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201807.02




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Mittelfranken
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klara84 hat geschrieben:
Das kann auch kein Therapeut der Welt, weil sich das Gehirn in diesem Alter ja auch grundlegend strukturiert. Das Gehirn kann man nicht gesund quatschen( wenn es um tiefsitzende und frühe Traumata geht.)

Wobei Psychotherapie/Verhaltenstherapie durchaus das Gehirn verändern kann, nur nicht so tiefgreifend und langfristig (Symptome kehren zurück).

... Kind sein ist eigentlich ziemlich doof und gefährlich. Man ist so ausgeliefert....


Sehe ich auch so ähnlich.

Danke für Deine Geschichte!

Ich bin eigentlich froh, wenn ich möglichst wenig dieser Kindheitsttrauma-Orte wieder sehen muss.
Kann aber sein, dass es schon gut und heilsam für die Seele sein könnte. Ich vermeide das aber (noch?)

Meine Güte, was waren doch diese Erziehungsmethoden damals völlig daneben. Und man hat für sein Leben seine Narben.

Da hat sich glücklicherweise heute für die Kinder doch wirklich viel verbessert.

Die Kinder heute tun mir nur wegen Leistungsdruck und den ganzen Medien- und Digitalmist leid.
In dieser Hinsicht fand ich meine Kindheit besser. Der Druck in der Schule war nicht so stark, man konnte noch viel Zeit mit Spielen draußen und in der Natur verbringen.

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Danke3xDanke




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  07.02.2018 18:51  
Ohje..ich merke echt, mir tut das Thema nicht gut.

Erinnerungen..die kein Mensch braucht.

So langsam verstehe ich so einiges an mir besser, wenn ich eure Geschichten lese...

Zumindest sind wir nicht alleine mit diesen Gefühlen.

Leider kommt das Zeug irgendwann hoch..ob man will oder nicht.



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  08.02.2018 11:10  
Ich hatte als Kind aufgrund eines Refluxes immer wieder Nierenbeckenentzündungen, war deswegen unzählige Male im Krankenhaus und musste zwischen den Krankenhausaufenthalten einmal monatlich zum Urologen.
Der Urologe hat mir immer mit einem Katheter Urin aus der Blase entnommen.
Er ist also mit einem dünnen Rohr in meine Harnröhre eingedrungen, um den Urin aus der Blase zu zapfen.
Meine Beine wurde für diese Prozedur an einer Art gynäkologischem Stuhl festgeschnallt. Dann schob mir der Arzt ein Rohr in die Harnhöre.
Ich hatte jedes Mal eine panische Angst vor diesen furchtbaren Schmerzen.
Als ich noch sehr jung war, habe ich geschrien und um mich geschlagen. Für mich war es nur eine sinnlose Qual.
Später ließ ich dann einfach alles über mich ergehen. Ich hatte ja auch keine andere Wahl.

Meine Kindheit drehte sich eigentlich nur um Untersuchungsergebnisse - waren sie in Ordnung, hatte ich zumindest für eine Weile Ruhe. Stimmte etwas nicht, folgten weitere schmerzhafte Untersuchungen, auf deren Ergebnisse es wieder voller Angst zu warten galt.

Besonders schlimm in Erinnerung habe ich die vielen Wochen im Krankenhaus.
Ich lag immer auf einer Station für schwerkranke Kinder und habe einmal sogar ein kleines Mädchen im Bett neben mir sterben sehen - eine Erinnerung, die mich bis heute nicht loslässt.

Von meiner Mutter bekam ich oft zu hören: "Sieh dich vor! Die nächste Harnwegsinfektion könnte dein Tod bedeuten"
In meinen Gedanken war der Tod immer präsent.

Meine Kindheit ging vorüber und damit auch die ständigen Blasen- und Niereninfektionen.
Ich bin seit meinem 14. Lebensjahr quasi beschwerdefrei und habe höchstens hin und wieder einen harmlosen Harnwegsinfekt.
Geblieben sind eine vernarbte, verkleinerte linke Niere, eine vernarbte Seele und permanente Krankheitsängste, die mir mein Leben immer wieder vermiesen.

Grashüpfer hat geschrieben:

Was ich nicht schaffen würde: Eine wirklich schwere Krankheit. Das würde mich total aus der Bahn werfen, und dann käme ich glaube ich nct mehr auf die Füße. Das ist mit meine größte Angst.
Boah, what a Seelenstrip! Jetzt bin ich erschöpft.


Mir geht es ganz genauso.
Ich hab mein Soll an Krankheiten, Untersuchungen und Krankenhausaufenthalten für den Rest meines Lebens mehr als erfüllt.
Für mehr bin ich psychisch nicht in der Lage.
Und deshalb umschattet genau diese Angst mein ganzes Dasein.





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  08.02.2018 11:36  
Genau diese Aussage hat mich enorm heruntergezogen.

Und ich widerspreche.

Heute können wir reden, sprechen,selbst entscheiden.

Unser Verstand versteht und begreift anders..eben erwachsen.

Das ganze KrankenhausAmbiente hat heute zum größten Teil seinen Schrecken verloren.





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  08.02.2018 12:01  
lechatnoir hat geschrieben:
Genau diese Aussage hat mich enorm heruntergezogen.

Und ich widerspreche.

Heute können wir reden, sprechen,selbst entscheiden.

Unser Verstand versteht und begreift anders..eben erwachsen.

Das ganze KrankenhausAmbiente hat heute zum größten Teil seinen Schrecken verloren.


Also ich meinte die Aussage, eine schwere Erkrankung nicht überstehen zu können...heute.



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  08.02.2018 16:21  
lechatnoir hat geschrieben:

Also ich meinte die Aussage, eine schwere Erkrankung nicht überstehen zu können...heute.


Ich glaube, ich würde es wirklich nicht schaffen, eine schwere Krankheit psychisch wegzustecken.

Ich kann zwar nicht vorhersagen, wie ich tatsächlich reagiere, wenn ich zum Beispiel eine Krebsdiagnose erhielte, aber aus meiner derzeitigen Sicht würde ich sagen, dass es mir komplett den Boden unter den Füßen wegziehen würde.





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  08.02.2018 16:32  
Lianna hat geschrieben:

Ich glaube, ich würde es wirklich nicht schaffen, eine schwere Krankheit psychisch wegzustecken.

Ich kann zwar nicht vorhersagen, wie ich tatsächlich reagiere, wenn ich zum Beispiel eine Krebsdiagnose erhielte, aber aus meiner derzeitigen Sicht würde ich sagen, dass es mir komplett den Boden unter den Füßen wegziehen würde.


Ich glaube, so geht es jedem..auch ohne Trauma.

Meine größte Angst ist was im KopfBereich zu bekommen..oder sich nicht mehr bewegen können.

Aber das findet glaube ich keiner toll.. :-)

Als Kleinkind war ich mit eingegipsten Beinen in diesem Käfig,und sah immer meine geliebte Oma gehen und meine Mutter...und konnte nicht mit.Musste dort bleiben.

bei der letzten Geburt bekam ich auch immer Einmalkatheter, wegen der PDA .

Mit PDA war es überhaupt nicht schlimm..aber dann ließ die PDA nach..da war es sehr unangenehm..aber nicht wirklich schmerzhaft.

Als Kind tut es in Übermaßen weh , weil man nicht begreift, was mit einem passiert. Es ist sehr viel seelischer Schmerz, der den eigentlichen Schmerz Poten..

Heute kann man das alles ganz anders einordnen.

Zum Thema Krebs sage ich..es ist kein Todesurteil.



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  08.02.2018 17:26  
lechatnoir hat geschrieben:

bei der letzten Geburt bekam ich auch immer Einmalkatheter, wegen der PDA .

Mit PDA war es überhaupt nicht schlimm..aber dann ließ die PDA nach..da war es sehr unangenehm..aber nicht wirklich schmerzhaft.

Als Kind tut es in Übermaßen weh , weil man nicht begreift, was mit einem passiert. Es ist sehr viel seelischer Schmerz, der den eigentlichen Schmerz Poten..

Heute kann man das alles ganz anders einordnen.



Damals, als Vierjährige habe ich die Katheter als extrem unangenehm empfunden, was wohl daran lag, dass ich mich vor Angst verkrampft habe, dass der Katheter für meine Kleinkindharnröhre viel zu dick war und dass Harnröhre und Blase durch die vielen Entzündungen ohnehin schon sehr gereizt waren.

Ein paar Jahre später kam ich mit der Prozedur ansich gut klar.
Da war es eher dieses Ausgeliefertsein, wenn ich mit gespreizten Beinen auf diesem gnynäkologischen Stuhl lag und von fremden Menschen umgeben war.

Und mit zunehmendem Alter kam dann auch die Erkenntnis, dass ich krank bin und dass mein Leben schlimmstenfalls vorzeitig beendet sein könnte.

Vor Schmerzen ansich habe ich bis heute wenig Angst.
Ich glaube, ich bin da ziemlich abgestumpft.
Gleichzeitig habe ich Hemmungen, mich schwach zu zeigen.

Als ich damals meine Tochter zur Welt brachte, habe ich zum Erstaunen der Ärzte und Schwestern kaum einen Laut von mir gegeben, weil ich mich nicht schwach und hilflos zeigen wollte.



Ich bin sicher, dass so manche schwere Krankheit heutzutage kein Todesurteil mehr darstellt.

Das ändert aber nichts daran, dass ich im Falle einer schlimmen Erkrankung das Vertrauen in mich und meinen Körper vollends verlieren würde.



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  08.02.2018 18:20  
Sorry das kommt jetzt vielleicht total doof aber man kann seinem Körper doch eh nie vertrauen, oder?
Für mich ist das ein Feind. Einer, der mich irgendwann sowieso hinterrücks umbringen wird.
Kling krass aber so fühlt es sich eben an.
F.


Ich glaube jeden würde eine schwere Diagnose runterreißen aber dann muss man anfangen zu kämpfen und ich glaube, dass der Überlebenswille im Menschen ohnehin sehr sehr stark verankert ist, tut man das auch.

Warum das alles heute noch so schlimm ist? Ich denke, weil das Kind in uns immernoch in den Situationen verhaftet ist und gar nicht mitbekommen hat, dass es erwachsen stark und mündig geworden ist. Dass man heute nicht mehr ausgeliefert ist und immer ein Wörtchen mitzureden hat.
M.

Danke1xDanke




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  08.02.2018 19:12  
So in der Art empfinde ich das auch, daß der Körper nur eine tickende Zeitbombe ist..die mich irgendwann zu einem völlig fiesem Zeitpunkt umbringt.

Aber das habe ich mittlerweile in die Schubladen " mangelndes Vertrauen " und" zuviele Traumata "einsortiert...

Vielleicht werden wir auch mal 90..so wie Papst Benedikt..und kündigen dann locker und entspannt an " Meine Kräfte schwinden...ich bereite mich dann mal auf den Tod vor..."
Ganz easy ... :kaffee4:

Danke1xDanke

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