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Hallo liebes Forum,
ich bin männlich, 30 Jahre alt und habe seit Jahren mit diversen Krankheitsängsten aufgrund unklarer Symptome zu kämpfen. Vor ca. 5 Jahren wurde bei mir eine chronische Darmentzündung diagnostiziert. Dort fing mein leiden an... Kein Arzt hat mich mit meinen Problemen ernst genommen. Als ich mich im Internet schlau gemacht habe, bin ich quasi selber auf meine Diagnose gekommen, was sicherlich ausschlaggebend für meine Ängste war. Bis heute muss ich gestehen hatte ich schon so gut wie alles. Sämtliche Krebserkrankungen bis hin zur ALS war alles in meinem Kopf und bestimmte meinen Alltag. Natürlich habe ich sämtliche Ärzte besucht, die mich auf viele Dinge untersucht haben. Zb. CT vom Schädel, MRT vom Dünndarm, EEG, EMG, NLG, Allergietests, Thorax Röntgen, etliche Blutuntersuchungen usw.
Ich hatte auch schon eine Psychotherapie und habe auch schon einige Medikamente ausprobiert. Nichts hat auf dauer geholfen. Ich möchte mich bei meiner Vorstellung recht kurz halten, denn alles hier auf zu schreiben würde den Rahmen sprengen
Momentan plagen mich ein generalisierter Juckreiz und komische verschiebliche Knorpel unter den Rippenbögen. Mein Hauptproblem ist das Surfen im Internet nach Diagnosen geworden. Ich weiss das ich ein tierisches Problem habe und bin mir meiner gesteigerten Angst bewusst. Ich hoffe ihr nehmt mich gerne auf und ebenso hoffe ich anderen zu helfen
Ich werde mich mal durchs Forum lesen.
Das müsste fürs erste reichen.
Liebe Grüße

08.07.2015 22:46 • 09.07.2015 #1


13 Antworten ↓


Hotin
Hallo starlight1,

herzlich willkommen hier.

Zitat:
Mein Hauptproblem ist das Surfen im Internet nach Diagnosen geworden.


Dies ist doch kein Problem. Ein Problem ist etwas, für das es aktuell scheinbar
keine Lösung gibt. Die Lösung hier wäre - nicht im Internet suchen
Damit ist Dein angebliches Hauptproblem schnell gelöst.
Darf ich Dir die Rechnung gleich schicken oder nächste Woche?

Nun mal wieder ernst.

Zitat:
Bis heute muss ich gestehen hatte ich schon so gut wie alles.


Du fühlst Dich also ständig unwohl. So wie Du das beschreibst, könnte das
psychisch bedingt sein.
Dein Vorstellungsvermögen erlaubt es Dir aber nicht, eine Verbindung von
Deiner Psyche zu Deinen Krankheitssymptomen herzustellen.

Zitat:
Ich hatte auch schon eine Psychotherapie


Wie lange warst Du etwa in Deiner Therapie. Ist es Dir gelungen, dort näher an Deine Gefühle ran
zu kommen? Konntest Du Dich da öffnen und wenn ja, wie hat Dir das geholfen?

Viele Grüße

Hotin

08.07.2015 23:20 • x 1 #2



Surfen im Internet nach Diagnosen ist mein Problem

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Hallo Hotin,
vielen Dank für deine Antwort.
Meine Therapie ging ca. 1 Jahr.
Ich habe dort so viel mit meiner Psychotherapeutin gesprochen, dass wir die letzten 2-3 Sitzungen keine Ahnung hatten was noch zu bereden sei. Ich habe viele Tipps bekommen die mal mehr mal weniger halfen. Im groß und ganzen bekam ich meine Angst nie los weil ich immer wieder neue und auch alte Symptome wieder bekam.

08.07.2015 23:26 • #3


Hotin
Hallo starlight1,

Zitat:
Im groß und ganzen bekam ich meine Angst nie los weil ich immer wieder neue und auch
alte Symptome wieder bekam.


Wie läuft so was denn oft bei Dir ab? Dir tut etwas weh und dann denkst Du,
Das muss etwas schlimmes sein. So läuft das?

Was ist denn normale Angst für Dich? Wie würdest Du mir den Begriff
normale Angst erklären, wenn ich keine Ahnung habe, was Angst sein könnte?

Viele Grüße

Hotin

08.07.2015 23:35 • #4


Es ist so wie du es schreibst. Natürlich denke ich nicht bei jedem Kopfschmerz an einem Tumor oder so, aber alles was ein paar Tage anhält lässt mir keine ruhe. Ich denke das ich mich stellenweise so hineinsteigere das die Symptome nicht verschwinden;
Eine normale Angst würde ich erklären als ein Gefühl vor unangenehmen dingen, oder ein Gefühl das befürchtungen wahr werden. Ebenso wie eine Phobie... z.B. vor spinnen aufgrund des ekels, oder vor höhe

08.07.2015 23:55 • #5


Hotin
Hallo starlight1
Zitat:
Eine normale Angst würde ich erklären als ein Gefühl vor unangenehmen dingen, oder ein Gefühl
das befürchtungen wahr werden.


Das hört sich doch sehr gut an.

In Deinen Kopf kommen aber ständig Gefühle unterschiedlichster Art an.
Warum bekommen bestimmte Gefühle eine Sonderstellung bei Dir?
Warum werden sie nicht als normales Gefühl bewertet, sondern als Bedrohung von Dir angesehen?
Wie ist Deine Erklärung dazu?
Es wird einen Grund dafür geben. Diesen solltest Du möglichst finden.

Viele Grüße

Hotin

09.07.2015 00:05 • x 1 #6


Ich habe auf diese Frage leider keine Antwort.
Ich wüntschte nur das mein Leben wieder so wird wie vor 5 Jahren...

09.07.2015 10:57 • #7


Hotin
Hallo starlight1,

Zitat:
Ich habe auf diese Frage leider keine Antwort.
Ich wünschte nur das mein Leben wieder so wird wie vor 5 Jahren...


Es wäre aber gut, wenn Du eine ungefähre Antwort darauf finden würdest, was Dir
so Angst vor einer schweren Krankheit macht.

Was hat sich denn negativ in den letzten Jahren verändert in Deinem Leben?

Zitat:
Im groß und ganzen bekam ich meine Angst nie los


Du hast doch selbst gesagt, das Angst ein Gefühl vor unangenehmen Dingen ist.
Also kannst Du als Mensch Angst nie los werden. Du hast aber die Möglichkeit
Deine Angstgefühle anders zu bewerten. Dadurch verlieren sie an Kraft
und Bedeutung.

Gehe gedanklich mal ganz von der Angst vor Krankheit weg.
Was belastet Dich innerlich stark? Was fällt Dir dazu ein?
Fühlst Du Dich allein, schutzlos, erfolglos? Gibt es berufliche, finanzielle,
also Existenzängste?
Mit wem kannst Du ehrlich über das reden, was Dich innerlich belastet?

Viele Grüße

Hotin

09.07.2015 11:14 • #8


Ich habe Morbus Crohn und mein Vater ist nach langer leidenszeit an Krebs verstorben. Gleichzeitig habe ich über 2 Jahre lang meine Wohnung saniert. Das war die Anfangszeit und möglicherweise war dies alles zu viel für mich.
Andere Sorgen habe ich eigentlich nicht, sei es finanziell oder sonst wo. Ich habe viele somatoforme Störungen die sich die Ärzte nicht erklären können, bzw. Auf die Psyche schieben. Möglicherweise habe ich auch eine Wahrnehmungsstörung, die ich früher nicht hatte. Es muss ja so sein denn ansonsten würde man ja etwas finden.
Danke und liebe Grüße

09.07.2015 11:21 • #9


Hotin
Hallo starlight1,

das Dein Vater an Krebs gestorben ist, ist natürlich bedauerlich. Davon
brauchst du aber nicht Dein inneres Gleichgewicht verlieren.

Wie stark fühlst Du Dich durch Morbus Crohn belastet? Gibt es für Dich
da einen möglichen Zusammenhang zu Deinen Ängsten?

Zitat:
Ich habe viele somatoforme Störungen die sich die Ärzte nicht erklären können, bzw. Auf die
Psyche schieben. Möglicherweise habe ich auch eine Wahrnehmungsstörung,


Wenn Du ehrlich bist, solltest Du Dir aber Ursachen für somatoforme Störungen
zugeben.
Was meinst Du mit Wahrnehmungsstörung?

Noch mal die Frage. Mit wem teilst Du Deine Sorgen und Gedanken?

Viele Grüße

Hotin

09.07.2015 11:51 • #10


Ich teile meine Sorgen mit meiner Freundin. Sie ist sehr verständnisvoll und versucht mir zu helfen wo sie kann. Aber mehr sagen als ich sei Gesund, kann sie nicht mehr. Mir geht es mit dem Morbus Crohn aufgrund eines neuen Medikaments ganz gut. Mein Gastroentereloge meinte, dass meine somatoforme Störungen aufgrund von innerlicher Anspannung und einer überregtbarkeit des vegitataiven Nervensystems kommen. Mit Wahrnehmungsstörungen meine ich, dass ich eigentlich weiss das ich sehr schnell bei kleinen Dingen an schlimme Krankheiten denke.

09.07.2015 12:15 • #11


Hotin
Hallo starlight1,
Zitat:
Mein Gastroentereloge meinte, dass meine somatoforme Störungen aufgrund von innerlicher Anspannung
und einer überregtbarkeit des vegitataiven Nervensystems kommen.

Das wird so sein.

Nur, jetzt sage mir nicht, Du weißt nicht, woher Deine innere Anspannung kommt.

Zitat:
Andere Sorgen habe ich eigentlich nicht, sei es finanziell oder sonst wo.


Dies glaube ich Dir leider überhaupt nicht.

Was Du als Wahrnehmungsstörung bezeichnest, sehe ich ganz anders. Dir fehlt eine innere
Ausgeglichenheit und Zufriedenheit. Und solange die fehlt, suchst Du irgendetwas. Du
weigerst dich aber offensichtlich, Dir das einzugestehen.
Dein Körper macht aus Unwohlsein eine Symptom.

Ein Lösungsansatz könnte sein, wenn Du Dir selbst sagst. Ich fühle schon wieder ein neues Symptom.
Warum erzeugt meine Psyche schon wieder ein Krankheitssymptom? Von welcher psychischen
Belastung wird das vermutlich ausgelöst?

Finde heraus, wie Du Dein Leben entspannen kannst.


Viele Grüße

Hotin

09.07.2015 13:12 • #12


Diese Anspannung kann ich mir nur dadurch erklären das ich eben immer wieder etwas anderes habe und nicht wirklich zuordnen kann was es auslöst. Es ist wie eine Spirale, die Angst vor etwas schlimmen... Die Angst zu sterben etc.
Vielen Dank für deine Einschätzung und Hilfe

09.07.2015 14:56 • #13


Hotin
Hallo starlight1,

Zitat:
Diese Anspannung kann ich mir nur dadurch erklären das ich eben immer wieder etwas anderes
habe und nicht wirklich zuordnen kann was es auslöst.


Nach meiner Überzeugung suchst Du an der falschen Stelle. Und Du verwechselst
die Ursache mit der Wirkung.
Durch die Anspannung suchst Du ständig nach einer Erklärung. Du spürst, Mir geht es überhaupt nicht gut.
Damit hast Du ja auch völlig recht. Deine Gefühle sagen Dir da die Wahrheit.
Nun gehst Du aber nicht mit Deinen Gefühlen ins Gespräch, sondern Du achtest auf Deine Muskeln, Deine Atmung,
alles was Du so an äußeren Dingen spüren kannst.
Wenn Du dann genau auf Deinen Körper achtest, merkst Du irgendwo zieht etwas, irgendwo juckt etwas.
Und daraus machst Du dann eine neue Ursache und Erklärung.

Dann gehst Du zum Arzt und der zeigt Dir. Du liegst mal wieder falsch. Da ist nichts.
Du bist wieder enttäuscht. Und das macht Dich noch aggressiver. Wie ein Kampfhund
beißt Du Dich an allen neuen Symptomen fest.

Wenn Du Deine Einstellung zu Deinen Gefühlen nicht ändern möchtest,
kann das eine endlose Geschichte werden.

Vielleicht hilft Dir da eine Therapie, die Dir den Zugang zu Deinen Gefühlen
zeigt.

Viele Grüße

Hotin

09.07.2015 15:31 • #14



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