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Major-Tom

Major-Tom

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Hallo zusammen,

ich habe, wie wahrscheinlich viele von uns hier im Forum, diverse - scheinbar -
unüberwindbare Ängste.
Fast schon egal, ob es sich dabei um sehr beängstigende körperliche Beschwerden oder "nur" um soziale/behördliche/ansonsten -
vielleicht - existenzielle Herausforderungen handelt:
Ich erlebe viel zu oft Zustände, die ich nur noch als eine extreme Form der Lähmung beschreiben kann.

Ein Beispiel:
Eine kleine Haut-Operation am Arm (vor nunmehr einem Jahr!) hat mich vorher wochenlang belastet und geängstigt.
("Hautkrebs/Komplikationen bei/nach der OP, etc. ?!".)
Alles gut überstanden, und heute:
Ängste/Schnee von gestern!

Ein zweites Beispiel:
Mein uralter Opel Astra.
"Wenn der den Geist aufgibt, dann bin ich erledigt und am Ende!".
Das waren ca. 5 lange Jahre pure Angst vor der Zukunft!
Ich habe es jetzt dennoch geschafft, irgendwie!
Alle meine Kräfte zusammengerafft, Mut geschöpft:
"Ich muss/will/werde das schon schaffen!".
Kein leichter Kampf, gegen meine Depressionen, die Schmerzen und den inneren Schweinehund!
Jetzt aber habe ich mein neues Auto, indem ich in meinem neuen Job (auch das war und ist eine sehr große Herausforderung!) so richtig Gas gegeben habe.

Klar: Schon morgen kann alles ganz anders sein.
Dann bin ich vielleicht wirklich krank, und/oder ich verliere meinen Job!
Aber darf ich - allein wegen dieser Angst - vorher noch nicht mal leben?
Oder es zumindest versucht haben?

Das war jetzt viel zu lang, ich weiß.
Dennoch würde ich mich auch über weitere/eure "Vor-der/nach-der-Katastrophe"-Geschichten freuen!

"Angst essen Seele auf!".
Kann sein, muss aber nicht.

Liebe Grüße vom Tom!

08.09.2019 02:08 • 10.09.2019 x 3 #1


10 Antworten ↓


Schlaflose

Schlaflose


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Mein ganzes Leben besteht aus solchen Situationen. Ich habe kein Bedürfnis, das alles einzeln aufzubröseln. Ich habe bei jedem Mal gelernt, dass es nie so schlimm wurde, wie ich es mir vorher ausgemalt hatte. Und das hat mir jedes Mal die Zuversicht gegeben, dass es bei nächsten Mal auch irgendwie vorbeigeht. Das hat mich immer davor bewahrt, in Hysterie und Panik zu verfallen.

08.09.2019 09:57 • x 1 #2


frau_knacks

frau_knacks


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Ich habe leider auch dieses Katastrophendenken in allen möglichen Ausprägungen... bezogen auf die Zukunft, auf Krankheiten, auf alles eigentlich. Habe mir schon alle möglichen schlimmen Krankheiten eingebildet und auch entsprechende Symptome gehabt. Nach diversen Untersuchungen gabs dann immer Entwarnung vom Arzt (meistens waren es halt die typischen Angstsymptome).
Als Kind hatte ich schlimme Zukunftsängste, zb dass ich niemals einen Job bekommen werde, nie Freunde haben werde, als absolute Versagerin ende. Hat sich später auch nicht bestätigt, aber die Denkweise beherrscht mich immernoch.

08.09.2019 10:27 • x 1 #3


lenabrauchthilf


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Hi und vielen Dank für diesen Thread! Kommt wie gerufen leider...
Auch ich kenne viele dieser Katastrophen und aktuell sind es 2...
Ich arbeite als Lehrerin und
- jetzt steht für nächstes Jahr eine Klassenfahrt an - Katastrophe Nummer 1 weil: Agoraphobie (Angst vor Autofahrt, Höhen, Felder usw. und da fahren wir definitiv entlang)
- Katastrophe Nummer 2: Sie wollen dieses Jahr noch eine Waldwanderung machen (hier greift auch wieder die Agoraphobie)

Ich kann nicht immer einen Krankenschein holen das will ich auch garnicht, irgendwie könnte ich die Katastrophen überwinden aber aktuell in meinem Kopf ist es unmöglich.
Versuche seit letzter Woche über das Feld zu fahren wo wir entlang müssen - vergebens bisher. Aber ich bin stolz auf mich dass ich es versuche...

Das Problem ist nur dass diese "Katastrophen" so einen derben Stress verursachen

08.09.2019 11:04 • x 1 #4


NIEaufgeben

NIEaufgeben


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Ich lebe seit 18 Monaten mit Katastrophen Gedanken 24 Stunden am Tag..
Bei mir beziehen sie sich auf akute Erkrankungen und meine Schmerzen und Symptome die dazu passen.

08.09.2019 11:28 • x 1 #5


Schlaflose

Schlaflose


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Vor Krankheiten hatte ich nie Angst.

08.09.2019 12:47 • x 1 #6


Icefalki

Icefalki


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Ich war auch eine einzige Katastrophe. Bis mir klar wurde, warum. Es hat damit zu tun, dass man sich hilflos und ausgeliefert fühlt und dass das die Hintergrundmusik ist, die man ständig hört und damit lebt.

Mehr ist das gar nicht. Allerdings ist einem das überhaupt nicht bewusst. Und ich denke mal, dass die Ängste diese unterschwellige Depression überlagern.

Ich hab auch wieder gemerkt, dass ich nur begrenzte Situationen händeln kann, weil dann mein Hirn noch funktioniert und ich Lösungen habe. Kommt zuviel zusammen, gleite ich in eine Depri rein, die sich gefühlsmässig als Auswegslosigkeit und Hilflosigkeit zeigt, und mich in ein Gedankenkarusell stürzt. Dann ist aus mit Logik.

08.09.2019 13:13 • #7


NIEaufgeben

NIEaufgeben


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Im Moment befinde ich mich gerade mittendrin in dieser Spirale...seit gestern und komme nicht mehr da raus...ich habe dermassen starke darmschmerzen und in meinen Gedanken liege ich schon im sterben wegen der akutesten Sachen in meinem Bauch...so ein Mist auch....

08.09.2019 13:17 • #8


lenabrauchthilf


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Zitat von NIEaufgeben:
Im Moment befinde ich mich gerade mittendrin in dieser Spirale...seit gestern und komme nicht mehr da raus...ich habe dermassen starke darmschmerzen und in meinen Gedanken liege ich schon im sterben wegen der akutesten Sachen in meinem Bauch...so ein Mist auch....


Hey ich kann dich total gut verstehen hatte das die letzten Wochen mit Kopfschmerzen und der Angst vor einem Tumor/Hirnblutung. Linderung hat mir die Untersuchung gebracht mit dem Ergebnis dass alles in Ordnung sei. Keine Kopfschmerzen seitdem. Wie Hexerei. Wäre das eine Option für dich, zum Arzt zu gehen? LG

08.09.2019 13:42 • x 1 #9


Abendschein

Abendschein


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Zitat von Major-Tom:
Hallo zusammen,ich habe, wie wahrscheinlich viele von uns hier im Forum, diverse - scheinbar - unüberwindbare Ängste.Fast schon egal, ob es sich dabei um sehr beängstigende körperliche Beschwerden oder "nur" um soziale/behördliche/ansonsten -vielleicht - existenzielle Herausforderungen handelt:Ich erlebe viel zu oft Zustände, die ich nur noch als eine extreme Form der Lähmung beschreiben kann.Ein Beispiel:Eine kleine Haut-Operation am Arm (vor nunmehr einem Jahr!) hat mich vorher wochenlang belastet und geängstigt.("Hautkrebs/Komplikationen bei/nach der OP, etc. ?!".)Alles gut überstanden, und ...


Zumindest hast Du in Deinem neuen Auto gesessen, Gas gegeben, das kann Dir niemand nehmen. Heute lebe ich, Heute bin ich glücklich, was Morgen ist? Wer weiß das schon. Toll das Du Gas gegeben hast, mit dem neuen Auto, lächel, wir haben eins gemeinsam. Das gleiche neue Auto.Ich freue mich daran., Vielleicht begegnen wir uns einmal, .....das wäre schön, lieber Tom.

Ich habe Heute noch gesagt, ich will jetzt endlich fröhlich sein und nicht mehr Katastrophe denken. Denn was nutzt das Denken?
Was nutzt oder wem dient das Katastrophen Denken? Niemanden. Ich kann das auch. Ich glaube so ganz werden wir das nie los bekommen, dazu ist das "Denken" schon zu alt.

Lieber Tom, ich wünsche Dir weiterhin eine recht gute Fahrt durch Dein Leben.
Du machst das schon

Vor 15 Minuten • x 1 #10


Grummelin

Grummelin


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Zitat von Abendschein:
Heute lebe ich, Heute bin ich glücklich, was Morgen ist? Wer weiß das schon.
Ich habe Heute noch gesagt, ich will jetzt endlich fröhlich sein und nicht mehr Katastrophe denken. Denn was nutzt das Denken?Was nutzt oder wem dient das Katastrophen Denken? Niemanden. Ich kann das auch. Ich glaube so ganz werden wir das nie los bekommen, dazu ist das "Denken" schon zu alt.


Dab in ich gerade mal wieder mittendrin. Warte auf einen wichtigen Brief und das Denken geht von "alles gut" bis "Katastrophe. Was jetzt?". Solange der Brief nicht da ist, ist auch noch nichts entschieden und passiert. Warum dann jetzt schon verrückt machen?
Da habe ich auch noch ordentlich was zu lernen vor mir.

Vor 2 Minuten • #11



Mira Weyer


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