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aldia249
Hallo Zusammen,
gleich mal eines vorneweg: war mir mit der Einordnung dieses Themas unsicher. Hoffe, es passt so. Es betrifft nicht spezifisch GAS und Zukunftsangst, viel mehr das "Allgemeine" (inkl. leichter Depressionen, spezif. Angststörungen etc.)

so nun zur eigentlichen Thematik:
Seit Kurzem beschäftigt mich aus persönlichem Anlass die Titelfrage.

Sozialer Beruf trotz psychischer Vorbelastung?

Hintergrund:
Mir ging es eine Zeit lang nicht sehr gut vor einigen Jahren (leider auch eine längere Zeit) (Diagnose lautete damals Dysthymie, Angststörung..) Im Groben ließen sich meine Probleme einteilen in: Unzufriedenheit mit meinem damaligen Studium (BWL), was mich in die depressive Phase stürzte, bestimmte Ängste (Bindungsängste, Reiseängste, Ängste vor Veränderungen) und ein doofes familiäres Umfeld. Seitdem hat sich sehr viel bei mir getan. Mein damaliges Studium schloss ich trotz Missmut ab, weil ich nicht den Mut hatte, es abzubrechen. Ich wusste immer, ich will für mich persönlich nichts mit der Wirtschaft zu tun haben. Ich wollte einen Job, der mehr mit Menschen zu tun hatte und für mich einen gewissen Sinn haben sollte. Meine Bindungsangst bekam ich auch in den Griff (mit ab und an noch doofen Phasen), aber auch kein Vergleich zu früher. Im Großen und Ganzen geht es mir mittlerweile ziemlich gut.
Ich bekam durch Zufälle auch eine Chance, in den sozialen Bereich zu wechseln, indem ich jetzt seit bald einem Jahr arbeite, mittlerweile sogar in einer leitenden Funktion. Die Arbeit macht mir Spaß, es läuft gut und so entschloss ich mich, parallel ein Fernstudium der Sozialen Arbeit aufzunehmen. Eine Freundin sprach mich an, ob ich es mir wirklich zutraue, mich mit sozialen Problemen zu beschäftigen, wenn ich selbst in dieser Richtung vorbelastet bin. Natürlich mach ich mir auch darüber Gedanken. Aktuell läuft es ziemlich gut und mir wäre auch nicht aufgefallen, dass ich die Probleme "mitnehme". Dennoch stimmt mich diese Aussage.


So viel zum Ausgangspunkt.
Mich würde interessieren, wie denkt ihr darüber? Mir ist natürlich bewusst, dass man das generell nie pauschalisieren kann und das soziale Berufsfeld ist ja riesengroß, aber mal so im Allgemeinen?
Gibt es unter euch jemanden, der auch im sozialen Bereich arbeitet und von Erfahrungen in Bezug auf dieses Thema berichten kann?


Würde mich sehr über Erfahrungen/ Anregungen freuen. Über PN auch gerne mehr, um welchen Bereich es genau geht.

Lieben Dank und viele Grüße!

07.11.2018 20:23 • 07.11.2018 #1


6 Antworten ↓


Hallo!
Ich habe eine ptbs (physische und psychische Misshandlung, sexueller Missbrauch, vergewaltigung). Ich bin dank Therapie und Medis schon recht lang beschwerdefrei und arbeite mit Leib und Seele als kindergartenpädagogin.
Mir tut die Arbeit mit "meinen" Kindergartenkindern und meinen Kollegen sehr gut und ich möchte eigentlich nichts anderes machen.
In welche Richtung würdest du denn gehen wollen?
Liebe Grüße

07.11.2018 21:12 • x 1 #2



Sozialer Beruf trotz psychischer Vorbelastung?

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jackelam
Ich denke wie du schon richtig schreibst ist das Berufsfeld riesig, aber wenn du mit deinem jetzigen Job schon ein Betätigungsfeld gefunden hast, das Dir Spaß macht, dann spricht ja nichts dagegen weiter in genau diese Richtung zu gehen. Ich würde mir halt ziemlich genau überlegen was du dir zumuten kannst/ willst. Ich habe während meines Zivildienstes in der Mobilen Pflege gearbeitet und aufgrund dieser Erfahrung beschlossen, dass ein sozialer Beruf für mich auf keinen Fall in Frage kommt. Ich konnte mich dem ganzen Elend gegenüber, das ich da gesehen habe, einfach nicht abgrenzen und bekam dann zum erstenmal in meinem Leben Panikattacken und starke hypochondrische Ängste.
Liebe Grüße Jack

07.11.2018 21:19 • x 1 #3


aldia249
@nektarine vielen lieben Dank. Hab dir eine PN geschickt

Zitat von jackelam:
Ich denke wie du schon richtig schreibst ist das Berufsfeld riesig, aber wenn du mit deinem jetzigen Job schon ein Betätigungsfeld gefunden hast, das Dir Spaß macht, dann spricht ja nichts dagegen weiter in genau diese Richtung zu gehen. Ich würde mir halt ziemlich genau überlegen was du dir zumuten kannst/ willst. Ich habe während meines Zivildienstes in der Mobilen Pflege gearbeitet und aufgrund dieser Erfahrung beschlossen, dass ein sozialer Beruf für mich auf keinen Fall in Frage kommt. Ich konnte mich dem ganzen Elend gegenüber, das ich da gesehen habe, einfach nicht abgrenzen und bekam dann zum erstenmal in meinem Leben Panikattacken und starke hypochondrische Ängste.
Liebe Grüße Jack

Danke dir für die Antwort. Das ermutigt mich. Kann das mit der mobilen Pflege voll verstehen. Das könnte ich auch nicht und will es auch nicht, ebenso wenig wie Themen, die sehr in die psychische Richtung gehen. Meine Beschäftigung liegt aber eher im pädagogischen / beratenden Feld und habe wenig Kontakt zum Pflegebereich.
In welche Richtung bist du beruflich gegangen, wenn ich fragen darf?
Ich danke euch sehr!
LG

07.11.2018 21:37 • #4


jackelam
klar darfst du gerne frage! Ich habe Medientechnik studiert auf Dipl.-Ing. Dass dir der pädagogische Bereich Spaß macht kann ich gut verstehen. Ich mache relativ häufig Trainings und Workshops für Kunden und das macht mir auch einen Riesenspaß. Überlege daher jetzt noch eine Ausbildung zum NLP Trainer zu machen. Würdest du das Studium dann aus Interesse machen, oder würde es dir für deine berufliche Entwicklung viel bringen? Ich frage nur, weil du ja jetzt schon eine leitende Position hast.
LG Jack

07.11.2018 21:49 • x 1 #5


aldia249
glaub ich dir..das klingt mega gut..sowas konnte ich mir auch immer sehr gut vorstellen.. diese Training/Coaching-Ausbildungen sind nur leider nicht ganz günstig.
Leider brauch ich den Abschluss langfristig.. für diese Stelle jetzt nicht, aber die ist auch nur befristet. Allerdings wird es ohne den Fachtitel in Zukunft sehr schwer werden, eine andere Anstellung (in der Position) zu bekommen... und ich denke "Hilfskraft" wäre mir langfristig ein bisschen zu wenig

07.11.2018 22:01 • #6


BellaM85
Hi!
Ich hab Borderline mit instabiler Persönlichkeitsstörung und bin ein Hypochonder gut die Hypochondrie ist eigentlich nur noch ausgeprägt von dem Rest bekomme ich nicht mehr viel mit, bin ruhiger über die Jahre geworden hab Therapie, Medikamente hinter mir und arbeite als Altenpflegerin
Mein Beruf macht mir Spaß hab aber auch für mich eine Taktik gefunden die für mich perfekt ist ich habe ja va Angst vor Krebs und damit ich weniger mit den ganzen körperlichen Dingen bis hin zur Sterbebegleitung ( bin auch Sterbebegleiterin) zu tun habe, arbeite ich in der Psychiatrie. Hab 0 Angst vor psychischen Erkrankungen und der Fokus dort liegt eben an diesen Erkrankungen. Dazu kommt natürlich noch das mir die Arbeit dort am besten gefällt, hab nie Langeweile usw. Hab viele Pflegebereiche durch ( Krankenhaus, ambulante, stationäre, Tagespflege, intensiv Pflege, Hospiz usw) der Bereich der Geronto ist wie für mich gemacht
Ich werde nach der Elternzeit ( nächstes Jahr) auch definitiv wieder in einem solchen Bereich arbeiten und mich dort auch weiterbilden hab ja nicht umsonst mein Examen gemacht.
Ich denke das man trotz psychischem Hintergrund gut im sozialen Bereich arbeiten kann, hat ja auch oft Vorteile


LG

08.11.2018 00:20 • #7




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