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Hallo liebes Forum,

ich bin hier gelandet um Leute zu finden mit denen ich mich Austauschen kann und die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich wüsste im Moment nicht mit welchen Freunden oder Bekannten ich darüber reden kann.
Wie schon im Betreff geschrieben habe ich derzeit mit einer starken Verlustangst zu kämpfen. Der Auslöser dafür ist eine 3-4 Wöchige pneumologische REHA meiner Frau die nächsten Dienstag beginnt.
Ich leide derzeit an allen möglichen, teils starken psychosomatischen Symptomen: Schlafstörung, Herzklopfen bis Herzrasen, Appetitlosigkeit. ständigem Stresszustand.
Ich habe im normalen Beziehungsalltag keine Probleme mit Verlustangst. Nur diese Ausnahmesituation macht mich fertig.
Ich muss mich jetzt neben meinem Vollzeitjob für 4 Wochen alleine um unsere 2 Kinder (9J +13J) kümmern (Schule, Hausaufgaben, kochen, waschen, putzen, Garten, Haustiere, einkaufen usw. In unserer Beziehung haben wir uns den Haushalt eigentlich immer gut geteilt. Ich habe auch ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Kindern. Sie fühlen sich, denke ich, bei mir wohl. Aber ich will auch die Kraft haben um für sie da zu sein!
Das wird mit diesen heftigen Symptomen nicht einfach. Ich werde in dieser Zeit auch wenig Auszeit haben um mir selbst gutes zu tun.
Ich bin im Moment echt verzweifelt und habe das Gefühl ich platze gleich.
Ach ja: Medikamente nehme ich auch: Fluoxetin und Trazodon um ein bisschen schlafen zu können.

Grüße
Thomas

10.05.2024 08:46 • 10.05.2024 #1


10 Antworten ↓


D
Vor was für einem Verlust ängstigt Du Dich denn genau? Ist Deine Frau so krank, dass sie nicht gesünder aus der Reha zurück kommen könnte?

10.05.2024 09:46 • x 1 #2


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Umgang mit Verlustangst und körperlichen Symptomen

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T
Danke für die Antwort,

es ist weniger die Krankheit, da glaube ich wirklich das ihr die REHA gut tun wird. Ich wünsche Ihr auch Erholung und gesundheitliches Vorankommen.
Es ist mehr das Gefühl des Loslassens und die Ausnahmesituation unter den Mitpatienten. Obwohl ich im normalen Beziehungsalltag kein übermäßig Eifersüchtiger Mensch bin habe ich in dieser Situation Angst davor meine Frau könnte sich in jemand anderen verlieben (Kurschatten, Affaire) oder ihre Beziehung zu mir in Frage stellen oder ihr ganzes Leben in Frage stellen.
Ich weis das ist nicht rationell gedacht, aber meine Gefühle (Angst) hat mich voll im Griff...

Grüße

Thomas

10.05.2024 10:13 • #3


D
Okay, das ist ja eine Erläuterung, die etwas Aufschluss gibt. Jetzt könntest Du Dich fragen, gäbe es plausible Gründe, weshalb sich Deine Frau zu jemand Anderem hingezogen fühlen könnte, welche mit Dir zu tun haben könnten. Denn eins ist klar, eifersüchtig oder nicht, der Partner könnte immer und bei jeder Gelegenheit einer „Liebe auf den ersten Blick“ erliegen.
Das einzige was man selbst haben kann, ist Vertrauen und das Wissen, das jegliches Vertrauen auch enttäuscht werden könnte. Gänzlich kontraproduktiv ist aber eine Eifersucht erstrecht, wenn es keine konkreten Anhaltspunkte dafür gibt. Wie sehr Du deiner Frau aber vertraust oder vertrauen könntest, kann ich ja nicht beurteilen.

10.05.2024 10:35 • x 1 #4


D
Vielleicht noch eines, zur Beruhigung, eine Reha ist ja keine Singlebörse per se. Die meisten Menschen dort, dürften zumindest statistisch in einer mehr oder weniger stabilen Beziehung zu einem Partner oder einer Partnerin sein.

10.05.2024 10:42 • #5


T
Ich kann ihr vertrauen und vertraue ihr auch, aber hier gibt es erhebliche Unterschiede von Verstand und Gefühl. Der Verstand sagt mir Vertrauen ist da aber die Angst übernimmt das Sagen und das Denken funktioniert nicht mehr logisch und rationell! Und irgendwann fühlt sich die Angst realistischer an als der Verstand und die körperlichen Symptome übernehmen meinen Körper.
Ich habe nachgedacht: Konkrete Anhaltspunkte für Eifersucht gibt es von meiner Seite tatsächlich nicht!
Vielleicht liegt es auch an der Angst das MEIN Vertrauen missbraucht wird ?

Danke für die klaren Worte!

10.05.2024 10:45 • #6


D
Ich kann ja nicht beurteilen wie gefestigt Dein Vertrauen ist und wie sehr dieses von einer gewissen Kontrolle abhängig sein könnte, die Du empfinden könntest, wenn Ihr nicht räumlich getrennt seid. Vielleicht ist ist es generell ein Problem, auch mal keine (vermeintliche) Kontrolle zu haben. Und ohne Kontrolle wird Vertrauen ja erst relevant.

Meine Frau fliegt nächste Woche mit Ihrem Bruder zu deren Vater ins Ausland und die einzigen Sorgen, die ich mir mache sind, dass nichts passiert beim Flug und das sie gesund zurück kommen. Dazu hoffe ich, das die Beiden sich erholen werden und gut gelaunt heim kommen. Aber natürlich hab ich keinerlei Kontrolle darüber was sich ereignet. Mein Vertrauen gilt also nicht nur meiner Frau und meinem Schwager sondern wildfremden Menschen, die da wären, die Wartungscrew der Airline, der Besatzung, dem Mietwagenverlei, den Menschen denen sie begegnen, den Restaurants in denen sie essen, dass das essen nicht verdorben ist und das könnte ich endlos weiter führen, um mich entweder relativ beruhigt zu fühlen, oder mir tatsächlich bewusst zu machen, wie wenig ich etwas kontrollieren kann. Letzteres wäre allerdings tatsächlich kontraproduktiv.

Da ich also auf so viele Dinge keinen tatsächlichen Einfluss habe, könnte ich bestenfalls meiner Frau verbieten, Ihre Reise zu machen, weil ich mich dabei nicht wohl fühle. Ob das in der Konsequenz aber zu Wohlbefinden führt, bei Ihr und mir, lass ich mal dahingestellt.

10.05.2024 11:04 • x 1 #7


T
Disturbed du triffst es ziemlich auf den Punkt! Ich habe wahrscheinlich wirklich Angst davor etwas nicht kontrollieren zu können in dieser außergewöhnlichen Situation REHA. Ich kann ihr Verhalten nicht kontrollieren und auch das der Mitpatienten nicht. Und ich kann nicht kontrollieren ob es eine emotionale, im schlimmsten Fall sogar körperliche Annäherung zu einem anderen Mann gibt oder nicht. Das trifft wirklich meine momentane Situation.

Ich kann es nicht kontrollieren - OK - das habe ich verstanden. Aber wie kann ich jetzt damit umgehen? Ich bin ja für nichts mehr zu gebrauchen...? Jemand einen Tipp?

10.05.2024 11:55 • #8


D
Zitat von _Thomas_:
Aber wie kann ich jetzt damit umgehen? Ich bin ja für nichts mehr zu gebrauchen...? Jemand einen Tipp?

Da wäre erstmal zu klären, wie weit Du Dich in der Lage sehen könntest, Tipps Anderer umzusetzen. Die Aussage, „ich bin ja für nichts mehr zu gebrauchen“ ist ja recht drastisch. Gebraucht würdest Du wohl in der Zeit, die Deine Frau abwesend ist, von Deinen Kindern und bei Allem was eben so anfällt, im Alltag. Das Nötige zu tun, würde zumindest eine Ablenkung von den Gedanken bringen können, die weder nützlich noch hilfreich wären.
Die Gedanken die Dir kommen, kannst Du aber nunmal nicht ändern oder bewusst vermeiden und Gefühle ja auch nicht. Ein gesunder Umgang ließe sich an der bewussten Handlung messen, die aus den Gedanken und Gefühlen resultieren könnte.
Natürlich könnte die daraus bestehen, den Versuch von Kontrolle auszuüben. Also beispielsweise möglichst viel Kontakt mit Deiner Frau zu halten, da gibts ja schon Möglichkeiten. Ob das dann als Überwachung empfunden werden könnte, wäre zu überlegen.

Was Du generell tun könntest bezüglich den Gedanken und Gefühlen, für die Du keinen gesunden Umgang findest, wäre einen Therapeuten zu konsultieren oder falls es hilft, mit Freunden zu sprechen, oder aber, und das wäre meine Option, mit meiner Frau offen über meine Angst und den daraus resultierenden Gedanken und Gefühlen zu sprechen und darauf zu vertrauen, dass Sie zumindest Verständnis dafür hat. Mir etwas zu versprechen, würde aber ja auch bedingen, dass Sie selbst Alles kontrollieren könnte und das kann Sie ja ebensowenig wie ich. Ergo kann ich Ihr ja nur glauben, wenn ich etwas abverlangen oder wünschen würde und glauben kann ich nur mit Vertrauen.

Eine Angst vor etwas konkretem könnte ich sicherlich auch begegnen, aber bei einer Angst vor etwas hypothetischen, scheint mir das kaum möglich, ohne an mir selbst so zu arbeiten, dass ich eine solche nicht hege.

10.05.2024 12:26 • #9


T
Wow das hilft mir im Moment echt weiter...
Einen Termin beim Therapeuten habe ich schon länger für nächste Woche vereinbart. Zum Glück.
Der Ausdruck für nichts zu gebrauchen war vielleicht ein wenig heftig. Das letzte was ich tun würde wäre meine Kinder zu vernachlässigen. Diese Verantwortung ist mir bewusst und ich bin auch gerne für sie da! Es fällt halt im Moment alles ziemlich Schwer weil ich den Kopf nicht freihabe und ich ständig unter Herzklopfen und leichter Übelkeit leide...

Auf jeden Fall Danke ich für deine Hilfe und dein Verständnis sowie die deutlichen Worte

10.05.2024 12:47 • #10


D
Danke für Deinen Dank. Es ist ja schon so, dass mich ja schon Jahrelang Ängste und damit einhergehende Zweifel und auch körperliche Symptome immer wieder belastet haben und ich einen persönlichen Umgang damit finden musste. Auch mit Überforderungen bin ich nicht immer vernünftig umgegangen. Nur für mich habe ich zumindest einiges an Erkenntnissen daraus gewinnen können. Vor allem, was letztlich nur von mir selbst abhängig ist und was ich nur begrenzt im Zusammenhang mit Anderen oder äußeren Umständen beeinflussen kann und auch, dass mir nicht jede Erkenntnis gefällt. Generell kann ich aber nur etwas an mir ändern, wenn ich daran (also an und mit mir) arbeite. Welche Methode die „richtige“ ist, mit Gedanken und Gefühlen umzugehen, könnte prinzipiell jeder Mensch nur für sich selbst erkennen und entscheiden ob er das dann will oder nicht. Zu einem gewissen Punkt spielt da auch, bei mir jedenfalls, das Selbstvertrauen eine Rolle um anderen vertrauen zu können.
Mir hilft Selbstwirksamkeit um Selbstvertrauen zu generieren.

10.05.2024 13:07 • #11


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Mira Weyer