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Hey ihr,

ich habe im Moment ganz schlimme Angst vorm Tod und komme kaum von runter. Wenn mein Freund wieder da ist am Abend, wird es ein wenig besser, aber wenn ich neben ihm im Bett liege und er schon schläft, wird es wieder ganz schlimm.
Dann kribbelt es in Händen und Beinen, die Kehle schnürt sich zu und ich habe einfach Angst vorm Sterben.

So ist das dann auch tagsüber wenn er weg ist und ich mit meinen Kindern auf mich gestellt bin. Ich mache trotzdem alles so gut es eben geht, bringe meinen Sohn in den Kiga, hole ihn ab und beschäftige mich mit meiner Tochter, die noch bei mir zu Hause ist.

Aber ich habe eine extreme innere Angst in mir, die sich dann bis zur Angst vorm Verrücktwerden steigern kann und Panikspitzen entstehen.
So als ob ich enorm aufgeregt bin.

Kennt das jemand von euch?

Ich mag mich nicht mit der Endlichkeit beschäftigen, das macht mich so fertig.

10.06.2011 07:15 • 10.06.2011 #1


2 Antworten ↓


Hallo,

ich hatte auch mal eine Phase, in der mich das Thema extrem beschäftigt hat, verbunden mit der Befürchtung, in nächster Zeit zu sterben. Das Ganze ist wieder restlos verschwunden.

Selbst unter den Leuten, die nur an eine irdische Existenz glauben, gibt es etliche, für die der Tod überhaupt keine Bedrohung darstellt. Ob es Dir hilft, weiß ich nicht, aber ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Das nimmt dem Ganzen einen Teil des Schreckens, finde ich, manchmal ist mir der Gedanke an den Tod auch völlig gleichgültig. Vielleicht steckt bei Dir auch eine andere Angst dahinter oder es ist irgendwie mit Sorgen wegen Deiner Kinder verbunden.

Grüße

pc

10.06.2011 11:02 • #2


Hallo bellami1983,

ja, das kenne ich nur zu gut. Vor allem dieses allein sein (auch mit Kind) ist immer so ein Punkt gewesen dass ich, sobald mein Mann zur Tür raus war, innerlich angespannt war und das steigerte sich dann ins unermessliche. Endete manchmal mit stundenlanger innerer Unruhe bis hin zur ausgewachsenen PA.
Für mich war am schlimmsten bei diesen Zusänden der Gedanke dass ich mir meine schöne Zeit mir meiner Tochter damit versaue weil ich in ständiger Angst war.
Diese Angst vor dem Tod, der Endlichkeit konnte ich auch kaum ertragen.

Irgendwann habe ich mich dann doch zu einer (Gesprächs)Therapie entschlossen und so langsam löste sich diese Angst. Ich habe auch einige Bücher von Elisabeth Kübler Ross gelesen (zu Empfehlen "Über den Tod und das Leben danach").
Es gibt neue Ansatzpunkte, man fängt an diesen grausamen Gedankenkreis zu durchbrechen und aufzulösen.
Leider wird es nicht gehen ohne dass Du Dich damit befasst. Aber ich kann Dir aus eigener Erfahrung versichern dass man relativ schnell wieder Abstand von dem Thema bekommt wenn man BEGINNT sich damit zu beschäftigen. Gar nicht mal so oft oder ständig, aber einmal und dann richtig.

Es ist nun mal so dass der Tod zum Leben gehört, das einzig sichere was uns ALLE erwartet, aber bis DAHIN sollten wir die kostbare Zeit auf Erden (und vor allem mit unseren Kindern!) genießen und ich wollte nie dass meine Tochter mich als hypernervöse, verängstigte Mutter in Erinnerung hat.

Eines Tages fuhr ich hier am alten Friedhof vorbei, bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel und in diesem Moment habe ich mir selbst versprochen "Okay, irgendwann liegst Du auch 2m unter der Erde, ABER BIS DAHIN LEBST DU!" Und ab dem Zeitpunkt lasse ich diese Todesängste und alle anderen Ängste langsam aber sicher los.

Ich wünsche Dir dass Du bald den richtigen Weg für Dich findest, es ist um jeden Tag schade den man mit diesen nervösen Unruhezuständen verbringt und ich kenne es zu gut wie schlecht man sich fühlen kann.
Und eines ist sicher, verrückt wirst Du nicht. Ich denke eher Du gehörst zu der besonders starken Sorte Menschen die sehr vieles schaffen können, sehr intensiv fühlen können und dadurch auch die Ängste extrem intensiv spüren. Leider.

Ich bin zwar katholisch aber ich kann von mir nicht sagen dass ich so einen tiefen Glauben habe. Was mir aber seitdem immer im Kopf ist ist das immer wieder Erwähnte Zitat von Jesus "Fürchtet euch nicht!" und es waren die letzten Worte von Papst Johannes Paul II.

Fürchtet euch nicht......ich denke es soll mir sagen: hab keine Angst, alles ist gut, so wie es ist. Los lassen und dem Leben vertrauen, daran arbeite ich jetzt, das konnte ich schon mal sehr gut.

Viele Grüße und alles Gute!
Sonne

10.06.2011 11:47 • x 1 #3




Dr. Hans Morschitzky