Zitat von User_0815_4711: Der hat mich auf Grund seines Lebensstils "überzeugt" und einen Weg vorgelebt, von dem ich mir wirklich was abgeschaut habe. Niemals ist dieser Mensch als Lehrer aufgetreten. Rein durch sein Leben. Das meine ich vor allem mit weitergeben.
Ja, so etwas meine ich auch.
Der Reiz der Weitergabe - man gibt ja nicht nur, man nimmt auch - liegt ja gerade auch darin, etwas prinzipiell anderes kennen zu lernen, ähnlich der guten Idee, aus der Merkmalsverstärkung der Verwandtenselektion herauszukommen.
Zitat von User_0815_4711: Bist du das gewesen, der meiner Einstellung Spiritualität zugeschrieben hat?
Ich glaube ja.
Spirituelle Ideen müssen sich nicht in - oft kitschiger - spiritueller Schwärmerei ausdrücken.
Wir teilen die Auffassung, dass es kein Ich gibt - wenn ich mich recht erinnere - die Versionen dieser Erzählung sind immer etwas anders, aber oft spirituell. Diese liegt dann vor, wenn die Erkenntnis eine Konsequenz für die Lebenspraxis hat, die Einstellung anderen gegenüber und dergleichen.
Es gibt zig Spielarten dessen, was Chögyam Trungpa spirituellen Materialismus genannt hat, das ist eine im besten Fall plumpe - weil man es dann schnell durchschauen kann, zumindest die anderen - und im weniger guten Fall subtile - weil man sich bei aller Aufrichtigkeit noch selbst etwas vormachen kann - Anhaftung, man fühlt sich besser, wichtiger, weiter entwickelt, weil man ja nun obendrein auch noch spirituell ist, was dann eine Spielart des Hochmuts oder narzisstischer Eitelkeit ist. Meister Eckhart hat das für den Westen treffend beschrieben.