Zitat von moo: Betroffene, die sich (noch) mit Zwängen und Zwangsgedanken rumschlagen, sind ebenfalls willkommen. Jedoch sollten sie sich bereits in der Phase der Selbstreflektion befinden. D. h. - sie stellen sich bereits die Fragen 1. und 2. und sind quasi bereits in "Eigentherapie".
Ich reihe mich hier mal ein und beantworte die Fragen zum jetzigen Zeitpunkt. Auch einfach deshalb, damit der Thread in meiner Glocke seine Beachtung findet.
😅 Zitat von moo: 1. Wie und warum entwickelte ich den Zwang/die Zwangsgedanken?
Mein momentaner Eindruck ist, dass es sich über sehr viele Jahre entwickelt hat. Es kam ein Gefühl in mir hoch, dass ich in meiner Kindheit (oder sogar als Baby, wegen meiner Thematik sprechen - schweigen) etwas erlebt habe, an dass ich mich nicht mehr erinnere, aber mir etwas wesentliches genommen hat. - Vertrauen.
Also eigentlich wie bei jedem hier.
Meine Mama hat mir mal erzählt, dass ich als Baby in den Brutkasten musste und dass ich aber so lange und fest geschrien hatte, dass die Krankenschwestern aufgegeben haben und meine Mama wieder zu mir durfte (damals war das ja nicht erlaubt).
Ich denke aber, dass die eigentlich Ursache gar nicht sooo wichtig ist (nur für unser Ego), sondern es reicht das Wissen, dass es mit dem heute nichts mehr zu tun hat.
Ich kann mich noch erinnern, dass ich in meiner Jugend immer gebetet habe, dass ich bitte sterben darf. Aber schon damals habe ich vom Verstand her nie verstanden warum. Meine Gefühle passten nicht zu meinem Außen. Dennoch, irgendwas in mir hat immer lauter geschrien, so dass ich es wohl nicht ausgehalten habe und mich mit Filme, Rätsel, Spiele etc. abgelenkt habe, damit ich mich nicht mehr hören muss oder um mich selbst zu beschwichtigen.
Zur Zeit bin ich dabei mir bewusst für mich Zeit zu nehmen, um mir selbst zuzuhören. (Früher dachte ich, dass ich mir mit Filmen, Spielen... etwas Gutes tue, weil ich das ja
wollte. Die Zeit brachte etwas anderes ans Licht.
Zitat von moo: 2. Wie und warum kam ich davon los?
Ich bin noch nicht davon los, aber im Moment habe ich den Eindruck, dass der Druck, es zu tun, nachlässt. Ich brauche es nicht mehr so intensiv. Aber wie gesagt, ich stecke mittendrin und habe noch keine Ahnung wohin dieser Versuch mich diesmal führt. Ich hatte ja schon einiges anderes ausprobiert, wo ich auf Dauer nicht halten konnte. Bin mir aber bewusst, dass ich etwas für die Dauer brauche. Eine Veränderung, mit der ich eben dann auch im Einklang bin und sich für mich nicht als Zwang anfühlt.
Ha ha, so viel wollte ich gar nicht schreiben.