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Seit ein paar Jahren quält mich eine Nostalgie meiner Teenagerzeit. Ich habe den irrationalen Wunsch zurück zu gehen in die Unbekümmertheit der Jugend.

Versetzte ich mich mental und mittels Musik und anderen Anker in diese Zeit, geht es mir blendend - keine Ängste mehr - wie damals. Die GAS begann etwas später mit ca. 19-20 Jahren

Was ist nur schief gelaufen ?

13.01.2011 20:56 • 15.01.2011 #1


13 Antworten ↓


Hallo Sifu,
womöglich hast du unterwegs von der Jugend zum Erwachsenen vergessen auf Dich zu achten.
Es könnte sein das Du den Punkt verpasst hast wo Du angefangen hast Dir zuviel zu zu muten und zuviel Verantwortung übernommen hast.
Doch das ist änderbar.
In der Jugend wird im Verhältnis wenig von einem erwartet.
Keine Sorgen wegen Miete, Job, Rechnungen, Versicherungen, essen, einkaufen, Haushalt etc.
Und nun sitzt man als Erwachsener da und weiß manchmal nicht was man zuerst machen soll.
Und es sind Leute um einen rum die was von einem wollen: hilf mir mal, kannst Du mal machen, erledigen Sie das.....und so weiter.
Nun, es könnte helfen sich abzugrenzen. Die Dinge tun die nach eigener Meinung wesentlich sind. Freizeitstress und zuviele Aufgaben im Job regeln udn reduzieren.
Sich weg träumen kann schon mal gut tun aber zu oft ist das nix. Man verliert den Bezug zur Realität und verliert sich in der Nostalgie.....was letztlich die Sache noch komplizierter macht finde ich.
LG
Seelchen

13.01.2011 22:05 • x 1 #2



Zurück in die Zunkunft ?

x 3


Zitat von Seelchen13:
Hallo Sifu,
womöglich hast du unterwegs von der Jugend zum Erwachsenen vergessen auf Dich zu achten.
Es könnte sein das Du den Punkt verpasst hast wo Du angefangen hast Dir zuviel zu zu muten und zuviel Verantwortung übernommen hast.



Hallo Seelchen,

ich denke das ist der Punkt. Ich mußte von meinen Eltern gezwungen eine unliebsame Ausbildung machen und mit 19 dann schon funktionieren mit eigener Wohnung etc.

Erst nach Jahren habe ich den Absprung geschafft und hole jetzt meine verlorene Jugend nach.

LG

Sifu

13.01.2011 22:54 • #3


Hallo Sifu

Ich bin heute über 50 Jahre alt, und versetze mich auch gelegentlich
ganz bewusst in die Zeit meiner Jugend.

Dies hat dann meistens zwei Seiten:

Die Positive, ich kann für einen Moment die derzeitige Situation vergessen,
und in der schönen Erinnerung wieder neue Kraft sammeln.

Die Negative, ich denke entsetzt daran, wie ich damals mit meinem heutigen
Wissen, mein Leben in völlig andere (bessere und gesunde) Bahnen hätte
lenken können.

Ist schon komisch das alles, Der Beobachter

14.01.2011 13:24 • #4


Zitat von Beobachter:
Die Negative, ich denke entsetzt daran, wie ich damals mit meinem heutigen
Wissen, mein Leben in völlig andere (bessere und gesunde) Bahnen hätte
lenken können.




Hallo Beobachter,

schau mal diese Geschichte hier:

Eine alte chinesische Geschichte erzählt von einem Bauern in einem armen Dorf. Er galt als reich, denn er besaß ein Pferd, mit dem er pflügte und Lasten beförderte.

Eines Tages lief ihm sein Pferd davon.
Seine Nachbarn riefen, wie schrecklich das sei, aber der Bauer meinte nur: Vielleicht“.
Ein paar Tage später kehrte das Pferd zurück und brachte zwei Wildpferde mit.
Die Nachbarn freuten sich alle über sein günstiges Geschick, aber der Bauer sagte nur, „Vielleicht.

Am nächsten Tag versuchte der Sohn des Bauern, eines der Wildpferde zu reiten; das Pferd warf ihn ab und er brach sich beide Beine. Die Nachbarn übermittelten ihm alle ihr Mitgefühl für dieses Missgeschick, aber der Bauer sagte wieder, Vielleicht.

In der nächsten Woche kamen Rekrutierungsoffiziere ins Dorf, um die jungen Männer zur Armee zu holen. Ein Krieg mit dem Nachbarkönigsreich bahnte sich an.
Den Sohn des Bauern wollten sie nicht, weil seine Beine gebrochen war.

Als die Nachbarn ihm sagten, was für ein Glück er hat, antwortete der Bauer:Vielleicht.
Und was ich mir aus dieser Geschichte „heraussauge“?

Es ist doch oft so: Man erlebt manchmal ein großes Missgeschick, hadert mit seinem Schicksal. Und was man als Unglück oder Pech empfunden hat, stellt sich im Nachhinein als Glück heraus. Immer das Positive aus einer Geschichte herausfiltern

Sifu

14.01.2011 15:12 • #5


Hallo Sifu

Ich finde diese Geschichte super.

Sie sagt mir, alle Ereignisse (Momentaufnahmen) sind erst einmal wertfrei zu betrachten,
und möglichst so auch anzunehmen.

Im tiefsten Inneren wollte ich mein zurückliegendes Leben eigentlich auch nicht wirklich
gegen ein Anderes eintauschen wollen.
Wer weiss, wozu all diese (scheinbar negativen) Erfahrungen und Erlebnisse doch noch
einmal gut sein werden.

Hoffnung und Zuversicht aus einem anderen Blickwinkel (?), Der Beobachter

14.01.2011 15:32 • #6


Hallo Sifu,
womöglich hast du unterwegs von der Jugend zum Erwachsenen vergessen auf Dich zu achten.
Es könnte sein das Du den Punkt verpasst hast wo Du angefangen hast Dir zuviel zu zu muten und zuviel Verantwortung übernommen hast.

Wenn du damit deine Angst erklärt hast finde ich das toll.
Also ich als ältestes Mädchen mit 5jüngerne Geschwistern habe früh Verantwortung gelebt.
Das hat mich erweitert. Nur so viel zu zuviel Verantwortung.
Auf mich konnte ich nicht achten, ich machte nichts richtig.
Ich habe verantwortungsbewusst auf meine Geschwister geachtet, aber das ich mal
Lob oder Anerkennung dafür erhalten hätte, das Gegenteil geschah.
Weil ich ein Mädchen war musste ich früh zuhause sein.
Weil ich ein Mädchen war mussten meine Eltern auf mich achten, sagten Sie
Weil ich ein Mädchen war, musste ich schweigen wenn die Herren sich unterhielten.
Weil ich ein Mädchen war, galt ich als Schnippisch, Vorlaut und Dumm.
Ich war ein Kind und ich konnte nicht auf mich achten oder habe auf mich so gut wie ich konnte geachtet.

Mich haben bis in meine spätere Zukunft hinein, genau diese Verdrehungen belastet.
Wie eine Aufziehpuppe habe ich Jahrelang wie auf Knopfdruck reagiert
Bemerkte ich das dann habe ich mich über mich selber geärgert.
Ich habe mir Gefühle verboten, ja wenn ich dachte - es ist egal ob ich bin oder nicht bin- dann habe ich das ganz schnell weggedrückt, so erdrückend war dieses Gefühl.
Ich habe mir Gedanken verboten wie auch Worte usw

Na klar, heute ist das mein Wissen.

14.01.2011 16:37 • #7


Zitat von Beobachter:
Hallo Sifu

Ich finde diese Geschichte super.

Sie sagt mir, alle Ereignisse (Momentaufnahmen) sind erst einmal wertfrei zu betrachten,
und möglichst so auch anzunehmen.

Im tiefsten Inneren wollte ich mein zurückliegendes Leben eigentlich auch nicht wirklich
gegen ein Anderes eintauschen wollen.
Wer weiss, wozu all diese (scheinbar negativen) Erfahrungen und Erlebnisse doch noch
einmal gut sein werden.




Hallo Beobachter,

das Ganze hat schon was Religiöses:

Inch Allah sagen die Moslems

Dein Wille geschehe sagen die Christen

Der Gedanke findet sich in JEDER alten Religion.

Grüße

Sifu

14.01.2011 17:01 • #8


Zitat von Wespe:
Weil ich ein Mädchen war musste ich früh zuhause sein.
Weil ich ein Mädchen war mussten meine Eltern auf mich achten, sagten Sie
Weil ich ein Mädchen war, musste ich schweigen wenn die Herren sich unterhielten.
Weil ich ein Mädchen war, galt ich als Schnippisch, Vorlaut und Dumm.
Ich war ein Kind und ich konnte nicht auf mich achten oder habe auf mich so gut wie ich konnte geachtet.




Hallo Wespe,

ja früher hat man Mädchen so gegängelt. Mein Tochter habe ich aber ganz anders erzogen und sie strotzt nur vor Energie und Selbstbewußtsein !!

Grüße

Sifu

14.01.2011 17:03 • #9


hallo,
ich hatte eine unbeschwerte schöne Kindheit und Jugend. Auch für mich galten Mädchen-Benimm-Regeln und für mich galt, wie ich sie am Besten aushebeln kann. Es gab keine großen Strafen und ich erkämpfte mir meine Freiheiten, wenn es sein mußte, dann prügelte ich mich auch.

Meine Mutter bedauerte sehr, daß ich so gar nicht häuslich war und lieber mit Vater und Bruder musikalisch unterwegs war. Ich liebe Tiere und den freien Himmel und so war ich eigentlich als Kind auch schon bei jeder Gelegenheit ausgebüxt...auch nachts schlief ich gerne in der Scheune und auf dem Stalldachboden.

Mit 16 war ich dann gar nicht mehr zu bremsen und nur unterwegs, gerne schon auch mehrere Tage am Stück. Aber es war niemals ein Thema, daß ich nicht wieder zu den Eltern nach Hause kommen durfte. Die Tür war immer für mich geöffnet. Mein Vater war mein bester Freund.

Es gibt ein Lied von den Toten Hosen, das ich gerne anhöre und dann auch an viele Dinge von Früher denke. Es geht mir dabei eigentlich sehr gut, denn es kommt darin eine Zeile vor, die ich sehr wichtig finde, um im weiteren Leben Kraft zu schöpfen:

...es ist gut, wie's war und es ist gut, wie's ist...



Mit knapp 22 J. übernahm ich dann jede Verantwortung für alles (Wohnung, Kind, Arbeit), die ich ein Leben lang sehr ernst nehme. Ich habe Abstand zu dieser Zeit und erziehe/erzog meine Töchter mit der selben gütigen Freiheit und Selbstentscheidung, die ich auch erfahren durfte und sterbe dabei auch 1000 Todesängste.

Trotzdem bin ich bei mir geblieben. Es sind zwar entsprechend auch Lebenserfahrungen vorhanden, aber in mir bin ich noch immer das Mädchen, daß nach Dimensionen greift, die mir nicht zugedacht scheinen.

Liebe Grüsse

14.01.2011 18:44 • #10


Zitat von Sifu:
Zitat von Wespe:
Weil ich ein Mädchen war musste ich früh zuhause sein.
Weil ich ein Mädchen war mussten meine Eltern auf mich achten, sagten Sie
Weil ich ein Mädchen war, musste ich schweigen wenn die Herren sich unterhielten.
Weil ich ein Mädchen war, galt ich als Schnippisch, Vorlaut und Dumm.
Ich war ein Kind und ich konnte nicht auf mich achten oder habe auf mich so gut wie ich konnte geachtet.




Hallo Wespe,

ja früher hat man Mädchen so gegängelt. Mein Tochter habe ich aber ganz anders erzogen und sie strotzt nur vor Energie und Selbstbewußtsein !!

Grüße

Sifu



Sifu, sag mal kannst Du auch ganze Texte lesen?
Dann kann man gut beim Thema bleiben.
Dein Wille geschehe,na klar.
Mein Wille geschehe so haben es mir die STernengeschwister des Lichts gezeigt.
Was soll Urschöpfer mit lauter Jasagern, zunickern, vielleicht einnicken.
Ich bin der Gott über meinen Körper und ich freue mich wenn die Energie in mir fließt.
Wenn ich meinen Sinn lebe dann geschieht Urschöpfers Wille.
Wenn ich nur auf meinen Kopf achte und den Rest vernachlässige dann muss ich mich nicht wundern wenn mir die Füße einschlafen und noch mehr.
So etwas ist bestimmt kein Universum der bedingungslosen Liebe und ich müsste fragen ob der Herr der Liebe noch alle Tassen im Schrank hat.

Wenn ich weder weiß wer ich bin, noch was ich will, mich ängstlich nach dem Vorbild ausrichte, dann bin ich zu benutzen aber mehr auch nicht.
Frei fließende Energie ist die Wonne, anstelle des unterdrückten Staus.
Nett das deine Tochter anders begleitet wird als ich das noch im Allgemeinen so kenne und sehe.
Mit meinem Beitrag wollte ich in erster Linie aufzeigen das die Verantwortung eine Bereicherung ist, jedoch das Missachten und das Benutzen von Menschen, in mehrfach verdrehter Weise die Energie und Kraft rauben soll.
Hat eine lange Zeit geklappt

14.01.2011 19:12 • #11


Freut mich für Dich, Anna10 !

15.01.2011 13:47 • #12


Hallo Sifu

Mit Religion, im Sinne übergeordneter Mächte, habe ich
eigentlich keine Glaubensverträge.
Ich sehe dieses sehr gute Sprichwort eher pragmatisch.

Viele Grüsse, Der Beobachter

15.01.2011 16:17 • #13


Zitat von Beobachter:
Hallo Sifu

Mit Religion, im Sinne übergeordneter Mächte, habe ich
eigentlich keine Glaubensverträge.
Ich sehe dieses sehr gute Sprichwort eher pragmatisch.

Viele Grüsse, Der Beobachter


Aus Pragmatismus sind auch die meisten Religionen entstanden

Viele Grüße

Sifu

15.01.2011 18:58 • #14



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