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Angstgehweg
Hallo liebe Forumsgemeinde,

Seit dem Tod meines Vaters vor 4 Jahren habe ich mit gefühlt unendlich vielen psychischen Problemen zu kämpfen und aktuell frisst mich die Angst mal wieder komplett auf.
Ich mache schon seit längerer Zeit eine Therapie und habe auch schon das ein oder andere Medikament genommen. Aktuell nehme ich aber nur Bedarfsmedis.

Von den Zuständen habe ich einen sehr starken Wechsel. vor 2 Jahren war es wohl eine Panikstörung, aktuell habe ich wohl vor allem mit Zukunftsangst/Erwartungsangst zu kämpfen.

Vorletzte Woche war ich beruflich im Ausland unterwegs und hatte in einem Meeting, ohne das es mir vorher schlecht gegangen wäre, plötzlich eine Art Schwächeanfall (mit Schwindel, Kopfschmerzen, extrem aufgeblähter Bauch, Ohnmachtsgefühle ohne das es eingetreten ist, etc. - also eigentlich klassische vegetative Symptome). Dabei ist mir von der Mitte meines Körpers/Magengegend so eine Art Blitz durch den Körper gefahren und ich hatte das Gefühl gleich umzukippen. Sowas hatte ich an sich nicht das erste mal und bin damit eigentlich ganz gut damit umgegangen (hab mich nicht extrem reingesteigert). Ich musste das Meeting dann verlassen und bin 2 Stunden lang auf und ab gerannt, bis es wieder etwas besser ging.

Normalerweise hab ich so einen Anfall 1x dann brauche ich einige Zeit (meist so 1 Woche) um mich wieder zu regenerieren und dann hab ich mal wieder für eine Zeit lang Ruhe.
Diesmal ist es aber anders und ich verfalle mehr und mehr in Angst. Den seit diesen ersten Anfall vor 1,5 Wochen kommt diese Blitz/Schwächeanfall/Ohnmachtsgefühl fast jeden Tag (mal mehr mal weniger) und ich habe panische Angst, dass das jetzt ein Dauerzustand bleibt.
Meine größte Angst dreht sich immer darum, in einen Zustand zu verfallen, der es mir unmöglich macht an einem normalen Leben teilzunehmen (mit allen Höhen und Tiefen, Arbeit, Familie, etc.). Vergleichen würde ich das mit einem Burnout, also das irgendwann nichts mehr geht. Nur liegt es bei mir sicher nicht an der Arbeit (deshalb kann es auch kein Burnout im klassischen Sinn sein). Ich liebe meine Arbeit, arbeite nicht zu viel und ich mache das auch sehr gerne. Ich würde sogar sagen, meine Arbeit ist für mich extrem wichtig um auf andere Gedanken zu kommen. Außerdem gehen meine Zustände nicht mit Erschöpfung einher, sondern meist eher damit das ich extrem getrieben bin. Ich denke auch das ich innerlich einfach dauerhaft extrem angespannt bin und ich kann gefühlt nichts dagegen tun.
Ich bin zwar überhaupt kein Freund von Medis, nehme aktuell aber schon mal eine Xanor (Tavor) oder Valium. Doch selbst da habe ich das Gefühl, dass die zu wenig bis garnichts bringen. Ich fühle mich dem dann einfach immer extrem ausgeliefert bzw. hilflos. Ich habe auch schon mal eine Zeit Escitalopram genommen, nur ich denke nicht das es mir sonderlich viel gebracht hat, weshalb ich es nach Absprache nach einiger Zeit wieder abgesetzt habe.

Ich habe die letzten Jahre schon sehr viel an mir gearbeitet, mit folgenden Maßnahmen:
- viel Sport
- viel mit Freunden
- Psychotherapie
- Entspannungsübungen
- Meditation
- etc.
(Entspannungsübungen wie Progressive Muskelentspannung oder Meditation habe ich die letzte Zeit leider wieder eher aufgegeben bzw. schleifen lassen. Ich habe aber heute beschlossen, dass jetzt wieder konsequent in mein Leben einzuführen)

Was mir aber sicher noch fehlt (und das ist sicher auch ein wesentlich Grund für meine Zukunftsangst) ist das Gefühl der Geborgenheit zurückgewinnen, dass ich mit meiner Familie hatte, bevor mein Vater verstorben ist. Aber irgendwie krieg ich das nicht hin, obwohl ich mich mit meiner Familie super verstehe. Freundin lässt aktuell leider noch etwas auf sich warten, was mir denk ich auch extrem helfen würde, jedoch sind das alles Sachen, die ich nur zum Teil selbst beeinflussen kann. Es fühlt sich einfach an, als würde seit dem Tod meines Vaters etwas fehlen, dass ich nicht mehr ersetzen kann und ich weiß irgendwie noch immer nicht, wie ich dem entgegenwirken kann.

Es macht mich fertig, dass ich solche extremen Symptome jetzt so gut wie täglich (seit eben ca. 2 Wochen) und oftmals sogar mehrmals am Tag habe. Hört den das auch mal wieder auf? Ich bin einfach fertig...weiß nicht was ich machen soll und habe einfach so eine panische Angst, dass mein Leben und alles was ich mir aufgebaut habe, durch diese schei. Krankheit zusammenbricht wie ein Kartenhaus. Speziell auch deswegen, weil ich glaube ich würde nur noch viel mehr Probleme bekommen (verstärkte Depressionen, etc.), wenn ein normales Leben für mich außer Reichweite gerät.

Hat jemand ähnliche Probleme? Kann man mit meinen Problemen überhaupt in eine Art Burnout verfallen (ich überfordere mich ja nicht, nur die Symptome überfordern mich so dermaßen, dass ich das Gefühl habe irgendwann werde ich einfach zusammenbrechen und dann gibt es keinen Weg zurück mehr)? Bitte helft mir...ich habe immer wieder das Gefühl einfach nur allein mit meinem Problem zu sein. Viele Leute (Familie, Therapeut, etc.) wollen mir helfen (und das weiß ich auch sehr zu schätzen), aber ich habe immer das Gefühl es kann mir garnichts helfen... wie soll das nur weitergehen?

Liebe Grüße

21.10.2018 22:05 • 30.10.2018 #1


11 Antworten ↓


Das ist toll,dass Du schon alle Massnahmen in Anspruch genommen hast.

Gleichzeitig natürlich frustrierend,weil es nicht den erwünschten Erfolg hat.

Nur kurz:

Ich habe 10 Medikamente durchprobieren müssen,bis eins half.
Also in dieser Hinsicht : nicht aufgeben.

Darüber hinaus:

In Dich hinein hören.
Das ist Dir sicher bereits gesagt worden aber wenn man das nicht gewohnt ist,muss man das üben.

Als Beispiel:

Was brauchst DU? (Nicht Dein Arbeitgeber).
Was brauchst DU? (Nicht Dein Partner).
Mit Egoismus hat das nichts zu tun,es geht darum,die eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und sich mit der Zeit danach auszurichten.

Ich leg Dir mal was an´s Herz,es ist ein Buch:

Es heisst Ich erzähl dir eine Geschichte und der Autor heisst Jorge Bucay.

Du denkst vielleicht: Ich brauche keine Geschichten,ich brauche schnelle Hilfe um wieder funktionieren zu können.

Dieses Buch ist ein innerer Wegweiser.
Es tut einfach nur gut.
Deswegen empfehle ich es Dir.

22.10.2018 15:52 • x 1 #2



Ohnmachtsgefühle & vieles mehr - was soll ich nur tun

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Angstgehweg
Zitat von Flame:
Das ist toll,dass Du schon alle Massnahmen in Anspruch genommen hast.

Gleichzeitig natürlich frustrierend,weil es nicht den erwünschten Erfolg hat.

Nur kurz:

Ich habe 10 Medikamente durchprobieren müssen,bis eins half.
Also in dieser Hinsicht : nicht aufgeben.

Darüber hinaus:

In Dich hinein hören.
Das ist Dir sicher bereits gesagt worden aber wenn man das nicht gewohnt ist,muss man das üben.

Als Beispiel:

Was brauchst DU? (Nicht Dein Arbeitgeber).
Was brauchst DU? (Nicht Dein Partner).
Mit Egoismus hat das nichts zu tun,es geht darum,die eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und sich mit der Zeit danach auszurichten.

Ich leg Dir mal was an´s Herz,es ist ein Buch:

Es heisst Ich erzähl dir eine Geschichte und der Autor heisst Jorge Bucay.

Du denkst vielleicht: Ich brauche keine Geschichten,ich brauche schnelle Hilfe um wieder funktionieren zu können.

Dieses Buch ist ein innerer Wegweiser.
Es tut einfach nur gut.
Deswegen empfehle ich es Dir.


Hallo Flame,

ich danke Dir vielmals für Deine Antwort und für Deine Tipps!

Eigentlich hätte ich gedacht ich schaue schon viel mehr auf mich...habe meine Arbeit reduziert, sage oftmals nein, mache genau das, worauf ich Lust habe...aber es scheint trotzdem immer schlimmer zu werden. Und das macht mich so ängstlich... ich versuche seit langer Zeit meinem Körper und meiner Seele zuzuhören und zu verstehen, doch selbst nach dieser langen Zeit habe ich das Gefühl, ich bin noch keinen Schritt vorwärts gekommen bzw. steuere mit Höchstgeschwindigkeit auf eine Mauer zu und kann nichts dagegen machen.

Eigentlich glaube ich es ja zu wissen was mir so sehr fehlt und auch mein Therapeut ist genau dieser Meinung...nämlich das mir seit dem Tod meines Vaters die Geborgenheit fehlt. Und das durch und durch. Nur wie erlangt man diese wieder? Meine Familie unterstützt mich wo es nur geht, jedoch können sie mir irgendwie nicht das geben, was ich brauche, weil sie halt genau so vorbelastet sind wie ich... Freundin würde mir denk ich extrem viel helfen, jedoch kann und will ich sowas nicht erzwingen... mit Freunden mache ich nach wie vor viel und hab auch wirklich viele tolle Freunde, doch nach einem Treffen oder nach dem Sport habe ich das Gefühl sie gehen zurück in ihr normales, gutes Leben und ich zurück in meine Welt, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint ... ich will damit absolut kein Mitleid oder ähnliches erregen, es ist nur so, dass ich alles was in meiner Macht steht tue...doch nichts scheint mich aus meiner Situation zu befreien

Und jetzt ringe ich mal wieder mit mir wie es nur weitergehen soll... soll ich alles hinschmeißen, weil ich aktuell ohnehin wieder das Gefühl habe, dass ich nicht mehr lange durchhalte... oder reißt mich das erst recht ins Bodenlose...ich weiß einfach nicht mehr weiter
Ich würde so gerne meine Seele fragen, was ich tun soll bzw. was ihr fehlt... dieser Weg ins Ungewisse ist einfach nur schlimm.

22.10.2018 21:32 • x 1 #3


Zitat von Angstgehweg:
Und jetzt ringe ich mal wieder mit mir wie es nur weitergehen soll... soll ich alles hinschmeißen, weil ich aktuell ohnehin wieder das Gefühl habe, dass ich nicht mehr lange durchhalte... oder reißt mich das erst recht ins Bodenlose...ich weiß einfach nicht mehr weiter
Ich würde so gerne meine Seele fragen, was ich tun soll bzw. was ihr fehlt... dieser Weg ins Ungewisse ist einfach nur schlimm.


Tröste Dich,ich war auch an einem solchen Punkt,es war sehr schlimm.
War zweimal in der Psychiatrie und mein zweiten Mal ging es mir so dreckig,dass ich dachte,ich komm nie wieder nach Hause.
Suizidgedanken waren ganz schlimm ,täglich Panikattacken und Angstzustände und absolute Hoffnungslosigkeit.

Dennoch: Es wurde wieder besser,langsam aber stetig.
Allerdings - in meinem Fall - nur mit Hilfe eines Medikamentes.
Ich hatte nicht mehr darauf zu hoffen gewagt,dass es eins gibt,dass mir mein Leben zurückbringt.
Bei Dir könnte ein Antidepressivum helfen,es kann Deine Welt stark zum Positiven verändern.

Die Geborgenheit ,die Dir Dein Vater gegeben hat,kann er Dir immernoch geben,indem Du Dich an ihn erinnerst und an all das,was ihm wichtig war und dass er sicher wollen würde,dass es Dir gut geht,wenn er noch auf der Erde wäre.
Was würde er sagen,in mancher Situation,Du weisst es sicher.
All das ,was er Dir mitgegeben und vorgelebt hat,ist noch da,und das IST er!
Indem Du seine Werte und all das,was er Dir mitgegeben lebendig hältst,lässt Du auch IHN lebendig bleiben.

Hinzu kommt:
Er hat Dich gezeugt,Du bestehst biologisch quasi aus seinem Erbmaterial und deswegen kann er Dich auch nie ganz verlassen.

Es gibt noch einen anderen Weg zur Geborgenheit: Gott.
Aber nicht der aus der Bibel sondern man beginnt ,seine eigene Definition von Gott zu finden.
Auch nicht unbedingt ein Gott als Person,obwohl er auch das sein kann.

Für mich ist Gott z.B. alles Gute im Leben: Liebe,die Natur,eine ausgleichende Gerechtigkeit und das Licht ,das da ist im Dunkeln.
Menschen,die einem beistehen,die Sonne,die Dich daran erinnert,dass das Leben schön ist,Musik...
All das ist für mich Gott.
Er ist immer da und wenn ich nicht weiter weiss ,sage ich mir: Gott kennt den Weg und wird mich führen.
Ich vertraue auf seine Kraft und Weisheit.

Früher hielt ich sowas alles für Quatsch aber inzwischen hilft es mir und beruhigt mich.

Und letztendlich bedeutet Geborgenheit auch,von Zeit zu Zeit im Flow zu sein.
Ganz in einer Tätigkeit aufzugehen,sich dabei selbst zu vergessen.
In solchen Momenten fühlt man sich eins mit allem,nichts fehlt und man fühlt sich automatisch geborgen.

An jeder noch so simplen Tätigkeit kann man das üben:
Abwaschen,Treppen steigen,etwas hundert Prozent konzentriert betrachten.
Das nennt sich auch Achtsamkeit,kennst Du sicher aus den Therapien,sehr,sehr wirksam.

Ich wünsche Dir,dass Du den Mut findest,Dich nochmal an ein Medikament zu wagen.
Wenn im Hirnstoffwechsel was falsch läuft,kann man im Aussen alles richtig machen und es nützt einem nix.
Deswegen sind Medikamente (zumindest zeitweise) sehr wichtig.

Lebenskrisen sind normal,jeder Mensch muss dadurch und man wird gebeutelt.

Alles geht vorüber.Das einzig Unveränderliche ist die Veränderlichkeit.

Noch ein Tip: (Falls Du sie nicht kennst)
LEBENSKARTEN von Barbara Völkner
Daraus ist auch das obige Zitat mit der Veränderlichkeit.

23.10.2018 05:35 • x 1 #4


Angstgehweg
Vielen Dank Flame für Deine Worte. Du hast natürlich so recht...es werden auch wieder bessere Zeiten kommen, nur im Moment sehe ich diese leider recht weit entfernt von mir...

Am Mittwoch war der negative Höhepunkt für mich...hab meine Nerven komplett weggeschmissen, hatte innerlich schon damit abgeschlossen alles hinzuschmeißen und bin seit Mittwoch auch im Krankenstand. Aber wieder einmal hat es mein Arzt und mein Psychotherapeut (ich hatte bei beiden einen Termin an diesem Tag) geschafft mich aus dem tiefsten Loch zu holen. Über die Professionalität und Geduld der beiden bin ich unendlich dankbar. Auch habe ich mich wieder dazu entschieden, einem Antidepressivum eine Chance zu geben, den so kann es nicht weitergehen... Sertralin ist es geworden und im speziellen heute hatte ich mal ziemliche Nebenwirkungen denke ich...mal schauen wie es sich entwickelt... hattest Du damit schon Erfahrungen bzw. hat schon jemand mit Zukunftsangst Erfahrungen mit Sertralin gemacht?

Bezüglich meinem Vater hast du natürlich recht und daran glaube ich auch ganz fest...es ist nur, dass es auch nach 4 Jahren nicht besser mit der Akzeptanz auszusehen scheint macht mich schon sehr traurig... unglaublich wie mich dieses Ereignis aus der Bahn geworfen hat...Ich vermisse ihn einfach so schrecklich
Zumal ich ohnehin auch in der längeren Vergangenheit nicht viel Glück mit Todesfällen hatte (einige meiner Freunde sind durch Unfälle, Selbstmord und Mord umgekommen, darunter auch einer meiner besten Freunde, den ich selbst zu Grabe getragen habe vor 1.500 Leuten)

Das Thema Gott bzw. etwas höheres ist bei mir aktuell noch nicht wirklich angekommen, aber ich werde mir mal Gedanken machen darüber... man hört ja immer sehr viel gutes darüber. Und ich denke mir ja immer...wie haben das früher Leute meistern können, die gar keine Hilfe diesbezüglich erlebt haben. Die haben sich in der Regel auch nur an Gott gewandt und haben auch ihr Leben gelebt.

Beim Thema Achtsamkeit bin ich mittendrinnen... habe auch schon einen MBSR-Kurs absolviert und verstehe immer mehr, warum die Achtsamkeit ein Schlüssel und wichtiger Baustein in dem ganzen Spiel ist.

Danke auch für das Zitat...das trifft ja so extrem auf mich zu. Es scheint bei mir einfach immer wieder, durch traumatische Erlebnisse, um die Zukunft bzw. Zukunftsangst zu gehen und das es mir in dieser Zukunft schlecht geht bzw. das ich für immer psychisch krank bleibe. Bei mir ist einfach Geborgenheit und Sicherheit aktuell so extrem weit weg...

Welch Ironie... es geht mir extrem schlecht, weil ich offensichtlich davor Angst habe, dass es mir in Zukunft schlecht gehen könnte... Ansonsten bin ich ein so rational denkender Mensch und hier finde ich einfach keine Lösung.

28.10.2018 20:39 • #5


Guten Abend,

zunächst einmal:
Es tut mir sehr Leid dass Du solche negativen Erfahrungen sammeln musstest.

Ich finde es sehr gut dass Du professionelle Ansprechpartner hast die Dir einen anderen Fokus verschaffen können.

Hast Du ggf. noch Kontakt zu guten Freunden deines Vaters? Würde Dir ggf. ein Austausch mit Ihnen helfen?

Hast Du schonmal geschaut ob es eine Selbsthilfegruppe bei Dir in der Nähe gibt?

In solchen Situationen verursache ich mir immer folgendes in Erinnerung zu rufen:

- einer der größten Konstanten ist die Zeit die definitiv vergeht - egal was wir machen - egal wie wir uns fühlen - sie vergeht und wir können nichts dagegen tun

Aber:
Wir können bestimmen womit wir unsere Zeit verbringen. Dies haben wir in der Hand. Und unsere Lieben, auch die welche leider bereits verstorben sind, wünschen sich dass wir unsere Zeit bestmöglich verbringen. Mit Dingen die uns Spaß machen und motivieren weiter zu machen.

Ich selbst fertige von Unternehmungen / Freizeitaktivitäten Fotos an. Stelle sie mir auf Arbeit und in meiner Wohnung auf. Und wenn es mir schlecht geht schaue ich sie mir an. Und versuche mir die Gefühle welche ich dabei fühlte in Erinnerung zu rufen. Und diese erneut zufühlen.
...

28.10.2018 21:28 • x 1 #6


Unser Gehirn ist positiv programmierbar. Folgende Methode benötigt viel Übung. Ich spreche aus Erfahrung: H-E-A-L - Methode

Bei mir klappt es wie gesagt am aller Besten mit Fotos.

Negative Gedanken und Erinnerungen so wie Ängste kommen leider von ganz alleine. Und meist dann wenn wir sie überhaupt nicht brauchen... Ich setzte mich dann meistens ans Üben der Erschaffung von positiven Gedanken oder Erinnerungen...

Zu guter letzt noch eine sehr schöne Geschichte:

Ein weiser Indianerhäuptling sitzt eines Abends am Lagerfeuer erzählt seinem Enkel eine Geschichte:

Im Leben eines jeden Menschen gibt es zwei innere Wölfe, die ständig miteinander ringen und kämpfen.

Der eine Wolf ist böse. Er arbeitet mit Trennung, Angst, Schuld, Verleugnung, Unterdrückung, Zwietracht, Eifersucht, Neid, Gier, Habsucht, Überheblichkeit, Feindschaft und Hass.

Der andere Wolf ist gut. Er nutzt Verbindung, Vertrauen, Offenheit, Liebe, Wohlwollen, Güte, Verständnis, Mitgefühl, Freundschaft, Friede, Rücksicht, Gelassenheit, Wahrhaftigkeit, Hoffnung und Freude.

Der Enkel schaut nachdenklich in die Flammen des auflodernden Feuers. Nach einer langen Weile fragt er seinen Großvater:

Und welcher der beiden Wölfe wird gewinnen, Großvater?
Und der alte Häuptling schaut ihn eindrücklich an und entgegnet:
Derjenige, den du fütterst!

28.10.2018 21:39 • x 1 #7


Angstgehweg
Hallo Sam,

Vielen Dank für Deinen Beitrag!

Ich habe in meiner Krankheitslaufbahn (die ersten 1,5 Jahre hatte ich mit Panikattacken zu kämpfen, die ich aber mittlerweile überwunden habe) zwei Sachen richtig gemacht. Zum einen habe ich nicht lange gewartet mir professionelle Hilfe zu holen und zum anderen habe ich schon immer versucht, auf nichts zu verzichten bzw. nichts zu vermeiden. Was bis jetzt, trotz Rückschläge und Tiefs, immer sehr gut geklappt hat.

Ich kenne schon einige gute Freunde meines Vaters, aber eher flüchtig. Ich wüsste nicht wie ich das Thema da aufbringen sollte bzw. stelle ich mir das recht schwierig vor.

Direkt nach Selbsthilfegruppen in meiner Umgebung habe ich noch nicht gesucht...meine Selbsthilfegruppe sind eigentlich hauptsächlich die lieben Leute hier im Forum, die mir immer wieder auch Kraft geben für die Zukunft.

Das Zitat enthält soviel wahres und ich versuche eigentlich wirklich, immer genau danach zu leben. Wenn nicht immer diese Symptome hochkommen würden. Das ist ja auch das seltsame bei mir... wenn es mir gut geht, habe ich nicht das Gefühl das ich mir ständig Angst mache... eher habe ich das Gefühl, dass die Spirale der Symptome das Ganze viel stärker beeinflusst und dadurch die Angst erst genährt wird... ich sage auch immer zu meinem Therapeuten...mein Ziel ist es mal die Abstände der schlechten Phasen zu vergrößern...würde ich das schaffen und somit eine stetige, wenn auch langsame, Verbesserung erkennen können, dann denke ich wäre ich bald über den Berg. Aber mir fehlt wohl noch immer das Verständnis zu meiner Angst und ich arbeite täglich sehr hart daran, dies hoffentlich bald zu erhalten... ich überlege aktuell sogar, ob ich nicht zusätzlich zur kognitiven Verhaltenstherapie auch noch eine tiefenpsychologische Therapie in Anspruch nehmen sollte... vielleicht würden sich diese 2 Therapien gut ergänzen, oder würde es dann wohl zuviel werden? Was meint Ihr?

Ich habe aktuell irgendwie das Gefühl, dass meine Geborgenheit durch z.B. eine Freundin, die mich darin versteht was in mir los ist, so extrem gut tun würde. Meine Familie unterstützt mich wo es geht, aber sie sind halt vorbelastet, wodurch ich das Geborgenheitsgefühl irgendwie nicht zurückerlangen kann. Auch würde ich mir z.B. gerne einen Hund anschaffen, doch da ich alleine wohne aktuell und meine Familie doch relativ weit weg wohnt, würde mir der Hund leid tun wenn ich tagsüber bis zu 10 Stunden in der Arbeit bin...
Klingt alles recht kitschig, aber ich könnte mir aktuell nichts schöneres vorstellen, als mit meiner Freundin (die es hoffentlich bald gibt) einen schönen Spaziergang mit Hund zu machen und einfach die Seele baumeln lassen und das Leben genießen...
Doch ich muss halt akzeptieren, dass mein Alltag aktuell mehr von innerer Unruhe, Schwindel, Ängsten, etc. geprägt ist...

Danke für den Hinweis zur H-E-A-L-Methode...klingt sehr spannend...da werde ich mich mal genauer reinlesen. Was hattest bzw. hast du für Probleme, wenn ich fragen darf?
Und danke auch für die Geschichte...Ihr habt ja alle so recht!

28.10.2018 21:57 • #8


Guten Abend,

wenn Du magst könntest Du ggf. einen / den ehemaligen besten Freund deines Vaters ansprechen. So ganz mutig und unvermittelt? Vielleicht auch in Absprache mit deinem Psychologen? Der Austausch über gemeinsame positive Gedanken könnte ggf. weiter helfen?

Bitte sprich mit deinem Therapeuten auch die H.E.A.L - Methode ab. Ich möchte da nicht dazwischen funken. ^^

Diese Angst-Gedanken kommen bei mir ebenfalls von selbst ... in Verbindung mit Panikattacken.

Wenn (ich betone wenn) ich sie erkenne dann unterbreche ich sie mit vorhin benannten Weg.

Bei mir ist die Verhaltenstherapie am erfolgreichsten. Eine Kombination von Therapien kann hilfreich sein. Was sagt dein Therapeut dazu?

Zu mir:

Ich bin 3 Monate zu früh geboren. Hatte Hirnblutungen und andere Komplikationen. Daher erhielt ich Frühförderung und alles dauerte etwas länger als bei anderen.

Hinzu kommen Gewalterfahrungen, leichte Missbrauchserlebnisse und später Ausgrenzung durch Mobbing.

Bitte habt Verständnis wenn ich hier nicht ins Detail gehe. Und meine negativen Erfahrungen so steril wieder gebe. Es ist meine Art überhaupt darüber reden zu können...

Ich habe mich durchgebissen. Neben dem Beruf studiert usw. ...

Doch auch mich erwischen die negativen Gedanken und Erinnerungen immer wieder... wenn mein Blutdruck zu lange zu hoch ist bekomme ich Migräne mit Aura. Und bin erst einmal außer Gefecht gesetzt...

28.10.2018 22:13 • x 1 #9


Angstgehweg
Hallo Sam,

Natürlich verstehe ich total, wenn du nicht näher auf Deine Krankheitsgeschichte eingehen möchtest. Ich möchte Dich hier keineswegs zu etwas zwingen, was Du nicht machen möchtest.

Die tiefenpsychologische Therapie zusätzlich habe ich gestern bei meinem Psychotherapeuten angesprochen...er hat gemeint das es natürlich meine Entscheidung ist, aber so kopflastig wie ich im Moment bin befürchtet er das ich mir noch 100 Baustelle gleichzeitig aufreiße und er empfindet es als zu früh bzw. er würde es besser finden zuerst sich darauf zu konzentrieren, mit den Gedanken woanders hinzukommen.
Da muss ich sagen, da hat er nicht ganz unrecht...ich habe schon seit einiger Zeit mittlerweile täglich diese grausamen Unruhezustände und mir ist klar, dass die halt durch die ständigen Gedanken sicher nicht besser werden, aber die Symptome bzw. Zustände entfachen das Gedankenfeuer leider immer wieder von neuem

Im Moment rede ich mir einfach alles schön und schiebe die Unruhezustände einfach auf das Sertralin, dass ich zur Zeit einschleiche...ich hoffe so sehr, dass mich das Medikament mal auf andere Gedanken bringt. Das wäre extrem wichtig.
Die H-E-A-L-Methode habe ich noch nicht angesprochen.

Habt ihr auch öfter solche Unruhezustände? Was hilft Euch wirklich? Tee trinken, Meditation, Sport, Progressive Muskelentspannung mach ich alles schon, aber es scheint trotzdem mich nicht los zu lassen.

30.10.2018 19:40 • x 1 #10


koenig
Vielleicht machst du mittlerweile auch zu viel. Und du gehst damit unbewusst dir selbst aus dem Weg. Vielleicht hilft es ein paar Schritte von dir weg zu gehen und dich mal zu beobachte - gedanklich. Mach doch mal nichts und erwarte nichts. Dann zeigt sich vielleicht was du brauchst.

30.10.2018 21:46 • #11


Guten Abend,

vielen Dank für dein Verständnis.

auch mir wurde von der Tiefenpsychologie, vor einiger Zeit, abgeraten.

Die Gründe meiner Beschwerden sind mir ja alt zu bekannt. Und ein aufwärmen würde die Traumta wieder hervor holen...

Immer nach der Zeitumstellung habe ich extrem mit Stimmungstief's zu tun.

Am besten hilft mir Sport. Ich fechte. ^^

Mit meinen besten Freunden drüber reden hilft auch. Oftmals sprechen sie mich von sich aus an. Bieten Hilfe an usw. Mein bester Kumpel ist auch mein Trainer. Insofern habe ich großes Glück. =)

Liebe Grüße

30.10.2018 23:02 • #12



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