Ich bin in diesem Forum komplett neu, habe bisher keinen Beitrag geschrieben, auch wenn mein Account im Jahr 2025 erstellt wurde.
Ich habe dieses Thema gefunden, möchte über meine Kaufsucht / Kaufzwang berichten:
Zu meiner Person: männlich, 39 Jahre (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags),geschieden, keine Kinder, ich bin geschieden und Single.
Den Umgang mit Geld habe ich nie gelernt, hatte ich mal ein bisschen Geld, war es sofort wieder weg, warum? In der Schule hatten die Schulkameraden immer das neueste, tollste.
Ich habe früher auch CD's gekauft, meistens Singles. Die Songs habe ich ein paar Mal gehört, dann landeten die CD's irgendwo in der Ecke.Diebstahl gehörte auch zu meinem Lebenslauf, einmal wurde ich in einem Kaufhaus erwischt, der Ladendetektiv verfolgte mich bis in die U-Bahnstation (im Nachhinein weiß ich, dass es der Ladendetektiv war, der mich angehalten hat), was habe ich geklaut? Ein Tamagotchi, ich wollte es unbedingt haben, weil ich mich nach "Liebe" gesehnt habe, das Tamagotchi habe ich im Elternhaus versteckt.
Die Kaufsucht begann so richtig mit der Trennung und Ehescheidung, die ich noch immer nicht verarbeitet habe und in Zusammenhang mit meinem Job in der vollen befristeten Erwerbsminderungsrente bin, ich nehme die Arzttermine wahr und hoffe, dass diese Erwerbsminderungsrente nochmal verlängert wird, um auch einen Platz in der Klinik zu bekommen um alles aufzuarbeiten.
In den Jahren der Ehe wurden meine Schulden, die ich damals noch im Elternhaus machte (damals hieß es Hartz 4,keine Ausbildung, keinen richtigen Schulabschluss,) beglichen, das Geld welches ich reinbrachte durch verschiedene Jobs und das Geld von damals noch meiner Freundin und dann verlobten und wie gesagt dann meiner Ehefrau, wurde zum abzahlen meiner alten Schulden verwendet. Mit den Jahren in der Ehe war ich dann auch komplett Schuldenfrei, Schufa mit guter Bonität.
Soll ich Ihnen etwas sagen? Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass mit Auszug der Ehefrau, für Sie schon die Trennung und Ehescheidung klar war, für mich dann der Gesundheitliche,psychische, körperliche Absturz begann und ich noch heute am Ende bin.
Ich schrieb, dass ich dann komplett Schuldenfrei war, diese "Freude" hielt aber nur eine Woche. Nach dem Auszug meiner "noch" Ehefrau (ich wollte nicht, dass Sie auszieht und ich wollte auch die Trennung und Ehescheidung nicht, das ist ein anderes großes Thema), ging ich eine Woche später in einen Elektromarkt und kaufte mir einen Laptop, natürlich mit Kredit, denn ich hatte das Geld nicht. Ich sollte mich ablenken hieß es immer von den Leuten, machte ich, ich versuchte mein Abitur über den zweiten Bildungsweg (Fernschule) nachzuholen, ich hatte keinen Gedanken dafür, keine Kraft. Auch das zieht kräftig an mir. So kam durch die Fernschule eine hohe Summe zusammen, die ich zahlen musste.
Endlich einen Handyvertrag ohne Prepaid, wow, das klappt, die Schufa sagt ja, hm, eigentlich reicht mein Laptop nicht aus, ich brauche einen neuen, so bestellte ich ein Macbook, hm, ein iphone wäre toll, hm, dann bräuchte ich ja auch noch eine apple watch.Stundenlang habe ich mir auf YouTube Unboxing Videos angeschaut, wie ein verrückter den Lieferstatus verfolgt, wann endlich die Ware ankommt. Diese Freude hielt nicht lang.
Die Schulden wurden mehr und mehr, ich musste also bald einen neuen Kredit aufnehmen um die schon entstandenen Schulden zu begleichen, das reichte nicht mehr aus, also musste ein neuer Kredit her, der die Schulden und den Kredit, und den Kredit begleichen soll, das reichte nicht, also schob ich meinen Dispo bei meiner Bank auf das maximum, auch das reichte nicht. Weil ich schon viele Kredite hatte und die Schufa bereits abgeleht hatte, suchte ich nach Lösungen, ein Kredit aus der Schweiz sollte die Rettung bringen, aber auch das reichte nicht.Nachdem mir finanziell alles auf den Kopf fiel, und die Gläubiger drohten meinen Arbeitgeber zu kontaktieren um den Lohn zu pfänden, musste ich die Eidesstaatliche Erklärung abgeben, aus Angst meinen Job zu verlieren, suchte ich eine Schuldnerberatung auf, alles wurde erst Mal ausgefüllt. Ich war übrigens auch schon geschieden

. Die Psychosomatische Reha wurde genehmigt und so konnte ich erst Mal für 5 Wochen raus aus allem. Mein Gedankenkarussell drehte sich wie verrückt. Meine Gefühle damals wie heute spielten verrückt. Okay, nach der Psychosomatischen Reha wurde dann auch die volle befristete Erwerbsminderungsrente genehmigt. Ich wurde am Rücken operiert, es folgten dann Arzt auf Arzt Untersuchungen (aber das hier ist ja jetzt das Thema Kaufsucht / Zwang).
Von meinem Arbeitgber erhielt ich dann Post, wow, ich bekomme Geld, muss nur etwas ausfüllen? Ich sah die Summe und mir wurde schwindelig. Übrigens die Verbraucherinsolvenz wurde dann in die Wege geleitet, ich bin aktuell Stand 2026 in der Verbraucherinsolvenz mit einer Summe in Höhe von ca. 31.000 Euro (Konsumgüter schulden, Kredite).
Ich füllte also den Bogen vom Arbeitgeber aus,dass ich über drei Jahre, 3x eine hohe Summe überwiesen bekomme, diese hohe Summe ist für jeweils zwölf Monate gedacht, in Verbindung mit meiner befristeten vollen Erwerbsminderungsrente, wäre ich noch immer unter dem Bereich um Normal leben zu können, wenn man das so rechnet.
Das Geld kam und was sollich Ihnen sagen? Nehmen wir das Beispiel von diesem Jahr: die zweite von drei Summen wurdeim Januar überwiesen, wir haben Mitte April und von den 10.000 Euro die für das gesamte Jahr bis zur nächsten Auszahlung gedacht waren, ist nichts mehr da. Ich lebe nun von der Rente.
Was habe ich gekauft? Nicht alles war unbedingt notwendig, ich hatte gehofft, dass ich wenigstens für ein paar Sekunden Glückshormone bekomme. Nichts... Und nun? Tja, die meisten Dinge die ich gekauft habe, musste ich wieder verkaufen um Geld für Lebensmittel zu haben. Bin ich denn glücklich? Nein. Ich bin psychisch und körperlich am Ende, ich spüre das Gefühl von Hoffnungslosigkeit, innere Leere, ich frage mich morgens schon noch, für was ich überhaupt aufstehe (nein,ich habe keine Gedanken mir den Stecker zu ziehen, ich werde danach auch immer gefragt, nein, den Gedanken habe ich nicht), ich spüre keine Freude, ich habe mich aufgegeben. Menschen um mich herum mit denen ich Kontakt habe wirken fremd auf mich. Ich hoffe, ich habe nicht zu viele Schreibfehler drin, hatte den Text in LibreOffice drin, die Rechtschreibkorrektur hat diesen Text überprüft.
Das war mein Beitrag (stark komprimiert, da fehlt noch so vieles) zum Thema "Kaufsucht / Kaufzwang - was hilft mir?"