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Ich leide seid der Kindheit unter extremen Schüben die mitunter Wochen/Monate anhalten. Dieses Jahr schon zum zweiten Mal. Anfang Februar dieses Jahr fing es nach achtjähriger Ruhe wieder an. Anfang Juli war ich aus dem gröbsten draußen. Ich hatte diese Phasen all die Jahre immer alleine durchgehalten aber Anfang des Jahres ging es nicht mehr und war mehrere Monate in einer Klinik. Vor 3 Wochen fing es wieder an und ich war kurzzeitig auf einer Akutstation die mir aber zu restriktiv war. Am Mittwoch habe ich erneut einen Termin in einer Klinik und hoffe das ich da baldige Besserung spüre.
Ich bin allgemein ein recht ängstlicher Mensch und scheue Risiken. Die letzten Jahre wurde es aber allgemein immer schlimmer so hatte ich Probleme beim Autofahren über hohe Brücken und zum Teil gewisse Strecken gemieden.
In diesen Phasen drehen sich die Gedanken immer um die selbe Punkte die wären:
1. Was macht das heute einen Sinn wenn ich morgen sterben sollte.
2. Angst das es mich jeden Moment erwischt
3. Wie sinnlos doch alles ist
Dazu kommen dann noch Gefühle der Unwirklichkeit hinzu und das Gefühl zu haben den Verstand zu verlieren. Ich erstarre förmlich mit einer wahnsinnigen Unruhe.
In diesen Phasen muss ich auch oft heulen über den Verlust meiner Eltern. Meine Mutter ist vor 3 Jahren an Krebs verstorben. Ich konnte ihr Abends noch sagen das sie die beste Mutter sei die ich mir vorstellen kann. Sie war aber nicht mehr ansprechbar. Mein Vater ist ein Jahr später verstorben. Er hatte Demenz aber noch im Anfang Stadium. Durch einen Sturz ist er nach 3 Tagen im Krankenhaus verstorben. Er hatte zu mir immer gesagt es gibt schlimmeres als den Tod und das vergessen setzte ihm zu. Durch seine Patientenverfügung konnte er in Würde sterben. Das war ihm wichtig. 3-4 Stunden vor seinem Tod war er auch nicht um sich besorgt. Ihm war es nur wichtig das es uns ( seinen Kindern und Enkeln ) gut geht.
Ich habe das große Glück das meine Frau und Kinder voll hinter mir stehen. Medikamente habe länger Paoxitin und Citalopram genommen, wurde mittlerweile aber von beiden abgesetzt.

31.12.2018 00:40 • 21.02.2019 x 2 #1


29 Antworten ↓


michi7575
Eins müssen wir uns alle klar werden sterben müssen wir irgendwan alle einmal daran geht kein weg vorbei egal was wir uns in den gedanken ausmalen
wenn man geboren wird hat man schon den todestag in der tasche wann ist nur die frage deswegen lebt euer leben und gedanken vom tot einfach lassen
sonst hat man nichts vom leben

31.12.2018 10:40 • #2


In guten Zeiten ist das Thema auch nicht allgegenwärtig wie jetzt. Eigentlich hab ich zu diesem Thema mir schon öfters Gedanken gemacht und gedacht für mich selbst eine Akzeptanz gefunden zu haben aber in diesen Zuständen greift einfach nichts.

31.12.2018 12:44 • #3


Der Tod ist unausweichlich.
An ihn zu denken, sollte man keine Zeit verschwenden. Ich denke sehr oft an den Tod und bin allgemein ein leichter Hypochonder. Bei mir ist ähnlich nur viel schwächer als bei dir.
Ich kann dich verstehen, sei froh deine Familie steht hinter dir.
Meine Opas sind beide auch vor einem Jahr verstorben, so hat es bei mir angefangen.
Mach dir keine Sorgen, denke an all das was du in dieser Zeit machen hättest können.
Geh öfter raus, verbring Zeit mit deinen Kindern und Freunden.
Es wird dir sicherlich mit der Zeit besser gehen.
Frohes Neues und mache 2019 zu einem ositivem Jahr.
Gruß
Stejo

31.12.2018 19:46 • #4


Nicht dran denken ist ja das Problem an diesen Phasen. Es sind Zwangsgedanken mit starken körperlichen Symptomen wie Druck auf der Brust, unwirklichkeit, enormer Angst , Sinnlosigkeit und Rastlosigkeit.

31.12.2018 23:55 • x 2 #5


NIEaufgeben
Diese Angst bringt einem fast um den Verstand...bei mir ist es zwar nicht die Angst vor dem Tod aber dafür die Panik vor unaushaltbaren schmerzen...im Endeffekt ist es das gleiche

01.01.2019 13:49 • #6


Lolly83
Bei mir ist es momentan so das ich Angst habe einzuschlafen weil ich denke das ich morgens nicht mehr aufwache. Man hört und liest ja so viel das der Tod so plötzlich kommt

29.01.2019 15:03 • x 1 #7


Lolly83
Aber da merkt man mal was der Kopf alles macht um einen zu beeinflussen.

29.01.2019 15:38 • #8


michi7575
Da brauchste dir keine sorgen zu machen,wenn man 80 oder 90 ist kann man daran denken ,beim schlafen zu sterben, schlafen ist erholung das tut deinen körper gut.

29.01.2019 15:59 • #9


Lolly83
Zitat von michi7575:
Da brauchste dir keine sorgen zu machen,wenn man 80 oder 90 ist kann man daran denken ,beim schlafen zu sterben, schlafen ist erholung das tut deinen körper gut.


Das sag mal meinem Kopf, ich war gestern nagk der Dauerangst so kaputt aber schlafen ging erst überhaupt nicht.
Im Endeffekt war es nur Kopfkino, wie immer.

29.01.2019 16:01 • #10


Schlaflose
Zitat von Lolly83:
Bei mir ist es momentan so das ich Angst habe einzuschlafen weil ich denke das ich morgens nicht mehr aufwache. Man hört und liest ja so viel das der Tod so plötzlich kommt


So würde ich mir den Tod wünschen, wenn es denn schon sein muss. Aber leider passiert es in in den seltensten Fällen, dass man einfach so im Schlaf stirbt, ohne vorher schwer krank gewesen zu sein.

29.01.2019 16:22 • x 1 #11


Zitat von Lolly83:
Bei mir ist es momentan so das ich Angst habe einzuschlafen weil ich denke das ich morgens nicht mehr aufwache. Man hört und liest ja so viel das der Tod so plötzlich kommt


Das hat was mit der Angst vor Kontrollverlust zu tun und fehlenden Urvertrauen ins Leben.
Meist hängt das mit erlebten Situationen vom Tod naher Angehöriger zusammen.

Das Thema Tod und Verlust ist, denke ich eines der größten Auslöser für GAS bei sensiblen Menschen.
Bei mir war das damals ebenso. Ich habe mich dann bewusst mit dem Thema beschäftigt, was ich für mich hilfreich fand, waren Berichte von Nahtoderfahrungen. Klingt jetzt evtl. gruselig aber das hat mir viel Angst vor dem Tod genommen.

31.01.2019 23:58 • #12


Ich bin jetzt 4 Wochen in einer Klinik und werde am Dienstag entlassen. Der Aufenthalt hat mir sehr gut getan. Die Angst ist nur noch unterschwellig und daher lähmt sie mich nicht mehr. Ich habe natürlich noch einiges vor mir was ich zu bearbeiten habe aber denke das ich auf einem guten Weg bin. Ich kann Jedem nur raten sich bei solchen extremen Ängsten sich Hilfe zu besorgen.

03.02.2019 20:15 • #13


Stormrider
@Hobbit2k

Ich kämpfe auch fast täglich mit den Ängsten vor dem Tod, dass es jetzt gleich soweit ist, und warum wir überhaupt irgendetwas tun, wenn doch nichts Bestand hat.
Das lähmt und macht jeden Tag anstrengender als nötig.
Autofahren, Tunnel, hohe Brücken, Fliegrn usw. sind Situationen, in denen wir ausgeliefert sind, und keine Kontrolle haben und nicht flüchten können. Kenne ich sehr sehr gut.
Verreisen, fremde Umgebung, keine Orientierung ist auch ein Thema bei mir.

Ich denke wir waren in Kindheit schon sensibel und ängstlich. Das liegt auch in der Veranlagung und einen Teil davon sollte man akzeptieren lernen, dann tut es nur halb so weh.
Klinik war ich nie. Ist bestimmt erholsam aber wie ist die Rückkehr in die Realität, raus aus der Käseglocke ? Das bringt doch den Gegenschwinger oder hilft es dir dauerhaft ?

14.02.2019 09:27 • #14


petrus57
Zitat von Lolly83:
Bei mir ist es momentan so das ich Angst habe einzuschlafen weil ich denke das ich morgens nicht mehr aufwache. Man hört und liest ja so viel das der Tod so plötzlich kommt


Das hatte ich auch mal eine Zeitlang. Bin dann jedes mal aufgeschreckt, wenn ich am einschlafen war.

14.02.2019 09:31 • #15


Hallo. Auch mich beschäftigt der Tod, vorallem umso älter ich werde und ich bin noch sehr jung. Allerdings ist das ja kein Kriterium dass mich vor der Sterblichkeit schützt. Auch wenn ich oft Angst habe dass ich oder andere, mir liebe und wichtige, Menschen sterben, so kann ich euch dennoch nur empfehlen euch damit zu beschäftigen. Lasst zu dass es euch Angst macht aber denkt daran dass es dazu gehört. Ich habe durch meine Facharbeit sehr viel dazu gelernt zum Thema Tod und wie man schon im Kindesalter den Umgang damit lernen kann. Habe viel gelesen und recharchiert aber was mir am meisten geholfen hat war der persönliche Kontakt zu todkranken Menschen oder Menschen die altersbedingt nicht mehr hohe Lebenserwartungen hatten.
Ich kann euch aus meiner Erfahrung heraus berichten dass jeder Mensch, den ich bisher kennenlernen durfte vor seinem Tod, so eine bewundernswerte innere Zufriedenheit und Akzeptanz hatte dass ich schon fast neidisch auf deren Gefühl war. Klingt zwar sehr komisch aber es ist wirklich so.
Zudem ist es auch ganz hilfreich sich hervorzurufen dass der Tod nicht nur schlecht ist. Menschen mit undenkbar starken Schmerzen und Lasten, welche nicht behandelbar sind, denen gönnt man doch dass sie ihren Frieden finden und zur Ruhe kommen dürfen. Außerdem sorgt der Tod für Ordnung auf der Welt, denn er verhindert auf natürliche Art eine Überbevölkerung unserer Erde. Und wir wissen alle nicht was nach dem Tod ist, das macht es doch eigentlich auch spannend.
Man lebt sein Leben (hoffentlich) so gut wie möglich, strebt danach es seinen Mitmenschen ebenfalls so angenehm wie möglich zu machen und am Ende ist die Belohnung im besten und auch im meisten Fall die vollkommene Zufriedenheit.
Ich hoffe ich konnte euch damit ein wenig zum Denken anregen und das nicht im negativem Sinn


Anbei eine kleine Leseempfehlung:

https://www.vernuenftig-leben.de/angst-vor-dem-tod/

14.02.2019 09:58 • x 1 #16


Hallo Silent 21, das ist ein sehr schöner Beitrag von Dir, vielen Dank.

14.02.2019 10:07 • x 1 #17


petrus57
Zitat von Silent21:
Ich kann euch aus meiner Erfahrung heraus berichten dass jeder Mensch, den ich bisher kennenlernen durfte vor seinem Tod, so eine bewundernswerte innere Zufriedenheit und Akzeptanz hatte dass ich schon fast neidisch auf deren Gefühl war.


Vielleicht waren die auch nur mit Benzos vollgedröhnt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand entspannt dem Tod entgegensieht. Außer er ist vielleicht gläubig.

Zitat von Silent21:
Und wir wissen alle nicht was nach dem Tod ist, das macht es doch eigentlich auch spannend.


Gut, wissen kann es niemand. Aber ich nehme mal zu 99% an, dass da nichts ist. Man ist einfach nur weg. Und die Angst vor dem Nichts macht mir paradoxerweise Angst. Warum sollte man eigentlich Angst haben, wenn man das Nichts gar nicht mitbekommt?

14.02.2019 10:26 • #18


Hm, man sagt ja der Tod ist des Schlafes Bruder...., also wenn es so ist wie schlafen fände ich es klasse..., schlafe gerne weil das ja so ziemlich die einzige zeit ist in der ich ruhe vor der Angst habe,.... nur leider raubt mir die angst oft den schlaf...., durchschlafen geht nie..., und auch mal lange schlafen wie früher geht auch nicht mehr

14.02.2019 10:36 • #19


Ich denke auch oft darüber nach, weil ich mich manchmal schon so am Ende fühle mit dem ganzen Mist, immer nur Schmerzen, die Angst, Depressionen etc. und wünsche mir natürlich auch, dass mein Herz vor Erschöpfung einfach mal aufhört...aber es gibt ja noch Menschen in meinem Leben, denen ich was bedeute, wenn das nicht wäre, weiß ich nicht, was wäre..

14.02.2019 10:45 • #20





Mira Weyer