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Liebe Forumbesucher!

Erstmal bin ich froh, dass es solche Foren wie diese gibt, denn viele Themen im Leben kann man nicht einfach so "besprechen", da leider in der heutigen Zeit jeder um sein heutiges Brot kämpfen muss und deswegen wenig Nerven dafür hat über den mühseligen Broterwerb anderer nachzudenken.

Meine Situation ist folgenden. Ich bin 28, habe zwei Gesellenprüfungen, einmal als Elektrotechnikerin und einmal als Chemielabortechnikerin, klingt wow, ich weiß und jetzt kommt die Misere, seit 8 Monaten bin ich auf Jobsuche, weil ich seit 8 Monaten mit meiner zweiten Lehre fertig geworden bin und ich werde wirklich oft zu Bewerbungsgespärchen eingalden bin auch wirklich oft in der engeren Auswahl, aber bis dato keine Zusage.

Nun, eine Absage zu bekommen per se ist ja nicht das Schlimmste auf der Welt, aber was mich soooooo fertig macht ist das warten dazwischen und das Firmen neuerdings nicht mal mehr ne Absage erteilen, wenn Sie dich nicht wollen. Ich komme aus Österreich und ich bemerke, dass es am Arbeitsmarkt immer ärger zugeht. Das macht mir große Kopfzerbrechen ich bin bald 30 und konnte mir bis dato NICHTS aufbauen, obwohl ich kein ungeschickter Mensch bin, ich habe Angst vor der Zukunft und werde von Tag zu Tag aufgrund der Jobsituation und dem immer wieder aufs neue sich auf eine Stelle Hoffnungen machen langsam aber sicher depressiv, selbst zum Rauchen habe ich jetzt schon angefangen, obwohl ich eigentlich immer strikte Nichtraucherin bin. Auch an eine von mir selbst entwickelte Dro. denke ich ständig nach, eine Pille, die einem das Leben immer interessant und gut vorkommen lässt. Ich denke da an nichts Illegales wie Dro. oder Dro., ich denke an eine spezielle Kräutermischung so aller Hildegard von Bingen und bei dem muss ich grad selbst lachen, denn ist ein Kraut gegen all das gewachsen, gibt es Menschen, die 10 Tage vor ihrem Gehalt mit NULL CENT in der Tasche glücklich und ausgelassen sind, ja gar euphorisch? .. In einem Artikel hab ich mal etwas über Resilienz gelesen, also Menschen, die so robust und widerstandsfähig sind, dass sie mit unseren " Zivilisations-krisen" lockerer umgehen, als jemand, der da weniger gerüstet ist. Und da kommt jetzt der springenden Punkt, anscheinend bin ich sehr resilient, denn ich denke die meisten Leute würden sich in meiner Situation sehr wahrscheinlich wirklich Gedanken darüber machen, welcher Sprung von welcher Brücke sie auf jedenfall umbringt.
Ich bin jedoch ein MEnsch für den das ein Davonlaufen wäre, dennoch ich fühl mich soooo unendlich beschissen und möcht oft in der früh nicht mehr aufstehen. Ich fühle mich wie ein Vogel, den man seie Flügel gestutzt hat und der erst wieder fliegen kann, wenn jemand kommt und sagt, so du bist die Richtige für den Job, dich nehmen wir, dir geben wir eine Chance, eíne Zunkunft, eine Struktur, einen Halt, Sicherheiten und Entwicklungsmöglichkeiten und einwenig Geld, damit du nicht ständig Brot mit Rama essen musst....

Falls ich gejammert haben sollte, i m sorry, ich komme aus Österreich, das ist eine Kultur der Jammerer , da jammern die Leute über wirklich alles, sind mit allem unzufrieden, meist auch wohlstandsverwahrlost.... naja... also dann, über Kommentare würd ich mich freun, dann fühl ich mich wenigstens nicht ganz so von Gott ( nur ein Spruch) und der Welt verlassen... lg

26.01.2012 12:31 • 28.01.2012 #1


13 Antworten ↓


Hallo plankton

Herzlich Willkommen im Forum.

Ich persönlich denke, man darf seinen existenziellen Lebensinhalt
und seinen Selbstwert heute nicht mehr vom Berufs- und/oder Er-
werbsleben abhängig machen.
Selbst beste Ausbildung und hohe Motivation sind heute, in unserer
globalisierten und ausschliesslich auf "Wirtschaft" ausgerichteten Ge-
sellschaft, keine Garantie auf "erfolgreich daran Teilhaben dürfen".

Liebe Grüsse, Der Beobachter
(auch 3 Berufe erfolgreich erlernt, heute mit 52 Jahren in Frührente)

26.01.2012 13:07 • #2



Sisyphos macht sich Sorgen

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Servus!

Ja, klar sollte man sein Selbstbewusstsein nicht alleinig auf das, womit man sein Geld verdient abhängig machen, nur ich muss mir doch was aufbauen, ich will nicht immer in einem Loch wohnen und nie wissen, wie es morgen weitergeht.

Weißt du, ich denke mir, wenn das alles so weitergeht, werde ich im Alter gar keine Pension mehr kriegen. Nur, ich sehe andere Länder , Nachrichten, was bei denen so geht und dann denk ich mir, na ich hab wenigstens noch ein Dach über den Kopf und hungere nicht.
Doch das allein kann ja auch nicht die Erfüllung sein, schon gar nicht hier, würd ich irgendwo im Kongo leben, wäre ich wahrscheinlich zufrieden, ich bin aber Europäerin, hier tickt die Uhr anders.....

26.01.2012 15:14 • #3


Hallo plankton

Viele Menschen haben einmal so gedacht, denn es war ja auch einmal so.

Heute dreht sich alles aber nur noch um Wirtschaft und Wachstum, in Deutsch-
land kommt zusätzlich noch die sinkende "Einkommensbevölkerung" dazu.

Es wird in der Zukunft keinen wirklich langfristigen, oder gar sicheren Arbeits-
platz zum Lohnerwerb mehr geben. Und die Absicherung für das Alter wird auf
eine staatliche Grundsicherung auf unterstem Level begrenzt werden.
Nur noch die Einkommenselite wird wirklich sichere Alternativen haben.

Ich habe mir auch schon oft überlegt, inwieweit diese Entwicklung Ängste in
unserer Gesellschaft fördert.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

26.01.2012 19:57 • #4


Hallöchen nochmals!

@ Beobachter.. Glaubst du es gibt eine Möglichkeit, irgendeine, wie man aus dem ganzen "Wirtschafts-Wachstums-Obsoleszenz-Ding" als halbwegs intelligenter, jedoch unpreviligierter Mensch da rauszukommen? ( Ernst gemeinte Frage)

Du bist ja schon einwenig älter, vielleicht weißt du etwas für mich? Für uns, für die Jugend, die Generation, die mitte Dreißiger...

MIch interessiert deine Meinung sehr, da du ein überlegter Kopf zu sein scheinst,

bis hopefully soon...

26.01.2012 20:15 • #5


Hallo Plankton ,

willkommen im Forum.

Ich muss sagen, dass ich über deine Mitteilungen einigermaßen erstaunt bin. Du hast zwei gute Qualifikationen, bist jung und anscheinend tüchtig und nicht auf den Kopf gefallen, wirst sogar oft zu Bewerbungsgesprächen eingeladen, und angeblich hat die deutsche Wirtschaft einen Fachkräftemangel. Wie ist es dann möglich, dass du nicht genommen wirst?

Das muss dann m.E. doch einen Grund haben. Hast du schon mal nach dem Grund geforscht?
Es ist natürlich recht selten, dass die Firmen einem den wahren Grund nennen, v.a. wenn dieser Grund irgendwo im persönlichen Bereich liegt. Aber man kann auch Freunde bzw. Freundinnen oder gute Bekannte bitten, einem EHRLICH zu sagen, was sie sich real als Grund vorstellen könnten. (an dir, nicht wegen der allgmeinen Wirtschaftslage usw.).

Du könntest auch Vorstellungsgespräche mit Freundinnen/Freunden simulieren und dir dann ein Feedback geben lassen. Vielleicht bist du zu forsch, vielleicht zu schüchtern?
Auch Dinge wie "zu feuchte Aussprache", "Lispeln", "Schweißgeruch", "Mundgeruch", "ungepflegte Kleidung", "ungepflegte Frisur", "zu aufgedonnert, zu rote/lange Fingernägel, zu viel Parfum" (für deinen Berufsbereich), "zu burschikos", "zu ordinär", "zu respektlos", "zu schlechte Umgangsformen" (dazu gehört schon u.a. ein zu labberiger oder zu fester Händedruck) und so weiter
werden einem so gut wie von niemandem jemals als Feedback gegeben, weil jeder entweder Angst hat, den anderen zu kränken oder Angst hat, vom anderen attackiert und beschimpft zu werden. Und das möchte sich ja verständlicherweise niemand freiwiliig antun.

26.01.2012 20:28 • #6


Huhu plankton

Als politisch interessierter Mensch, der wegen seiner Ängste/Isolation sehr
viel Zeit hat, beobachte ich die Gesellschaft und ihre Entwicklung sehr genau.

Meine Antwort heisst daher leider Nein, es wird sich vorerst nichts verändern.

Erst wenn die Menschheit an das Ende ihrer Wachstumsmöglichkeiten gekommen
sein wird, erst dann wird es (unter grossem Leid und grossen Verlusten) zu einer
Veränderung kommen.

Alle positiven Ansätze in meiner Jugendzeit (68er Jahre) sind zugunsten des
globalen Kapitalismus im Sand versickert.
Ein privates Studium der menschlichen Entwicklung (Anthropologie) erklärt die
natürlichen (und daher wohl leider unausweichlichen) Gründe dafür.

26.01.2012 20:38 • #7


Lieber Gast B.

Ich komme aus Österreich. Das ist Punkt 1.

Ich weiß nicht, wieviel Ahnung du von Chemie und der Joblage in Wien so allgemein hast.
Und auch nicht, wieviele Leute sich auf eine Stelle in meiner Region fürs Labor bewerben.
Ich denke sowie du schreibst , lebst du irgendwo anders, oder bist immer auf die Butterseite des Lebens gefallen, schön für dich.

Und natürlich fragt man sich, was mach ich falsch, dass sie von 100 Bewerben nicht gerade mich nehmen, deswegen habe ich mehrere professionelle Bewerbungstrainings absolviert. Ich habe mich dabei sogar Filmen lassen und das Video danach analysiert.

Ich stottere und lispere nicht und trage kein Elasthan, also nein, ich stinke nicht!... Mir fehlt kein Zahn und meine Ohren sind immer geputzt. Das einzige was vielleicht für Menschen, die sowie du denken, etwas irritierend sein könnte ist, dass ich für meine 28 Jahre ziemlich jung aussehe.

Der entscheidende Grund liegt meiner Meinung nach eher daran, dass ich nicht in einer Chemie-Htl war, in Wien gibt es da nur eine und wer in dieser war, hat sowas wie ein Label am Hintern. Ich hab also nur die Lehre gemacht, die Laboranten Lehre und die zählt weniger als eine HTL für Chemie. Es gibt auch viele Firmen die explizit dazuschreiben nur Rosensteinabgänger ( diese Htl) erwünscht.

Und wo bist du beruflich zuhause? Würd mich echt interessieren, denn etwas unverschämt war dein Beitrag schon, doch da ich Kritik vertrage und mir auch solche Fragen ab und an stelle, der einzige UNterschied besteht nur darun, dass ich meinem Gegenüber immer versuche respektvoll zu begegnen und fragen deswegen auch so versuche zu formulieren...

aber naja, ist halt meine Art... wahrscheinlich werde ich mit dieser Art niemals ein reicher Manager oder Banker ... aber gut so... mag mich ja noch im Spiegel anschauen können...

lg

26.01.2012 20:49 • #8


Huhu

Auch wenn Politik und Wirtschaft etwas völlig anderes behaupten:

Gute Ausbildung, auch Abitur und sinnvolles Studium, sind heute leider
keine Garantie mehr für eine durchgängige Erwerbsarbeit plus Altersvor-
sorge.

Viele junge und hochqualifizierte Menschen verbringen ihre ersten Be-
rufsjahre (und das können bis zu 20 werden) in kaum bezahlten Praktika.

Gut, die Nachkriegszeiten des Wirtschaftswunders sind vorbei, aber heute
haben wir ein anderes Extrem. Zukunft und/oder Familie (finanziell) ist für
NIEMAND mehr wirklich planbar, und Altersarmut ist quasi vorprogrammiert.

Der sprunghafte Anstieg von Angsterkrankungen in unserer westlichen Ge-
sellschaft ist nicht "vom Himmel gefallen".

26.01.2012 21:11 • #9


Hey.. mein Beobachter

leider glaube ich dir jedes Wort, da in mir ein kreativer Kopf steckt, denk ich die ganze Zeit darüber nach, ob es eine Lösung für mich gibt, die nicht allein auf das Ausführen einer regulären Arbeit beruht... also ich mein jetzt nicht Lottosechser oder so. Es muss doch irgendwas geben... letztens hab ich schon überlegt ein Buch zu schreiben, nur davon wird man auch nicht reich ....

26.01.2012 21:21 • #10


Hi plankton,

uff. Also eine etwas schnippische, leicht gereizte Art hast du schon!

Ich habe überhaupt nichts übre dich "behauptet", sondern nur versucht, dir Tipps zur Selbstüberprüfung zu geben!

Außerdem habe ich deine Aussage "Ich komme aus Österreich" wörtlich aufgefasst - d.h., dass du jetzt nicht mehr in Österreich wohnst.
Du meintest aber offenbar damit "Ich lebe in Österreich."

Jetzt hast du ja etwas Info dazu gegeben, worauf deine Ablehnungen basieren könnten. Wenn das aber so stimmen würde, dann würden dich die Firmen gar nicht erst einladen, denn das ergibt sich ja gleich aus den Bewerbungsunterlagen (nehme ich doch an).

Es steht dir natürlich frei, die Ablehnungen allein auf den Überhang an Bewerbern zurückzuführen. Vielleicht stimmt es ja sogar. Und entschuldige, dass ich dir helfen wollte. Kommt nicht wieder vor.

26.01.2012 21:29 • #11


Huhu

Ich möchte natürlich, besonders hier in einem Angstforum, den
"Teufel nicht an die Wand werfen", aber:
Wenn in einigen Jahrzehnten die Energie-, Nahrungs- und Trink-
wasserressourcen zu Ende gehen, wenn dazu dann noch etwa
3 Milliarden "Klimaflüchtlinge" auf dem Weg nach Europa sind
(sie dürfen das, denn wir haben das hauptsächlich verursacht),
dann werden finanzielle Mittel und Rücklagen leider auch keine
wirkliche Sicherheit mehr bieten.

26.01.2012 21:39 • #12


Hallöchen mal !

@ Gast B, nein, ich glaub mit solchen Beitragen kannst du auch niemanden helfen.

@ Beobachter.... ich habe auch noch etwas anderes beobachtet.

Mir fällt des öfteren auch positive Wendungen im Denken ( manchmal sogar im Handeln) mancher Zeitgenossen auf.

Viele scheinen sich laut aktueller Zeitungsartikel, Kolumnen, Kommentare etc... wirklich viele Fragen über unsere "Nimmersattdasein" zu stellen. Also vieles in Frage zu stellen.

Und sprechen das auch ganz offen un laut aus. Dass es so nicht mehr weitergehen kann dürfte sich also in der Allgemeinbevölkerung schon rumgesprochen haben. Ich merke auch gewisse Trends zb, bei der Mülltrennung und bei der Überlegung, was im Essen wirklich drinnen steckt, ob fair trade wirklich so fair ist wie alles sagen, wieso soviele Menschen kein sauberes Trinkwasser haben u.s.w.

Ja, selbst ein paar 15 jährige hab` ich letzens in der U-Bahn heiß diskutieren hören, was wohl jetzt mit Europa passiert, wo sich herausgestellt hat, dass mit Geld hantiert wurde, das defakto nicht exsistierte. Vielleicht aber ist das nur meine subjektive Wahrnehmung, weil in mir ein Umdenken stattgefunden hat und deswegen achte ich auf solche Dinge mehr.

Ich glaube, hoffe, dass die Menschen in Not mehr zusammenrücken und sich wieder mehr aufs menschlichsein konzetrieren werden. Ich weiß es nicht, wird wohl so und so sein.

28.01.2012 18:24 • #13


Huhu plankton (ich muss bei dem Namen immer an SpongeBob denken )

Ja, diese positive Beobachtung habe ich auch in der letzten Zeit gemacht.

Umweltbewegungen gibt es schon länger. Nun gibt es aber (erstmals) auch eine
weltweite Bewegung gegen die Ursache des Übels, die "Occupy-Bewegung".
Was Umwelt, Energie und Resourcen angeht, so ergreifen auch immer öfter nam-
hafte Wissenschaftler das "warnende Wort".

Das besondere an der Occupy-Bewegung ist, dass sie sich erstmals durch alle
Nationen, alle Altersklassen, und (fast) alle sozialen Gesellschaftsschichten zieht.
Jupp, und auch (bisher leider erst kleine Teile) der Jugend werden wieder aktiv
und sehen, über ihr I-Pod-Handy hinaus, wieder mit offenen Augen in die Welt.

Auch was Ängste und psychische Probleme von Menschen betrifft, hat sich in den
letzten Jahren etwas getan. Nicht zuletzt durch eine ganze Reihe von prominenten
Leuten die betroffen sind und damit an die Öffentlichkeit gegangen sind.

Ganz begraben dürfen wir also die Hoffnung nicht, aber die Dinge müssen laut
ausgesprochen werden.

Ganz liebe Grüsse zum Wochenende, Der Beobachter

28.01.2012 19:50 • #14



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