09.01.2014 23:20 • 11.03.2020 #1


17 Antworten ↓


Panikatacken haben eine Ursache, für eine Lösung des Problemes ist es also sinnvoll herauszufinden was deine Tochter so sehr stresst, dass es zu diesen Panikattacken kommt, darüberhinaus hat nach meiner Erfahrung Stress einen großen Einfluss darauf, wenn es also viel Stress im Leben deiner Tochter gibt kann man auch hier ansetzen.

10.01.2014 12:05 • #2



Hallo munic,

Sorgen um Kind

x 3#3


Hallo zusammen,
ich wollte mich noch einmal melden.
Meinen Beitrag habe ich zwar erst gestern Abend verfasst und mir ist bewusst, dass es einige Zeit dauern kann bis man in einem Forum Antwort bekommt.
Aber mich beschäftigen die Panikattacken meiner Tochter und die verordneten Medikamente dermaßen, dass ich hier nun einfach nochmal meine Sorgen von der Seele schreiben möchte.

Unsere Tochter hat gestern nun das Cipralex genommen, gestern und heute morgen auch eine 1/4 Tablette von dem Bromazepam.
Schon gestern Abend ging es ihr deutlich besser, heute morgen ist es so, als hätte sie eine Panikattacke gehabt. Mein Kind ist völlig normal, fühlt sich fit und ist sorgenfrei. Ob das nun schon die Medikamente sind oder einfach auch das gestrige EKG weiß ich nicht.

Ich hingegen sorge mich immer noch sehr wegen den Medikamente. Wenn ich die Beipackzettel lese wird mir schlecht und ich frage mich, was ich meinem Kind damit nur antue.

Gefahr der Abhängigkeit, starke Gewichtszunahme, Szuizidgefahr, Unruhezustände, Müdigkeit,...mir dreht sich als Mutter der Magen um. Das möchte ich alles nicht für mein Kind.

Es muss doch eine Möglichkeit geben, ihr auf einem anderen Weg helfen zu können. Sie ist ja bereits seit 1 1/2 Jahren in Therapie, die schon große Erfolge gezeigt hat. Zwischen den Panikattacken ist sie ein völlig normales Mädchen. Warum muss sie denn dauerhaft jeden Tag solch starken Medikamente nehmen, wenn die Panikattacken nur alle paar Wochen und Monate kommen.
Gibt es denn nichts, was für den Moment hilft? Irgendwas, was die Panikattacke dann in diesem Moment löst, das Herzrasen nimmt, die Schmerzen und das Brennen im Brustkorb und den Armen hemmt? Irgendein Betablocker, irgendwas Muskelentkrampfendes,...
Für den Alltag kann es ja gerne was Pflanzliches sein, wie Notfalltropfen (Bachblüten), Neurexan, Lasea, Baldrian, autogenes Training zum Beispiel.
Unser Hausarzt meinte jedoch, dass unserer Tochter nur das AD helfen würde. Aber irgendwie kann ich das gar nicht glauben.

Mir geht es vom Bauchgefühl richtig schlecht, zumal wir so guter Hoffnung waren, was die Therapie betrifft. Und nun das? Das kann doch alles irgendwie nicht wahr sein!
Woher kommen denn nun plötzlich diese Panikattacken? Wodurch werden sie ausgelöst? Und warum gerade jetzt, wo doch die Therapie schon so gute Erfolge gezeigt hat?

Ich bin wirklich völlig verzweifelt und hoffe wirklich sehr hier in diesem Forum Antworten zu finden, um die Situation besser zu verstehen, Alternativen zu finden oder meine Sorgen zu verlieren.

Habt schon jetzt Dank für eure Tipps und Ratschläge!

Liebe Grüße, munic

10.01.2014 12:14 • #3


Nun ich kann auch nur mutmaßen.
Hat Deine Tochter ( G 8 ) Versagensängste durch den hohen Leistungsdruck?

Die Medikamente müssen nicht ein ganzes Leben genommen werden. Es kann für eine Zeit ganz hilfreich sein, aber weiter in Therapie zu gehen halte ich für sehr sinnvoll.

10.01.2014 12:20 • #4


Ah, ich sehe gerade, dass schon jemand geschrieben hat. Danke Chaoslexikon und aquene!
Ja, Stress hat sie. Sie schreibt im Frühjahr Abitur und ist hierfür sehr am Lernen. Sie macht sich Gedanken, den ganzen Schulstoff zu schaffen und hat sich zum Ziel gesetzt, ihr Abitur mit sehr gutem Notenschnitt zu schaffen. Dafür tut sie einiges und wir müssen sie manchmal bremsen und daran erinnern, dass Schule nicht alles ist und sie sich auch hin und wieder Auszeiten gönnt.
Die Auszeiten nimmt sie sich auch, aber hat natürlich dabei auch oft ein schlechtes Gewissen.
Die Versagensängste kommen mit Sicherheit von dem hohen Leistungsdruck in der Schule. Wir als Eltern versuchen schon seit Jahren ihr den Leistungsdruck zu nehmen. Eine schlechte Note ist kein Beinbruch. Aber aus irgendeinem Grund kommen wir da nicht so an sie ran. Die Schule selbst macht sehr viel Druck. Ständig heißt es dort "ihr Schüler seid faul, dumm und wenn ihr das nicht schafft, seid ihr hier auf unserer Schule fehl am Platz". Es ist kein Miteinader mit den Schülern, jeder Lehrer sieht nur sein Fach. Selbst die Lehrer untereinander hacken aufeinander rum. Von den Schülern werden Sachen verlangt, die die Lehrer dort selbst in keinster Weise vorleben, ganz im Gegenteil! So was nimmt sich unsere Tochter sehr zu Herzen.
Die Sorge in der Schule zu versagen (obwohl es nie Grund dazu gab) hatte sie ja schon seit der 7. Klasse. Irgendwann hatte sich das mit der Lernerei so zugespitzt, dass wir dann Hilfe bei einem Kinder- und Jugenpsychologen geholt haben.
Inwischen gönnt sich unsere Tochter Auszeiten, lernt auch nicht mehr bis spät in die Nacht, trifft sich auch mit Freunden in den Klausurphasen. Das wäre vor der Therapie nie möglich gewesen. Auch davon unbedingt einen bestimmten Abitschnitt zu erreichen um den NC für ein Wunschstudium zu schaffen ist unsere Tochter abgekommen. Sie hat sich sehr schöne Alternativen überlegt, ist offen und interessiert sich auch für andere Studienfächer, bei dem der NC nicht so hoch angesetzt ist. Sie überelgt sogar nach dem Abi ein Jahr komplett Pause zu machen und eher eine FSJ zu machen, um einfach mal Abstand von Schule und Lernen zu bekommen.
Dennoch lernt sie viel, aber es ist auch im Frühjahr Abitur. Und natürlich macht sie sich Sorgen ob sie den Schulstoff (sie hat leider sehr lernintensive Leistungskurse) von der Menge schafft. Aber ich sehe trotzdem durch die Therapie positive Verhaltensänderungen. Auch ihr Freund tut ihr sehr gut.

Tja und gerade weil ich diese positiven Veränderungen bei unserer Tochter sehe, machen mir die verordneten Medikamente wirklich Sorgen. Ich frage mich ob wir nicht die Zeit bis zum Abitur auch anderes überstehen. Lang ist es bis dahin nicht mehr.
Dann denke ich mir aber, was ist, wenn kurz vor dem Abi oder sogar während den Prüfungen eine Panikattacke kommt und sie vielleicht wirklich das Abi deswegen nicht schafft. Aber muss das ausgerechnet mit solch starken Medikamenten angegangen werden? Reicht nicht ein "Notfallmedikament" in der Tasche, was dann schnell hilft? Müssen es jeden Tag ADs mit solchen Nebenwirkungen sein? Die aktuelle Therapie wird auch noch über die Abiturzeit hinweg dauern. Da stehen noch einige Therapiestunden zur Verfügung.

LG; munic

10.01.2014 12:45 • #5


Ich bin's nochmal...ihr seht die Situation beschäftigt mich wirklich sehr!

Also ich habe noch mal überlegt. Die Angst meiner Tochter betrifft nicht nur die Versagensangst in der Schule. Sie hat auch vor vielen anderen Kleinigkeiten Angst, mit denen sie sich ständig beschäftigt.
Angst vor Krankheiten - sie hört ständig in sich rein
Angst vor Einbrecher
Kontrolliert ob wirklich auch im Keller die Rolläden unten sind, dass Familienmitglieder keinen Haustürschlüssen versehendlich an der Eingangstür stecken gelassen haben
Angst einen Autounfall zu machen (sie hatte leider tatsächlich einen kurz nachdem sie ihren Führerschein in der Tasche hatte)
Angst das andere Autofahrer hinter ihr drängeln, sie das Auto an der Kreuzung abwürgt, etc.
Sie isst keinen rohen Plätzchenteig, kein Essen das übriggeblieben ist und 2 Tage im Kühlschrank stand, sie würde niemals ungewaschenes Obst essen, etc.

Also ihr seht, sie beschäftigt sich auch mit anderen Sachen die ihr Sorge machen. Diese Sorgen wurden bei der Therapie zwar auch angesprochen, aber noch nicht angegangen. Dort standenbisher eher die Versagensängste in der Schule und ihr mangelndes Selbstbewusstsein im Vordergrund. Da werde ich auf alle Fälle noch einmal mit dem Therapeuten sprechen.

Nachdem ich hier nun ein wenig im Forum gestöbert habe, sollte man PA zulassen, wenn sie kommen und als solche akzeptieren. Man sollte sich nicht ablenken und ihnen aus dem Weg gehen.
Aber wie macht man das und versteht, dass das Herzrasen, das Kribbeln in den Fingern, die Brustschmerzen und die Schmerzen im Arm kein Herzinfarkt sind, sondern "nur" wieder eine Panikattake, die vorbei geht.
Wie schafft man es in so einem Fall dann nicht Todesangst zu bekommen und nicht davon überzeugt zu sein dass man stirbt.
Meine Tochter hatte ja nun schon mehrere PA, die immer alle ähnlich abgelaufen sind. Sie weiß auch im Anschluss dass das eine Panikattacke war, aber in dem Moment, wo eine PA kommt sagt ihr Kopf was anderes. Da hilft kein gutes Zureden, keine logischen Erklärungen, kein Spaziergang, keine Atemübung. Man kommt nicht an sie ran und sie macht komplett dicht und dreht durch.
Was kann sie in so einem Moment für sich tun, was können wir Eltern tun?
Wie lange dauert denn eine PA im Durchschnitt und geht sie tatsächlich irgendwann wieder von alleine vorbei?
Bisher war es bei unserer Tochter meistens so, dass dann nur ein EKG hilft, dass ihr zeigt, dass sie kein Herzinfarkt hat. Was passiert, wenn wir eine PA aussitzen würden, sie nicht zum Arzt fahren würden?
Unsere Tochter meinte, dass ihr das Herz schon am Vortag weh getan hätte. Nur da tat ihr der rechte Arm dazu weh, was für sie eine logische Erklärung war, dass mit ihrem Herzen alles in Ordnung ist. Am nächsten Tag, tat dann aber doch der linke Arme weh und schon war die PA da. Da half keine logische Erklärung, sie war fest davon überezugt, dass sie Tod umfällt. Das ging den ganzen Nachmittag. All die Untersuchungen, die sie bisher hatte, waren egal, da sich die Ärzte ja geirrt haben könnten. Erst ein weiteres EKG gab ihr wieder die Sicherheit und sie wurde ruhiger. Was wäre gewesen, wenn wir mit ihr nicht zum Arzt gegangen wären. Hätte die PA auch von alleine aufgehört und wenn ja, wie lange dauert so etwas an?

Ich würde mir wünschen, dass es genau für so Momente Medikamente gibt, die im Akutfall genommen werden können und das Herzrasen, das Brennen in Brust und Armen gestoppt wird. Vielleicht hilft ja auch schon der Gedanke, dass man ein passendes Medikament in der Tasche hat, das man für den Notfall nehmen kann.
Braucht man wirklich jeden Tag AD?

Ich habe auch hier gelesen, dass ein Therapeut in der Therapie die Konfrontation der PA zum Inhalt machen soll. Also ganz bewusst die PA hervorrufen soll, damit der Patient lernt damit umzugehen und zu begreifen, dass es wirklich nur eine PA ist.
Soweit ich weiß hat das unser Therapeut noch nie gemacht. Er unterhält sich mit unserer Tochter und versucht in kleinen Schritten ihr zu zeigen, dass sie was ganz besonderes ist, dass es noch andere Wege nach dem Abi gibt und andere Dinge im Leben wichtiger sind als Schule und gute Noten. Er unterhält sich mit ihr über ihre Sorgen und Ängset, führt aber nicht bewusst eine PA herbei.
Auch da werde ich ihn nochmals drauf ansprechen.

Aber wie gesagt, mich würde interessieren was passiert, wenn man eine PA einfach aussitzt. Wie lange dauert es und was kann wirklich passieren.

Liebe Grüße, munic

10.01.2014 14:08 • #6


Zitat von munic:
Aber wie gesagt, mich würde interessieren was passiert, wenn man eine PA einfach aussitzt. Wie lange dauert es und was kann wirklich passieren.


Es tut mir sehr leid für dich, dass es deiner Tochter nicht gut geht.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: es passiert objektiv "nichts" bei einer Panikattacke. Rein subjektiv ist sie natürlich sehr unangenehm, aber es stimmt schon, je mehr Panikattacken man bewusst durchlebt, desto leichter wird der Umgang damit.
Denn eine Panikattacke ist nur gefühlt lebensbedrohlich. Real gibt es keine Gefahr. Wie lange das Gefühl anhält, ist sehr unterschiedlich, je nach Ausprägung und Intensität der Symptome.

Ich wünsche deiner Tochter, dass es ihr bald besser geht und kann dich und deine Hilflosigkeit auch sehr gut verstehen. Alles Gute für euch!

10.01.2014 14:35 • #7


Was ich noch irgendwie spüre ist, dass sich Deine Tochter vielleicht mit allem sehr überfordert fühlt.
(es ist auch ne schwere Zeit vor dem Abi)

Nun möchte Sie vielleicht keinen Kontrollverlust- und ist sehr bemüht sich aufrecht zu erhalten.

Das strengt natürlich zusätzlich an und kann nochmehr Ängste zutage bringen.

Aber wie gesagt, dass ist das was ich im Moment denke.

Wünsche Euch auch das Beste- und vielleicht wird es ja nach geschafftem Abi wieder besser.

Toll ist doch, dass sie ein Ziel zu haben scheint.

10.01.2014 14:40 • #8


Schlaflose
Dass die Antidpressiva ihr Wesen verändern, darum brauchst du dir überhaupt keine Sorgen zu machen. Das trifft definitiv nicht zu. Ich nehme seit 15 Jahren welche wegen Schlafstörungen, und ich habe mich in keinster Weise verändert. Die genannten Nebenwirkungen von Antidepressiva treten bei den meisten Leuten gar nicht auf, höchstens die unter "sehr häufig" genannt werden und das auch nur am Anfang. Cipralex zählt zu den am besten verträglichen. Die eigentliche Wirkung tritt aber erst nach 2-3 Wochen ein.

Ja, das AD muss jeden Tag genommen werden, da immer ein gleichbleibender Spiegel im Blut sein muss, damit es wirkt. Dass es ihr jetzt schon besser geht, liegt eher am Bromazepam, das ein Beruhigungsmittel ist und eigentlich als Notfallmedikament eingesetzt wird.

Einiges von dem, was du aufzählst, lässt auch auf eine Zwangsstörung schließen (Kontrollieren des Haustür usw.)

Mit den Panikattacken war es bei mir (vor 25 Jahren) so, dass ich in den ersten zwei Wochen, wo ich täglich mehrere hatte, gemerkt habe, dass ich nicht umkippe oder tot umfalle, und daraus habe ich den Schluss gezogen, dass es auch in Zukunft nicht passieren wird. Ich hatte die Attacken dann noch etwa vier Monate und habe sie im einfach ignoriert und alles gemacht. Dann hörten sie von alleine ohne Medikamente oder Therapie auf. Aber ich hatte nicht diese ganzen anderen Ängste, die deine Tochter hat.

10.01.2014 15:44 • #9


hey munic,
ich bin selber 18Jahre alt und habe letztes Jahr im Mai (in Bayern) Abi gemacht.
Mir geht es ähnlich wie deiner Tochter, eine richtige Lösung habe ich leider auch nicht
Allerdings habe ich zur Abizeit Neurexan genommen, das ist homöopathisch, könntet ihr also mal ausprobieren... Außerdem hatte ich immer ein homöopathisches Kreislaufmittel dabei, das hat mir bei Panikattacken sehr geholfen, da ich vor allem Angst hatte ohnmächtig zu werden und die Kontrolle zu verlieren..
Ansonsten mit der Therapie finde ich super, ich habe leider viel zu spät angefangen (vor kurzem erst) und mir dadurch meine Noten lange Zeit durchtrieben (da die Angststörung bei mir auch in der 7. Klasse angefangen hat und ich deshalb oft gefehlt habe oder in der Schule nicht viel mitgekriegt habe wegen diverser Panikattacken....).
Ich wünsche dir und deiner Tochter noch ganz viel Kraft, die letzten paar Monate schafft ihr auch noch!
Und falls es hilft.. ich hatte wirklich starke Angst und sehr sehr viele Panikattacken & Nervenzusammenbrüche usw., je schlimmer umso näher das Abi kam - und habe es trotzdem geschafft... Deine Tochter wird es also aufjedenfall auch schaffen, trotz Angst und allem - und die Therapie als Stütze hat sie auch noch, das wird schon!
Alles Gute

10.01.2014 16:11 • #10


nostromo
Bitte kritisch betrachten ... Ich bin kein Experte ... Was ich schreibe, ist aus dem Bauch heraus und aus der Betroffenen-Perspektive, denn ich hatte als Kind und Jugendlicher so ähnliche Probleme, wie das Mädchen, um das es geht.

Kinder können wie ein Spiegel Eigenschaften, Gefühle und Ängste derer wiedergeben, die sie in enger Bindung betrachten. Ein Kind hinter dem immer Jemand in gespannter Haltung steht, in der Erwartung dass es fallen wird, um es aufzufangen, entwickelt einen unsicheren Stand. Das Kind spiegelt die Unsicherheit das Nicht-Vertrauen wieder oder die Ablehnung.

Eine Art Schocktherapie könnte ihr gut tun. Mir fällt ein: Klettern, Im Klettergarten Vertrauen üben, Höhen erklimmen. Sich selber in Körperlichkeit intensiv wahrnehmen. Es wäre auch ein guter Ausgleich zur Schule .. my 5 Cent.

10.01.2014 16:43 • #11


Tanja_1976
Hallo,

ich kann Deine Sorge auch sehr gut verstehen. Mein Sohn ist erst in der 2. Klasse aber ich muss sagen, was den Kindern/ Jugendlichen abverlangt wird ist schon eine Menge und artet in Stress aus. Mein Sohn meint auch immer, er müsste der Beste sein und merkt nicht, wann gut , GUT genug ist. Diese. Versagensängste machen es den Kindern so schwer und meiner Meinung nach werden alle psychosomatischen Erkrankungen dort schon manifestiert. Ich möchte heute nicht mehr Schüler sein.

Weiterhin sagt man ja, das Panikstörung etc. durch unterdrückte WUT und AGGRESSION entsteht. Ich selbst kämpfe seit 8 Jahren mit dieser Erkrankung. Mal besser, mal schlechter und auch nach einer langen Therapie habe ich immer noch nicht rausgefunden, woher es wirklich kommt. Aktuell mache ich eine Einzel und zusätzlich eine Gruppentherapie. Im Einzel gibt es Verhaltenstherapie und die Gruppe ist tiefenpsychologisch. Ich arbeite daran, es zu hinterleuchten, aber schaffe es nicht immer.

Vielleicht würde Deiner Tochter eine gemischte Gruppentherapie zusätzlich helfen? Denn wenn dort Patienten verschiedener Erkrankungen sind, haben diese einen ganz anderen Blickwinkel auf das Problem was man gerade hat, weil sie davon nicht betroffen sind. Ich hoffe, Du verstehst, wie ich das meine.

Ich wünsche Dir, dass Deiner Tochter schnell geholfen wird!

Liebe Grüße

10.01.2014 19:07 • #12


Erstmal vielen, vielen lieben Dank für eure lieben Worte.
Es tut so gut, dass man hier auf Verständnis trifft und man weiß, nicht alleine zu sein. Ich danke euch dafür!

Ich habe heute nochmal ein langes Gespräch mit einer Apothekerin gehabt, die mir sehr lange und ausführlich erklärt hat, was das überhaupt für Medikamente sind, wie sie wirken und für was genau man sie nimmt.
Auch das hat sehr gut getan und ich habe alles ein bisschen besser verstanden und habe diese Informationen auch unserer Tochter weiter gegeben.
Desweiteren hatten wir heute nochmal ein Gespräch mit der Psychologin unserer Tochter. Sie wird sich am Montag auch nochmal mit unserem Hausarzt in Verbindung setzten und mit ihm über alles reden, was Medikamente und die Therapie betrifft. Auch das fand ich sehr gut.
Dann hat unsere Krankenkasse eine Ärzte-Hotline, die wirklich sehr gut ist. Dort kann man sich Zweitmeinungen einholen und mit Ärzte aus allen Bereichen ohne Zeitdruck noch einmal in Ruhe über alles reden. Die Psychologin dort am Telefon hat dann hauptsächlich mit unserer Tochter gesprochen (nicht mit mir, was ich auch sehr gut fand) Fast eine 3/4 Stunde haben sie telefoniert! Sie hat sogar versucht mit unserer Tochter irgendwelche Atemübungen am Telefon zu machen, die sie für den Notfall bei einer neuen PA anwenden kann.

Jetzt geht es uns allen ein bisschen besser, wir haben einen Überblick und auch eine eigene Meinung zu den Medikamenten bekommen.
Sehr gut fand ich, dass die Psychotherapeutin unserer Tochter, die Psychologin der Krankenkasse-Hotline und die Apothekerin erstmal gefragt haben, was überhaupt unsere Tochter möchte, ob sie überhaupt gerne die Medikamente nehmen will. Das hat mich wirklich beeindruckt.
Man hat erklärt, dass das Bromazepam kein AD ist, sondern eher ein Notfallmedikament, ähnlich wie ein Betablocker, nur dass es eben nicht Herzrasen stoppt, sondern PA.
Cipralex, so habe ich es verstanden, sei ein "Gute-Laune-Medikament", was im Gegensatz zum Bromazepam eher aufpuschend wirkt, allerdings einige Zeit braucht, bis es wirkt. Daher hatte der Hausarzt auch die Kompination beider Medikamente erordnet.
Allerdings haben auch beide Psychologen und die Apothekerin gemeint, dass sie nicht denken, dass unsere Tochter so arg betroffen ist, dass sie solche Medikamente brauchen würde. Die Psychologin der Krankenkasse war sogar eher etwas überrascht, dass man unserer Tochter diese Medikamente verordnet hat. Die beiden anderen meinten, dass unser Arzt unsere Tochter das erstmal in einer richtigen PA erlebthat und aus seiner Sicht nichts anderes machen konnte, als ihr diese Medikamente zu verordnen.
Sie meinten alle, dass es aber durchaus Sinn macht, das Bromazepam immer als "Notfallmedikament" dabei zu haben. Allein das Wissen, etwas zur Hand zu haben, was im Fall einer erneuten PA hilft, kann den Schrecken der PA vermindern und die PA nicht mehr so stark und nicht mehr so oft auftreten lassen.
Für den täglichen Gebrauch haben sie eher Lasea, Neurexan, Notfalltropf (Bachblüten), Atemtechniken und Entspannungsübungen empfohlen.
Die Psychologin unserer Tochter will mit ihr auch Techniken erlernen, die ihr helfen, mit den PA besser umzugehen und dass sie somit die Angst davor verliert.
Ich finde, dass sich das alles nun viel besser anhört. Irgendwie haben all diese Gespräche mein Bauchgefühl bestätigt. Und vielleicht finden wir auf diese Art einen Weg ohne Medikamente.
Mit Bromazepam für den Notfall bei einer PA kann ich gut leben. Alles weitere schreckt mich eher ab.
Mal schauen wie es weiter geht...

Ihr alle habt unsere Tochter gut beschrieben. Mit euren Beiträgen habt ihr den Nagel oft auf den Kopf getroffen.
Ich hoffe, dass sie irgendwann so weit ist, dass auch sie versteht, dass PA zwar sehr unangenehm sind, aber ihr nichts anhaben können. Ja, sie kommen, die Gefühle die man dabei hat sind echt, aber sie bringen einem nicht um und werden irgendwann wieder verschwinden.

Danke nochmal für eure Tipps, Erfahrungsberichte und Ideen!

Liebe Grüße, munic

10.01.2014 19:27 • #13


11.03.2020 09:05 • #14


Schlaflose
Zitat von marfa1981:
Macht es Sinn zwei Tabletten abends zu nehmen, damit die Wirkung bis zum Morgen anhält?


Wieviel Milligramm hat deine Tablette? Opipramol ist ein ganz schwaches Medikament und macht, wenn man Glück hat, als Bedarfsmedikament ein wenig ruhig und müde. Um eine Wirkung gegen Ängste zu haben, muss man es dauerhaft nehmen in der Dosierung von 150-200mg über den Tag verteilt. Man kann bis auf 300mg gehen. Eine merkliche Wirkung tritt erst nach ca. 3 Wochen ein.

11.03.2020 10:09 • #15


Hallo!
Übelkeit kann auch psychische Ursachen haben. Kopfschmerzen können von Stress ausgelöst werden und den hat dein Kind momentan auf jeden Fall....
Wie erklärst du deinem Kind die dauernden Arztbesuche?
Du züchtest gerade den nächsten Hypochonder heran.
Such dir Hilfe, probiere unbedingt die medis, sie können dich stabiler machen. Wenn das nicht klappt geh stationär ins Krankenhaus!
Liebe Grüße

11.03.2020 11:06 • #16


50 mg, ich soll eine abends nehmen und je nach Bedarf 2 mal halbe am Tag...

11.03.2020 11:43 • #17


Icefalki
Ich würde dir auch ganz dringend raten, an deiner psychischen Gesundheit zu arbeiten. Und das sehr schnell und intensiv. Du bist in einem Zustand, der jetzt deinem Kind schadet. Und das solltest du dringend abstellen können. Denk an die Zukunft deines Kindes. Soll er später auch diese Horrorszenarien entwickeln, weil er das von dir so gelernt hat?

11.03.2020 15:52 • x 1 #18




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