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Hallo... auch ich bin neu hier und hoffe auf Gleichgesinnte und dadurch auf Hilfe und Erfahrungen.
Ist die Generalisierte Angst heilbar?

Danke.

Lg sille

18.10.2016 12:37 • 28.11.2017 #1


24 Antworten ↓


Hallo willkommen hier

18.10.2016 12:49 • #2



Heilung von generalisierter Angst

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Danke...
Ich erzähle mal in Kurzform. Der Ausbruch der Krankheit war 2003. Seit dieser Zeit gibt es Höhen und Tiefen. Immer wenn ich dachte, hey das hab ich im Griff, wurde ich eines besseren belehrt. Mein Problem ist, denk ich, dass ich mich selbst zu sehr unter Druck setze, geschäftlich, privat etc. Angst nicht zu genügen?! Es geht immer eine Weile einigermaßen gut bis der Druck (spürbar Brust dann) zu arg wird und es den Ausbruch gibt. Bis dahin kämpfe ich dann mit Magenproblemen (Chron. Gastritis), Übelkeit, wirrem Kopf, Unruhe, Konzentrationsschwäche, Abgeschlagenheit und Unzufriedenheit darüber das ich nicht fit bin.

In den letzten Wochen war der Magen so schlimm das ich teilweise echt nicht mehr wollte. Und dann, wie heute, kann ich nur noch heulen und bin zu nicht mehr viel fähig. Habe seit ca. 1 Jahr einen neuen Job der mich extremst fordert. Konzentration den ganzen Tag. Ich packe die Arbeit, aber durchgehend fühle ich mich unter Druck und hab Angst Fehler zu machen. Und auch bei meinem Traummann zuhause, Eltern und Freunde belastet es mich dann sehr, nicht fit und gut gelaunt, wie ich eigentlich bin, zu sein. Das ist ein Teufelskreis... mache auch autogenes Training... aber in den letzten Wochen wurde alles extremst, so dass ich mich nicht mehr runterfahren konnte. Und heute an meinem Geburtstag lieg ich heulend im Bett und kann nicht verstehen warum ich immer wieder so fallen muss...

Kann das jemand nachvollziehen? Kennt das jemand auch so? Hat jemand Tips für mich?

Ok. Kurzform sieht anders aus

18.10.2016 14:36 • #3


Hey erstmal alles alles Gute zu deinem Tag "Geburtstag"

Das klingt sehr nach einen "ausgebrannt sein" Burnout...das haben viele die immer Arbeiten und Arbeiten...dein Körper gibt dir alle Signale...warum schaltest du nicht paar Gänge zurück und nimmst dir Urlaub? Oder gibt es eine Möglichkeit vielleicht das du weniger arbeiten gehen kannst?...vielleicht bist du dem Druck nicht mehr gewachsen...

Es ist kein Verbrechen das dir der Atem aus geht...auch du darfst dich erholen...Dauerstress ist nicht gut und dein Körper zeigt dir alle Signale das du aufhören sollst... Es ist an den Punkt gekommen wo du nochmal drüber nachdenken solltest wie du das mit dem Berufsleben unter einen Hut bekommst...es gibt eigentlich immer Mittel und Wege trotzdem Geld zu verdienen...aber sich deswegen zu zerstören ist kein Weg...es bringt niemanden etwas wenn du dadurch krank bist und es dir immer schlechter geht...besser muss es dir gehen...ich hoffe du findest einen Weg...

Grüßle und feier blos dein Geburtstag
Melanie

18.10.2016 14:43 • x 1 #4


Auch von mir alles Gute zum Geburtstag!

Wichtig ist jetzt,dass Du Deine Krankheitsphase nicht als persönliches Versagen ansiehst.
Was gut ist,dass du schon erkannt hast,wo das herkommt ,sprich,wo Du ansetzen kannst.
Du schreibst ja selbst,dass Du Dich zu sehr unter Druck setzt (Angst,nicht gut genug zu sein und dahinter verbirgt sich vielleicht die Angst vor Ablehnung?).
Wir sind halt keine Maschinen,die dauernd Leistung bringen und gut drauf sein können.
Müssen wir auch gar nicht.
Wir sind wertvolle Menschen,ganz ohne Leistung zu erbringen,ich musste das auch erst lernen.
Man definiert sich über so vieles im Aussen: Aussehen,sozialer Status,Arbeit etc.
Das alles ist aber z.T. enormen Schwankungen unterworfen und man kann nicht immer alles kontrollieren und beeinflussen.Muss man auch gar nicht,es gibt nichts,was so schlimm oder wichtig ist,dass es das wert ist,deswegen in Panik zu geraten.
Wenn man das mal akzeptiert hat,wird alles leichter.

18.10.2016 16:13 • x 1 #5


Ach so,ich habe ganz vergessen,Dir noch ein paar praktische Tips zu geben:

viel spazieren,frische Luft und Licht
Viel Ruhe
zum Arzt gehen,krankschreiben lassen,am besten zum Psychiater.
Der wird ein Medikament empfehlen,das dann ausprobieren.
Mir hat auch geholfen,mit meinem Partner zu reden über meine Gefühle und Ängste und meine Eltern haben mich besucht,um mir seelischen Beistand zu geben.

Und ein kostenloses Hörbuch zum Umgang mit der Angst,sehr wirksam:

Und für Deinen Magen: OMEP (nicht rezeptpflichtig)
oder PANTOPRAZOL (rezeptpflichtig)

Magenprobleme sind übrigens typisch in solchen Hochstressphasen,hatte ich auch.

18.10.2016 16:44 • x 1 #6


Vielen Dank für eure Kommentare. Mittlerweile stecke ich wieder fest im schlecht fühlen und Druck auf der Brust. Es ist so deprimierend wenn man weiß man ist eigentlich ein fröhlicher Mensch und jetzt ist man gefangen im Strudel. Deprimiert, kraftlos hilflos.

Ich fühle dann immer in mich hinein und fühle schlecht. Das macht mich fertig. Kann es nicht akzeptieren. Dann steigere ich mich hinein und möchte es doch eigentlich nur weg haben...

Kennt ihr das auch? Denk dann "jetzt geht es mir wiiiiieder schlecht, die anderen denken bestimmt auch, die is immer kran". Kann es doch nicht zeigen, aber lachen und gute Laune fällt mir auch schwer und baut Druck auf...

Was tut ihr da raus zu kommen und das irgendwie zu überwinden?

22.10.2016 10:57 • #7


Ach... ich nehme bereits seit 5 Jahren trivilor 75. wollte es ausschleichen lasen und nehme seither nur alle 2 Tage 1. die ersten Wochen war es super. Aber die letzten Wochen baut es ab. Hatte vor 3 Wochen ne starke Erkältung dann extrem Gastritis und so lief der Absturz und häng wieder drin. Hab jetzt doch entschieden wieder jeden Tag 1 Tablette zu nehmen. Krank machen kann ich schlecht. Bekomme immer gleich ein extrem schlechtes Gewissen. Bin erst seit 1 Jahr da und wie sieht das aus wenn ich dann länger krank mache und wenn ich dann wieder komm. Das baut mir extremste Druck auf...

Selbstbewusstsein fehlt mir sicher ganz stark... wobei wenn ich fit bin, dann sind die negativen Gedanken und Gefühle nicht so da, aber wie fällt man da immer wieder rein. Ein Psychologe sagte mir mal: unbewusst ablaufende negative Gedanken... kennt das jemand von euch?

22.10.2016 11:17 • #8


Hallo sille,

ich kenne diese Abwärtspirale und die traurigen Gedanken nur zu gut und vor allem auch den Druck,den man sich selber macht.
Ich hatte es heute auch wieder.
Wenn es wieder losgeht,denk ich jedesmal "Nicht schon wieder...hört das denn nie auf".
Und immer dieses Gefühl,ungenügend zu sein und versagt zu haben auf ganzer Linie.Hast Du das auch?
Dann geht bei mir das Gedankenkarrussel wieder los,was man verkehrt gemacht hat und wie es soweit kommen konnte.
Und es fallen mir tausend Sachen ein,die ich verkehrt gemacht habe.
Habe mir heute ein Buch am Bahnhof gekauft:"Vom Glück des Scheiterns".
Hatte da nur kurz mal reingelesen und mich direkt befreit gefühlt nach ein paar Sätzen.Habe es aber noch nicht ganz gelesen.
Jedenfalls ist bei mir die "innere Verurteilungsmaschinerie" leider noch in vollem Gange,obwohl mir niemand Vorwürfe macht.
Das ist echt so krank und ich bin manchmal wie gelähmt und nur am heulen obwohl mir niemand was tut.

22.10.2016 14:17 • #9


Gibt es hier Menschen mit dieser Diagnose, die geheult sind?
Lg

17.08.2017 16:12 • #10


tigo
Hallo,

ich glaube das es eine vollständige Heilung nicht gibt. Man kann aber durch sein eigenes Verhalten schon Besserung erzielen. In einer passenden Therapie kann man das lernen.

Grüße
Tigo

17.08.2017 18:50 • #11


Das sind ja Bomben Aussichten

17.08.2017 18:55 • #12


la2la2
Wenn die Symptome/Probleme aufgrund schwerster traumatischer Belastungen entstanden sind, ist eine vollständige Heilung eher unwahrscheinlich.

Wenn die Symptome hingegen grundlos gekommen sind oder auf harmloseren Ursachen basieren ist eine 100%ige Heilung relativ wahrscheinlich.

17.08.2017 19:12 • #13


Was sind denn schwerste Traumata...

17.08.2017 19:13 • #14


Zitat von la2la2:
Wenn die Symptome hingegen grundlos gekommen sind oder auf harmloseren Ursachen basieren ist eine 100%ige Heilung relativ wahrscheinlich.


Ich glaube, wenn man den Hang zu derartigen Krankheiten hat (eingeschlossen Depressionen) gibt es keine 100%ige Heilung. Die Gefahr eines Rückfalls besteht meiner Meinung nach permanent. Schließlich sind die Symptome ja auch aus heiterem Himmel entstanden, warum sollten sie es (wenn auch evtl. in abgeänderter Form) nicht wieder tun? Psychische Krankheiten würde ich als chronisch bezeichnen. Auch wenn man lernt, Symptome zu deuten und damit umzugehen, denken sich Kopf und Körper immer wider neue lustige Dinge aus, damit uns ja nicht langweilig wird. Ist meine Ansicht. Vielleicht gibt es Patienten, die als geheilt entlassen wurden und das auch selbst so empfinden. Aber ich würde nicht sagen, dass bei mir alles "wieder normal" wird, irgendwann.

17.08.2017 19:21 • #15


la2la2
Zitat von sahnigeerdbeere:
Was sind denn schwerste Traumata...


Ist individuell.... Kriege, Vergewaltigung, bewaffneten Überfall erlebt, gesehen wie jemand tödlich verunglückt ist, Tod naher Angehöriger/Freunde, ......
Also wirklich belastende Dinge.

Man muss natürlich viel herumexperimentieren, den Mut und Willen dazu haben und gründlichst suchen, ob man was organisches findet, was die Symptome verursacht.
Psychische Probleme sind oft mit Stress verbunden, was den Verbrauch von Mineralien und Vitaminen etc. erhöht und den Körper belastet. Jetzt mit Chemiekram die Symptome zu unterdrücken bringt nicht viel, da diese viele unerwünschte Wirkungen auf den Körper haben.

Ist alles sehr schwer und bei jedem Menschen anders, obwohl doch alle Menschen sind....

17.08.2017 20:21 • x 1 #16


Ich habe eher Gedanken, wenig körperliche Symptome

17.08.2017 20:42 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zunächst muss man sich klar machen, dass diejenigen, die komplett geheilt sind, eher nicht mehr hier oder sonstwo im Netz schreiben. Also lass dich nicht runter ziehen, wenn du wenig Erfolgsberichte findest.
Ich glaube, selbst wenn man als geheilt gilt und sich gut fühlt, muss man immer mehr auf sich aufpassen als andere.

Nachdem ich schon viel probiert habe ( diverse Therapien, ambulante Kur, wegen General. Angst und Depressionen ) mache ich jetzt eine Verhaltenstherapie, in der ich lerne , mich mit der Angst auseinanderzusetzen. DH, keine Ablenkung, kein Weglaufen, sondern die Angst annehmen. Die Angst akzeptieren. Ich habe meine größten Ängste aufs Handy gesprochen (die ganze Situation, mit allen Gefühlen und Auswirkungen, die ich mir so einbilde, dauert je Angst so ca 4 Minuten) und höre das täglich mehrmals. Ist quasi eine Konfrontation mit meinen Gedanken.
Ich lerne, mich abzugrenzen, mich nicht für alles und alle zuständig zu fühlen. Meine eigenen Bedürfnisse lerne ich zu achten.
Ich habe auch viel gelesen. E.Tolle "Jetzt" zB. Du kannst auch mal auf die Webseite von R. Betz gucken. Der spricht auch über Ängste. Einigen hilft auch Klaus Bernhardt.
Zusätzlich gehe ich zu einer Meditationsgruppe und mache Yoga.

Ich habe die Angst nicht verloren, doch mir geht es besser als vor Monaten. Beruflich bin ich gerade sehr belastet (neue Anforderungen, wenig Hilfe ) und auch privat läuft es nicht gut. Dadurch geht's mir wieder etwas schlechter, dh, die Ängste sind stärker und verschwinden kaum (hatte doch schon Tage , an denen es mir stundenweise gut ging!), aber andererseits würde das auch "Gesunde" belasten und vor einem Jahr hätte das alles vermutlich viel mehr negatives bewirkt in meiner Psyche. Ich kann abends einigermaßen abschalten, das ist doch schon ein Fortschritt.

Was ich bei allem wichtig finde, ist die Erkenntnis, dass man selber ins "Tun" kommen muss. Man muss sich mit seinen Themen (Perfektionismus, Angst vor dem Alleinsein, Verlassenwerden ect) auseinander setzen. Auch mal versagen, auch mal allein sein. Und seine Bedürfnisse erkennen ( Ruhe / Sport / Hobbies ... ) und danach leben. Gefühle nicht wegschieben.

Das ist natürlich nur meine Erfahrung. Mir hilft das alles, bin manchmal schon angstfrei, stundenweise. Aber wie gesagt, in Zeiten von hoher Belastung klappt es noch nicht. Da muss ich wohl noch viel lernen.
Ach ja, Zur Info: ich habe die Ängste seit ca, 40 Jahren, aber es waren "nur" Panikattacken mit langen Zeiten der Besserung dazwischen, die gener, Angst habe ich seit 3 Jahren. Dafür keine Panik mehr .

LG
Moni

18.08.2017 09:25 • x 1 #18


Oh moni...vielen Dank für deine netten Worte...ich muss das mit dem allein sein wohl auch noch lernen..
Meine Partnerin behandelt mich leider oftmals auch nicht besonders gut...
Das schlucke ich und nehme es hin...

18.08.2017 09:30 • #19


@Moni
Es wäre schön wenn Leute richtig geheilt würden. Ich kenn in meinem Umfeld keinen, der geheilt wurde. Die meisten quälen sich mehr oder weniger durch das Leben. Auch wenn ich mir die Kliniken anschaue, voll bis auf das letzte Bett. Das mit der Heilung ist nur solange im Fokus, bis die Therapiestunden aufgebraucht sind. Danach ist jeder wieder auf sich gestellt.

28.08.2017 11:01 • #20



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Mira Weyer