Hallo Melli,
also erstmal ist es möglich, dass Du am Anfang tatsächlich ein Serotoninsyndrom hattest. Und das kann eine so "beeindruckende" Erfahrung sein, dass sich daraus eine Panikstörung entwickelt. Da Du sowohl das AD als auch das Schmerzmittel nicht grundlos bekommen haben wirst, sind die Ängste im Zusammenhang mit dem möglichen Serotoninsyndrom wohl auf fruchtbaren Boden gefallen.
Zitat von Melli23:Geht es euch denn auch so, das ihr 24 Stunden über viele Wochen Angstzustände habt? Und ich meine damit wirklich rund um die Uhr schwere Anfälle!?
Nein, das kenne ich zum Glück nicht. Aber das ist das Einsatzgebiet für Benzodiazepine (kurzfristig!), die sind zur Linderung solcher Symptome wirklich angebracht. V.a. auch, wenn Du mit Krämpfen zu tun hast. In solchen Zuständen bist Du ja nicht im Entferntesten therapiefähig... Normalerweise werden Benzos sehr gut vertragen, haben eben "nur" das Problem, dass man sie nur wenige Wochen nehmen darf wegen der Abhängigkeitsentwicklung. Mittelfristig kann man dann auch mit angstlösenden Neuroleptika behandeln. Das ist wegen der Nebenwirkungen keine Dauerlösung, aber m.E. sollte im Vordergrund stehen, einen Zustand wiederherzustellen, in dem Du in der Lage bist, Hilfe zu suchen und mit dieser Hilfe auch etwas anzufangen. Ich empfehle Dir, such' Dir einen verantwortungsbewussten und kompetenten Psychiater, der Dich zunächst medikamentös lebens- und therapiefähig macht und Dir idealerweise einen kompetenten Psychotherapeuten empfiehlt. Möglich wäre natürlich auch ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik.
Zitat von Melli23:Welche Erfahrungen habt ihr denn so mit Medikamenten gemacht, die Euch bei der Angst geholfen haben?
Ich nehme als Dauermedikation Trevilor, das meinen Nervositätspegel sehr gesenkt hat. Als Bedarfsmedikament habe ich ein Benzodiazepin (Bromazepam), das ich nur selten und in sehr geringer Dosis nehme. Früher hatte ich mal Opipramol genommen, das hat mich aber hauptsächlich zugedröhnt. Citalopram und Cipralex haben gar nicht gewirkt.
Zitat von Sternenkater:Bei einer Ansgststörung ist der Serotoninspiegel (ist das das richtige wort?) nicht in Ordnung. Antidepressiva, z.B. Serotoninwiederaufnahmehemmer wirken sich hier aus. Sie sollen da wieder etwas Ordnung reinbringen.
Aber ein Serotoninsyndrom ist eigentlich das gleiche soweit ich das verstehe? Ich weiß es echt nicht genau. ich finde das verwirrend.
Die sympthome sind die gleichen.
Also zählt eine Angststörung nun auch zum Serotoninsyndrom?
Nein. Den Serotoninspiegel im Gehirn eines lebenden Menschen kann man nicht messen, und der Serotoninspiegel im Blut ist für die Vorgänge im Gehirn nicht relevant. Das vorweg. Man hat nur aus der Tatsache, dass ADs, die auf den Serotoninstoffwechsel wirken und die erfahrungsgemäß gegen Ängste helfen, geschlossen (Umkehrschluss!), dass Angststörungen auf einen angeblichen Serotoninmangel zurückzuführen seien. Mittlerweile haben sich sogar diejenigen, die diese These in die Welt gesetzt haben, davon distanziert. Die Vorgänge im Gehirn sind wohl doch etwas komplizierter... Angst hat mit einem Serotoninsyndrom nur insofern etwas zu tun, als Angst ein Symptom eines Serotoninsyndroms ist. Und das aus gutem Grund: Das kann nämlich wirklich lebensbedrohlich werden.
Liebe Grüße
Christina