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Hallo,
gerne möchte ich hier meinen bisherigen verzweifelten und ausweglosen Weg die letzten 2 Jahre verfassen. Ich bin kurz vor dem Aufgeben. . Ich habe vor etwas über 2 Jahren einen Mann kennengelernt. Nach einer gemeinsamen Nacht hat er mit per Whatsapp geschrieben, dass er das nicht weiterführen möchte. Ich schwöre danach war mein Leben vorbei, ich habe noch in derselben Minute Angst vor HIV bekommen. In den kommenden 6 Wochen war ich nur beim Gesundheitsamt, Aidshilfe, habe 2 Schnelltests gemacht, habe andauernd Fieber gemessen und mich untersucht. Das Thema HIV konnte relativ schnell erledigt werden, hatte aber da schon einen Knubbel ( Lymphknoten ) hinter meinem Ohr entdeckt. Der Kopf sagt mir, da ist nichts, mein Gefühl sagt mir seitdem etwas anderes. Ich habe es gefühlt 300 Ärzten gezeigt. Niemand hat da etwas aufregendes gesehen oder gefunden, alles ok. Die Angst wurde immer stärker, mittlerweile auch körperlich. 8 Wochen nach dem Ereignis bin ich Anfang Februar 2020 in die Psychiatrie gekommen und wurde auf Tavor gesetzt, 8 Wochen war ich da, ich hatte so starke Ängste. Das Tavor hat geholfen. Ich wusse eigentlich nichtmal was ich da nehme, hatte nie psychiche Probleme. Nach 8 Wochen ging es in die Tagesklinik. Das war ganz nett aber wenig hilfreich. Nur das Tavor bin ich da losgeworden und habe es auch nicht mehr genommen seitdem. Danach war ich erstmal zuhause und suchte mir ambulant Hilfe. Das hat gedauert. Ich habe versucht zu arbeiten aber mit der Angst war das fast unmöglich. Ende Sep 2020 bin ich dann vom Schreibtisch in die Psychiatrie gefahren. Na ja war nur 2 Wochen da, weil das nicht wirklich hilfreich war. Die Station war eine Katastrophe. Zuhause habe ich direkt die Unterlagen für eine Rehaklinik fertig gemacht. am 17.12. bin ich in eine psychsomatische Klinik gekommen. 7 Wochen, alle haben mich immer entsetzt angeschaut, als ich sagte, dass ich den ganzen Tag Angst habe. Niemand konnte mir dort helfen. Anfang Febr. 2021 bin ich da nach Hause gekommen. Zustand unverändert. Ich habe mir wieder Therapeuten und ja natürlich auch einen Psychiater gesucht. Irgendwann im Mai bin ich dann auch gut bei einem Tiefenpsychologen untergekommen, er macht sehr gute Arbeit, hilft mir aber jetzt nicht bei meinem akuten Angstproblem. Ende August 2021 bin ich wieder in die Klinik, auch wieder nur für 2 Wochen, da dort wenig Hilfe geboten wird und man auch nicht auf eine Spezielle Station kommt. Ist einfach nur ein Auffangbecken. Nach 2 Wochen bin ich wieder zu meinem Psychiater und er hat mir neue Medikamente verschrieben, da die alten in der Klinik innerhalb von 2 Woche abgesetzt wurden. Habe meine Stunden in der Firma reduziert weil ich nicht mehr kann. Die Medikamente haben nicht wirklich geholfen. Habe begriffen, dass die Klinik keine Heilung bringt, der Psychloge ist gut, aber ich brauche kurzfristig Hilfe gegen diese Massiven Ängste. Der Knubbel hinter meinem Ohr ist immer noch Bestandteil meiner Ängste. Ich kann nicht davon ablassen. Mittlerweile habe ich es fast aufgegeben. Ich habe alles probiert.
Homöopathische Mittel, CBD öl, Gewichtsdecke, CES Gerät, Akkupunktur, Wingwave Methode, Medikamente, Meditation, ach könnte noch mehr schreiben. Ich bin am Ende. Die Angst ist schlimmer denn je, ich bin nur noch im Internet unterwegs um eine Lösung zu finden. Das macht es noch schlimmer, da es so viele schlimme Geschichten gibt. Lese immer nur chronischer Verlauf. Kennt jemand diese körperlichen Ängste? Ich habe keine Angst vor dem Autofahren oder einkaufen oder etwas in dieser Art. Ist da draussen jemand, der das kennt? Wie kommt man da raus? Gibt es überhaupt eine Ausweg? Ich habe mir als letzten Ausweg einen Hypnosetherapeuten gesucht. Ich kann so nicht mehr leben. Ich habe den ganzen Tag Angstzustände, von morgens bis abends. . Denke manchmal, dass mein Gehirn einfach kaputt gegangen ist. Das kann doch nicht von der Psyche kommen. Ich war bis vor 2 Jahren nie krank. Nicht eine Tablette. Jetzt bin ich nicht mehr lebensfähig. Ich gehe ein. Nächster Termin bei meinem Psychiater ist am 25.2. Ich Will leben, aber so ist es nicht möglich. Gibt es ausser Sterben noch einen Weg? Sorry für den langen Text aber ich brauche Hilfe. Bitte. . .

14.01.2022 10:56 • 18.01.2022 #1


12 Antworten ↓


Icefalki
Verstehe ich dich richtig, dass du unter starken hypochondrischen Ängsten leidest und der Auslöser eine Zurückweisung deiner selbst war, der sofort in körperliche Ängste (HIV) gemündet haben?

Hast du dir hier die psychologischen Zusammenhänge schon mal angeschaut?

14.01.2022 11:04 • #2



Körperlich erlebte Angstzustände, unnormaler Zustand

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Nein, ich hatte und habe nie wirklich Angst vor wechselnden Krankheiten gehabt, hatte nie etwas anderes als HIV--- Knubbel. Herzrasen, Schwindel und alles andere habe ich nie untersuchen lassen. Hab schon verstanden,dass das alles irgendwie zusammen hängt.
Aber ja so ist es irgendwie gewesen, was meinst Du mit Zusammenhängen?

14.01.2022 11:15 • #3


piero
@CeeJay Zu aller erst: Es gibt immer einen anderen Weg als der von dir genannte!
Ich kann dein Leiden sehr gut nachvollziehen auch wenn es bei mir nur Nachts vorkommt.
Das alles ist sehr frustrierend und ich war selber oft auch an dem Punkt angekommen dass ich nicht weiter wusste.
Das zwanghafte Suchen nach einer Lösung war auch eher kontraproduktiv.

was mir geholfen hat war die Akzeptanz. Ich weiß ich habe eine Angststörung. Ich weiß mein Gehirn löst körperliche Symptome aus.

Aber ich bin nicht meine Angst! Und du auch nicht. Du bist so viel mehr als das alles.

Seit 2 Jahren machst du dir durchgehend sorgen. Bis heute ist nichts passiert! Es kann doch keine bessere Nachricht geben als das alles gut wäre.

14.01.2022 11:17 • #4


Danke Dir für Deine lieben Zeilen. Ich wünschte mir, dass körperlich etwas mit mir passiert wäre, das hätte ich verstehen oder greifen können. Das vestehe ich nicht und kann auch nicht damit umgehen. Das wirr warr in meinem Kopf ist schlimmer, viel Schlimmer geworden. Nein der Knubbel hat mir nichts getan und ist auch nicht größer geworden. Ich bin das Problem, zerstöre mich selber. Je mehr ich raus will, desto tiefer geht es rein. Ich suche verzweifelt eine Erklärung, die es mir möglich macht das zu verstehen

14.01.2022 11:23 • #5


Auch ich leide seit 12 Jahren an einer generalisierten Angststörung, mit wirklich teilweise oft sehr heftigen Symptomen,grad heute wieder extrem die Angst Verrückt zu werden,.....auch ich denke oft das ich nicht mehr kann und nicht nehmen will....aber was wäre denn die Option? Kämpfen und die Hoffnung nicht aufgeben das es bald nochmal erträglicher wird....,ja und es akzeptieren

14.01.2022 11:30 • #6


piero
@CeeJay
Es gibt eine ganz einfache Erklärung: Angst.
Angst ist genetisch so wichtig, aber an der falschen Stelle eher destruktiv.

Wenn du nach einer Krankheit suchst, dann Versuch bitte Deine Angststörung als diese zu sehen. Das ist sie nämlich.
Du willst nicht deine Symptome behandeln. Du willst deine Krankheit behandeln die das alles auslöst.

Ich denke wenn du realisierst dass Angst deine Krankheit ist und das als Grund für deine Beschwerden akzeptierst, ja dann hast du eine Basis auf der man anfangen kann zu arbeiten.

14.01.2022 11:30 • x 1 #7


Puh Akzeptanz ist fast unmöglich, gerade weil die Symptome so schlimm sind. Damit kann man sich nicht arrangieren. Ich bin wieder kurz davor zur Klinik zu fahren. Nein, ich bin mehr als meine Angst aber sie legt sich über alles. Ich will wieder gesund werden

14.01.2022 13:40 • #8


Zitat von CeeJay:
Puh Akzeptanz ist fast unmöglich, gerade weil die Symptome so schlimm sind. Damit kann man sich nicht arrangieren. Ich bin wieder kurz davor zur ...


Erstmal willkommen hier.

Deine Geschichte liest sich schon eher heftiger, was Stärke und Dauer deiner Angst angeht. Ich hatte ebenfalla Phasen dauerhafter Angst, aber die gingen nur über Wochen.

Es liest sich so, als hättest du deinem Körper diesen Dauerzustand, der durch nichts außer Tavor zu unterbrechen ist, regelrecht antrainiert. Dazu gehört sehr, sehr viel mentale Kraft, die definitiv auch in die andere Richtung wirken kann. Also in die Entspannung, Freude, Zufriedenheit, Angstlosigkeit hinein.
Dazu bräuchtest du aber ebenfalls wieder einen Impuls, den du dir selber vermutlich nicht geben kannst, denn dein Körper traut sich keine guten Gefühle mehr zu.

Hast du schon Erfahrung mit Antidepressiva oder Neuroleptika gesammelt? Aus meinen Angstepisoden kam ich nur dadurch raus.

14.01.2022 13:56 • #9


Oh ja, ich habe schon ein Paar Medikamente genommen. Aktuell nehme ich Elontril und Pregabalin. Ehrlich gesagt weiss ich nicht ob das so hilfreich ist. Elontril habe ich nirgends als Medikament für Angststörungen gesehen.

Gestern 12:36 • #10


Natascha22
Zitat von CeeJay:
Danke Dir für Deine lieben Zeilen. Ich wünschte mir, dass körperlich etwas mit mir passiert wäre, das hätte ich verstehen oder greifen können. ...


Oh wünsche dir das nicht , ich habe meine Angststörung durch dramatische körperliche Erlebnisse , ich weiß nicht ob es die Situation besser macht , ich wollte auch verstehen warum dies alles mit mir passiert , schaue täglich wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist einen erneuten Schlaganfall zu bekommen oder ein Kind nochmals zu verlieren macht auch mürbe müde beide Situationen sind schlimm aber zusätzlich zu wissen man könnte wirklich sterben seitdem Moment ist es für mich noch realer und schlimmer als zuvor .

Was sind den deine Befürchtungen was es sein könnte , man hat ja oft ein inneres Gefühl ?

Was hat die bisher auf deiner langen Reise am meisten Sicherheit geboten ?

Gibt es Momente der Ruhe wo du mal abschalten kannst wenn ja welche , mir ist zb aufgefallen wenn ich wieder in Panik verfalle hilft es mir einfach zu gehen , springen , laufen , körperliche Arbeit ist da sehr gut , so doof es klingt manchmal lege ich mir auch einen kühlen Beutel auf mein Handgelenk um mich wieder in den Moment zu holen oder ich gehe wirklich lauwarm duschen.

Mir hilft es auch mich daran zu erinnern , dass ich vorheriges mal auch nicht gestorben oder geschädigt wurde und das dies nur eine Phase ist die ich dank meiner Hilfe schneller in den Griff bekomme , der letzte Ausweg sollte nicht der Tod sein da gibt es sicher noch andere Möglichkeiten die man probieren kann egal wie zermürbend es auch ist !

Jetzt kommt ja mal die Hypnosetherapie lass dich drauf ein sage dir vorher schon es kann nur besser werden , meist hilft es die Sachen besser anzunehmen!

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Gestern 12:53 • x 1 #11


Zitat von CeeJay:
Oh ja, ich habe schon ein Paar Medikamente genommen. Aktuell nehme ich Elontril und Pregabalin. Ehrlich gesagt weiss ich nicht ob das so hilfreich ...


Ich musste kurz googeln. Elondril wirkt auf Dopamin und Noradrenalin. Bei Angststörungen werden allerdings normalerweise, oder zumindest oft, AD verschrieben, die auf Serotonin wirken, sogenannte SSRI.
Pregabalin scheint zumindest auch eine Indikation bei der generalisierten Angststörung zu haben.

Ich kenne es so, dass oft SSRI als einziges Medikament für Angststörungen verschrieben wird.
Ich hatte z.B. Citalopram als einziges Medikament.

Gestern 14:37 • #12


Genau das hat mich auch gewundert. Na ja ich habe am 14.2. einen Termin bei einem anderen Psychiater
Ich möchte mir eine andere Meinung einholen dazu

Vor 3 Minuten • #13



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