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Blueberry86


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Hallo ihr Lieben,

ich habe mich heute hier angemeldet, da ich seit längerer Zeit mit der Angst vor dem Tod (bzw genauer vor dem Tot Sein) habe.
Alles fing an, als ich so etwa 9-10 Jahre alt war. Damals habe ich meine ersten Panikattacken gehabt, als mir bewusst wurde, dass ich oder meine Eltern eines Tages sterben müssen. Mit meinen Eltern konnte ich kaum darüber reden, ich bekam nur zu hören Ach, du bist doch noch so jung, mach dir darüber keine Gedanken.
Diese Panik-Attacken sind immer wieder aufgetreten, oftmals auch in der Schule im Unterricht, hatte dann den Drang, sofort den Raum zu verlassen. Oft kam diese Panik auch abends vor dem Einschlafen- ich musste dann laut losschreien, weil sich die Angst so aufbauschte.
Richtig schlimm war es dann mit 15, da habe ich fast ein ganzes Jahr jeden Tag daran denken müssen, dass ich eines Tages nicht mehr existieren werde und nichts dagegen tun kann. Irgendwann war diese Phase dann wieder von alleine gut. Ab und zu (so 3-4x im Jahr) kamen die Panikattacken (meistens am Abend im Bett) wieder, waren aber nach 10 Minuten wieder vorbei.
Als ich 23 war und gerade mitten in meinem Studium (inklusive Teilzeit-Job und glücklicher Partnerschaft) passierte es auf einmal: ich saß im Bus von der Uni nachhause und aus dem Nichts kam der Gedanke DU kannst tun und lassen was du willst, du musst eines Tages sterben.- ich bekam die schlimmsten Angstzustände, hatte die nächsten 6 Monate keinen anderen Gedanken mehr. Es war auf einmal alles sinnlos, weil ich mir immer dachte, man stirbt sowieso, wozu also für Prüfungen lernen etc... Ich war damals beim Psychologen (nur 1x, habe mich nicht verstanden gefühlt und wollte keine Medikamente nehmen, er wollte mir aber welche geben), bei einer Hypnose (hat mir nur bedingt geholfen) und bei einem Mentaltrainer, habe unendlich viele Bücher zum Thema Leben nach dem Tod gelesen (von denen mich kein einziges beruhigt hat bzw. keines habe ich als wirklichen Beweis betrachtet). Irgendwann war der Spuk vorbei... bis heuer im Mai, 7 Jahre später, wieder alles begonnen hat.
Es waren der gleiche Ablauf: der Gedanke, dass einmal alles aus sein wird, Herzrasen (durchgehend!), Verzweiflung, ein Gefühl von Machtlosigkeit, Angst, Panik... ich habe dann begonnen alles aufzuschreiben in einem Tagebuch, war bei einer Gesprächstherapie, habe es mit Johanniskrauttabletten versucht, war wieder bei ner Hypnose, hab wieder massenweise Bücher gelesen... mittlerweile geht es wieder so halbwegs (die Gedanken sind zwar trotzdem noch da, aber ich kann mich nicht mehr so reinsteigern bzw. mich besser ablenken.). Nur wenn ich alleine zuhause bin (vor allem am Abend) verfalle ich eher wieder in die Grübelfalle...

Sorry für den langen Text (das ist leider nur ne Kurzfassung der letzten Jahre/Monate)... aber wem geht es genauso?

LG eure Blueberry

16.10.2017 20:17 • #21


ZurueckInsLeben

ZurueckInsLeben


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Kennt das jemand
.diese leere wenn man an den Tod denkt .
Was passiert dann.
Was ist wenn es aufeinmal passiert .
Meine Oma sagte immer: Mädchen ,keine Angst, so schnell stirbt es sich nicht ...
Aber es gibt noch soviel zu erleben zu sehen zu tun. Und wir alle haben nur einmal die Chance alles zu tun.
Dieser Gedanke kann einen wahrlich kaputt machen .
Kennt das jemand

21.10.2017 10:46 • #22


abirel


Je weniger man lebt, umso größer die Angst vor Krankheiten und vor dem Tod.

21.10.2017 11:13 • x 1 #23


ZurueckInsLeben

ZurueckInsLeben


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Hmm..ich denke nicht dass das eine unbedingt etwas mit dem anderen zu tun hat.
Der Tod gehört zu unserem Leben dazu. Ob wir das möchten oder nicht
Der eine setzt sich halt mehr damit auseinander als der andere.
Und Angst vor dem nichts zu haben ist das nicht real?

21.10.2017 11:17 • #24


Karl67


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Ach Angst vor dem Nichts brauchst du nicht zu haben. Es kommt immer etwas, nur es wird wshl weit jenseits unserer Vorstellungskraft sein. Obwohl das Thema sehr philosophisch ist. Wissenschaftliche Erkenntnisse wirst du sicher nicht bekommen, denn die gibt es nicht. Aber du kannst dir sicher sein dass du vor nichts nach dem Leben Angst haben brauchst.

21.10.2017 11:28 • x 1 #25


Uropanoel

Uropanoel


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Angst vor dem Tod wir leben nur einmal

Du hast recht, man lebt nur einmal und das sollte man auch sehr genießen. Und nicht ständig an den Tod denken,
denn der kann schneller kommen als man es denkt. Es wird zur Zeit hier im Forum viel über den Tod geschrieben,
finde ich nicht so gut, schreibt lieber übers Leben. Also Lebt und das sehr, sehr lange.

21.10.2017 11:30 • x 7 #26


tona4711


Ich glaube, dass der Herbst und das trübe Wetter häufig zu solchen Stimmungen führt!

21.10.2017 11:54 • #27


ZurueckInsLeben

ZurueckInsLeben


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Ja das Wetter beeinflusst unser Gemüt arg.

21.10.2017 11:57 • #28


Uropanoel

Uropanoel


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Zitat von tona4711:
Ich glaube, dass der Herbst und das trübe Wetter häufig zu solchen Stimmungen führt!


Das kann schon möglich sein, aber davon wird das trübe Wetter auch nicht besser und die eigene Stimmung auch nicht.

21.10.2017 11:59 • #29


Schlaflose

Schlaflose


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Zitat von ZurueckInsLeben:
Und Angst vor dem nichts zu haben ist das nicht real?


Finde ich nicht. Ich hätte Angst, wenn ich wüsste, dass danach noch etwas ist. Ich war mal ohnmächtig und da habe ich dieses Nichts quasi erlebt. Ich weiß nur noch wie mir die Sinne schwanden und dann als nächstes wie ich auf dem Küchenboden liegend wieder zu mir kam. Dazwischen war nichts und seitdem habe ich keine Angst mehr vor dem Tod.

21.10.2017 12:10 • x 1 #30


ttww

ttww


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Guten Tag.

Ich bin 19 Jahre alt und leide seit etwa einem halben Jahr unter Panikattacken und Angstzuständen. Richtige Panikattacken habe ich mittlerweile kaum noch, sondern teils dauerhafte Angstzustände, die tagelang anhalten und nach Pausen, in denen es mir besser geht, immer wiederkehren. Ich studiere außerhalb und etwa 150 KM entfernt von meinen Eltern und wohne alleine in einer kleinen Wohnung. Für gewöhnlich fahre ich jedes Wochenende wieder in den Heimatsort, wo Eltern und Freundin wohnen.

Die Panikattacken haben zu einem veränderten Körpergefühl und dauerhaften Angstzuständen geführt. So nehme ich meinen Körper sehr stark wahr und achte auf jede "verdächtige" Empfindung. Meinen Herzschlag nehme ich selbst wahr, was vor allem Abends zu Schwierigkeiten führt, da ich aufgrund des lauten Schlags schlecht einschlafen kann und mir auch Sorgen mache deswegen. Außerdem schlägt mein Herz manchmal "grundlos" ohne Sport schneller. Öfters spüre ich auch ein leichtes Ziehen oder Stechen in der linken aber auch häufig rechten Brust. Dazu kommt häufig ein Schwindelgefühl und ein Gefühl der Unwirklichkeit. Außerdem habe ich manchmal leichte Kopfschmerzen und ein extrem komisches Gefühl im Kopf, welches ich sehr schwer beschreiben kann. Ein Gefühl des Kontrollverlusts vielleicht. Durchfall und leichte Bauchschmerzen hatte ich auch schon gehabt, in letzter Zeit allerdings nicht. Ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt und mir ist klar, dass viele dieser Symptome durch Angst ausgelöst werden können. Nur fühlt es sich so verdammt real und wirklich an, dass es mir schwer fällt, daran zu glauben. Irgendetwas in mir sagt mir "etwas stimmt nicht mit mir, irgendetwas ist nicht in Ordnung". Einbildung?

Meine Angst lässt sich mit dem Betreff ganz gut zusammenfassen. Ich habe unglaubliche Angst vor dem Tod. Vor allem davor plötzlich zu sterben und nicht wenn ich schon "alt" bin. Ich habe Angst davor zu sterben und die Menschen im Leben, die ich wirklich liebe nie wieder zu sehen. Ich frage mich ob man einfach so sterben kann oder ob man vorher (starke) Schmerzen hätte oder wenigstens deutliche Symptome? Ich will noch nicht sterben, ich habe noch so viel vor und ich fühle mich wirklich noch nicht bereit dafür. Ich will auch nicht meine geliebten Personen im Leben hier zurücklassen. Besonders schlimm ist es wenn ich dieses Gefühl unter der Woche habe und Abends alleine bin und Angst habe alleine und einsam zu sterben. Oft schreibe ich dann kleine Zettel, auf denen ich meiner Familie und meiner Freundin schreibe, wie sehr ich sie liebe, damit sie das lesen im Falle meines Todes. Ich weiß einfach nicht heraus aus dieser Situation und habe Angst wirklich bald sterben zu müssen.

Ich habe einige Fragen an Euch, die Community. Gibt es hier Menschen, denen es ähnlich geht oder die sich zumindest teilweise mit dem, was ich geschrieben habe, identifizieren können? Und gibt es hier jemanden, der es geschafft hat da wieder heraus zu kommen und wieder normal und "glücklich" bzw. unbeschwert leben zu können? Wie hast du das geschafft? Und wisst ihr wie ich diese Angst vor dem Tod verlieren kann? Vielleicht habt ihr auch allgemeine Tipps, die mir helfen können mit meiner Situation? Vielleicht kennt ihr Bücher oder Dinge, die ich tun kann, die mir helfen können?

Vielen Dank fürs Lesen und für jede Antwort!

21.01.2018 16:25 • #31


Psychic-Team

Psychic-Team


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Ich habe dein Thema hier hin verschoben. Dieses Thema könnte dir auch helfen:

agoraphobie-panikattacken-f4/angst-sterben-t44786.html

21.01.2018 17:07 • #32


abirel


Zitat von ttww:
Und gibt es hier jemanden, der es geschafft hat da wieder heraus zu kommen und wieder normal und "glücklich" bzw. unbeschwert leben zu können? Wie hast du das geschafft? Und wisst ihr wie ich diese Angst vor dem Tod verlieren kann? Vielleicht habt ihr auch allgemeine Tipps, die mir helfen können mit meiner Situation?



Es ist nicht leicht, Tipps zu geben, denn die große Frage wäre, warum man so eine große Angst vor dem Tod hat, ohne aktuell einen erkennbaren Anlass zu haben.

Wir alle sind sterblich und wir alle, ob jung oder alt, können jederzeit sterben.
Wenn ein junger Mensch ohne einen erkennbaren Grund so eine starke Angst vor dem Sterben hat, dann muss das sicherlich Gründe haben.
Und diese Gründe können verschieden sein.
Deswegen ist es schwierig, etwas zu sagen, was speziell dir helfen könnte.
Wenn aber hier 20 Leute was schreiben, kann es gut sein, dass auch für dich was dabei ist.

Ich kann von mir schreiben und zusätzlich von meinen Beobachtungen bei anderen Betroffenen.
Was mich angeht, ich halte immer sehr viel davon, Dinge zu akzeptieren.
Ich weiß, das zu sagen, ist sehr einfach, aber das Umsetzen kann schwer sein.
Dennoch, es ist für mich der kürzeste Weg. Alles andere betrachte ich als unnötigen Zeitverlust.
Und Zeitverlust ist für mich Verlust von Leben, nicht gelebte Zeit.

Widerstand gegen etwas, was ich nicht in der Hand habe, ist .. ja, was ist es denn? Lebe ich dann noch?
Um zu leben, muss man erst einmal das Leben akzeptieren und das bedeutet neben sehr vielem anderen auch, dass man jederzeit sterben kann. Das ist die Wahrheit. Sich dagegen zu wehren ist absurd. Man muss es akzeptieren, denn welche Wahl hat man denn sonst?

Wie kann man es nicht akzeptieren, dass man jede Sekunde sterben kann? Was bedeutet es, so zu leben? Kann man leben, wenn man so eine Wirklichkeit ablehnt?

Die Frage ist, warum können sehr viele Menschen mit dieser Wahrheit der Sterblichkeit leben und manche andere nicht.
Es muss Gründe dafür geben.
Was können deine Gründe sein?
Das kann dir hier nicht gesagt werden.
Das kann von deiner (sehr frühen) Kindheit stammen, als du vielleicht kaum zu bewältigende Konflikte erleben musstest.
Wenn du dich nicht mehr daran erinnern kannst, bleibt dann nur die Angst übrig, ohne aber sie mit der ursprünglichen Situation, der sie entspringt, in Verbindung bringen zu können.

Ein Grund, warum ein Mensch so eine immense Angst vor dem Sterben entwickeln kann, liegt oft darin, dass man es nicht wagt, so zu sein, so zu leben, wie man eigentlich ist.
Man lebt nicht, sondern passt sich nur an, unterwirft sich usw.
Man lebt - unbewusst - in der Hoffnung, eines Tages dann, also später, doch noch leben zu können.
Das ist aber gefährlich, denn man weiß doch sehr gut, dass man immer sterben kann.
Es kann also passieren, dass man sterben muss, ohne gelebt zu haben und das erzeugt eine immense Angst vor dem Tod und vor Krankheiten.

Schließlich muss man sich ja in diese vage Zukunft retten, wo man hofft, dann endlich leben zu können.
Bis dahin muss der Tod ausgeschlossen werden.
Aber das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Niemand kann den Tod ausschließen. Das weiß man ja auch.
Da man also das Unmögliche will und bestens weiß, dass es unmöglich ist (nämlich den Tod absolut auszuschließen), lebt man fortan in Angst vor Krankheiten und vor dem Sterben.
Man sitzt in einer Falle.
Deswegen kann das Akzeptieren der eigenen Sterblichkeit einen befreien.
Das Akzeptieren ermöglicht es, sich dem Leben zu öffnen.
Liegt man aber stattdessen immer auf der Lauer, ob irgendetwas nicht der Beginn einer schweren Krankheit sein könnte, bleibt man weiterhin in der Falle sitzen.

21.01.2018 17:17 • x 5 #33


weichei75


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Nahtod Berichte habe ich etliche gelesen, dieses schwerelose Schweben in einem dunklen Tunnel fern jeglicher Angst und Schmerz

ich war schon mal nahe dran nach einem Sturz im Hof auf einem nassen Moospolster,
das gespeicherte Wasser drang durch die Kleidung, nahm den Schmerz(Wirbelbruch) vollständig weg und ließ mich langsam wegdämmern.........
aber ich wurde gefunden - zu früh wie ich meine -

ob ich auch in den Tunnel gefunden hätte ?.............es war ein Unfall, ich hatte nichts selbst arrangiert...........bedauere ich heute noch nach 4 Jahren
denn was dann folgte war es einfach nicht wert erlebt zu werden

mit 7o denkt man anders drüber als mit 19.........das ganze Leben quasi noch vor sich,
kann ich verstehen, daß man/frau sich Sorgen macht

21.01.2018 17:48 • #34


Uropanoel

Uropanoel


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Zitat von weichei75:
mit 7o denkt man anders drüber als mit 19.........das ganze Leben quasi noch vor sich,
kann ich verstehen, daß man/frau sich Sorgen macht


Das wäre bei mir aber anders, denn wenn ich 70. wäre möchte ich 80 werden und wenn ich dann 80. wäre möchte ich weiter leben.
Eigendlich möchte man doch gar nicht sterben, vorrausgesetzt man ist noch Geistig auf der höhe und es geht einen dann noch gesundheitlich gut.
Aber ich kenne bei mir im Umfeld auch alte Menschen, die zwar noch gesund sind, aber Lebensmüde geworden sind.
Wie meine Schwiegermutter, sie ist 82 Jahre, noch gesund, hat noch ihren Mann (86 Jahre) aber sie will nicht mehr.
Ich habe keine Angst vor dem Tod, nur vor dem Sterben.

21.01.2018 18:08 • x 1 #35


kalina

kalina


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Zitat von ttww:
Guten Tag.

Ich bin 19 Jahre alt und leide seit etwa einem halben Jahr unter Panikattacken und Angstzuständen. Richtige Panikattacken habe ich mittlerweile kaum noch, sondern teils dauerhafte Angstzustände, die tagelang anhalten und nach Pausen, in denen es mir besser geht, immer wiederkehren. Ich studiere außerhalb und etwa 150 KM entfernt von meinen Eltern und wohne alleine in einer kleinen Wohnung. Für gewöhnlich fahre ich jedes Wochenende wieder in den Heimatsort, wo Eltern und Freundin wohnen.

Die Panikattacken haben zu einem veränderten Körpergefühl und dauerhaften Angstzuständen geführt. So nehme ich meinen Körper sehr stark wahr und achte auf jede "verdächtige" Empfindung. Meinen Herzschlag nehme ich selbst wahr, was vor allem Abends zu Schwierigkeiten führt, da ich aufgrund des lauten Schlags schlecht einschlafen kann und mir auch Sorgen mache deswegen. Außerdem schlägt mein Herz manchmal "grundlos" ohne Sport schneller. Öfters spüre ich auch ein leichtes Ziehen oder Stechen in der linken aber auch häufig rechten Brust. Dazu kommt häufig ein Schwindelgefühl und ein Gefühl der Unwirklichkeit. Außerdem habe ich manchmal leichte Kopfschmerzen und ein extrem komisches Gefühl im Kopf, welches ich sehr schwer beschreiben kann. Ein Gefühl des Kontrollverlusts vielleicht. Durchfall und leichte Bauchschmerzen hatte ich auch schon gehabt, in letzter Zeit allerdings nicht. Ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt und mir ist klar, dass viele dieser Symptome durch Angst ausgelöst werden können. Nur fühlt es sich so verdammt real und wirklich an, dass es mir schwer fällt, daran zu glauben. Irgendetwas in mir sagt mir "etwas stimmt nicht mit mir, irgendetwas ist nicht in Ordnung". Einbildung?

Meine Angst lässt sich mit dem Betreff ganz gut zusammenfassen. Ich habe unglaubliche Angst vor dem Tod. Vor allem davor plötzlich zu sterben und nicht wenn ich schon "alt" bin. Ich habe Angst davor zu sterben und die Menschen im Leben, die ich wirklich liebe nie wieder zu sehen. Ich frage mich ob man einfach so sterben kann oder ob man vorher (starke) Schmerzen hätte oder wenigstens deutliche Symptome? Ich will noch nicht sterben, ich habe noch so viel vor und ich fühle mich wirklich noch nicht bereit dafür. Ich will auch nicht meine geliebten Personen im Leben hier zurücklassen. Besonders schlimm ist es wenn ich dieses Gefühl unter der Woche habe und Abends alleine bin und Angst habe alleine und einsam zu sterben. Oft schreibe ich dann kleine Zettel, auf denen ich meiner Familie und meiner Freundin schreibe, wie sehr ich sie liebe, damit sie das lesen im Falle meines Todes. Ich weiß einfach nicht heraus aus dieser Situation und habe Angst wirklich bald sterben zu müssen.

Ich habe einige Fragen an Euch, die Community. Gibt es hier Menschen, denen es ähnlich geht oder die sich zumindest teilweise mit dem, was ich geschrieben habe, identifizieren können? Und gibt es hier jemanden, der es geschafft hat da wieder heraus zu kommen und wieder normal und "glücklich" bzw. unbeschwert leben zu können? Wie hast du das geschafft? Und wisst ihr wie ich diese Angst vor dem Tod verlieren kann? Vielleicht habt ihr auch allgemeine Tipps, die mir helfen können mit meiner Situation? Vielleicht kennt ihr Bücher oder Dinge, die ich tun kann, die mir helfen können?

Vielen Dank fürs Lesen und für jede Antwort!


Hallo ttww,

im Prinzip ist es nicht unnormal, ab und zu Ängste vor dem Sterben zu haben, oder sich mal Gedanken drum zu machen. Allerdings ist das bei Dir schon etwas schlimmer, wenn es Dich gar nicht mehr loslässt und Dich so quält.

Wenn Du keine schlimme Erkrankung hast (und davon solltest Du erstmal ausgehen), dann ist es sehr, sehr unwahrscheinlich, dass Du bald sterben könntest. Das bedeutet, Du könntest jetzt diese Ängste verdrängen und Dich ins Leben stürzen, wie es für Dein Alter üblich und auch richtig ist.

Die Frage ist jetzt, warum hast Du diese verstärkten Ängste?

Da gibt es natürlich viele Möglichkeiten, und nur Du allein kannst rausfinden warum. Gab es Trennungs- oder Verlusterfahrungen in der Kindheit, die jetzt wieder durch das Alleine-Wohnen aufblühen?

Es ist nicht so ungewöhnlich, dass mit der Ablösung vom Elternhaus, dem Wegziehen in eine andere Stadt (ist wie eine Trennung) und dem plötzlichen Alleine-Wohnen solche Ängste ausgelöst werden können.
Auch das Alter ist nicht ungewöhnlich für das plötzliche Auftreten von psychischen Problemen. Diese Ängste können im Laufe der Zeit wieder verschwinden. Vielleicht hilft es Dir auch, mal Tagebuch zu führen und alle Gedanken, die Dich belasten, aufzuschreiben. Und das über einen längeren Zeitraum. Such Dir auch Gesellschaft, oder telefoniere, geh raus unter Leute, wenn Du Dich einsam fühlst.

Vielleicht ist auch das Studieren außerhalb nichts für Dich, wer weiß. Zwinge Dich nicht zu etwas, was Du vielleicht gar nicht wirklich möchtest. Verdränge Deine Gefühle nicht, sondern nehme Deine Gefühle und Bedürfnisse wahr.

Und scheue Dich nicht davor, Dir psychologische Hilfe zu suchen, wenn Du das Gefühl hast, Du kommst nicht mehr klar. Aber auch bei den Psychologen muss man genau hinschauen, da gibts auch "seltsame" Exemplare. Hör dann auf Dein Bauchgefühl, ob Dir jemand sympathisch und vertrauenswürdig vorkommt oder nicht.


PS: Und ja, Ängste können solche Beschwerden verursachen! Diese Symptome sind nicht eingebildet, sondern real, aber eben durch die Angst ausgelöst.

21.01.2018 18:27 • x 2 #36


resalu

resalu


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Zitat von abirel:

Es ist nicht leicht, Tipps zu geben, denn die große Frage wäre, warum man so eine große Angst vor dem Tod hat, ohne aktuell einen erkennbaren Anlass zu haben.

Wir alle sind sterblich und wir alle, ob jung oder alt, können jederzeit sterben.
Wenn ein junger Mensch ohne einen erkennbaren Grund so eine starke Angst vor dem Sterben hat, dann muss das sicherlich Gründe haben.
Und diese Gründe können verschieden sein.
Deswegen ist es schwierig, etwas zu sagen, was speziell dir helfen könnte.
Wenn aber hier 20 Leute was schreiben, kann es gut sein, dass auch für dich was dabei ist.

Ich kann von mir schreiben und zusätzlich von meinen Beobachtungen bei anderen Betroffenen.
Was mich angeht, ich halte immer sehr viel davon, Dinge zu akzeptieren.
Ich weiß, das zu sagen, ist sehr einfach, aber das Umsetzen kann schwer sein.
Dennoch, es ist für mich der kürzeste Weg. Alles andere betrachte ich als unnötigen Zeitverlust.
Und Zeitverlust ist für mich Verlust von Leben, nicht gelebte Zeit.

Widerstand gegen etwas, was ich nicht in der Hand habe, ist .. ja, was ist es denn? Lebe ich dann noch?
Um zu leben, muss man erst einmal das Leben akzeptieren und das bedeutet neben sehr vielem anderen auch, dass man jederzeit sterben kann. Das ist die Wahrheit. Sich dagegen zu wehren ist absurd. Man muss es akzeptieren, denn welche Wahl hat man denn sonst?

Wie kann man es nicht akzeptieren, dass man jede Sekunde sterben kann? Was bedeutet es, so zu leben? Kann man leben, wenn man so eine Wirklichkeit ablehnt?

Die Frage ist, warum können sehr viele Menschen mit dieser Wahrheit der Sterblichkeit leben und manche andere nicht.
Es muss Gründe dafür geben.
Was können deine Gründe sein?
Das kann dir hier nicht gesagt werden.
Das kann von deiner (sehr frühen) Kindheit stammen, als du vielleicht kaum zu bewältigende Konflikte erleben musstest.
Wenn du dich nicht mehr daran erinnern kannst, bleibt dann nur die Angst übrig, ohne aber sie mit der ursprünglichen Situation, der sie entspringt, in Verbindung bringen zu können.

Ein Grund, warum ein Mensch so eine immense Angst vor dem Sterben entwickeln kann, liegt oft darin, dass man es nicht wagt, so zu sein, so zu leben, wie man eigentlich ist.
Man lebt nicht, sondern passt sich nur an, unterwirft sich usw.
Man lebt - unbewusst - in der Hoffnung, eines Tages dann, also später, doch noch leben zu können.
Das ist aber gefährlich, denn man weiß doch sehr gut, dass man immer sterben kann.
Es kann also passieren, dass man sterben muss, ohne gelebt zu haben und das erzeugt eine immense Angst vor dem Tod und vor Krankheiten.

Schließlich muss man sich ja in diese vage Zukunft retten, wo man hofft, dann endlich leben zu können.
Bis dahin muss der Tod ausgeschlossen werden.
Aber das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Niemand kann den Tod ausschließen. Das weiß man ja auch.
Da man also das Unmögliche will und bestens weiß, dass es unmöglich ist (nämlich den Tod absolut auszuschließen), lebt man fortan in Angst vor Krankheiten und vor dem Sterben.
Man sitzt in einer Falle.
Deswegen kann das Akzeptieren der eigenen Sterblichkeit einen befreien.
Das Akzeptieren ermöglicht es, sich dem Leben zu öffnen.
Liegt man aber stattdessen immer auf der Lauer, ob irgendetwas nicht der Beginn einer schweren Krankheit sein könnte, bleibt man weiterhin in der Falle sitzen.


Ich danke dir sehr für deinen Beitrag. Er ist für mich wertvoll

21.01.2018 20:06 • x 1 #37


püppi2207

püppi2207


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Zitat von Blueberry86:
Hallo ihr Lieben,

ich habe mich heute hier angemeldet, da ich seit längerer Zeit mit der Angst vor dem Tod (bzw genauer vor dem Tot Sein) habe.
Alles fing an, als ich so etwa 9-10 Jahre alt war. Damals habe ich meine ersten Panikattacken gehabt, als mir bewusst wurde, dass ich oder meine Eltern eines Tages sterben müssen. Mit meinen Eltern konnte ich kaum darüber reden, ich bekam nur zu hören Ach, du bist doch noch so jung, mach dir darüber keine Gedanken.
Diese Panik-Attacken sind immer wieder aufgetreten, oftmals auch in der Schule im Unterricht, hatte dann den Drang, sofort den Raum zu verlassen. Oft kam diese Panik auch abends vor dem Einschlafen- ich musste dann laut losschreien, weil sich die Angst so aufbauschte.
Richtig schlimm war es dann mit 15, da habe ich fast ein ganzes Jahr jeden Tag daran denken müssen, dass ich eines Tages nicht mehr existieren werde und nichts dagegen tun kann. Irgendwann war diese Phase dann wieder von alleine gut. Ab und zu (so 3-4x im Jahr) kamen die Panikattacken (meistens am Abend im Bett) wieder, waren aber nach 10 Minuten wieder vorbei.
Als ich 23 war und gerade mitten in meinem Studium (inklusive Teilzeit-Job und glücklicher Partnerschaft) passierte es auf einmal: ich saß im Bus von der Uni nachhause und aus dem Nichts kam der Gedanke DU kannst tun und lassen was du willst, du musst eines Tages sterben.- ich bekam die schlimmsten Angstzustände, hatte die nächsten 6 Monate keinen anderen Gedanken mehr. Es war auf einmal alles sinnlos, weil ich mir immer dachte, man stirbt sowieso, wozu also für Prüfungen lernen etc... Ich war damals beim Psychologen (nur 1x, habe mich nicht verstanden gefühlt und wollte keine Medikamente nehmen, er wollte mir aber welche geben), bei einer Hypnose (hat mir nur bedingt geholfen) und bei einem Mentaltrainer, habe unendlich viele Bücher zum Thema Leben nach dem Tod gelesen (von denen mich kein einziges beruhigt hat bzw. keines habe ich als wirklichen Beweis betrachtet). Irgendwann war der Spuk vorbei... bis heuer im Mai, 7 Jahre später, wieder alles begonnen hat.
Es waren der gleiche Ablauf: der Gedanke, dass einmal alles aus sein wird, Herzrasen (durchgehend!), Verzweiflung, ein Gefühl von Machtlosigkeit, Angst, Panik... ich habe dann begonnen alles aufzuschreiben in einem Tagebuch, war bei einer Gesprächstherapie, habe es mit Johanniskrauttabletten versucht, war wieder bei ner Hypnose, hab wieder massenweise Bücher gelesen... mittlerweile geht es wieder so halbwegs (die Gedanken sind zwar trotzdem noch da, aber ich kann mich nicht mehr so reinsteigern bzw. mich besser ablenken.). Nur wenn ich alleine zuhause bin (vor allem am Abend) verfalle ich eher wieder in die Grübelfalle...

Sorry für den langen Text (das ist leider nur ne Kurzfassung der letzten Jahre/Monate)... aber wem geht es genauso?

LG eure Blueberry

Das könnte ich geschrieben haben.,,
Ich stecke auch gerade wieder in so einem Loch

14.04.2018 20:47 • #38


NIEaufgeben

NIEaufgeben


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Hallo euch allen,viele kennen mich und meine Krankheit schon...für die die es noch nicht wissen ich leide an einer starken Angst und Panikstörung mit Attacken und einer sehr starken Herzangst....jetzt meine Frage...ist es bei dieser Krankheit normal dass man eigentlich 24 Stunden am Tag nur auf den Tod wartet und jede Sekunde daran denkt?selbst an Tagen wo die körperlichen Symptome weniger oder gahr ein paar Stunden gahr nicht da sind?bei mir ist das so,ich kann machen was ich will alles in Zuhause oder draussen alleine oder in Begleitung meine Gedanken sind immer nur bei meinem Herzen und bei dem bevorstehenden Herzinfarkt....ist das noch normal?müsste man an guten Tagen nicht auch Mal an was anderes denken können ?vielleicht gibt's ja jemand hier dem es gleich geht oder mir evtl einige Tipps geben kann um meine Gedanken zu steuern....vielen Dank euch allen.

20.04.2018 16:39 • #39


weichei75


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Zitat von kalina:
Aber auch bei den Psychologen muss man genau hinschauen, da gibts auch "seltsame" Exemplare


kann ich bestätigen, für mich ein wichtiger Grund die Psychos künftig links liegen zu lassen

20.04.2018 18:54 • #40




Mira Weyer