Zitat von Saina91:Aber erstaunlich ist es schon, dass alles so eingetreten ist, wie es in der Bibel steht. Vertreibung der Juden in alle Länder, dann wieder ...
„Erstaunlich, dass alles so gekommen ist wie’s in der Bibel steht – die Zerstreuung der Juden, dann die Rückkehr nach Israel, jetzt wieder Konflikte rundherum…“ Für viele gläubige Leute ist das der Beweis, dass die Bibel recht hatte und dass wir vielleicht sogar in der Endzeit leben.
Aber wenn man das mal nüchtern betrachtet: Viele von diesen Prophezeiungen sind so allgemein und symbolisch formuliert, dass man im Nachhinein fast alles irgendwie reininterpretieren kann. Das ist keine große Kunst. Es nennt sich auch „retrospektive Bestätigung“ – erst wenn etwas passiert ist, meint man, es in alten Texten wiederzufinden.
Dass Israel 1948 gegründet wurde, war übrigens kein Wunder, sondern das Ergebnis von jahrzehntelanger Politik, Zionismus, dem Holocaust und Entscheidungen der UNO. Das kann man geschichtlich ganz klar nachvollziehen – dafür braucht’s keinen göttlichen Plan.
Auch diese Endzeitgeschichten kommen in jeder Epoche wieder. Im Mittelalter, im 2. Weltkrieg, während des Kalten Krieges – immer dachten Leute, „jetzt geht’s los“. Passiert ist trotzdem nichts in Richtung biblischer Apokalypse.
Atheisten (oder generell rational Denkende) sagen daher: Die Parallelen zur Bibel ergeben sich eher durch Interpretation und Wunschdenken. Menschen neigen einfach dazu, Muster zu erkennen – auch da, wo keine sind.
Ob man das jetzt als göttliche Fügung oder als Ergebnis von Politik, Geschichte und menschlicher Psychologie sieht – kommt drauf an, ob man glauben will oder lieber nüchtern hinschaut.