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Hallo,

kann mir jemand erklären wie eine generalisierte Angststörung im Zusammenhang mit Zwangsgedanken stehen kann...? Ich verstehe da den Zusammenhang nicht. Ich leide unter ständiger frei flottierender Angst, nach mehreren Wochen kamen Zwangsgedanken dazu ( zum Beispiel beim Anblick eines Messers oder etwas anderem kn der Art)

Vielleicht kann mir das jemand erklären...? Danke!

13.12.2015 12:59 • 05.01.2019 #1


9 Antworten ↓


Zitat:
generalisierte Angststörung im Zusammenhang mit Zwangsgedanken stehen kann...?

Es gibt, meines Wissens von der Biochemie her, keine isolierten psychischen Krankheiten wie generalisierte Angststörung ODER Depression ODER Panikattacken.....

Es sind wie verschiedene Seiten einer Medaille. Das eine kommt immer mit dem anderen, je nach Person aber zu zT stark unterschiedlichen Anteilen.
Je nach Konstitution und Dauer kommt dann eher das eine oder das andere mehr in den Vordergrund.

Die Ursache liegt darin, dass bei diesen Krankheiten im Gehirn letztlich ein sehr ähnlicher Prozess stattfindet.
Zu wenig Serotonin führt zB halt dazu, dass man depressiv UND ängstlich wird.

[Selbstschädigende Zwangsgedanken sind mMn Ausdruck einer schweren Depression]

13.12.2015 13:28 • #2



Generalisierte Angststörung - Zusammenhang mit Zwangsgedanken?

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Hotin
Hallo Sarahhau,

so ganz genau weiß ich es nicht, ich versuche es aber mal zu erklären.
Eventuell kann das noch jemand besser als ich.

Eine generalisierte Angststörung ist das, wenn Du vor vielen Dingen
Angst hast. So etwas kennen ganz viele Menschen. Ich sage daher oft.
Das ist überhaupt nicht schlimmes.
Die allgemeine (generalisierte) Angststörung kann völlig unterschiedliche Stärke annehmen.
Angst wird immer stärker, wenn man vorübergehend die Kraft verliert,
Entscheidungen zu treffen und diese auch abzuspeichern.
Die Nervosität wird dann einfach zu groß.
Sehr gut erinnere ich mich an einen meiner Zwänge, nach dem abschließen meiner Autotür bis zu 5mal
zurück zu gehen und zu kontrollieren, ob ich auch abgeschlossen hatte.
Meiner Meinung nach war mein Zwang ( und zu der Zeit hatte ich noch andere Zwänge) dadurch entstanden,
das ich für meine berufliche Situation damals keine für mich geeignete Lösung fand. Ich hatte ein Haus
gekauft, fühlte eine Existenzbedrohung und hatte Angst vor finanziellem Absturz. Außerdem haben viele
"Freunde" und Bekannte mir versucht ihren Willen aufzudrücken, weil ich so schlecht "Nein" sagen konnte.
Dies war dann alles zu viel für mich.
Meine Zwänge, vor allem, der Kontrollzwang verschwanden bald wieder, wie von Geisterhand, als ich angefangen
hatte, ein Problem nach dem anderen zu lösen.
Dies fand ich am Anfang noch ziemlich schwierig.
Mein Psychologe hat mich damals ausgelacht, weil ich immer erzählt habe.
"Ich weiß, das ich es richtig gemacht habe, aber ich muss es immer noch mal kontrollieren."

Für mich entstehen Zwänge also vor allem, wenn die allgemeine Angst zu groß wird.
Meiner Meinung nach sollte man deshalb nicht an den Zwängen allein arbeiten, sondern an der allgemeinen
Angst. Ich befürchte, einen Zwang allein, kann man nicht wegbekommen.

Viele Grüße

Hotin

13.12.2015 13:35 • #3


Wenn es an dem Serotonin liegt, dann müsste das doch mit der Einnahme eines ssri erledigt sein, oder? Ich nehme Citalopram und es überfällt mich trotzdem immer wieder. Ich sehe ein Messer und denke: oh, was ist wenn du damit selbstmord begehst?! Und dieser Gedanke allein macht mich dann noch mehr ängstlich und mir geht es sehr schlecht. Will dann nicht mit mir alleine sein weil ich mir nicht traue! Ich hatte sowas noch nie! Woher kommt meine generalisierte Angst? Ich habe ja gar keine spezifische Angst, dass einem aus meiner Familie was schlimmes passiert oder sowas in der Art! Ich weiß einfach nicht wie ich wieder gesund werden soll. Ich bin mit allem überfordert! Alleine zu Hause zu sein, einkaufen zu müssen etc. Ich muss es ja trotzdem machen, dann denke ich, je öfter ich es mache, umso besser muss es ja werden. Aber das ist NICHT der Fall. Es wird immer schlimmer! Was also muss ich tun? Was kann ich tun? Das ist eine Qual!

13.12.2015 13:50 • #4


Zitat:
Wenn es an dem Serotonin liegt, dann müsste das doch mit der Einnahme eines ssri erledigt sein, oder?

-Medikamente schlagen in etwa von 50% an
-vorherige Einnahme kann die Wirkung verändern.

Du weißt doch genau, dass die Medis wirken, weil sie doch bei dir gewirken haben.
Hast doch eines über Jahre genomme, denke ich?

Das Problem ist eben, dass bei Absetzen und neu Ansetzen, die Wirkung eben nicht die Gleiche sein kann/muss bzw. auch ausbleiben.

13.12.2015 14:01 • #5


Bedeutet das, ich muss ein anderes nehmen? Wieso verschreibt mir mein Neurologe dann genau das gleiche? Müsste er das nicht wissen?

13.12.2015 14:04 • #6


Zitat:
Bedeutet das, ich muss ein anderes nehmen?

Wenn dir deine jetztige Medikation nicht hilft.
Man muss aber wissen, dass es die ersten Wochen 1-3 Wochen zu einer Erstverschlimmerung kommen kann.
Wenn das Medikament dir also früher sehr gut geholfen haben sollte, würde ich noch abwarten, um definitiv auszuschließen, ob es das nicht mehr tun wird.

[Übrigens:
Manchmal dauert es sogar deutlich länger als 3 Wochen.
Du hast doch Erfahrungen mit dem Medi. Wie lange hat es denn beim letzten mal gedauert bis die Wirkung eintrat?]

Zitat:
Wieso verschreibt mir mein Neurologe dann genau das gleiche? Müsste er das nicht wissen?

Auch wenn es sich paradox anhört:
Einerseits gerade weil es früher geholfen hat und man hofft, dass es das wieder wird, andererseits kann niemand vorher wissen, ob es noch einmal so gut wirkt wie früher.

13.12.2015 14:07 • #7


Ich bin am Montag in der 10. Woche mit escitalopram. Ich habe das Gefühl mein Ängste werden immer paradoxer! Als ich es damals nahm, das war ca. 2008 (ich muss echt überlegen) da war ich weder in der Situation, dass ich alleine wohnte, noch dass ich in einer anderen Stadt als meiner Freunde gewohnt haben. Es war alles ganz anders. Damals nahm ich Citalopram. Jetzt escitalopram. Ich kann mich nicht an eine Minute erinnern, wo ich unter Zwangsgedanken, suizidgedanken oder solch frei flottierendes Ängste gelitten habe! Alles konisch

13.12.2015 14:31 • #8


Ich war auch noch viel jünger als jetzt... Ich habe meinen Neurologen gesagt, dass ich ich der Meinung sei, das Citalopram besser vertragen zu haben. Er sagte mir, er denkt nicht, dass sich groß was ändert wenn ich wieder zum Citalopram wechsel.

13.12.2015 14:34 • #9


Hallo!

Ich habe vor 2 Monaten die Diagnose " generalisierte Angststörung " bekommen.
Mit den Ängsten konnte ich einigermaßen gut umgehen, nur haben sich seit 4 Wochen Zwangsgedanken zum Thema " Realtität der Welt und anderen Menschen " gebildet.
Auf dieses Thema bin ich durch Zufall gestoßen und seitdem geht es mir nicht aus dem Kopf. Ich steigere mich viel zu sehr rein und ich habe auch noch sehr viele unverarbeitete Baustellen, welche ich in meiner Psychotherapie besprechen werde.

Der Artikel " de.calameo.com/read/005789911af8a77c4edbe " beschreibt meine Zwangsgedanken eigentlich sehr sehr gut.
Nur werden diese Gedanken irgendwie immer schlimmer und lästiger und nerven einfach nur noch. Ich werde ab diesem Jahr ein Medikament nehmen und hoffen, dass diese besser werden.

Sind dies überhaupt Zwangsgedanken?
Jedes mal wenn ich etwas mache, kommt der Gedanke, dass dies nicht wirklich sein könnte, sondern nur Einbildung. Ich weiß, wenn ich an die Zeit vor 2 Monaten denke, dass das absoluter Schwachsinn ist und ich überhaupt keine Ahnung habe, wieso mir das Angst macht. Habe ich etwas noch nicht verarbeitet oder was soll mir dieser Gedanken sagen?
Es nervt einfach nur noch

05.01.2019 16:41 • #10



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