Bei mir entwickelte sich das "Todesbewusstsein" in jungen Jahren, das hatte gewiss mit meiner sehr unsicheren Kindheit und Familiensitutation zu tun, dann nahm es noch einmal Fahrt auf, als ich viel zu jung Mutter wurde und heiraten "musste". Auch in dieser Lage fühlte ich mich unsicher, mein Leben zwar nicht so gewollt, aber ich hätte mir auch anders nicht vorstellen können, was ich denn stattdessen wirklich gewollt hätte.
Insgesamt gesagt: ein Leben ohne Ziel und Absicht ist wie ein runder Pfahl, der in ein viereckiges Loch eingepasst werden soll - da geht nichts.
Heute bin ich viel älter und habe 2 Drittel meines Lebens bereits hinter mir (von den Jahren her); auch heute muss ich mich täglich üben in Akzeptanz und sowohl Selbst- als auch Lebens- und folglich Todesannahme. Akzeptanz des Gegenwärtigen, darum gehts: wenn wir das Heute mit Liebe, Freude und Zustimmung leben können, werden wir eines Tages eher auf ein erfülltes Leben zurückschauen und auch mehr bereit sein, loszulassen.
Also annehmen, sein-lassen und los-lassen - das sind Dinge, die wir lernen können.
Stark übermäßige Todesfurcht ist übrigens eine Störung, eine Phobie (sie hat übrigens einen Namen: Thatanophobie). Phobien sitzen sehr tief und brauchen in der Regel psychologische Behandlung.
Siehe auch hier:
https://www.jameda.de/gesundheit/psyche ... atophobie/Zitat:Das wäre bei mir aber anders, denn wenn ich 70. wäre möchte ich 80 werden und wenn ich dann 80. wäre möchte ich weiter leben.
Ich denke, auch das kann man nicht wirklich wissen, das ist lediglich eine jetzige Vorstellung. Wenn man aber 80 oder 90 ist, hat man sich bis dahin ja weiterentwickelt und sieht Tod und Sterben zumeist doch anders als in jungen Jahren.
Wir gehen bei der Beurteilung der Dinge immer sehr von unserem derzeitigen Bewusstsein aus und von dem, was wir sehen und uns vorstellen. Wir geben damit einer Entwicklung in eine andere Richtung oft keinen Raum.
Sterbende sehen z. B. oft für uns beängstigend aus, jedoch kann ihr
inneres Erleben durchaus friedvoll sein und viel weniger schlimm, als es "von außen" wirkt.
Ich glaube, wer am Ende sein Leben als sinnvoll ansieht - so dass er eine Spur hinterlassen hat - und zu der Bereitschaft findet, loszulassen, der geht nicht so schwer weg von dieser Erde.
Nachdenkliche Grüße
vom Chillangel