie nicht mehr weiter weiß, mit einer Situation nicht umgehen kann, dann kann ich nicht anders als innerlich rumfluchen und dabei ein ohnmächtiges Hassgefühl entwickeln. Selbst bei meinem Partner. Wenn der meine Gedanken in dem Moment hören könnte, hätte er sich sicherlich längst getrennt. Dabei weiß ich in dem Moment, daß ich das gar nicht meine
Ich fühle Ohnmacht und Überforderung.
Danke für deine Berichte! Fühle mich gerade nicht mehr ganz so wie ein Schwein.

02.03.2018 13:06 • x 1 #15


kwarion
Ja gut innerliches Fluchen das kenne ich ja das kann ich ja aktiv denken und steuern. Bei mir sind es so ne art Impulse und mittlerweile Ohne Auslöser. Wie aus ner Pistole kommt das aus heiteren Himmel wie eine Art Tourette. Das isses halt. Nicht steuerbar in dem Moment Vielleicht reden wir wirklich von was anderen.
Wobei gestern und heute bin ich frei davon..fast.
Angefangen hat das in meiner Depression in den letzten 4 Monaten. Erst wars "nur" während ich Unterwegs war und ich Leute beobachtet habe oder im Gespräch. Dann kamen so Gedanken wie "...ist die hässlich." oder ähnlich beleidigende und abwertende Dinge. Das hat mich erschrocken und ich begann de ursache zu ergoogeln. Seither achte ich auf dies wann und wo das wiederkommt.
Wie gesagt so ein Gedanke kam schon mal vor Jahren, da habe ich mich auch kurz gefragt ob das Zwangsgedanken sind, weil ich aktiv nichts gedacht habe. Das kam so aus dem nichts heraus. Habe das aber weggedrückt und gesagt Quatsch und gut ists gewesen. . . Und eine schwere Depression hatte ich exact vor 10 Jahren. Da hatte ich auch Zwangsgedanken.
Nur jetzt ist das um undert mal schlimmer. Dafür habe ich seltsamerweise keine Panikattacken mehr was damals der beginn meiner Depressionen war...
Pest oder cholera ich weiß nicht was ich lieber hätte:-)

02.03.2018 13:28 • #16


kwarion
Das könnte evtl. zutreffen was ich gefunden habe zu Zwangsgedanken:

"Unsinn (z.B. bedeutungslose Phrasen, Bilder, Melodien, Wörter, Ziffern)- dazugehöriger Zwangsgedanke z.B.: Hören der Titelmelodie einer Fernsehserie »im Kopf« während einer anderen Tätigkeit (z.B. beim Lesen)- dazugehörige Zwangshandlungen z.B.: Wiederholtes Durchlesen der Passage, solange bis die Melodie nicht mehr auftaucht."

02.03.2018 14:24 • #17

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kwarion
Wollte mich nochmal kurz zurück melden.. Also ihr hattet recht.
Ich war jetzt in der zwischenzeit bei einem Neurologen und habe auch schon fast meine Akuttherapie geschafft und nehme Opipramol.
Es handelt sich wohl tatsächlich um Zwangsgedanken. Es ist hart aber seit der Einnahme des Opis haben sich die Gedanken förmlich verändert.
Sie wurden teilweise echt laut wie Hallus und vom Inhalt immer das gleiche (einfach nur 3 Wörter und Ohrwürmer,wie Errinnerungen Akustisch geprägt). Aber nachwievor stand immer die Angst der Psychose im vordergrund weil es einfach meine größte Angst ist.
Nun, ich kann sagen ich habe keine Zwangsgedanken mehr. Die Angst verschwand vollständig und ich war in der Lage das auszuhalten was vorher die Hölle war.
Jetzt bin ich einigermaßen stabil und kann wieder unter Menschen. Es war davor wie die Angst vor der Angst..schwer zu sagen aber ich habe quasi auf dass Stimmen hören gewartet.
Ich kam da nicht mehr raus. Alle bestätigungen meiner Ärtzte das ich Depressionen und Zwänge habe und die noch eine funktion haben nichts geholfen.
Ich brauchte tausend prozentige Sicherheit. Ich googelte weiter jeden Tag.
Nun bin ich an dem Punkt wo mir das zu blöd ist und ich mich aktzeptiert habe.
Es läuft..Die Psychose-Angst flammt zwar ab und an wieder auf, aber das Opipramol hat bei mir so gut angeschlagen, so dass die meine Sicherheit geworden sind.
Mann kann sagen mir gehts besser und ich muss sagen, die Psyche ist mächtig und mann kann echt selbst Symptome Produzieren.
Danke an alle die mir Rat gegeben haben! Im nachhinein macht doch immer alles Sinn.
Irgendwie muss mann dadurch obwohl ich hoffe das ich nie wieder so extreme Zwangsgedanken bekomme wie im November bis März. Das war echt zuviel.

15.06.2018 08:55 • x 3 #18



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