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201607.12




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Hallo, ich muss hier mal um eure Meinungen fragen, da ich nicht mehr weiter weiß.
Seit 4 Jahren habe ich Probleme mit einem Nachbar, er ist sehr laut, hält sich nicht an Ruhezeiten, Radio läuft oftmals so laut das ich meinen Fernseher nicht mehr verstehen konnte. Mit dem Mann reden war sinnlos, mehrfach habe ich mich beim Vermieter beschwerd, eine Weile war dann immer Ruhe aber nicht dauerhaft. Nach dem letzten Vorfall, als der Typ wieder völlig betrunken nachts herumbrüllte und Radio bis zum Anschlag aufdrehte, habe ich meine Wohnung gekündigt. Überstürzt habe ich mich für eine andere Wohnung entschieden, sie wirkte nicht ideal aber schöner Blick in die Natur und gerade noch bezahlbar.
Nun war ich schon öfter in der neuen Wohnung, ein Teil der Möbel ist schon dort und ich fühle mich absolut nicht wohl, ich könnte nur noch heulen. Die Gegend ist nicht die beste, einige Möbel passen nicht rein, da die Wohnung kleiner ist, die Miete ist für mich gerade so bezahlbar, die Wände sind hellhörig, der Mieter unter der Wohnung schwer krank gibt ständig laute Töne von sich, richtig reden kann er nicht mehr und Tag und Nacht Strassenlärm. Leise ist es nicht, die gesuchte Ruhe finde ich vermutlich nicht.
Jetzt würde ich am liebsten in meiner alten Wohnung bleiben, da ich viele Verschlechterungen in der neuen sehe aber die alte ist auch nicht perfekt und ich habe Angst meinen alten Vermieter zu fragen ob ich wohnen bleiben kann, kommt mir irgendwie blöd vor. Die Möbel müssten zurück transportiert werden, das kostet Geld, da ich Hilfe brauche von fremden. Ich bin gerade am verzweifeln, mache mir sorgen das ich in Zukunft in dieser kleinen Wohnung festsitze und noch unglücklicher bin als vorher.
Hat jemand mal etwas ähnliches erlebt?
Ist das nur die Panik vor Veränderung?
Ich kann überhaupt nicht mehr klar denken.

Auf das Thema antworten


691
NordWestSchweiz
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  07.12.2016 09:15  
Hai

Eine verzwickte Situation, in der du da steckst

Fakt ist, dass die alte Wohnung aufgrund des süffigen, lauten Nachbarn nicht mehr tragbar für dich ist. Eine Veränderung musste also her. Du hast dir die neue Wohnung ja vorher angesehen und sie als akzeptabel befunden, sonst hättest du sie nicht genommen. Sooo schlimm kann sie also nicht sein. Nicht perfekt, aber auch nicht unmöglich

Ich bin Sozi, wie du. Von daher halte ich den emotionalen Aspekt, den eine solche Veränderung mit sich bringt, schon für relevant. Wir haben's ja mit dem adaptieren an neue Situationen nicht so, ne? :wink: Irgendwo hat man sich ja an die alte Umgebung, mitsamt ihrer Macken, gewöhnt. Das kann soweit gehen, dass man diese kleinen Nervigkeiten sogar vermisst. Wie das für dich ist, darüber kann ich nur spekulieren. Das musst du für dich selbst überprüfen

Was ich selbst an deiner Stelle tun würde: ich würde mich versuchen an die neue Wohnung zu gewöhnen. So'n paar Monate wirken lassen und gucken ob sich die Wahrnehmung verändert. Gib ihr eine Chance, sich als dein Heim und Wohlfühlort zu beweisen. Wenn nicht, dann kann man sich immer noch nach etwas Neuem umsehen. Der Markt ist da und hat viel zu bieten. Aber: die alte Wohnung ist vorneweg gar keine Option. Mit den Gegebenheiten warst du nicht glücklich und wirst es wohl auch bei einem zweiten Versuch nicht. Das ist meine Ansicht und ich denke, du wirst mir da auch zustimmen

Ich wünsch' dir alles Gute



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  07.12.2016 09:28  
Da hat @EcoDan recht. Es gibt außerdem keine Mietwohnung, in der man nicht irgendwas von den Nachbarn mitbekommt. Aber wenn man erstmal eingerichtet ist, die Möbel alle da stehen wo sie sollen, Bilder angebracht sind, dann verflüchtigen sich auch manche Töne, die man in einer fast leeren Wohung noch hört und für einen ungewöhnte Geräusche werden vertrauter und nicht mehr so exakt wahrgenommen.
Natürlich hast du Angst nach dieser Erfahrung, sie würde dich in der neuen Wohnung verfolgen. Ich habe hier ebenso meine unmöglichen Nachbarn und Wohnqualität einschränkende Umstände und doch war es in jeder anderen Mietwohnung auch so: irgendwas ist immer.

Danke1xDanke


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Niedersachsen
4258
  07.12.2016 09:57  
Ich kann das so gut nachfühlen, Ani.
Ich werde heute endgültig in eine neue Wohnung ziehen. Meine ganzen Sachen sind
schon seit einigen Tagen dort, nur ich fehle noch. :wink:
Und ich sitze hier und habe fast einen Herzkasper vor Aufregung.
Ich habe auch immer Angst vor Veränderungen.
Ich versuche mich durch eine größtmögliche Kontrolle der Gegebenheiten zu beruhigen..
...ich habe schon die Standorte sämtlicher Geschäfte und Behörden in meinem
neuen Wohnort gecheckt, sogar den Straßenbahnfahrplan, etc.
Ich weiß, daβ es eine übersteigerte Angst ist.
Ich weiß auch, daβ ich nicht alles kontrollieren kann.
Vielleicht zieht schon nächste Woche ein furchtbarer Mensch in das Haus ein, weiß man' s ?
Das entzieht sich meiner Kontrolle.
Ich versuche einfach ruhig zu bleiben und es alles auf mich zukommen zu lassen.
Es ist kein Weltuntergang. :stirn Ist nur ein Umzug, sage ich mir.

Alles Gute.



  07.12.2016 10:52  
Hatte auch jahrelang einen Dro.dealer unter mir wohnen, bei dem fast täglich sehr laute Party in der Regel bis nachts um 3 war.
Der Krach war so laut, dass die Gläser in den Schränken mitklirrten und ich oft wo anders schlafen musste um überhaupt noch
Nachts zu Schlaf kommen zu können. Irgendwann wurde er dann gegangen, weil er zu viele Anzeigen bekommen hat, von allen
hier in der Gegend. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich keinen Schritt in diese Wohnung getan. Aber sowas weiß man halt vorher
nie. Also sei froh dass ein ruhiger Opa, der ab und zu mal einen Piep von sich lässt unter Dir wohnt, einen Schwingboden für Schall
wird er mit Deiner Wohnung wohl nicht machen. Du hast positive Dinge angesprochen, konzentrier Dich also auf die Vorteile gegenüber
Deiner früheren Wohnung. Versuch Dich einzugewöhnen und vergegenwärtige Dir immer wieder die positiven Sachen im Vergleich
zu der früheren und wenn Du an den Krach und Ärger Deines Untermenschen denkst, dann wirst Du merken, dass sich das schnell
zu einem sehr großen Vorteil summiert. Genieß die schöne Aussicht und freu Dich daran, die Wohnung zu gestalten. Wieder in die
vorherige Wohnung zurück zu ziehen, wäre unvernünftig. Vertraglich ist schon alles geregelt und Du hättest noch mehr Ärger,
zumal sicher schon der Nachmieter in den Startlöchern steht. Veränderungen fallen auch mir schwer und so ein Wohnungswechsel
ist da nicht ohne, aber sei froh, dass Du diesen irren Nachbarn los hast. Die können einem das Leben nämlich zur Hölle Schlaflos
machen! Noch einen Monat länger und ich wäre bei mir auch ausgezogen, hatte aber Glück dass er irgendwann verschwunden ist.
Seitdem ist es in Ordnung und Du darfst nicht vergessen, in einer Mietwohnung in einem Haus mit vielen Bewohnern ist immer irgend etwas!



  07.12.2016 11:32  
Übel wenn man so Nachbarn hat. Bei mir im Haus auch oft vorgekommen, aber da kann man alleine nicht viel ausrichten. Aber nur alleine nicht. Wir haben hier im Haus so eine Art heimlichen Zusammenhalt, und standen schon öfter vor derartigen Problemen. Wichtig ist das man sich verbündete Nachbarn sucht, dann alles ganz penibel (auch Kleinigkeiten) dokumentiert mit Datum/Uhrzeiten etc. Das macht man zirka 3 Monate und verfasst danach mit den Nachbarn im Umfeld des Betroffenen eine schriftliche Beschwerde wo alle unterschreiben. Da die Probleme danach in den meisten Fällen weiter bestehen geht alles von vorne los und man dokumentiert. Danach wieder eine Beschwerde mit Ankündigung aller auf Mietminderung. Bei der dritten und letzten Beschwerde (insofern keine Besserung) ziehen die betroffenen Parteien einen Anwalt hinzu und kündigen eine Mietminderung an, hat bei uns hier wunderbar funktioniert und bevor es dazu kam sprachen die Eigentümer/Wohnungsbaugesellschaft dem Verursacher die fristgerechte Kündigung aus! Nur man muss drei/vier Mitbewohner auf seine Seite haben die alles bestätigen und unterschreiben, man sieht es deutlich dass es ohne Zusammenhalt nicht geht!





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  29.01.2018 06:02  
Ich habe hier lange nichts mehr zu dem Thema geschrieben, weil ich nervlich so fertig war.
Jetzt bin ich seit über einem Jahr in der Wohnung und fühle mich nicht angekommen. Fast täglich denke ich an meine alte Wohnung, habe Heimweh auch wenn ich weiß das es dort auch schwierig gewesen ist, trotzdem war das mein Zuhause. Im Nachhinein sehe ich den Umzug als Fehler oder zumindest hätte ich länger nach einer neuen Wohnung suchen müssen, es war unüberlegt, vieles habe ich nicht bedacht. Jetzt sitze ich hier fest, finanziell kann ich mir keinen weiteren Umzug leisten, billige Wohnungen gibt es am alten Wohnort nicht.
Kennt jemand akutes Heimweh nach dem alten Wohnort? Ich kann das Gefühl, ich will zurück, einfach nicht abstellen. Es ist eigentlich nicht weit entfernt, trotzdem zermürbt mich das.
Liegt das am depressiven, das ich mich nicht einleben kann?



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NRW
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  29.01.2018 08:31  
Liebe Ani,
Ich kann deine Lage sehr gut nachvollziehen. Ich lebe jetzt seit 6 Monaten in meiner neuen Wohnung und fühle mich hier auch nicht so richtig zuhause..vor allem aber weil ich jetzt alleine schlafen muss. Das haus und die umgebung hier sind ganz schön aber die Nachbarn eher kühl und nicht so herzlich wie in meiner alten Straße auf dem Land. Selbst zum Einkaufen ist es u.umständlicher und ich kann mich noch nicht daran gewöhnen. Finanziell muss ich jetzt so jeden Cent umdrehen.
Obwohl ich zu dem Preis keine bessere Wohnung gefunden hätte.
Vorher hatte ich schon mal einen Mietvertrag unterschrieben für eine Wohnung die echt viel zu klein gewesen wäre und ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Konnte mich Gott sei Dank mit dem Vermieter einigen. Du musst dich jetzt damit abfinden dass du in deine alte Wohnung nicht zurück kannst! Denk doch nur an den lauten Mieter..das willst du so doch nicht mehr!?
Versuche einfach das beste jetzt daraus zu machen. Mach es dir so schön wie möglich und versuche etwas zu sparen oder dir irgendwo hilfe zu holen für den nächsten Umzug. Nichts ist für die Ewigkeit...du musst nicht für immer dort bleiben! Sei tapfer.. :knuddeln: .glg





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  29.01.2018 19:03  
Danke für deine Antwort. Ich hoffe das ich eine Möglichkeit finde und nicht ewig in dieser Wohnung bleiben muss. Es belastet mich nur so stark und im Moment scheint es ausweglos.



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NRW
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  31.01.2018 11:25  
Du schaffst das! Du musst nur lernen, positiv zu denken (ich weiß, das ist einfacher gesagt als getan) und dir ein Ziel zu setzen, um dann darauf hin zu arbeiten...es gibt immer einen Ausweg auch wenn es momentan nicht so scheint!
GLG


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