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Hallo,

wie soll ich anfangen? Ich habe beobachtet, dass mir irgendwie alle Dinge, die mit dem Erwachsenwerden zusammen hängen, Angst einflößen. Führerschein, Berufsausbildung, erste Beziehung, also alles, was man mit "auf eigenen Beinen stehen" verbindet. In letzter Zeit nimmt das Ganze aber überhand. Ein Beispiel: bei mir beginnt morgen ein neuer Abschnitt in meinem Leben, ich mache ein 1-jähriges Praktikum von meiner Berufsausbildung aus. Ich habe jetzt schon total Angst davor, (am meisten vor der langen Autofahrt dorthin), ich habe Angst, dort wieder meine Panik zu bekommen, die ich seit letztem Jahr wieder gehäuft habe (habe auch eine Panikstörung), und meine Ausbildung abbrechen zu müssen, weil ich vllt merken könnte, dass mir der Beruf nicht taugt. Und jetzt die Frage: habe ich nur Angst davor, oder will ich mir selber unbewusst nur beweisen, dass ich ja "viel zu krank bin" zu arbeiten, weil ich einfach generell Angst davor habe, ins Berufsleben zu starten?
Das wäre das erste.
Dann nächster Punkt: ich werde in einem Monat 20, und hatte noch nie einen Freund. Ich dachte immer, es wäre halt einfach so... aber letzte Woche traf ich einen jungen Mann in meinem Alter und wir waren uns sehr sympathisch. Er schrieb mir eine liebe E-mail, in der deutlich wurde, dass er mich schon überdurchschnittlich "gern mag". Kaum hab ich das gelesen, wurde mir vor schreck übel und ich bekam Panik. Ich hab richtig "kalte Füße" bekommen und hatte einfach nur den Drang, wegzulaufen und ihm nicht mehr zu schreiben... Es gab schon mehrere Jungs in den letzen Jahren, die Interesse gezeigt hatten... und ich sie mir immer schlecht geredet hab, bis ich mir selber geglaubt hatte. Aber mittlerweile glaube ich, es liegt daran, dass ich sie durch meine unbewusste Ablehnung alle vergrault habe.
3. Beispiel: Führerschein. Bis ich meinen Führerschein hatte, musste ich 3x durch die Prüfung fallen. Ich konnte Autofahren, aber ich habe es trotzdem 3x nicht geschafft, als wollte ich mich davor drücken, endlich selbstständig Auto zu fahren.
Es macht mir echt Sorgen, auf meinen 20. Geburtstag kann ich mich auch gar nicht freuen, weil er mir halt wieder deutlich vor Augen führt, dass es jetzt echt langsam mal Zeit wird, erwachsen zu werden, und wie hilflos ich eigentlich noch für mein Alter bin. Ich weiß nicht, woher meine Ängste kommen. Und das ist jetzt meine Frage: wie kann ich etwas ändern? woher könnte das kommen? ist diese Zukunftsangst ein Stück weit normal? Und sollte ich in Therapie gehen?
Sorry für den langen Text. Ich danke euch schon mal,

Liebe Grüße,
Berit1992

15.02.2012 20:07 • 11.03.2012 #1


2 Antworten ↓


Hallo Berit1992,

zuerst einmal möcht ich dir sagen, dass du hier richtig bist und definitiv nicht allein bist mit deinen Ängsen.

Woher du diese Ängste genau hast, kann ich dir auf die kürze nicht sagen, dazu wäre es wirklich am Besten wenn du eine Art Angst Therapie starten würdest. In so einer Therapie findest du heraus wieso du so bist wie du bist und wie du zu deinen Ängsten gekommen bist.

Wenn du wissen möchtest was dich in so einer Therapie erwartet, kannst du einen guten Artikel dazu lesen.

Was erwartet mich in einer Angsttherapie?

Vg

10.03.2012 18:24 • #2


Danke dust, für deine Antwort

danke erstmal für deine verständnisvollen Worte. Manchmal hat man doch das Gefühl, man ist der einzige "Verrückte" in der Welt Es tut gut, zu lesen und sich in Erinnerung zu rufen, dass man nicht alleine ist mit seinen Ängsten. Der Link ist auch sehr hilfreich! Ich wollte nur sagen, dass es mir jetzt besser geht.
Diesen Monat sind zwei meiner Probleme in Arbeit - mache zum einen grad wieder Psychotherapie, und dann bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe mich dazu gezwungen, mich meinen Ängsten zu stellen - (habe mich sozusagen meiner eigenen Konfrontationstherapie ausgesetzt) ich treffe mich nun regelmäßig mit dem jungen Mann und muss sagen, dass mir das einiges an Ängsten und Befürchtungen genommen hat. Ich habe das Glück, dass er sehr verständnisvoll ist und mir Zeit lässt. Ich kann die Treffen jetzt auch genießen.
Ich habe meine Praktikumsstelle gewechselt und fühle mich dort viel wohler und gehe wirklich seit 1 Woche gerne in die Arbeit, auch wenn ich dafür ein gutes Stück weiter fahren muss (auch Autobahn
Natürlich kosten mich diese Dinge immer noch etwas Überwindung, aber ich bin so froh, dass es jetzt aufwärts geht.

Liebe Grüße,

Berit1992

11.03.2012 11:21 • #3




Mira Weyer