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Schattenbraut
Hallo
Sorry falls es dieses Thema schon mal geben sollte, aber ich würde gern mal darüber reden.

Seit ca. einem halben Jahr leide ich unter GAS. Schon einige Zeit vorher (ca. 1 Jahr) hatte ich immer so merkwürdige Gedanken, die aus meinem Unterbewusstsein kommen, und das habe ich bis heute. Einige dieser Gedanken sind teilweise echt krass bzw. brutal (also Zeugs dass ich normal nie denken würde) und ich kann mir absolut nicht erklären woher sowas kommt. Meistens sind diese Gedanken auch völlig zusammenhanglos. Dann habe ich wieder Angstgedanken, z.B. das mir was passieren könnte oder sowas.
Meine Ärztin meinte dass ich einen Teil meiner Persönlichkeit unterdrücken würde und deshalb solche schlimmen Gedanken hätte.
Kennt ihr das und könnt ihr mir vielleicht Tipps geben, um mit solchen Gedanken umzugehen?

05.01.2010 17:25 • 13.01.2010 #1


17 Antworten ↓


Hallo Schattenbraut,

ich kenne das sehr gut. Angst vor dem Leben und Angst vor dem Tod. Du hast woanders schon geschrieben, dass du kaum Freunde hast. dadurch fühlst du dich isoliert und kannst deine Persönlichkeit auch gar nicht richtig ausbilden weil dir dein reflektiertes Ich fehlt.
Versuche auf jeden Fall dich mitzuteilen und mache eine Therapie! Vielleicht magst du einem Verein beitreten, vielleicht einem Sportverein, Bewegung unterstützt zugleich deine Entspannungsfähigkeit.
Aber, ohne dich unter Druck setzen zu wollen, welche " schlimmen Gedanken" hast du denn genau?

05.01.2010 18:41 • #2



Schlimme Gedanken - Hilfe!

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Christina
Hi,

falls die schlimmen Gedanken in die Richtung gehen, dir selbst etwas anzutun, deine Familie niederzumetzeln, von einer Brücke zu springen, bei einer Beerdigung laut zu lachen oder sonstwas Schlimmes oder Peinliches zu tun, dann dürfte es sich um Zwangsgedanken handeln. Darunter leiden viele Angstpatienten. Und die Gedanken kommen nicht daher, dass du deine Persönlichkeit unterdrückst, sondern dass du eben diese Gedanken zu unterdrücken versuchst. Solche Gedanken sind nämlich völlig normal, jeder Gesunde hat sie mal. Nur machen sich Gesunde deswegen keine Sorgen, sie denken ihren Gedanken, lassen ihn vorüber ziehen und wenden sich wieder der Normalität zu. Gedanken sind nur Gedanken und sie sind nicht kontrollierbar! Wenn du aber - aus Angst vor den Gedanken - versuchst, sie zu kontrollieren, überlegst, was sie zu bedeuten haben und dir Sorgen machst, ob du sie wohl eines Tages in die (schlimme) Tat umsetzen könntest, bleibst du an diesen Gedanken kleben. Sie werden häufiger und evtl. sogar heftiger. Probier's aus: Denk' die nächsten fünf Minuten auf keinen Fall an den Eiffelturm. Und schon gar nicht an einen Eisbären. Wenn du das ernsthaft probierst, wirst du in der nächsten Stunde öfter an den Eiffelturm und an Eisbären denken als im ganzen letzten Jahr zusammen.

Was funktioniert, ist, die Gedanken widerstandslos zuzulassen und zu registrieren, dass du sie hast. Und dann lass sie los. Es sind nur Gedanken, sie sagen nichts über dich aus, du bist nicht deine Gedanken und egal, was du denkst, du bist immer noch Herr über deine Handlungen.

Liebe Grüße
Christina

05.01.2010 20:31 • #3


Hallo Christina,

ich möchte dir nicht widersprechen, sicherlich sind es Zwangsgedanken. Dennoch denken gesunde Menschen nicht so häufig an "schwarze" Dinge wie wir. Und das sollte man auch ernst nehmen. Diese Gedankenwelt mit Sinnfragen entstehen auch durch das Gefühl verloren zu sein, nicht dazuzugehören. Jeder braucht etwas, das ihn antreibt, und jeder braucht Liebe. Wenn eines fehlt, fällt man (in solche Gedanken). Sie braucht positives Feedback, von Menschen und von sich selbst (letzteres das gelingt auch gesunden Menschen oft nicht).

05.01.2010 20:39 • #4


Zitat von Sonnenblume84:
Hallo Christina,

ich möchte dir nicht widersprechen, sicherlich sind es Zwangsgedanken. Dennoch denken gesunde Menschen nicht so häufig an "schwarze" Dinge wie wir. Und das sollte man auch ernst nehmen. Diese Gedankenwelt mit Sinnfragen entstehen auch durch das Gefühl verloren zu sein, nicht dazuzugehören. Jeder braucht etwas, das ihn antreibt, und jeder braucht Liebe. Wenn eines fehlt, fällt man (in solche Gedanken). Sie braucht positives Feedback, von Menschen und von sich selbst (letzteres das gelingt auch gesunden Menschen oft nicht).



....dazu möcht ich nur mal kurz bemerken, daß die sogenannten "Gesunden", durch deren wirtschaftlichen Erfolg wir die Bankenkrise und durch deren beispiellose Politik wir 3,4 Millionen Arbeitslose beschert bekamen, absolut krank im Kopf sind. Wer auf die sogenannten "schwarzen" Gedanken nicht irgendwann draufkommt, ist schlichtweg debil, und wer nicht stolz darauf ist, dem ist nicht zu helfen.

daheim

05.01.2010 23:48 • #5


@daheim

Ich bin ganz bei dir! Habe auch große Zweifel daran, ob die "Gesunden" wirklich so gesund sind!

06.01.2010 14:58 • #6


Schattenbraut
@ Christina: Ja die Gedanken gehen in diese Richtung - leider denke ich auch viel zu oft darüber nach, was sie bedeuten könnten und ob ich sowas wirklich machen könnte etc.... obwohl ich eigendlich doch weiß dass es nur Gedanken sind und ich sowas nie tun würde. Aber je mehr man sich sagt "Denk nicht drüber nach" desto mehr denkt man dran.

Was kann ich denn dagegen tun?

Ich hab langsam echt die Nase voll von diesem schei. und hoffe dass meine Therapie möglichst bald was bringt.

06.01.2010 16:32 • #7


Schattenbraut
Nachtrag: Am schlimmsten bei diesen Gedanken ist dann immer die Angst verrückt zu werden oder sich vielleicht umzubringen - dabei weiß ich doch genau dass beides Schwachsinn ist, aber dennoch ist die Angst manchmal da.
Kennt das jemand? Was kann man dagegen tun?

06.01.2010 18:59 • #8


Christina
Nachtrag: Am schlimmsten bei diesen Gedanken ist dann immer die Angst verrückt zu werden oder sich vielleicht umzubringen - dabei weiß ich doch genau dass beides Schwachsinn ist, aber dennoch ist die Angst manchmal da.
Kennt das jemand? Was kann man dagegen tun?Ja, vor allem Letzteres kenne ich sehr gut. Du musst versuchen, dich von den Gedanken zu distanzieren, dir immer wieder klar machen, dass du nicht eins mit deinen Gedanken bist und dass diese Gedanken zu haben, nicht bedeutet, sie auch auszuführen. Um das besser umsetzen zu können, empfehle ich dir das Buch zu dieser Seite und/oder "Der Kobold im Kopf" von Lee Baer.

Man konnte übrigens schon nachweisen, dass bei Menschen mit Zwängen oder Zwangsgedanken bestimmte Regionen im Frontalhirn überaktiv sind - die Regionen, die für die Handlungskontrolle zuständig sind. Dass du irgendetwas Unkontrolliertes machst, ist also schon hirnorganisch ausgesprochen unwahrscheinlich.

Liebe Grüße
Christina

06.01.2010 19:46 • #9


Hallo,
solche (w)irren und völlig aus der Luft kommenden Gedanken kenn ich nur zu gut, und sie machen mir genau wie dir auch verdammte Angst.
Stellenweise kam ich mir schon krass verrückt vor.
Versuche aber immer mir klar zu machen, dass dies einfach zum Menschsein gehört, und in jedem mal bescheuerte Gedanken aufkommen, bei manchen eben mehr als bei anderen.
Und die Tatsache das wir diese Gedanken als total beknackt einstufen, weißt uns ja dann doch als Menschen aus, die ein gesundes Urteil fällen, und somit bei klarem Verstand sind.
Übrigens möcht ich mich mal bei Christina für ihren Beitrag bedanken, der mich in meiner bisherigen Meinung, das jeder mal derartige Gedanken hat, bestätigt hat. Und mich sehr beruhigt.
Hab mich bisher wirklich mit dem Thema beschäftig, habe auch noch nie ne Therapie gemacht, denn ich hab irgendwie Schiss in die schauerlichen Abgründe meiner Seele abzutauchen. Ich glaub ich würd mich da nur noch mehr in solche Dinge "reinsteigern".
Nehm derzeit nur Venlafaxin, aber dies alleine ist sicher nicht der Weißheit letzter Schluss.

06.01.2010 21:07 • #10


hallo zusammen,

mich quälen momentan auch ganz schlimme gedanken, aber weniger in die richtung, dass ich irgendwem oder mir etwas antun will oder könnte, sondern viel mehr in richtung tod und sinn des lebens. ich war schon immer der typ, der sich eher mehr als zu wenig gedanken ums leben und dessen sinn gemacht hat, aber früher konnte ich stundenlang meine gedanken schweifen lassen und es war überhaupt kein problem, auch wieder damit aufzuhören. doch jetzt fühlen sich manche gedanken auf einmal so real an, weil sie in mir angst, manchmal sogar panik, auslösen und dementsprechend versuche ich mich zwanghaft davon abzulenken - was sie natürlich nur noch häufiger auftreten lässt.

ich weiß zwar, dass gedanken nur gedanken sind, aber dadurch, dass sie mir so viel angst machen, bekommen sie manchmal so einen real charakter, dass ich wiederum angst hab, dass ich mich in diesen gedanken irgendwann mal vollkommen verlier und dann nicht mehr weiß, was real ist und was zu meinen spinnereien gehört. da spielt halt auch wieder diese angst mit rein, verrückt zu werden.

ich find's so schlimm, dass man als angstpatient so viele baustellen hat, an denen man arbeiten muss. kaum hab ich den eindruck, das feld meiner erkrankung überblickt zu haben, schon kommt ein neuer "tick" dazu. diese zwangsgedanken hatte ich anfangs nämlich nicht - die schleichen sich erst seit gut 2 wochen in mein leben ein, aber dafür mit einer intensität, dass es mir einfach nur angst machen kann.

aber ihr habt natürlich recht, dass man dem ganzen seine furcht nehmen muss, indem man versucht die gedanken "zu ende" zu denken... auf manche fragen findet man nur leider keine antwort.

06.01.2010 22:59 • #11


Hallo zusammen!

Auch ich kenne alle von euch erwähnten Gedanken und habe siewechselnd mit unterschiedlicher Intensität.
Heute plagen mich meine ZG gegen mich selbst und ganz oft fällt mir auf, dass ich Angst davor habe, depressiv zu sein und schwups, dann bin ich es auch.
Dann fällt mir ein, dass Depressive manchmal zum Suizid neigen und schwups, fühle ich mich auch suizidal.
Tief im Herzen will ich nur leben leben leben und weiß auch, dass dies absurd für mich wäre, aber durch die ganzen Ängste fühlt es sich sehr real an, weil dann auch noch eine Derealisation dazukommt und ich total müde werde und mir ganz komisch wird.
Das hält mitunter mit Schwankungen über Tage an.

Wenn die Angst zu groß wird, bekomme ich Impulse und gleichzeitig die
Angst verrückt zu werden und hab die grausamsten Bilder vor Augen .

Ich weiß dass es allesamt ZG sind, aber es macht mich in akuten Phasen immer sehr fertig und ich habe ständig Angst die Kontrolle über mich zu verlieren.

Ein (hoffentlich) weiser Psychiater sagte mir einmal: "Frau L., ein Zwangskranker läuft noch viel weniger Gefahr seine aggressiven ZG auszuführen als jemand, der keine ZG hat".

Ist Kontrolle ein wichtiger Punkt in eurem Leben? Wo neigt ihr zum Kontrollieren? Ich habe da Einiges am Start, was ich ständiger Kontrolle unterziehe und um auch ja alles kontrollieren zu können, muss ich schlussendlich auch natürlich meine Gedanken ständig kontrollieren. Nur ist mein Zwang sehr abgewichst und dreht die Worte dann um und schickt sie mir in sämtlichen Variationnen, sodass ich ständig kontrollieren muss, ob ich auch ja nie was Schlimmes anstellen könnte.

@Raison: Die Beschäftigung mit dem Sinn und dem Leben, dem Tod habe ich auch immer mal wieder. Zu einem Ergebnis kam ich leider noch nicht .

ZG können in allen denkbaren Variationen und Inhalten vorkommen .
Meine Erfahrung ist, dass sie weggehen, wenn man sie annimmt und damit die Angst nimmt.
Lange gute Phasen sind mein Beweis, aber tritt dann eine Abänderung meiner Gedanken auf und zweifel ich auch nur zu 0,5 % daran, dass ich sie nicht doch umnsetzen könnte, gehts wieder los und ich muss von vorne anfangen, diesen ZG wieder wegzubekommen.

Vielleicht findet ihr euch irgendwo wieder?

LG Isabell

07.01.2010 11:03 • #12


Hallo Isabell,

das mit "schwups, ich denk an eine depression und schon fühl ich mich depri" - das kenn ich auch, aber seit einer woche seh ich so wie so alles viel schwärzer als vorher.

ich hatte als kleines kind schon mal ein relativ krasses zwangsverhalten und neige allgemein dazu, dinge immer kontrollieren zu wollen. ich glaube, dass das ein fester charakterzug vieler panik-/angst-kranker menschen ist. dieses streben nach idealismus und perfektionismus - dabei dann so hart zu sich selbst zu sein, dass man sich kaum fehler verzeiht, aber gleichzeitig immer die zügel selbst in der hand haben wollen. so von wegen: "das ist mein leben, also regel ich das auch selbst." kein wunder also, dass uns diese krankheit so aus der bahn wirft. auf einmal kommt es uns so vor, dass wir unseren körper nicht mehr "kontrollieren" können, weil ihn solche reaktionen wie panik, zittern, schweißausbrüche heimsuchen. wir meinen, unsere gedanken nicht mehr kontrollieren zu können, weil sie von schlimmen bildern und zwangsgedanken heim gesucht werden und dabei bleibt dann diese bittere angst in einem zurück, dass man unaufhaltsam wie ein führerloser zug auf eine katastrophe zurast wie eine schizophrenie, aus der man nicht mehr heraus kommt, oder dass man amok läuft und vielleicht seinem umfeld schaden könnte.

ich dachte nur früher immer, wenn mein geistig in der lage dazu wäre, diesen teufelskreis zu erkennen und zu verstehen, dann müsste man auch in der lage sein, in einfach auszuhebeln, aber da hab ich mich wohl getäuscht. ich fühl mich so oft machtlos...
und je länger dieser zustand anhält, desto weniger fühl ich mich als die person, die ich mal war.

07.01.2010 16:25 • #13


Schattenbraut
Glücklicherweise habe ich "nur" Zwangsgedanken, keine Kontrollzwänge. Dennoch geht es mir heute z.B. wieder echt mies - dann fühle ich mich total allein und verzweifelt und wünsche mir einfach nur dass es aufhört und ich leben kann

Jedoch habe ich von meiner Ärztin, dass mit Hilfe der Therapie, welche ich gerade begonnen habe, diese Zwangsgedanken verschwinden werden. Zumindest ist das deren Erfahrung (immerhin 17 Jahre Berufserfahrung mit 1000den von Angstpatienten).
Das hat mir Mut gemacht, vielleicht hilft es euch auch.

07.01.2010 16:43 • #14


Hallo ihr zwei!

@Raison:

Besser hätte ich es nicht schreiben können (s. führerloser Zug)! Warum siehst du aber seit einer Woche eh alles schwärzer?

Mir geht es heute sehr mies. Die ZG betreffend "oh nein, ich habe besstimmt eine Depression und bin total suizidal" machen mich heute sehr fertig. Vielleicht kennst du das Reinsteigern in ZG ja, dass man sich dann wirklich für das hält was man denkt?
Fühlst du dich da auch wie unter einer Käseglocke/in einer Seifenblase etc.?

Du hattest als Kind schon Zwänge, wie sahen die denn aus und wie hattest du diese überwunden?
Es stimmt, dass man als Angst- und Zwangspatient sehr nach Sicherheit strebt, nur ist es das Fiese, dass es diese nie zu 100 % - für rein gar nichts - geben kann.
Ich komme auch relativ gut mit meinen Gedanken aus, aber nicht immer und seit 3 Tagen ist so ein Tag leider auch.

Hast du Therapie gemacht/machst du eine?

@schattenbraut:

Ich habe rein gedankliche Kontrollzwänge, keine, die ich immer wieder tatsächlich ausführen muss.
Letztendlich ist es auch egal, welchen Namen man dem Ganzen gibt; wir sitzen alle im selben Boot und ich denke, dass es für alle einfacher ist, Gemeinsamkeiten zu finden die verbinden.
Wie lange hast du jetzt die ZG?


Ich kenne es von mir, dass ich immer nur Sicherheit erlange über ZG, wenn ich merke, dass jemand GENAU DIESELBEN Gedanken hat wie ich. Jede kleinste Abweichung lässt mich wieder total zweifeln.
Geht das noch jemandem so?

07.01.2010 19:28 • #15


Schattenbraut
Diese Gedanken habe ich seit 2007, im August 2009 brach dann die eigentliche Krankheit (GAS) aus.

Ich zweifele oft daran ob diese Gedanken "normal" für meine Erkrankung sind oder ob ich nicht doch verrückt werde. Wenn ich dann höre bzw. lese dass noch andere dasselbe haben macht es die Sache etwas leichter.
Leider habe ich oft Angst ich könnte diese Gedanken wirklich in die Tat umsetzen und mir oder anderen echt was antun... dabei weiß ich ja eigentlich dass dies nicht stimmt, aber eine letzte Ungewissheit bleibt Aber ich vermute, dass geht hier vielen so, oder?

08.01.2010 15:47 • #16


@ bellami:

meine zwänge in der kindheit sahen so aus, dass ich immer mehrmals kontrollieren musste, ob das licht aus ist, oder z.b. beim zähneputzen mussten die bürstenstriche auf den zähnen in einer geradzahligen anzahl ausgeführt werden. kleine nicklichkeiten, die mich im alltag nicht sonderlich eingeschränkt haben, aber die auf dauer nerven. ich weiß noch, dass ich mich als kleines kind dann einfach öfter gezwungen hab, mit dem "unguten" gefühl, die zähne heute mal anders gebürstet zu haben, ins bett zu gehen und wie das als kind so ist, hat man auf einmal mit ganz anderen problemen (schulisch, privat, etc.) - da kommt's dann ganz von allein, dass ich mich nicht mehr so auf die zwänge konzentriert hab. vielleicht hat auch geholfen, dass ich damals noch nicht wusste, was das ist und mir deshalb nicht "komisch" vorgekommen bin. ich dachte, das macht vielleicht jeder mal.

seit ein paar tagen seh ich alles schwärzer, weil sich die zwangsgedanken so häufen und meine stimmung derart darunter leidet, dass ich mich inzwischen echt schon als nervliches wrack bezeichnen würde. ich bin ständig nur am heulen, weil mich wieder so eine gedankenwelle überrollt und überhaupt wirkt das leben im moment sehr grau. ich bin so froh, dass ich dieses "du musst kämpfen, denn eigentlich ist das leben so schön"-programm soooo tief in mir integriert hab, dass ich wegen einer miesen zeit nicht gleich die flinte ins korn werf, aber ich merk selbst, dass mir das kämpfen mit jedem anhaltenden miesen tag schwerer fällt.

dass ich mich fühl wie unter einer käseglocke, ist sogar noch untertrieben. ich leide ja unter panikattacken als hauptsymptom meiner krankheit und wenn ich mich richtig in die ZG reinsteiger, dann bekomm ich davon panik - hundert pro! da ist's dann nur noch ne frage der zeit, bis man die gedanken für echt hält, weil sei sich ja zumindest schon mal "echt" anfühlen.

jap, ich bin seit 3 monaten in therapie und ich bin auch total froh über diese entscheidung. prinzipiell hilft es mir sehr, mich mal aussprechen zu können, weil in unserer familie in den letzten jahren auch viel passiert ist, das ich nie richtig verarbeiten konnte, aber leider, leider ist mein therapeut auch nur ein mensch und somit seit 3 wochen bis mitte nächster woche im urlaub. verdient, ganz klar. aber über vier wochen ohne zuspruch ist hart, wenn man sich so daran gewöhnt hat und wenn man grad so ein tief hat wie ich.

machst du denn eine? und unter was leidest du eigentlich am meisten? auch panikattacken?

LG

08.01.2010 18:03 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ich hatte auch schon ähliche Gedanken !
Zunächst muss man denke ich sagen : Egal welche Gedanken man hat, ist das Problem denke ich der Angst vor Kontrollverlust !
Bei mir fing das damit an das ich Angst hatte umzukippen !
Als ich diese Angst überwunden hatte suchte sich mein Kopf was anderes...
Ich denke wirklich das alles etwas damit zu tun hat das man Sicherheit will !
Deswegen ist man hier im Forum, geht zur Therapie, man will
verstanden werden, es gibt einem die Sicherheit nicht verrückt zu sein, hier gibts ja immerhin viele Gleichgesinnte !
Gleichzeitig ist man sich aber im klaren, das man nunmal niemals 100 % Sicherheit bekommen kann !
Bei mir kamen die Gedanken genau in dem Zeitpunkt auf als ich nicht alles unter Kontrolle hatte !
Das Problem ist auch hier der Teufelskreis : Dadurch das die Gedanken wiederkommen denken wir wir verlieren die Kontrolle über die Gedanken, also wieder Angst vorm Kontrollverlust !
Das die ständige Angst runterzieht und "depressiv" macht ist doch völlig klar !
Ich versuche zur Zeit mir immer mehr selbst eine Art Selbstinstruktionen zu geben indem ich mir sage :
Wenn ich mir negative Gedanken einreden kann, kann ich mir genau so gut positive Gedanken einreden !
Also *beep* dich Angst ! Du hast mich viel zu lange begleitet und wirst das wohl auch noch tun ! Aber jetzt nicht !
Also Lachen !

13.01.2010 18:18 • #18



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