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Anajak
Gast

Hallo ihr Lieben,
Ich bin momentan in einer sehr starken Angstphase. Habe lange Citalopram genommen. Seit Herbst 2020 nehme ich nichts mehr. Bin schleichend immer tiefer gefallen. Sobald ein körperliches Symthom kam, bin ich eine Stufe runter gefallen.
Jetzt plagt mich eine Gefühlslosigkeit in alle Richtungen dazu in der Bauchgegend ein ständiges Angstgefühl. Als ob mir immer wieder jemand sagt es wird nicht wieder gut.
Morgens ist es am schlimmsten, sofort das Gefühl der inneren Taubheit, Kraftlosigkeit und Angst wie der Tag wird. Mache dadurch zur Zeit gar nichts außer zu meinem Arzt zu laufen um zu Fragen was das ist.
Vor drei Tagen habe ich versucht Venlafaxin zu nehmen. Der 2 Tag war schlimm, Kopfgefühl und noch mehr innere Unruhe wollte nur liegen. Heute habe ich gesagt nehme ich sie nicht mehr. Atosil soll ich bei Bedarf nehmen. Have da auch Angst vor.
Ich versuche die Angst mitgehen zu lassen, aber dieses Bauchgefühl und der Druck will mich immer daran hindern.
Ich denke immer das ist bei mir nur so schlimm. Vielleicht ist hier jemand der es kennt oder mal durchgestanden hat.
Ich bin so Hilflos und niedergeschlagen Sad
Lg

12.03.2021 x 1 #1


111 Antworten ↓
W

WalterandMe
Mitglied

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Hallo Anajak, deine Sorgen um dein fehlendes Gefühl wegen deiner Ängste kenne ich sehr gut. Deshalb vorneweg kann ich dir versichern: keine Angst, dass das so bleiben wird! Das vergeht! Und du wirst auch dein Gedächtnis nicht verlieren. Was da in deinem Körper passiert ist eine Art Schutzreaktion wegen des andauernden Adrenalinpegels durch die Ängste. Das fühlt sich wie emotionale Taubheit an und ist echt ekelhaft. Ich hatte letztes Jahr wegen meiner Ängste einen totalen Zusammenbruch, war in einer Klinik und musste mich dann Tag für Tag zurück ins Leben kämpfen. Streckenweise wusste ich gar nicht mehr wer ich eigentlich bin geschweige denn hatte ich irgendeine Emotion in mir. Da war einfach nur Leere und Taubheit. Und die Angst dass das bleibt und man verrückt wird oder sogar schizophren. Aber ich habe irgendwann beschlossen, mich von diesen Zuständen nicht fertig machen zu lassen und einfach nur ganz stur mein Ziel verfolgt und das war: raus aus der Angst und zurück ins Leben. Über viele Tage bin ich jeden Morgen aufgewacht und ich dachte ich drehe durch, eine ständige innere Unruhe, Verwirrtheit, extreme Anspannung. Ich fühlte mich als hätte ich eine schwere Krankheit. Über den Tag hinweg versuchte ich mich immer wieder zu stabilisieren. Heißt konkret: Anspannung abbauen und sich irgendwie ins hier und jetzt zu bringen um aus dem Kopfkino raus zu kommen. Der Abend war meist das Beste am Tag, da hatte ich mich dann immer etwas stabilisiert. Aber jeden Morgen ging es erneut los und ich dachte schon es hört nie auf. Doch das tat es. In ganz kleinen Schritten. Jeden Tag etwas besser. Die emotionale Taubheit ging weg und auch das Gefühl verrückt zu werden. Ich begann 5mg escitalopram zu nehmen. An ganz schlimmen Tagen 0,5mg Tavor. Ich begann in der Zeit auch eine Therapie die mir den Halt gab und die Zuversicht dass es besser wird. Ich habe eine generalisierte Angststörung. Und das schon sehr lange. Der Zusammenbruch letztes Jahr hat mich endlich dazu gebracht eine Therapie zu machen. Nun erkenne ich meine Ängste, verstehe langsam woher sie kommen und dass der Weg zur inneren Freiheit nur über die Entscheidung geht, wie man Dinge und Situationen bewertet. Nur ich allein katapultiere mich in die Ängste weil ich in meiner angstbehafteten Wahrnehmung feststecke. Der befreiende Blick um die Ecke kommt einem oft gar nicht in den Sinn. Vielleicht findest du ja bald einen Therapeuten des Vertrauens, der dich auf deinem Weg begleitet. Bis dahin: du bist nicht allein und das was du durchmachst wird dich nicht zerstören, es ist alles nur Teil der Angst in dir. Ich habe meiner Angst den Na
men Walter gegeben (keine Ahnung warum , es fiel mir einfach ein) Er sitzt auf meiner Schulter und passt auf mich auf. Und mittlerweile kann ich mit Walter reden und sagen, das passt schon, ich schaffe das auch ohne dich . Ich umarme dich und schicke dir viel Kraft! Du packst das!

20.02.2021 11:44 • x 5 #71


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A


Starke akute Angstphase

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Hodges

Hodges
Mitglied

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Kommt mir vieles stark bekannt vor...

Nehme seit 18 Jahren venlafaxin, zuletzt 225mg.
Trotzdem gabs immer wieder phasen wo es mir schlecht ging.. Mal für ein paar Tage, mal für ein paar wochen, dann war 2 jahre ruhe.
Durch das venlafaxin entwickelte ich aber starke muskelkrämpfe die mich beinahe auf der autobahn das leben kosteten. Bei 140 auf der bahn nen beinkrampf zu bekommen mit einer Intensität eines hammerschlags, war nicht angenehm.
Daher reduzierte ich die letzten 2 jahre bröckchen für bröckchen von 225mg auf 75mg... Und an silvester kam dann wirklich der große knall.

Seitdem hänge ich total in den seilen, angst so stark wie noch nie.. Panik selbst vor einem lichtschalter... Nichts kann ich mehr. Gehe nicht mehr vor die Tür usw. Halte mich einigermaßen mit tavor über wasser, was definitiv keine gute idee war, aber notwendig.

Nun sind 30 tage rum, venlafaxin wurde auf 187,5 mg wieder erhöht vom psychiater und ich meine das es so langsam bergauf geht. Wie ich jemals nach 4 wochen das tavor wieder los werden soll? Keine Ahnung, das wird aber ein anderes thema werden sobald ich stabil bin.

Was will ich dir damit sagen?
Ja man kann extrem tief fallen, besonders ohne den schutz eines ADs... Bei mir waren die 75mg einfach zu wenig um etwas zu puffern.

Daher auch wenns einem wieder gut geht... Wenn man immer wieder mit solchen Problemen in der Vergangenheit zu tun hatte, nicht das AD absetzen.

Und dir sage ich Anajak... Auch dir wird es wieder besser gehen! Es sieht jetzt vielleicht nicht danach aus, aber der tag wird kommen.
Ob in einer woche oder in 2... Aber es wird besser.
Ich weiß wie schwer ablenkung fällt, wenn die scheinwerfer auf die angst gerichtet sind, aber das ist wirklich das einzige was hilft.

Ich geb dir noch einen tipp gegen die fiesen morgen mit... Gut aufpassen... Gehe abends für 15 minuten in die badewanne. Jeden tag.
Das hilft gegen morgenloch, da es die innere Uhr korrigiert. Die ist bei uns angsthasen und depressiven nämlich völlig aus dem ruder.

Und was immer du tust, nimm nicht wie ich 4 wochen am stück tavor! Das hilft zwar super, aber kommt man nur sehr schwer wieder von los.

02.02.2021 15:45 • x 3 #25


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S
Ich hatte das gleiche mit Sertralin. Aufgehört weil es mir ja ach so gut ging, dann Stress, den ich nicht als Stress sah und bumm.

Hat Dein Arzt Dir nicht empfohlen, mit Citalopram wieder anzufangen? Das wäre doch das nahelegenste, da es Dir doch geholfen hatte?

x 1 #2


A
Das Citalopram habe ich abgesetzt weil es damals nicht mehr gute Wirkung zeigte. So haben dir in der Tagesklinik gedacht, dann kann sie auch weg. Ausgeschlichen mit Escitalopram bis 5 mg dann ekg und da war der Qtc zu lang. Dann war sie ganz weg. Wollte es dann so schaffen. Nun bin ich gefangen.
Der Arzt hat gesagt ich kann wieder mit Citalopram anfangen. Durch den Versuch mit Venflaxin habe ich jetzt Angst, dass es mich wieder noch unruhiger und benommen macht.

#3


A
Ich habe damals nicht dieses dumpfe gefühllose gehabt. Ich kann ja noch nicht mal mehr Besuch ab. Dann verkrampfe ich weil ich nicht so sein kann wie ich mal war.

#4


A
Kennt es keiner mehr Crying or Very sad

#5


Hoffnungsblick
Hallo Anajak, machst du eine Therapie? Das würde ich dir sonst empfehlen.
.
Dass du die Medikamente immer wieder absetzt kann ich zwar verstehen, weil ich selbst auch keine nehme bzw. nur im Notfall, wenn sie unbedingt erforderlich sind. Psychische Probleme löse ich durch Klären der Ursachen. Daher bin ich kein gutes Beispiel für das langfristige Einnehmen von Medikamenten, sorry.
Aber vielleicht brauchst du ja doch vorübergehend ein Medikament?

Darf man fragen, ob du einer Beschäftigung oder Arbeit nachgehst?

x 1 #6


A

Es ist so schwer

Oh man,
Mir geht es gerade echt schlecht. Jeden Morgen ganz starke innere Unruhe mit Angst. Schlimmes Gefühl . Alle sagen durchhalten mit dem Venflaxin wird es bald besser.
Es fühlt sich so an als ob alles stärker wird. Die furchtbaren Gedanken kreisen. Immer wieder kommt das Gefühl der Hilflosigkeit.
Kann man so tief fallen das man nicht mehr seiner selbst ist. Es ist den ganzen Tag ein Zustand. Atosil nehme ich wenn ich morgens mit dem Gefühl im Bauch aufwache aber das dauert immer bis ich dann wieder einschlafen kann. Oder es wirkt garnicht .
Ich habe so Angst das es irgendetwas körperliches ist. Untersucht bin ich. Aber das annehmen ist so schwer.
Ich versuche mich abzulenken ist sehr schwer.

x 2 #7


A
Ich bin echt am verzweifeln. Crying or Very sad

x 1 #8


A
ja so tief kann man fallen bei einer Depression und bei einer Angststörung....ich würde nochmal Rücksprache mit dem Arzt halten....er sollte darüber informiert sein.lg

#9


A
Das wissen sie. Habe ja Venlafaxin bekommen. Habe sie 5 mal genommen.

#10


A
Muss wohl durchhalten

#11


N
Ich drück dich. Mir gehts auch furchtbar stirnrunzeln

x 1 #12


O
Immer schön durchhalten, mit ging es im Juli 2020 sehr sehr schlecht. Ich habe jeden Tag geweint und wusste nicht mehr weiter, weil ich schlimme Derealisationszustände hatte. Dann ging es weiter mit Panikattacken, Angst, innere Unruhe. Ich hatte schon abends im Bett Angst vor dem nächsten Tag.

Aber es geht mir besser! Und dir wird es auch wieder besser geht. Ich habe auch nicht dran geglaubt. Aber mit Tabletten, Therapie und einer Reha habe ich mich ins Leben zurück gekämpft!

x 3 #13


A
Danke für deine Worte.
Ist Derealisationszustand dieses nichts fühlen neben dem Zustand? So eine Taubheit.
Und immer die Gedanken die das Gefühl verstärken .

#14


O
Bei mir war es wie so ein Benommenheitsschwindel. Ich habe mich nicht wie ich selbst gefühlt. Ich wusste wo ich bin und was ich mache, aber alles hat sich wie unwirklich angefühlt. Ich wusste, dass es alles real ist, aber das Gefühl war anders. Sehr unschön und ich hatte große Angst, dass ich mich nie wieder wie ich selbst fühlen würde.

x 2 #15


A
Warum habe ich bloß das Gefühl alle haben das anders als ich. Crying or Very sad
Man hört immer so raus das sie noch alles diesen Antrieb haben. Aber mein Gefühl fürs Leben ist so weg. Wahrscheinlich kommt mir das nur so vor stirnrunzeln dieser innere Druck von innen macht mich so fertig. Ich spüre noch nicht einmal Erleichterung wie nichts.

x 1 #16


A
Habe es nochmal hier reingesetzt. War im falschen Thema

#17

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A
Vielleicht kann mich jemand verstehen mit dieser Gefühlslosigkeit mit Angst gemischt.
Es ist den ganzen Tag.
Crying or Very sad

x 1 #18


Abendschein
Zitat von Anajak:
Vielleicht kann mich jemand verstehen mit dieser Gefühlslosigkeit mit Angst gemischt. Es ist den ganzen Tag. Crying or Very sad

Ja ich kann Dich verstehen, weil ich es auch so hatte. Jahrelang. Ich habe immer das Gefühl gehabt, alles ist wie in Watte. Nicht richtig da sein. Ich habe mich immer wie im Nebel gefühlt, habe mich selbst gekniffen, um mich zu spüren.

Habe eine Therapie gemacht und danach ging es mir besser. Ich habe immer gedacht, ich habe eine schwere Krankheit, das es wirklich nur die Gedanken waren, konnte ich nicht glauben, aber es war so. Nur wenn ich mich ganz stark abgelenkt habe (was enorme Energie und Kraft kostete) ging es mir ein wenig besser.

Ich wünsche Dir das es Dir bald besser geht. Trost

x 2 #19


O
Ich kann dich auch verstehen. Ich hatte den Zustand Gott sei dank nicht so lange, aber es war schrecklich und ich war sehr verzweifelt.
Auch bei mir ist es durch Therapie und eine stationäre Reha besser geworden.

x 1 #20


A


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Mira Weyer
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