Pfeil rechts

Ich bin neu in diesem Forum und mit Foren, chat usw. kaum Erfahrung. Daher bitte ich um Nachsicht, wenn ich technisch da nicht gleich durchsteige.

Ich hatte vor Jahren eine Krebserkrankung (Brustkrebs) und schob viele Beschwerden auf die Nachwirkungen der sehr aggressiven Krebstherapie. Meine Ängste hatten sich im Laufe der Jahre aber derart gesteigert, dass ich nun endlich der Sache auf den Grund gehe. Ich habe eine generalisierte Angststörung entwickelt und in meinem Leben schon einige traumatisierende Erfahrungen gemacht.

Ich würde mich freuen zu erfahren, wie andere damit umgehen. Ich habe eine Gesprächstherapie beim Psychotherapeuten begonnen und bekomme auch Medikamente. Was kann ich selbst tun um mich besser zu fühlen? Ich nehme Venlafaxin 75 mg am Abend, aber kann trotzdem nicht länger als ca. 3-4 Stunden schlafen.
Danke für jeden Tip!

31.03.2012 12:27 • 03.04.2012 #1


6 Antworten ↓


HeikoEN
Venlafaxin ist ein relativ verbreitetes Medikament und u.a. auch für die generalisierte Angst einzusetzen. 75mg sind die kleinste Menge, es geht normal bis auf 150 hoch.

Für Dich selber kannst Du eine Menge tun!

Entspannung ist ganz wichtig. Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobsen.

Ein bischen Bewegung ebenfalls! 30 Minuten am Tag stramm spazierengehen, erdet Dich und ist für den Körper sehr gut. Hast Du Hobbys? Dann ran. Wichtig ist, dass Du dich um dich selber kümmerst!

Mit Entspannung und körperlicher Bewegung oder Ausgleichbewegung wird das mit dem Schlafen ggf. auch besser.

Wenn das nicht alles sofort hilft, habe Geduld. Setze Dich nicht unter Druck.

31.03.2012 20:29 • #2



Was tun, um mich besser zu fühlen? Angststörurung

x 3


Während einer Reha, die ich zur Besserung meines Lymphödems Ende 2010 machte hatte ich Gelegenheit zum Beispiel Atemgymnastik kennenzulernen. Es hat mir sehr gut getan. Ich habe auch das Gefühl, dass ich immer zu flach atme.
Danke für die Tips. Es ist immer so ein Riesen-Berg, so vieles was man beherzigen will und in seinen Tag einbauen. Leider neige ich dazu immer alles perfekt machen zu wollen. Und fast noch schlimmer: Immer über meine Kräfte zu gehen. Ich habe meine 3 Kinder allein erzogen und obwohl sie inzwischen selbständig leben und mir eine große Hilfe sind, stecke ich immer noch in dem alten Fahrwasser drin: "Alles schaffen zu müssen, immer stark sein usw.". Aber ich werde deinen Rat befolgen mich nicht unter Druck zu setzen und mir Zeit zu geben.
Vielen Dank für deine Antwort.

01.04.2012 12:51 • #3


Lilly1636
Huhu! Willkommen im Forum!
Ich leide auch unter einer generalistischen Angststörung! Venlafaxin hilft mir momentan sehr gut! Seid dem ich dieses Antidepressiva nehme habe ich keine Unruhe mehr und Panikattacken sind auch keine mehr aufgetreten - Ängste kommen nur noch durch, wenn es einen Grund gibt (ich hab angst vor Tod, krankheiten bei meiner Familie und Tieren)... dann nur noch leicht nicht mehr so krass... eine Verhaltenstherapie möchte ich demnächst beginnen, aber leider is es nicht so einfach nen Therapieplatz zu bekommen... Mein Psychologe hat mir empfohlen 150mg am morgen und 150mg am Abend zu nehmen, also bin ich bei 300 mg! Zuerst nahm ich Citalopram und war bei 40 mg, hatte aber ständig unruhe und war so nicht zufrieden^^ da fragte ich ob er mir nicht was anderes empfehlen kann

01.04.2012 14:41 • #4


HeikoEN
Zitat von rosinchenwald:
Es ist immer so ein Riesen-Berg, so vieles was man beherzigen will und in seinen Tag einbauen. Leider neige ich dazu immer alles perfekt machen zu wollen. Und fast noch schlimmer: Immer über meine Kräfte zu gehen.


Schau mal hier:

http://www.ratgeber-panik.de/umgang-mit-der-angst/perfektionsdrang-stoppen.php

Perfektion ist einer der kleinen Mosaiksteine.

Mache Dir auch mal klar, dass die Erkrankung NICHT UMSONST da ist in Deinem Leben. Ich bin da mal ganz vorsichtig, weil es einen esoterischen Anschein hat, so eine Aussage und viele Betroffene GERNE die Verantwortung für sich selber und für die Krankheit abgeben wollen an beteiligte Ärzte...

Zitat von rosinchenwald:
Ich habe meine 3 Kinder allein erzogen und obwohl sie inzwischen selbständig leben und mir eine große Hilfe sind, stecke ich immer noch in dem alten Fahrwasser drin: "Alles schaffen zu müssen, immer stark sein usw.". Aber ich werde deinen Rat befolgen mich nicht unter Druck zu setzen und mir Zeit zu geben.


Ja, es muss ein umdenken erfolgen. In kleinen Schritten. Ziel: "Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht alles schaffen im Leben. Du machst Fehler. Du....".

Mit drei Kindern warst Du aber genau und jahrelang in der Rolle drin, alles das NICHT zu dürfen, weil Verantwortung, Vorbild usw. solche Zwänge sind, denen man entsprechen muss.

Jetzt ist die Zeit, wo Du an dich denken musst. Immer, durchgehend, von daher müssen Freizeit, Entspannung, und der Gedanke "Ich, ich, ich..." zuerst kommen. Es darf nicht kognitiv gesteuert sein, so nach dem Motto: "Ach meine leidigen Entspannungsübungen muss ich noch machen...". Das klappt nicht

01.04.2012 16:54 • #5


Hallo Lilly1636
ich danke dir dass du mir geantwortet hast. Das Venlafaxin hat mir mein Frauenarzt verschrieben, gegen das nächtliche Hitzegefühl, Hormone darf er mir nicht geben, da mein Tumor Östrogen-abhängig war. Gegen die Hitzeflashs hat das Mittel super geholfen, doch ich spüre noch immer eine innere Unruhe (fast wie ein Vibrieren) in der Nacht und auch noch am Morgen. Wenn ich nur wüsste ob es von dem Venlafaxin kommt (ich nehme dies ja am Abend ein) oder Angst-Symptome sind. Ich finde den Vergleich deines Arztes mit dem Jeans-Kaufen sehr treffend und möchte nicht viel mit verschiedenen Medikamenten herumexperimentieren.
Wie lange nimmst du das Venlafaxin schon?
Bei mir sind es erst knapp 4 Wochen (einschleichend begonnen mit 37,5 mg und erst seit 23.3. nehme ich 75 mg. Kann es wirklich Wochen dauern bis sich der Körper daran gewöhnt hat?
Viele Grüße
Rosinchen

03.04.2012 09:26 • #6


[quote="HeikoEN"]


Mache Dir auch mal klar, dass die Erkrankung NICHT UMSONST da ist in Deinem Leben. Ich bin da mal ganz vorsichtig, weil es einen esoterischen Anschein hat, so eine Aussage und viele Betroffene GERNE die Verantwortung für sich selber und für die Krankheit abgeben wollen an beteiligte Ärzte...

Hallo HeikoEN

Oh ja, das habe ich auch so gesehen. Mein Körper hat die Notbremse gezogen. Leider hatte ich am Tag, als mir der Arzt gesagt hat dass ich Krebs habe ein traumatisierendes Erlebnis bei einer Behörde. Ich stand wochenlang ohne finanzielle Hilfe da (2 meiner Kinder Schüler, einer Auszubildender im 2. Lehrjahr) finanziell noch von mir abhängig. Jahrelang war ich danach arbeitssüchtig.Ich knabbere noch immer daran, bekomme dieses Erlebnis einfach nicht aus meiner Seele raus.
Es taucht immer wieder eine ungeheuere Lebensangst auf.

Ich hatte vieles schon so gut im Griff: das Lymphödem einigermaßen im Griff, Sport gemacht, gelernt auf gute Ernährung zu achten usw. Dann brach ich mir im Sept 201 beim Sport das Handgelenk und durch das Ödem kam es zu Komplikationen bei der Heilung. Ein enormer Rückschlag für mich, doch nach einigen Wochen sah ich das positive daran. Denn dadurch lernte ich auch endlich mal dass ich mich auch mal ausruhen darf und sogar muss.
Nur nachts da bin ich anscheinend immer noch auf "Volle Leistung" gepolt. Ich wache nach wie vor um 5 Uhr früh auf, damals musste ich so früh aufstehen um vor der Fahrt zur Arbeit noch möglichst viel an Hausarbeit zu erledigen (Habe Vollzeit gearbeitet damals)Nachts sind auch die Angstattacken am schlimmsten. Tagsüber bekomme ich sie besser in den Griff.
Vielen Dank für deine Antwort

03.04.2012 09:48 • #7




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Mira Weyer