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Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich möchte kurz meine Geschichte erzählen, da ich neu hier bin.

Bis vor 4 Monaten stand ich mitten im Leben. Kurz vor dem 30 ten Geburtstag, Sportlich sehr aktiv (Fußball, Joggen, Schwimmen), viele Freunde, auch gerne mal gefeiert, eine lange glückliche Beziehung, sehr verständnisvolle Eltern, bei der Arbeit gut mit den Kollegen verstanden und viel gelacht...rundum ein sehr glücklicher Mensch. Meine Freundin hat öfter gesagt "wie kannst du nur aufwachen und immer so gute Laune haben". Kurzum, ich konnte und habe das Leben sehr genossen.

Vor ca. 7 Monaten habe ich mir eine Sportverletzung zugezogen, die mich ein halbes Jahr sportlich fast vollkommen außer gefecht gesetzt hat. 3 Monate später und jetzt kommen wir zu dem ominösen Tag vor 4 Monaten, habe ich im Auto vollkommen unerwartet zitternde, schwitzende Hände bekommen, dann das Kribbeln in den Händen, im Gesicht, ich hatte das Gefühl nicht mehr sprechen zu können weil mein Mund taub war bzw. gekribbelt hat, dann ist mir zwischendurch schwarz vor Augen geworden (war die gesamte Zeit ansprechbar)...ich wurde direkt vom Fahrer ins KH gefahren. Das KH war allerdings ca. 30 km entfernt. Diese 30 km waren die Hölle, da ich diese Symptome nur mit einem Herzinfarkt in Verbindung bringen konnte. Heute bin ich schlauer und weiß, dass eine Panikattacke mit Hyperventilieren dahintergesteckt hat. Im KH wurde ein EKG gemacht über nacht, O2-Check, Bluttest, Ultraschall vom Herzen. Alles sah sehr gut aus meinte der Arzt.
Leider bin ich seit diesem Tag die Symptome nicht mehr losgeworden, bzw. es haben sich neue entwickelt. Ich hatte in den kommenden Wochen oft ein Druck in der Brust oder ein Stechen. Irgendwann fing der linke Arm sehr stark an weh zu tun und ich hatte Rückenschmerzen. Zu der Zeit habe ich mir nur gewünscht, dass die Schmerzen im linken Arm vorübergehen. Zu meiner Freundin habe ich damals gesagt "wenn die Schmerzen im linken Arm weg wären, dann wäre ich der glücklichste Mensch der Welt". Ich habe mich dann physiotherapeutisch behandeln lassen und die Schmerzen im Arm und weitestgehend in der Brust sind durch Blockadelösen in der BWS und HWS weggegangen. Zur Sicherheit war ich dann im Januar nochmal beim Kardiologen (Ultraschall, Belastungs-EKG, Bluttest)...alles super. Trotzdem konnte ich nicht aufhören über mögliche Ursachen nachzudenken. Leider malt man sich ja immer das Schlimmste aus. Seit dem die Anfangssymptome weg sind, hat meine Psyche immer neue Wege gefunden mich zu belasten. Herzstolpern, Atemstolpern beim Lachen, Gähnen, Albträume, einmal Hitzgefühl im Kopf, Hitzgefühl beim Brustbein/Schwertfortsatz. Seit längerer Zeit leide ich auch an starker Appetitlosigkeit und habe einiges an Gewicht verloren, Kreislaufprobleme und Schwindel sind auch immer mal wieder da. Vor ca. 3,5 Wochen bin ich dann, was ja zu dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich ist, krank geworden (starke Erkältung über drei Wochen - sehr starker Husten über 2 Wochen, wahrscheinlich Nasennebenhöhlenentzündung). In dieser Zeit wurde mein Blut gecheckt (kleines Blutbild, großes Blutbild); es war dann alles i. O. Da ich von der Schilddrüse her von beiden Elternteilen vorbelastet bin und ich gelesen habe, dass Schilddrüsenanomalien Panikattacken auslösen können, habe ich ebenfalls TSH, TPO-Ak, FT3 und FT4 testen lassen. Scheint alles normal zu sein. Darüber hinaus habe ich, selbstzahlend, Vitamin- und Spurenelementehaushalt testen lassen (D3-Mangel, leichter C-Mangel, leichter Zink-Überschuss - vorausgesetzt man traut den 50 Jahre alten Richtwerten).

Letzte Woche habe ich mir dann gesagt und meiner Freudin versprochen, dass ich wieder mein Leben lebe. Ich bin zwar die gesamte Zeit bei der Arbeit gewesen (bis auf ein paar Tage bei der Erkältung), Sport habe ich aber eher gemieden, zumal ich dem Gewichtsverlust, der Schonung und den Panikattacken geschuldet natürlich auch total schlapp war. Ich bin dann wieder leicht joggen gegangen letzte Woche und am Samstag schwimmen. Sonntag hatte ich dann tierische Kopfschmerzen, verbunden mit immer wieder auftretendem Schwindel und zitternden Händen (Angst ausgelöst). Es hat sich zwar etwas gebessert, aber leider ist es noch nicht weg. Das alles ist wirklich zermürbend und meine Freudin belastet es natürlich auch. Ich kann mir zwar immer wieder sagen "seit 4 Monaten hast du immer unterschiedliche Symptome und es ist nichts passiert...warum sollten diese Kopfschmerzen jetzt nicht auch ein Symptom sein also psychosomatisch bedingt und auch dort wird nichts passieren". Helfen tut es allerdings nur bedingt. Vor allem in den Akutsituationen ist rationales Denken fast unmöglich.

Therapie: Da ich keine Medikamente nehme und auch nicht vor hatte, dass jetzt zu ändern (Hausarzt hat auch davon abgeraten), habe ich mich für eine hypnoanalytische Therapie entschieden. Die läuft bisher allerdings erst ca. 4 Wochen. Verlauf und Erfolg offen...

Ich möchte, wie bestimmt viele hier, einfach mein Lächeln wieder zurückgewinnen, meine Freude am Leben. Die Geselligkeit, den Humor, den Sport...

Ich freue mich über Kommentare zu meinem Beitrag und bedanke mich bei allen fürs lesen.

Viele Grüße und bis bald,
Ben

23.03.2015 15:24 • 13.04.2015 #1


5 Antworten ↓


forumnutzer
Hi BeJoB,

deine PA vor vier Monaten klingt schon krass, muss ich sagen.
Mich würde interessieren, was du beruflich machst?

12.04.2015 16:09 • #2



Angststörung Panikattacken Kopfschmerzen Schwindel

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Hallo forumnutzer,

ich habe ein paar Unititel in einer Naturwissenschaft gesammelt in den letzten Jahren. Genauere Ausführungen sind hier glaube ich nicht von Bedeutung.

Mir geht es aber schon viel besser und die weiteren PAs in den letzten Monaten sind bei Weitem nicht so schlimm gewesen. Zwar sehr unangenehm und auch angsteinflössend, aber, wie gesagt, in sehr abgeschwächter Form. Die erste PA war vermutlich auch so extrem, da ich zu der Zeit keinerlei Wissen über PAs hatte, sie vollkommen aus heiterem Himmel kam und ich in der Situation (vermutlich zum ersten Mal in meinem Leben) in keinster Weise wusste wie ich zu reagieren habe oder richtig darauf reagieren muss. Das Hyperventilieren hat dann natürlich die Gesamtsituation ordentlich verdramatisiert.

13.04.2015 17:41 • #3


forumnutzer
ich frage deswegen, weil ich mir noch nicht klar bin, ob PA's eher bei Menschen die viel im Sitzen arbeiten, also nicht körperlich auftreten... ich bin so ein Schreibtischtäter... Schulbank
Ok, ich fahre mit dem Rad zur Arbeit, aber auch das ist nicht wie joggen.

13.04.2015 19:32 • #4


Ich denke, auch wenn ich dzgl. kein Fachmann bin, dass man das nicht verallgemeinern kann...mehr sitzen gleich eher an PAs leidend. Wahrscheinlich hilft viel Bewegung für eine ausgeglichene und stabile Psyche, aber viele Menschen die sich ihr leben lang nicht viel bewegen haben nie PAs bekommen.

13.04.2015 22:01 • #5


forumnutzer
das stimmt natürlich. Aber es kann dennoch sein, dass Menschen die diese Neigung haben und zusätzlich nicht körperlich arbeiten, eher dann zu PA's neigen... als wenn sie körperlich arbeiten. Wahrscheinlich ist das aber auch individuell unterschiedlich. Ich denke auch, eine Tätigkeit die mir vom Innersten her entspricht wäre gut für mich... egal ob körperlich oder geistige Arbeit

13.04.2015 22:13 • #6





Mira Weyer