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Hallo liebe Community,
Ich weiß echt nicht mehr weiter. Ich bin 18 Jahre alt und war schon immer schüchtern und introvertiert. Freunde hatte ich jedoch. Nicht viele, aber ich denke nicht, dass ich beziehungsunfähig(hoffe ich zumindest) bin. Von der 5 bis zur 10.Klasse war ich mit einem Mädchen befreundet, die mich psychisch und emotional missbraucht hat. Natürlich war das meine Schuld, da ich meinen Mund nicht aufgekriegt habe. Vielleicht bin ich auch einfach zu sensibel und werde nie mehr eine Freundschaft oder Beziehung eingehen können.

Meine Mutter hat sich von meinem Vater getrennt, als ich 1 Jahr alt war. Er lebt in Griechenland. Meine Mutter wurde von einer Kollegin auf der Arbeit schikaniert. Auch sie hat kein Selbstbewusstsein. Sie erzählt mir immer, dass ich mal anfangen solle, mich an Jungs ran zu schmeißen und Party machen soll, da ich sonst wie sie enden werde bzw. alt und krüppelig und ohne Partner und jegliches Sexleben da stehen werde. Ich wäre ja keine Nonne. Ob sie Depressionen hat, weiß ich nicht. Ich sitze viel in meinem Zimmer, schaue YouTube Videos und entspannte. Ich kenne Leute in der Schule, will aber nicht mit ihnen befreundet sein. Irgendwas sagt mir, dass ich eine Auszeit brauche. (Naja, eine Auszeit in Form von 3 Jahren ist nicht kurz). Ich habe in den letzten Jahren viel erlebt. Mein Opa, dem ein Bein amputiert wurde und im Rollstuhl saß, ist verstorben. Ich wurde mit dem Turner Syndrom diagnostiziert. Beim Psychiater war ich schon. Alles "okay". Nur Schüchternheit. Aber das kann doch nicht sein? Es kann doch nicht sein, dass man keine Lust auf soziale Kontakte hat. Das man sich so anders fühlt. Wie ein Alien. Teilweise in der eigenen Familie.

Ich hab im letzten Monat angefangen Sport zu machen. Aber der Trainingsmonat ist am 19 vorbei. Und dann? Wieder nur zu Hause rumsitzen und mir anhören, dass ich mal nicht so sensibel seien sollte und mal anfangen sollte, zickig zu sein.

13.11.2018 18:21 • 14.11.2018 #1


11 Antworten ↓


Schlaflose
Zitat von Anonymous06:
Es kann doch nicht sein, dass man keine Lust auf soziale Kontakte hat.


Doch, das ist bei mir auch überwiegend so. Aber ich fühle mich deswegen nicht wie ein Alien und sitze auch nicht nur zuhause rum. Ich mache viel, aber alles allein.

13.11.2018 19:04 • #2



Keine Lust auf soziale Kontakte - Turner Syndrom

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Hallo Anonymous06,

du beschreibst in deinem Post mehrere mögliche Ursachen oder Einflüsse die zu deiner gegenwärtigen Gefühlslage beitragen könnten. In erster Linie ist Sport immer eine gute Sache obgleich man gesund oder "krank" ist, daher würde ich dir raten nach dem Trainingsmonat zu verlängern oder einen anderen sportlichen Ausgleich suchen. Ein Sportverein wäre beispielsweise eine gute Option um den sportlichen ausgleich zu erlangen und zeitgleich soziale Kontakte zu knüpfen.

Du beschreibst auch dass du beim Psychiater warst und dieser sagte das alles okay wäre. Ich kann natürlich nicht hellsehen welche Tests dieser Psychiater mit dir gemacht hat, aber wenn du dich durch deine momentane Gefühlslage in multiplen Lebensbereichen eingeschränkt fühlst, ist definitiv nicht alles "okay". Falls du in der nächsten Zeit keine spürbare Besserung deiner Symptome empfindest würde ich dir raten deinen Hausarzt aufzusuchen und ihm deine Lage schildern. Dieser wird, sofern er den Ernst der Lage begreift, dich zu einem Psychotherapeuten verweisen, der womöglich andere Tests und andere Therapieansätze als der Psychiater nutzt. Auch das Turner Syndrom kann in manchen fällen Auswirkungen auf kognitive und soziale Entwicklung haben was aber oft durch eine Therapie und aktiver zusammenarbeit zu verbessern ist.

LG

Woozie

13.11.2018 19:21 • #3


Entwickler
Ich hatte auch keine Lust auf soziale Kontakte, sondern allenfalls auf Geschlechtsverkehr. Männerfreundschaften sind mir seit meiner Teenagerzeit nicht mehr gelungen, und ich will sie auch nach schlimmen Enttäuschungen nicht mehr. Mein Leben besteht nur noch aus arbeiten, essen, lesen und schlafen. Wenn jemand auf mich zukommt, dann nur, weil der/diejenige was von mir will, und das ist nie was gutes. Ich habe mit dem Thema soziale Beziehungen abgeschlossen. Ich bin introvertiert, aber auch stolz drauf. Das ist hier der falsche Planet für mich. Nachts in meinen Träumen lebe ich in einer anderen Welt, und damit finde ich einen bescheidenen Ausgleich. Die Welt interessiert mich nicht mehr, und das wird sich auch nicht mehr ändern.

13.11.2018 20:33 • #4


Zitat von Woozie:
Hallo Anonymous06,

du beschreibst in deinem Post mehrere mögliche Ursachen oder Einflüsse die zu deiner gegenwärtigen Gefühlslage beitragen könnten. In erster Linie ist Sport immer eine gute Sache obgleich man gesund oder "krank" ist, daher würde ich dir raten nach dem Trainingsmonat zu verlängern oder einen anderen sportlichen Ausgleich suchen. Ein Sportverein wäre beispielsweise eine gute Option um den sportlichen ausgleich zu erlangen und zeitgleich soziale Kontakte zu knüpfen.

Du beschreibst auch dass du beim Psychiater warst und dieser sagte das alles okay wäre. Ich kann natürlich nicht hellsehen welche Tests dieser Psychiater mit dir gemacht hat, aber wenn du dich durch deine momentane Gefühlslage in multiplen Lebensbereichen eingeschränkt fühlst, ist definitiv nicht alles "okay". Falls du in der nächsten Zeit keine spürbare Besserung deiner Symptome empfindest würde ich dir raten deinen Hausarzt aufzusuchen und ihm deine Lage schildern. Dieser wird, sofern er den Ernst der Lage begreift, dich zu einem Psychotherapeuten verweisen, der womöglich andere Tests und andere Therapieansätze als der Psychiater nutzt. Auch das Turner Syndrom kann in manchen fällen Auswirkungen auf kognitive und soziale Entwicklung haben was aber oft durch eine Therapie und aktiver zusammenarbeit zu verbessern ist.

LG

Woozie


Danke für die Antwort! Ich fühle mich nicht eingeschränkt, sondern komisch. Als wäre ich ein Alien. Ich hab nur ein Fragebogen bekommen mit Fragen wie : "Bist du auf einer Geburtstagsfeier eher jemand, der diese leitet oder stehst du eher im Hintergrund?". War bei meiner Schulpsychologin, die mich zu der Psychiaterin überwiesen hat. Wahrscheinlich sehe ich mich als komisch, weil mein Umfeld dies so wahr nimmt. Ich wünsche mir so sehr Menschen, die mich lieben und akzeptieren. So wie ich bin. Ich wurde von meinen Klassenkameraden und Freunden als langweilig, uncool und zu spießig/prüde bezeichnet.

13.11.2018 20:46 • #5


Entwickler
Zitat von Anonymous06:
Ich wurde von meinen Klassenkameraden und Freunden als langweilig, uncool und zu spießig/prüde bezeichnet.

Vielleicht gibt es Menschen, die genau das als total cool betrachten? Für 99% der Menschen bin ich auch langweilig, uncool, spießig und prüde, und noch viel mehr. Aber ich habe mich davon gelöst. Ich brauche die nicht mehr.

13.11.2018 20:52 • x 1 #6


Jeder "gesunde" Mensch hat üblicherweise ein Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Anerkennung. Was viele Leute dabei vergessen, man muss sich selbst lieben und akzeptieren um geliebt und akzeptiert zu werden. Lass dich nicht von den Kommentaren deiner Klassenkameraden unterkriegen. Offensichtlich pflegt ihr verschiedene Interessen was überhaupt nicht schlimm ist. Hast du irgendwelche speziellen Interessen oder Hobbies? Der Beitritt eines Vereins oder ähnliches ist meiner Meinung nach der einfachste weg um soziale kontakte mit gleichen Interessen zu finden.

LG

Woozie.

13.11.2018 21:16 • #7


Entwickler
Zitat von Woozie:
Jeder "gesunde" Mensch hat üblicherweise ein Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Anerkennung. Was viele Leute dabei vergessen, man muss sich selbst lieben und akzeptieren um geliebt und akzeptiert zu werden.

Das reicht aber nicht. Es gibt Millionen Menschen, die sich selbst lieben und akzeptieren, und trotzdem von allen Menschen abgelehnt werden. Denen kann man damit nicht mehr helfen. Sie müssen lernen, ohne diese Mitmenschen glücklich zu sein, und die Hoffnung zu bewahren, dass es doch noch welche gibt, die nicht so verhaltensgestört wie die meisten sind.

13.11.2018 21:23 • #8


Ich finde es schade dass du nach deinen Erfahrungen mit anderen Menschen leider zu dieser Erkenntnis gekommen bist. Sicherlich ist es schwieriger für gewisse Menschen Freunde und Beziehung zu finden. Ich kann es auch absolut nachvollziehen dass es manche Menschen bevorzugen nach wiederholten Enttäuschungen die Hoffnung aufzugeben. Das man diesen Menschen jedoch nicht mehr helfen kann halte ich für eine Übertreibung, kann aber dennoch nachvollziehen wie ihre Meinung zustande kommt. Wie auch immer, die Wissenschaftliche Evidenz in dieser Hinsicht ist mehr als eindeutig. In fast allen Lebensbereichen haben soziale Kontakte positive Auswirkungen. Daher ist es meiner Meinung nach erstrebenswert diese zu suchen, auch wenn die Suche manchmal hoffnungslos erscheint.

LG

Woozie.

13.11.2018 21:34 • x 1 #9


YesItsMe0
Zitat von Anonymous06:
Es kann doch nicht sein, dass man keine Lust auf soziale Kontakte hat. Das man sich so anders fühlt. Wie ein Alien. Teilweise in der eigenen Familie.


Klar kann das sein. Es gibt viele Einzelgänger bis hin zum Erimiten. Nur du weißt wie du glücklich bist.

Ich selbst habe auch keine lust auf soziale Kontakte. Enttäuschungen hatte ich nicht da ich der typische Einzelgänger bin und so glücklich bin.

14.11.2018 12:13 • #10


Froschkönigin
Zitat von Anonymous06:
Es kann doch nicht sein, dass man keine Lust auf soziale Kontakte hat. Das man sich so anders fühlt. Wie ein Alien. Teilweise in der eigenen Familie.


Oh doch, das kann sehr gut sein. Ich bin da genauso. Ich habe eine beste Freundin und die wohnt inzwischen 400 km weit weg. Ich habe mich immer fertig gemacht, weil ich dachte (und mir auch versucht wird und wurde einzureden), dass es nicht "normal" ist keine Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen. Da heißt es immer: "Du kannst doch nicht immer alleine sein, du brauchst doch Leute um dich rum, das ist doch einsam.... usw."
Inzwischen weiß ich, dass ich 1. nicht einsam bin (weil ich mich nicht so fühle), und 2. ich gerne mit mir alleine bin (was ich selten bin, denn ich habe meine Eltern in der Nähe und meine Tochter bei mir, keine Ahnung wie es wird wenn sie mal auszieht....vielleicht bin ich dann tatsächlich einsam).
Solange man mit sich im Reinen ist und es einen nicht unglücklicht macht keine Kontakte knüpfen zu wollen, ist das doch ok.

Auch fühle ich micht oftmals nicht von diesem Planeten.. so fehlplatziert... so anders... und das schlimme daran ist, dass ich immer versuche so zu sein, wie man halt zu sein hat... eben normal... also nicht ICH zu sein, anderen zu gefallen, gemocht zu werden..... daher rührt auch meine Angststörung. Ich versuche mir zu lernen Ich zu sein, nur weiß ich manchmal gar nicht wer ich eigentlich bin... das habe ich die letzten 30 Jahre komplett verlernt und mir abtrainiert. Aber ich bleibe dran...

Ich wünsche Dir lieber @anonymous06, dass Du Deine Ruhe und Deinen inneren Frieden findest und Dich nicht durch Außenstehende zu sehr verunsichern lässt. Akzeptiere Dich und stehe zu Dir. Später wird es Dir niemand danken, dass Du dich für andere verstellt/verbogen hast, nur um zu gefallen und in deren Augen "normal" scheinst. Solltest Du jedoch darunter leiden keine Kontakte zu haben und knüpfen zu können, rate ich Dir dir Unterstützung zu holen

14.11.2018 12:41 • #11


Luna70
Ich denke, du solltest in dich reinhorchen, was du selbst möchtest. Nicht, was die Gesellschaft, deine Mutter oder sonstwer als "normal" ansieht. Wenn du zufrieden bist, warum solltest du dann ein anderes Leben führen, nur weil das den gesellschaftlichen Konventionen entspricht.

14.11.2018 13:01 • #12



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