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Jelo84

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Hallo zusammen,

ich hoffe, ihr verurteilt mich nicht, aber vllt. könnt ihr mir ein Stück meine Angst nehmen, weil ihr ähnliche Sorgen habt oder euch in mich hineinversetzen könnt....

Es geht um folgendes, ich bin 31 Jahre alt und so langsam steht bei meinem Freund und mir das Thema Kinderplanung an. Wenn ich so über das Thema nachdenke, beängstigt mich dabei immer wieder die Vorstellung, dass die Möglichkeit besteht ein Kind mit einer Behinderung zu bekommen. Das soll jetzt nicht diskrimminierend sein, es ist einfach für mich eine schreckliche Vorstellung. Ich könnte damit nicht umgehen. Meine Freundin ist der gleichen Ansicht und vertritt die Meinung, dass wir heute so gute medizinische Vorraussetzungen haben, dass man eine Behinderung vorher feststellen kann und sich dann für eine Abtreibung entscheiden kann. Ich würde ihre Meinung niemals bewerten, weil ja jeder selbst entscheiden muss wie er damit umgeht, aber für mich ist das irgendwie nicht so einfach. Ich finde die Vorstellung ganz schlimm, dass man ein Kind abtreibt weil es krank ist. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass ich damit nicht umegehn kann und nicht mein ganzen Leben dafür verändern wollen würde. Ich glaube es würde mich sehr belasten und ich will mich nicht selbst zu Grunde richten...

28.02.2016 16:03 • 28.02.2016 #1


18 Antworten ↓


Emelieerdbeer

Emelieerdbeer


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Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass ich damit nicht umegehn kann und nicht mein ganzen Leben dafür verändern wollen würde.


Zu dem Rest deines Beitrags möchte ich keine Stellung nehmen. Wenn du allerdings nicht bereit bist dein Leben zu verändern solltest du grundsätzlich deinen Kinderwunsch überdenken.
Auch gesunde Kinder richten sich nicht immer nach deinen Bedürfnissen, sie werden krank, haben Unfälle.
Ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen bedeutet nicht, dass das Kind lebenslang gesund bleibt.
Mit Kindern verändert sich dein Leben zwangsläufig und zwar nicht nur etwas sondern komplett.

28.02.2016 16:28 • x 1 #2


TARAS


Du findest die Vorstellung ganz schlimm, wenn ein Kind abgetrieben wird wegen einer möglichen Erkrankung ?
Ich glaube, nicht jede Frau, die eine Unterbrechung ihrer Schwangerschaft vornimmt, ist verantwortungslos.
Es gibt Erkrankungen, beispielsweise durch eine Erkrankung mit Röteln in der Schwangerschaft bei der das Neugeborene zu
99 % eine körperlich- oder geistige Behinderung aufweist - von Herz-, Lungen- und Nierenerkrankungen bis hin zu schwerer
geistiger Behinderung etc.
Nicht jede Frau unterbricht ihre Schwangerschaft mit Leichtigkeit oder Angst vor der Verantwortung. Es gibt auch Frauen,
die ihrem ungeborenen Kind aus Angst vor dem eigenen Tod, der in der Regel eher stattfindet wie der des Kindes, nicht zumuten
möchten, aus körperlich- oder geistiger Krankheit heraus von einem Heim ins andere verfrachtet zu werden. Die Schwangerschafts-
unterbrechung erfolgt dann aus der Angst heraus, das Kind irgendwann hier allein auf dieser Welt zu lassen.
Es gibt heutzutage so viele spezielle Untersuchungen, die Krankheiten des Embryo frühzeitig erkennen lassen und wo ein Abbruch der Schwangerschaft sogar über die 12. Woche hinaus vorgenommen werden kann. Wenn das für dich nicht in Frage kommt und du dir nicht vorstellen kannst, ein krankes Kind zu haben, dann solltest du dir wirklich über das "Mutter werden" noch einmal Gedanken machen, denn es gibt nur diese zwei Optionen.

28.02.2016 16:55 • #3


Jelo84

Jelo84


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Zitat von TARAS:
Du findest die Vorstellung ganz schlimm, wenn ein Kind abgetrieben wird wegen einer möglichen Erkrankung ?


Vllt. habe ich mich da falsch ausgedrückt. Ich meinte damit keine Abtreibung von Kindern, die so schlimme Erkrankungen haben, dass sie nicht lebensfähig sind. Ich meinte damit, dass es für mich eine moralische Zereißrobe ist, ob es in Ordnung ist, sich für eine Abtreibung zu entscheiden, weil man zb das Down-Syndrom feststellt...

28.02.2016 17:01 • #4


Carcass

Carcass


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Ich sage es mal aus männlicher Sicht und ich verurteile dich nicht! Es ist letztlich so , dass du in einer Untersuchung rechtzeitig feststellen kannst ob es eine Behinderung hat oder nicht. Und ich bin da pragmatisch, ich wüsste nicht damit umzugehen und es ändert sich nicht nur eine Umstellung, es ändert dein ganzes Leben. Wie würde es dir gehen, wenn andere Nichtbehinderte Kinder haben und du mit deinem Kind nicht die Selben Dinge machen könntest wie andere. Und ob für einen behinderten Menschen das Leben schön ist, kann uns der Behinderte leider nicht sagen. Ich finde solange es dann noch nicht auf der welt ist, wäre eine Abtreibung Mittel zum Zweck. Und was machst du vor allem wenn du als Elternpaar weg bist , das Kind wird älter und muss sich dann alleine versorgen, also im schlimmsten Falle. Ich verstehe deine Angst und auch wenn ich keine Kinder habe, was mich überfordern würde, ein behindertes Kind wäre mein Todesurteil, im sprachlichen Sinne versteht sich!

28.02.2016 17:05 • x 2 #5


Jelo84

Jelo84


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Bei Bekannten in meiner Heimat war es zb so, dass die Frau aufgrund der körperlichen Behinderung ihres Kindes den Job aufgeben musste. Sie war rund um die Uhr für ihr Kind da. Irgendwann führte es dann dazu, dass sie sehr frustriert war und es gab immer mehr Konflikte in der Ehe. Letzendlich haben sie sich scheiden lassen, weil es alles so belastend war...

28.02.2016 17:08 • #6


TARAS


Jelo, dann musst du darüber richtig gut nachdenken. Aber ich würde mich auch von anderen Leuten nicht beeinflussen lassen.
Erstens ist man nicht auf der Welt um es jedem recht zu machen und du, du ganz allein gemeinsam mit deinem Mann oder Freund, ihr beide müsst entscheiden gesetzt dem Fall es wäre so - was ihr dann macht.
Ihr seit dann die Eltern, die ihr Leben lang Verantwortung für dieses Kind übernehmen müsst und sogar noch darüber hinaus.
Du musst für dich als Mensch entscheiden, ob du mit einer Schwangerschaftsunterbrechung egal aus welchem Grund, denn die Sachlage bleibt die Gleiche, leben kannst. Wenn nicht und du hast Angst ein krankes Kind zu bekommen und weißt im Vorfeld, dass du es kräftemäßig nicht schaffst für dieses Kind da zu sein - dann musst du eine Entscheidung treffen, eine für dich allein - unabhängig wie sie ausfällt und was andere darüber denken.
Es ist mit Sicherheit eine moralische Zerreißprobe - richtig - aber welche Entscheidung in Ordnung ist - entscheidest allein nur DU - DU und dein Gewissen, weil DU damit leben musst.

28.02.2016 17:11 • #7


Wolke P

Wolke P


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Aber warum schon die Angst, bevor das Kind gezeugt ist?

Also ich glaube, hätte ich mir darüber Gedanken gemacht, dann hätte ich diese beiden wunderbaren Wesen nicht um mich herum.
Und Kinder verändern das Leben, ob sie krank sind oder nicht. Und man ist sein Leben lang für sie da, ob sie krank sind oder nicht.

Außerdem ist es so, heutzutage gibt es so viele Untersuchungen. Aber selbst ein gesundes Kind, kann so erkranken, dass es dein Leben verändert. Auch du könntest mal so erkranken, dass es das Leben deines Kindes verändert.

Außerdem was behinderte Kinder angeht. Sie sind nicht nur eine Last. Sie bringen Freude. Sie strahlen Lebensfreude und Energie aus.
Auch noch als Erwachsene.

Du musst dir bei eurem Kinderwunsch überlegen, ob du grundsätzlich mit diesen Ängsten leben kannst. Also ich hatte nur Angst, dass ich keine bekommen könnte. Was Unsinn war, denn sie entstanden beide innerhalb von 6 Wochen. Soviel zu unsinnigen Ängsten, die vielleicht hätten Wirklichkeit werden können.

28.02.2016 17:18 • #8


Jelo84

Jelo84


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Zitat von TARAS:
du ganz allein gemeinsam mit deinem Mann oder Freund, ihr beide müsst entscheiden gesetzt dem Fall es wäre so - was ihr dann macht.


Mein Freund sagt immer, er würde das im Vorfeld garnicht wissen wollen und es so nehmen wie es kommt...

28.02.2016 17:19 • #9


Jelo84

Jelo84


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Zitat von Wolke P:
Aber warum schon die Angst, bevor das Kind gezeugt ist?


Irgendwie ist es meine Art mich immer ausgiebig mit allen Eventualitäten zu beschäftigen... ich versuche mir immer alles genau zu überlegen und zu planen... das ist in diesem speziellen Fall aber nicht möglich

28.02.2016 17:22 • #10


TARAS


@jelo

Na also ... das ist doch mal ein Mann ! Eine bessere Liebeserklärung kann es gar nicht geben. Er möchte ein Kind mit dir und wird es auf jeden Fall lieb haben - ob krank oder gesund. Noch gut daran ist, du stehst nicht allein da, du hast einen Mann, der egal was passiert hinter dir und dem Kind steht! Das kann mit Sicherheit nicht jede Frau von ihrem Mann behaupten. Ich finde, dass ist ein absoluter Pluspunkt für deine Beziehung und für einen eventuellen Kinderwunsch. Weil, prozentual ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung des Kindes eher gering. Oder kennst du viele Mütter mit kranken Kindern ?

28.02.2016 17:24 • #11


Jelo84

Jelo84


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Zitat von TARAS:
@jelo
Na also ... das ist doch mal ein Mann ! Eine bessere Liebeserklärung kann es gar nicht geben. Er möchte ein Kind mit dir und wird es auf jeden Fall lieb haben - ob krank oder gesund. Noch gut daran ist, du stehst nicht allein da, du hast einen Mann, der egal was passiert hinter dir und dem Kind steht! Das kann mit Sicherheit nicht jede Frau von ihrem Mann behaupten. Ich finde, dass ist ein absoluter Pluspunkt für deine Beziehung und für einen eventuellen Kinderwunsch.



Ich doofe Kuh, habe das noch die von dieser Seite betrachtet. Danke für diese Perspektive! Ich dachte irgendwie immer, dass er irgendwie blauäugig ist mit dieser Ansicht... so nach dem Motto, wenn ich die Augen davor verschließe, dann muss ich mich nicht damit auseinandersetzen...aber vllt. MUSS ich das auch nicht... würde ich mich nicht immer in diese Horrorszenarien reinsteigern und vom schlimmsten ausgehen....aber darum bin ich ja hier

28.02.2016 17:28 • #12


Wolke P

Wolke P


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Nein Jelo,
diese kleinen Wesen machen die sowas von einen Strich durch die Rechnung.

Ich will jetzt mal etwas lustiges schreiben.

Vorhaben vor der Schwangerschaft:

Unser Kind kommt nie in unser Bett!

Die erste Nacht zu Hause:

Sie schrie bis wir alle Drei erschöpft mit dem Kopf am Fußende des Ehebettes eingeschlafen sind. Später kauften wir ein großes Bett, damit wir alle Vier Platz hatten. Und die Große kam noch mit 14 hier und ab und zu in unser Bett. Weil zwischen uns die Welt immer in Ordnung war.

Und die Einstellung deines Freundes.
Wir haben zwei Wunschkinder, wir liebten sie von Punkt an. Der erste Name war Pünktchen. Bis das Geschlecht bekannt war.
Die zweite Schwangerschaft war gleich am Anfang gefährdet. Der Arzt locker lässig, könnte sein dass es abgeht, dann war es nicht lebensfähig.
So, das sagte er zu diesem Punkt, den wir schon liebten.
So brav hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht 14 Tage gelegen. Und das geliebte Pünktchen kam gesund auf die Welt.

28.02.2016 17:29 • #13


Wolke P

Wolke P


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Zitat von Jelo84:
Zitat von TARAS:
@jelo
Na also ... das ist doch mal ein Mann ! Eine bessere Liebeserklärung kann es gar nicht geben. Er möchte ein Kind mit dir und wird es auf jeden Fall lieb haben - ob krank oder gesund. Noch gut daran ist, du stehst nicht allein da, du hast einen Mann, der egal was passiert hinter dir und dem Kind steht! Das kann mit Sicherheit nicht jede Frau von ihrem Mann behaupten. Ich finde, dass ist ein absoluter Pluspunkt für deine Beziehung und für einen eventuellen Kinderwunsch.



Ich doofe Kuh, habe das noch die von dieser Seite betrachtet. Danke für diese Perspektive! Ich dachte irgendwie immer, dass er irgendwie blauäugig ist mit dieser Ansicht... so nach dem Motto, wenn ich die Augen davor verschließe, dann muss ich mich nicht damit auseinandersetzen...aber vllt. MUSS ich das auch nicht... würde ich mich nicht immer in diese Horrorszenarien reinsteigern und vom schlimmsten ausgehen....aber darum bin ich ja hier


deshalb sind glaube ich viele von uns hier.

28.02.2016 17:30 • #14


TARAS


@jelo

Jetzt muss ich doch lachen genau, darum sind wir alle hier ! Manchmal braucht es andere Sichtweisen um die eigene Sichtweise zu korrigieren oder zu vervollständigen. Nimm dir die Zeit, denk über alles noch mal genau nach und vielleicht suchst du noch einmal das Gespräch mit deinem Schatz.
Aber denk dran, man kann auch wenn man es zu intensiv tut, einiges "kaputt reden" - und ich spreche aus Erfahrung ...

28.02.2016 17:34 • #15


Jelo84

Jelo84


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Zitat von TARAS:
Aber denk dran, man kann auch wenn man es zu intensiv tut, einiges "kaputt reden"


Wem sagste das... mein zweiter Vorname ist Waswärewenn

28.02.2016 17:38 • #16


TARAS


Wichtig ist, dass man sich reflektieren kann, rechtzeitig die Notbremse zieht und in eine andere Richtung denkt! Wenn man
diese Fähigkeit hat - ist der Vorname "Waswärewenn" absolut kein Problem

28.02.2016 17:42 • #17


Jelo84

Jelo84


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Das habe ich gottseidank... irgendwann komme ich immer an einen Punkt und sage mir, jetzt ist mal gut

28.02.2016 17:47 • #18


TARAS


Richtig ! ... dauert zwar bei mir immer eine Weile, aber wenn - dann ist es auch Gesetz

28.02.2016 17:51 • #19



Mira Weyer


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