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dasomen
Hallo Ihr Lieben!

In den vergangenen Jahren habe ich immer mal hier im Forum geschrieben, mir geht es eigentlich mittlerweile schon so lange sehr schlecht, dass ich gar nicht mehr weiß wann es genau anfing. Aber an manchen Tagen fühlt sich die Angst und Panik so toxisch an, dass ich mittlerweile Angst vor der Angst habe.

Ich bin jetzt 43 Jahre alt. Meine Mama und mein Papa sind in den letzten 1,5 Jahren beide verstorben. Speziell meine Mama war mir immer ein großer Halt in meinem Leben, ohne sie ging es irgendwann auch nicht mehr. Sie war meine emotionale Lebensversicherung. Mir ging es sehr oft sehr schlecht aber ich konnte ihr mein Leid klagen und am Ende haben wir miteinander gesprochen und ich hatte das Gefühl, egal was passiert, im schlimmsten Falle fängt sie mich auf und wenn es nur mit einem Mach Dir keine Sorgen, wir kriegen das hin oder einem Das klappt schon war.

Jetzt habe ich nur noch meine Schwester. Emotional ist zwischen meiner Schwester und mir eine größere Distanz. Wir kommen klar miteinander, aber sie kann mir nicht wirklich helfen, sie ist ja auch irgendwie in derselben Situation.

Aktuell wollen/müssen wir das Haus unserer Eltern verkaufen und das gestaltet sich als Albtraum. Wir kriegen das Haus nicht leer, obwohl wir schon ewig daran arbeiten, für alles eine Entrümpelungsfirma kommen zu lassen können wir uns nicht leisten. Der Verkauf soll schnell gehen, aber wir kommen nicht voran. Und ohne leeres Haus keine Besichtigungen. Das Haus ist 200 Jahre alt. Alles nicht auf dem neuesten Stand. Ob ein Verkauf überhaupt möglich ist
steht in den Sternen.

Ich wohne in einer Einliegerwohnung in diesem Haus. Es fühlt sich so an, als würde ich gerade den Ast absägen, auf dem ich sitze. aber Ausziehen geht nicht ohne das Geld vom Haus. Wenn überhaupt.

Eine neue Wohnung finde ich nicht, ohne Job will mich kein Vermieter, das Jobcenter zahlt nicht mehr, weil ich ja jetzt offiziell geerbt habe, ab 01.10. habe ich keine Krankenversicherung mehr deswegen. Soll ich jetzt selbst zahlen.

Ich weiß auch nicht wie ich alleine den Umzug stemmen soll, ich bin fix und fertig wenn ich nur eine einzige Umzugskiste packe. Alleine alle Möbel abbauen. Auf engstem Raum. Ein Wahnsinn.

Und hier im Haus fühlt es sich an wie in einem Geisterhaus. Ich glaube natürlich nicht an Gespenster. Aber mein Vater war 30 Jahre lang psychisch krank. Jede Ecke steckt voller Emotionen, voller Erinnerungen, diese unerträgliche Stille, diese Dunkelheit, die vielen Ecken, Geräusche schrecken mich sofort auf. Dazu der Geruch von Schimmel.

Auch Angst, noch vor dem Verkauf etwas unabsichtlich kaputt zu machen. Ich traue mir selbst nicht mehr. Traue
mich kaum den Herd anzumachen, weil ich Angst habe ihn zu vergessen.

Ich schlafe immer schlechter. Habe fast jede Nacht Albträume. Meist passieren darin Katastrophen. Ich habe auch tagsüber ständig das Gefühl, als ob gleich irgendwas furchtbares passieren könnte. Eine diffuse Angst, die aber
nicht unbegründet erscheint. Denn die letzten Jahre konnte man die Stoppuhr stellen, bis das nächste Problem vor der Tür stand. Fast jeden Tag prasseln neue Probleme auf mich ein. Ich bin mittlerweile ein wenig paranoid. Aber
aus begründeter Angst vor sehr gegenständlichen Problemen. Angst vor dem Leben könnte man sagen.

Ich gehe fast täglich (zu Fuß) einkaufen, nur um mal ein Ziel zu haben, mal das Haus verlassen zu können. Danach bin ich aber total erschöpft. Oft werfe ich Dinge weg, die ich eingekauft habe, weil ich sie aus Erschöpfung tagelang nicht zubereiten kann. Nur um dann wieder ein schlechtes Gewissen zu haben.

Ich hätte niemals gedacht mal so psychisch am Boden zu sein. Und körperlich fühle ich mich auch miserabel.

Mein Leben ist nur noch ein einziger Horror.

23.09.2021 21:21 • 27.09.2021 x 3 #1


29 Antworten ↓


California1
Ich kann dich sehr gut verstehen was du gerade durchmachst. Glaub mir es wird besser werden, langsam zwar aber stetig.
Du brauchst Hilfe mit dem Haus ! Hast du schon mal mit der Bank gesprochen ?
Die werden dir in der Situation vermutlich finanziell helfen können.
Geh es langsam an, Schritt für Schritt

LG

24.09.2021 07:03 • x 1 #2



Rund um die Uhr Angst, Panik, Einsamkeit, Aussichtslosigkeit

x 3


dasomen
Das ist ja das Problem, wir gehen es ja langsam an, aber das zieht alles unerträglich in die Länge. Wie Kaugummi.
Innerlich zerreißt es mich. Meine Zukunftsängste werden langsam unerträglich. Dieses Haus fühlt sich feindselig an. Der Garten ist riesig und kaum zu bewältigen. Überall so viel zu tun und so wenig Kraft und Energie.

Meiner Schwester gehört ja auch 50% des Hauses. Ich habe ständig das Gefühl dieser massiven Verantwortung für etwas, was einfach eine Nummer zu groß für mich ist und nur zur Hälfte mir gehört.

Ich weiß nicht wo ich in einem Jahr sein werde, das macht mich fix und fertig.

Ich lebe den ganzen Tag nur in Angstzuständen. Ich fühle mich so sehr einsam und verlassen.

24.09.2021 08:29 • #3


Sonnenzombie
Dass was du oben schilderst kommt mir sehr bekannt vor .......
Tut mir leid dass du das alleine durchstehen musst .
Kannst du nicht in eine Tagespsychatrie gehen ......dass würde dir sicher helfen !
Ich kann dir aber versichern dass du hier im Forum nicht alleine bist und wir hören dir gerne zu wenn du dich einsam fühlst .
Lass dich nicht unterkriegen !
Fühl dich mal umarmt ......

24.09.2021 08:45 • x 2 #4


dasomen
@Sonnenzombie Ich danke Dir sehr. Mich umarmt sonst nie jemand...

Ich habe so oft das Gefühl, gleich zusammenzubrechen. Aber man kann es niemandem erklären. Es versteht im Alltag kaum jemand. Letztens musste ich mich auf halbem Weg vom Einkaufen auf einen Stein setzen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Eine Dame kam vorbei, schaute mich an, guckte erschreckt und fragte ob es mir gut geht. Ich sagte Alles ok, weil ich nicht wusste, wie ich ihr auch nur ansatzweise hätte erklären können, wie es mir geht.

Ich habe im Bezug auf meinen Vater extrem schlechte Klinikerfahrungen mit der Psychiatrie gemacht. (Und was meine Mutter angeht extrem schlechte Erfahrungen im Bezug auf das Krankenhaus)

Insofern sind Kliniken für mich keine guten Orte.

Im Rahmen der Pflege unserer Eltern haben wir sehr viele schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Unter anderem hat jemand vom Pflegedienst fast die kompletten Ersparnisse meiner Mutter gestohlen. Das war aber nur der negative Höhepunkt.

Entsprechend habe ich das Vertrauen in Hilfeorganisationen fast vollständig verloren. Abgesehen davon, dass die meisten auch völlig überlaufen sind, sehr viel Fließbandabfertigung passiert und Medikamente oft die fehlende Zeit für Gespräche ausgleichen.

24.09.2021 10:21 • x 1 #5


Sonnenzombie
Ja auch ich hab jahrelang Probleme gehabt nach den Tod meiner Mama ins kh . Zu gehen .
Versteh dich gut .....aber es kann einem schon weiterhelfen auch zumindest könntest du lernen wieder einen halbwegs geregelten Tagesablauf hinzubekommen .
Die leere im Haus tut weh wenn man es gewöhnt war das immer etwas los war im Haus....das fällt mir auch immer noch sehr schwer !
Vielleicht kann es dir auch helfen etwas Sport gegen deine Angst zu machen oder viel spazierengehen .....
Die Trauer musst du jetzt zulassen um den Schmerz zu bewältigen ......das hilft wohl nix leider ....
Aber ich finde toll dass du hier um Rat fragst ....das zeigt dass du etwas dagegen tun willst und beweist dass du durchaus auch kämpfen willst ...weiter so !

24.09.2021 10:35 • x 1 #6


California1
Ich kann das alles wirklich gut verstehen. Du brauchst für dich und das Haus Hilfe, es gibt für jeden Zeiten in denen man Hilfe braucht. Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit Therapeuten und anderen Hilfsangeboten gemacht ! Es wird Zeit da etwas heraus zu kommen, du könntest auch mal vor Ort bei der Pfarrgemeinde vorbeischauen, die können dir auch helfen die nächsten Schritte zu tun. Ich sage das nicht um dich zu trösten aber du schaffst das, trau dich !

LG

24.09.2021 10:42 • x 1 #7


Luna70
Zitat von dasomen:
das Jobcenter zahlt nicht mehr, weil ich ja jetzt offiziell geerbt habe, ab 01.10. habe ich keine Krankenversicherung mehr deswegen.


Ist das denn rechtens? Schließlich kannst du ein Haus ja nicht essen, wovon sollst du denn leben?

Ist denn realistisch betrachtet aus dem Verkauf des Hauses ein Erlös zu erwarten? Bei sowas kommt es ja momentan sehr auf den Standort an, wenn es in einem guten Gebiet liegt, kann man selbst das älteste Haus vergolden. Wenn es weit draußen liegt, noch dazu im falschen Gebiet ist es schwierig.

24.09.2021 11:42 • x 1 #8


Nora5
Zitat von dasomen:
dass ich mittlerweile Angst vor der Angst habe.

Hallo Du,

es tut mir so mega leid, zu lesen, was Du gerade durchmachst und ich versuche mal, zu antworten, vielleicht kann es ein ganz bisschen Trost geben! Auch wenn Du telefonieren magst, gerne, melde Dich per pn!
Ich kenne das Gefühl, wenn es einfach zu schlimm ist, man nur noch fällt, und das Gefühl hat, man kann es nicht mehr verarbeiten. Das ist furchtbar.
Zitat von dasomen:
Meine Mama und mein Papa sind in den letzten 1,5 Jahren beide verstorben

Das tut mir sehr leid, herzliches Beileid!
Zitat von dasomen:
Speziell meine Mama war mir immer ein großer Halt in meinem Leben


Das ist bei mir meine Oma gewesen, sie ist inzwischen 100 und ziemlich dement. Ich vermeide total den Kontakt, weil ich so Angst habe, dass dann zu vieles aufkommt mit meinen Eltern und früher, weil sie so verwirrt ist, und ich extrem getriggert werde. Aber sie war der einzige Mensch in der Familie, die bedingungslos an mich geglaubt hat und zu mir gehalten hat. Sie war so fröhlich und hatte so viel Lebensfreude.
Und noch etwas. Du beschreibst, wie Du mit Deiner Mutter Dinge besprochen hast und sie Dir Mut gemacht hat. Ich kenne dieses Gefühl, bei mir ist es auf Partner bezogen und diese Traurigkeit wird bei drohender Trennung aktiviert. Es geht so ein bisschen in die Richtung, wenn ich diese Interaktion zu dieser Sache mit dieser Person nicht mehr abgleichen kann, zerbricht etwas in mir udn es ist sinlos, weiterzumachen. Ist es so ein bisschen in die Richtung?

Erstmal ganz ganz liebe Grüße, Fortsetzung folgt...
Nora

24.09.2021 12:35 • x 1 #9


dasomen
Zitat von California1:
Ich kann das alles wirklich gut verstehen. Du brauchst für dich und das Haus Hilfe, es gibt für jeden Zeiten in denen man Hilfe braucht. Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit Therapeuten und anderen Hilfsangeboten gemacht ! Es wird Zeit da etwas heraus zu kommen, du könntest auch mal vor Ort bei der Pfarrgemeinde ...

Ich bin leider nicht sehr gläubig, deswegen tue ich mir mit der Pfarrgemeine schwer.

Weißt Du, ich bin halt auch so aufgezogen worden, dass man andere Menschen mit seinen Problemen nicht zur Last fällt wie es damals immer hieß. Für mich ist um Hilfe bitten immer ganz furchtbar. Vor allem wenn ich weiß, dass meine Probleme nicht in 5 Minuten gelöst werden können und leider auch nicht von alleine in sich zusammenfallen, wie das manche Hilfeleister besonders im Bezug auf psychische Probleme oft erwarten. Es sind eben keine rein gefühlten Probleme, sondern sie fußen auf sehr realem Scheitern im Leben. Und wenn ich eine Tablette nehme sind diese Probleme noch da. Es gibt halt keine Tabletten gegen Arbeitslosigkeit, Einsamkeit, Geldnot, Wohnungsnot, Midlife Crisis, Soziale Probleme usw. usf.

Zitat von Nora5:
Hallo Du, es tut mir so mega leid, zu lesen, was Du gerade durchmachst und ich versuche mal, zu antworten, vielleicht kann es ein ganz bisschen Tro...

Ich danke Dir sehr für Deinen Zuspruch. Ja, ich denke/hoffe jeder Mensch hat in jungen Jahren einen besonderen Emotionsmenschen. Das Verhältnis von mir zu meinen Eltern war sehr merkwürdig.

Ich war ein unerwünschtes Nachzüglerkind, ich kam 15 Jahre nach meiner Schwester, als eigentlich die Kinderplanung abgeschlossen war. Meine Eltern waren sehr überfordert mit mir. Sie waren zu alt bei meiner Geburt, ich war ihnen
zu stur und eigenwillig, meine Mutter war Tablettenabhängig kurz vor der Schwangerschaft. Psychopharmaka. Genaues weiß man nicht. Die Hausärztin riet wohl davon ab, mich zu bekommen. Offenbar stand damals eine Abtreibung im Raum. Mein Vater hat es mir mal erzählt, als er mich in einem seiner Tobsuchtsanfälle mal wieder emotional verletzen wollte. Kurz vor der Rente wurde dann mein Vater psychisch krank. Er ging in Vorruhestand und dann wurde alles schleichend immer schlimmer. Ich wurde arbeitslos. Fand den Absprung von meinen Eltern nie. Mein Vater gab mir die Schuld an seiner Erkrankung.

Am Ende stand dann eine toxische Symbiose von 3 Menschen, die sich alle irgendwie ein wenig brauchten, aber
sich emotional nicht immer gut taten.

Zitat von Luna70:
Ist das denn rechtens? Schließlich kannst du ein Haus ja nicht essen, wovon sollst du denn leben? Ist denn realistisch betrachtet aus dem Verkauf...


Naja, es ist auch ein kleiner Geldbetrag Teil des Erbes. Aber auch hier gilt eben: Wenn ich davon Hilfe fürs Haus bezahle, kann ich davon nicht gleichzeitig meine Lebenshaltungskosten und die Krankenversicherung bezahlen. Zumindest nicht sehr lange. Deswegen versuchen wir natürlich die Kosten fürs Haus zu minimieren.

Verkauft werden kann es vielleicht, aber bisher interessieren sich eher Leute dafür, die quasi billig Immobilien aufkaufen, diese dann selbst minimalrenovieren und letztlich fürs doppelte weiterverkaufen. Mit anderen Worten: Wir würden das Haus dann fast verschenken. Das wäre mir sogar fast auch egal, aber wenn ich nicht genug Geld dafür bekomme, habe ich Angst dass am Ende das Haus (inklusive meiner Einliegerwohnung) weg ist und am Ende zu wenig Geld für eine neue Wohnung/Existenz da ist. Denn letztlich muss ich quasi komplett neu anfangen. Und das wird nicht zum Nulltarif machbar sein. 50% bekommt ja eh meine Schwester.

24.09.2021 13:31 • #10


California1
Du fällst niemandem "zur Last (!) das ist deren Job und hat nichts mit Glauben oder Religiosität zu tun. Es geht eher um Hilfe dir Wege zu zeigen die du im Moment nicht siehst oder alleine schaffst.
In so einer Situation darfst, nein solltest du über diesen kleinen Schatten springen und um Hilfe bitten !
Davon abgesehen halte ich dich für einen tollen, sensiblen Mensch !

LG

24.09.2021 13:49 • x 1 #11


dasomen
Ich kann einfach nicht. Ich glaube irgendwann werde ich an dem allen zu Grunde gehen...
Mir fällt es so schwer, Menschen um Hilfe zu bitten, Menschen zu vertrauen...und mir fehlt auch die Hoffnung, dass das dann alles etwas bringen würde, ausser dass ich dann endgültig für verrückt erklärt werde...

Es wäre so schön, wenn ich nie geboren worden wäre...ich empfinde alles so quälend...

Heute habe ich ein 20 Jahre altes Notizbuch von mir gefunden, in dem ich ich schon in jungen Jahren niedergeschrieben habe, wie schlecht es mir ging. Unglaublich, dass das jetzt schon so lange geht...

24.09.2021 19:28 • x 1 #12


Nora5
Zitat von dasomen:
Und hier im Haus fühlt es sich an wie in einem Geisterhaus. Ich glaube natürlich nicht an Gespenster. Aber mein Vater war 30 Jahre lang psychisch krank. Jede Ecke steckt voller Emotionen, voller Erinnerungen, diese unerträgliche Stille, diese Dunkelheit, die vielen Ecken, Geräusche schrecken mich sofort auf. Dazu der Geruch von Schimmel.

Hey Du,

oh je, das hört sich aber echt nach einer Menge an! Mensch, wie hälst Du das aus? Wer hilft Dir denn jetzt? Gibt es noch irgendwelche Verwandte, die Euch unterstützen könnten? Ich würde auch durchdrehen! Und die Erschöpfung scheint mir absolut nachvollziehbar. Du musst Dich sicher grade zu allem zwingen. Sowas kenne ich auch. Hast Du schonmal eine schwierige Phase bewältigt und kannst Dich vielleicht noch erinnern, was Dir da geholfen hat? Ich fühle mit Dir


Zitat von dasomen:
Ich schlafe immer schlechter. Habe fast jede Nacht Albträume.

Das ist auch verständlich. Es ist einfach zu viel auf einmal. Hast Du denn eigentlich Therapie? Und kannst Du Dir einen Psychiater suchen udn Medikamente verschreiben lassen die jetzt erstmal helfen, damit Du zur Ruhe kommst und dann mit wieder klarem Kopf alles planen kannst?

Ganz liebe Grüße,
Nora

24.09.2021 22:14 • x 1 #13


Perle
Hallo, hast Du denn evtl. die Möglichkeit, Dich Deinem Hausarzt anzuvertrauen? Ich denke, es ist echt wichtig, dass Du über Deinen Schatten springst und Dich traust. Kein Mensch kann alles immer alleine tragen und ich glaube, dass es genug Menschen gibt, die gerne helfen. Vielleicht kann der Hausarzt Kontakte zu Hilfsorganisationen vermitteln. Alternativ gibt es die Telefonseelsorge, auch diese haben ein Netzwerk für die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Bitte traue Dich, Du wirst danach sehr stolz auf Dich sein, einen ersten Schritt getan zu haben!

24.09.2021 22:16 • x 1 #14


California1
Hallo nochmal,

irgendwer, irgendwas wartet geradezu darauf dir zu helfen, ganz klar. Man merkt es auch an den Kommentaren hier !
Versuch es einmal, oder zweimal du wirst sehen es funktioniert, vielleicht langsam aber sicher

LG

25.09.2021 06:11 • x 1 #15


dasomen
@Nora5 Nein, ich habe keine Therapie. Ich habe mal eine Zeit lang Opipramol genommen, als ich so heftige Panikattacken hatte, dass wirklich nichts mehr ging. Damals hab ich sogar mal bei der Telefonseelsorge angerufen, weil ich nicht mehr weiter wusste. Man war sehr nett zu mir, hat mir zugehört, aber helfen konnte man leider auch nicht.

Wirklich bewältigt habe ich solche Phasen nie. Eigentlich ist es fast ein Dauerzustand. Nur mit unterschiedlicher Intensität. Immer abhängig von äußeren Faktoren, wenn die Zahl der Probleme mal tempörär niedriger ist, dann fühle ich mich natürlich minimal besser. Aber letztlich habe ich die Erfahrung gemacht: Nach dem Problem ist vor dem Problem. Man muss nur ein paar Tage warten, dann steht das nächste Leid schon vor der Tür.

@Perle Meine alte Hausärztin hat uns während der Zeit der Pflege sehr übel im Stich gelassen. Wir hatten von ihr fast keine Hilfe, sie hat Hausbesuche verweigert usw...

Deswegen war das Vertrauensverhältnis sehr schlecht. Generell habe ich wie gesagt sehr viele schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht. Es gibt auch nur zwei Ärzte hier im Ort.

Wenn dann läuft es aber meist darauf hinaus: Medikamente schlucken auf Verdacht oder versuchen in einem halben Jahr einen Termin bei einem Psychologen zu bekommen, dem man wöchentlich eine Stunde seines Leides klagen darf, wenn man
ihn dafür bezahlt. Beides fühlt sich für mich nicht nach Hilfe an, sondern eher nach einer weiteren emotionalen oder körperlichen Belastung.

Und es kostet eine riesige Überwindung, weil man sich erst einmal eingestehen muss, komplett am Ende und gescheitert zu sein. Und Vertrauen, das ich kaum noch habe.

@California1 Ich bin ja schon froh, hier mal alles ein wenig von der Seele schreiben zu können.

25.09.2021 07:49 • #16


California1
Ganz ehrlich und nicht zum Trost, du bist nicht am Ende oder gescheitert.
Anstatt hinter der Tür auf das "nächste Leid" zu warten, probier doch mal neugierig selbst andere Türen zu öffnen und schau was dahinter liegt

LG

25.09.2021 07:58 • x 1 #17

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Hallo ihr lieben Ich bin 29 und habe zur Zeit die Diagnose das mein Körper selbst kaputt macht Verdacht auch reuhma aber seit dem ich weiß das meine Blutwerte nicht in ordnung sind habe ich noch mehr angst das ich eine Blinddarm enzündung bekomme das sind schon richtig Panikataken ich habe so schon angst davor . Habt ihr vieleicht ein paar Tipps oder Ratschläge damit umzugehen

25.09.2021 08:30 • #18


Luna70
@Jule98
Herzlich willkommen hier bei uns im Forum. Ich denke, es wäre besser, wenn du einen eigenen Thread zu deinem Thema aufmachst. Oder du könntest diesen hier nutzen:

agoraphobie-panikattacken-f4/hilfe-thread-t63048.html

Lieben Dank.

25.09.2021 08:54 • #19


dasomen
Heute haben wir Sperrmüll rausgestellt. Aber das Haus wird einfach nicht wirklich leer. Auf einmal kroch wieder diese Panik in mir hoch. Mir wurde schwindelig. Ich habe meine Schwester angefleht, dass wir dranbleiben mit der Entrümpelung, sie möchte sich aber eigentlich lieber Zeit lassen und braucht zwischendurch Zeit für sich. Will immer ein paar Tage Pause machen zwischendrin.

Ich kann das zwar verstehen, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sie mich nicht versteht. Sie lebt ja in einem eigenen Haus, muss sich keine Sorgen machen um ihre Existenz, sie hat nicht den Umzug und die Wohnungssuche vor sich.

Sie hat also alle Zeit der Welt. Aber für mich fühlt sich jeder Tag in einem halbleeren, furchtbaren Haus, was ich eh verlassen muss an wie eine Qual.

Jetzt ist es wieder still. Quälend still. Ich mag eigentlich Stille, aber in diesem Haus fühlt sie sich toxisch an.

Das Entrümpeln an sich nimmt mich auch mehr mit, als ich dachte. An jedem Teil hängen Erinnerungen, man wühlt in Sachen
seiner Eltern, die einem jahrelang nichts angingen...man wirft Sachen weg, die meine Eltern niemals weggeworfen hätten.

Und dann immer diese Flashbacks in die eigene Jugend. Die vielen Weihnachtsfeiern, Geburtstage, mein altes Kinderzimmer,...

Mein Vater hat auf Grund seiner Erkrankung rund um die Uhr diskutieren und streiten wollen. Es war die letzten Jahre eigentlich nie länger als ein paar Minuten ruhig. Deswegen fühlt sich jetzt diese Ruhe furchtbar unnatürlich an.

Die Negativität von ihm ist noch in den Räumen zu spüren. Er war zum Schluss voller Hass. Seine letzten Worte waren Ich spüre nur noch Hass.

Das verfolgt mich emotional auf eine grauenvolle Weise.

26.09.2021 15:23 • #20



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Mira Weyer