Ahc ich habe schon tagelang von Früh bis Spät darüber nachgedacht, was es auslösen könnte. Ich kann heute aufstehen und mir geht es den ganzen Tag ok. Und ich kann einen Tag später aufstehen, ohne, dass was vorgefallen ist, und es geht mir fürchterlich. Ich sehe keinerlei Zusammenhänge.
Ich habe nur eine Erklärung und die ist, dass es irgendein Virus gibt, bitte lacht nicht, dass bei manchen Leuten diese Art von Erkrankungen auslöst.
Ich sehe es langsam wirklich als eine Art Infektion. Bei mir war es so, dass ich als Kind mal geschwollene Lymphknoten hatte, für die der Arzt aber keine Erklärung fand. Dann hatte ich als Kind mal derart exorbitant hohe Cholesterinwerte, dass der Arzt bald hintenüber fiel. Aber nach ein paar Wochen war das wieder weg.
Dann kam eine schlechte Verfassung hinzu. So als Teenager. Und vor zehn Jahren kam, nach einer Erkrankung, der totale Zusammenbruch.
Aber das sind nur so meine Gedanken, die so auf meinen Fall bezogen sind. Es ist wie ein Puzzle, das ich nur zusammen setzen müsste. Aber irgendwie fehlen einem da als medizinischem Laien so ein paar Teile.

02.04.2013 18:53 • #61


Pumuckl, ich finde dass überhaupt nicht lächerlich: ich denke oft genauso! Ich will damit nicht sagen: Leute, Therapien etc. sind sinnlos, oder diese Krankheit ist als gegeben hinzunehmen. Aber letztendlich gibt es vielleicht viele Betroffene, die lernen damit zu leben, anstatt geheilt zu sein. Ich habe diese Angst nun seit meiner Jungend. Ich blicke damit auf 12 Jahre Angstkrankheit, Bemühungen, Therapien zurück. Nichts davon war umsonst. Wenn ich an die Anfänge denke, dann war die Hilflosigkeit und das Gefühl dem so ausgeliefert zu sein am schlimmsten. Panik fühlt sich immer noch grausam an, aber man lernt eben, damit zu leben. Sich dadurch nicht wieder in ein Wochenlanges Tief fallen zu lassen, sondern weiter zu machen. Nicht zu sagen: Oh nein, ich vermeide alles- falls die Angst kommt. Sondern: es ist unangenehm, aber ich werde es auch diesmal überstehen- also dann komm. Sich nicht mehr so furchtbar vor dem nächsten Tag zu fürchten, weil es alles noch schlimmer macht. Und aus emotionaler Sicht: Nein sagen, besser auf seine Bedürfnisse hören etc. etc. Aber gleichzeitig bin ich auch ernüchtert. Anfangs dachte ich wirklich, dass die Ärzte "es schon hinbekommen". Ich gehe in Therapie und danach ist es wieder gut. Wie naiv. Und vielleicht ist es nicht nur vielmehr, sondern eben tatsächlich, sich damit zu arrangieren.
Was hat es mich verrückt gemacht, wenn die Ärzte gepredigt haben, dass es immer einen Auslöser gibt: Man muss ihn nur finden. Und wie ich gesucht habe, jahrelang. JETZT bin ich panisch. Was habe ich grade gedacht, oder getan. Und es ist einfach nichts da. Ich sehe, dass meine Angst einen Sinn hatte, ja. Aber nach so vielen Jahren harter Arbeit und Entwicklung sehe ich keinen Grund mehr.
Manchmal habe ich auch schon gedacht: wer weiß, was in Sachen Angst noch alles herauskommt, in der Forschung. Vielleicht wird dann ein "Angstvirus" entdeckt- wer weiß. Als das alles losging war ich wie soviele Betroffene der Meinung, ich wäre körperlich krank. Ich dachte jahrelang ich hätte mir einen Virus eingefangen, genau wie Du sagst. Ich hatte das übrigends auch immer als Kind mit den Lymphknoten Aber sowas ist ja bei Angstkranken oft nicht ganz ernstzunehmen- ist dennoch wirklich so. Und grade in der Klinik hat man festgestellt, dass meine Cholesterinwerte viel zu hoch sind. Das hat jetzt natürlich nichts mit den Anfängen zu tun- aber ich wollts mal sagen, weils so gut passt. Lg

02.04.2013 19:56 • #62



Hallo schmusipuh82,

Zurück von der Klinik und alles viel schlimmer

x 3#3


Huhu,
Ich kann vieles von euch verstehen... Leide auch schon seit 18 Jahren unter panikattacken...zwar habe ich in der zeit verschiedene formen durchlebt (Angst alleine zu sein, Angst an bestimmten Orten, in bestimmten Situationen, Angst vor Krankheiten, plötzliche panikattacken ohne erkennbaren Auslöser) und bessere und schlechtere Phasen gehabt. Auch ich habe mir in dieser zeit viel wissen selbst und durch Therapeuten angeeignet. Glaube schon fast, dass ich selbst als ein guter Therapeut arbeiten könnte. Meine Freundin hat auch Ängste und wenn ich sie beruhige und mich reden höre, bin ich mächtig stolz über meine Kenntnisse, Erklärungen und hervorragende Tipps... . Leider bekomme ich das nicht auf mich übertragen...habe ich pa fühle ich mich hilflos und wie ein kleines Kind. Für mich macht es die Sache aber auch schwer...ich kenne alle theoretischen Hintergründe und weiß auch Bescheid über die praktische mögliche Umsetzung, aber in der Realität funktioniert es bei mir nicht, ich schaffe es alleine nicht und finde aber auch keinen Thera, der mir helfen kann. Ich stelle mich jeder Situation, lebe ein leben als ob ich äußerlich betrachtet keine Ängste habe, aber innerlich muss ich oft hart arbeiten. Wünschte mir auch, dass ich das wissen was ich jetzt habe vor 15 Jahren schon gehabt hätte, dann hätte vielleicht meine Angst gar nicht solche w
Wurzeln geschlagen. Ich glaube bei mir hat es nichts mit Erlebnissen aus der Kindheit zu tun, es ist über Jahre ein falsch erlerntes verhalten und ich bräuchte Vokabeln zum verlernen der Angst! Pumuckl, bei mir ist es genauso wie du es beschreibst...kein Muster zu erkennen und das macht es meines Erachtens so verdammt schwierig!
Liebe Grüße

02.04.2013 21:27 • #63


Liebe pmuckl und sonne,

ich schließe mich Euch beiden aus vollem Herzen an. Der Verstand sagt einem alles über diese Angst, wie man damit fertig werden könnte, daß diese Angst "uns was sagen will".

Allerdings streike ich bei der Aussage, daß man die Angst annehmen und willkommen heißen soll.

Ich sehe keinen, aber auch keinen Grund, warum ich etwas willkommen heißen soll, was letztendlich fast mein gesamtes Leben zerstört, mir alles nimmt, was ich mir aufgebaut habe, meine Arbeit und am Ende auch noch den Mann meines Lebens. Und wievielen geht es so. Wieviele Paare sind aufgrund von Angst des Partners nun alleine, einsam, ohne Arbeit, ohne ihr Auskommen, verzweifelt und todunglücklich bis vielleicht sogar zum Selbstmord.

Und sowas Schädliches soll man willkommen heißen? Um im Leben was zu ändern.. Ja was denn, um Himmels Willen, wenn man "vorher" glücklich war, ein geregeltes Leben hatte?

Ich kenne keine, aber auch keine Krankheit, die so dermaßen zerstörerisch ist, wie Angst. So schlimm es ist, selbst Krebspatienten bekommen Mitgefühl und behalten wenigstens die Liebe ihres Partners/ ihrer Angehörigen.

Angstpatienten bekommen das kaum, gar nicht, oder nur eine gewisse Zeitlang. Dann "soll man sich nicht so anstellen", "endlich in die Füße kommen, weil es "so" nicht mehr geht. Es ist "ja nur Angst und nichts Schlimmes"...Das würde niemand zu einem Kranken sagen, der nicht gerade eine Angsterkrankung hat. Im Gegenteil, funktioniert es nicht, ist doch in vielen Fällen die Katastophe vorprogrammiert, das Leben, welches man gerne gelebt hat, vorbei. Aus.

Das mußte mal `raus...

Zudem können Therapeuten kaum helfen, wenn man selber mittlerweile fast besser über dies Angst Bescheid weiß, als diese jungen Therapeuten, ohne Lebenserfahrung, die nur mit dem Lehrbuch wedeln. Kenne ich auch. Schema F, und das war es dann. Meiner Meinug nach bringt es da wirklich mehr, sich mit "alten" Angsthasen auszutauschen, die wissen wenigstens, wovon sie schreiben.

03.04.2013 07:59 • #64


Ich sehe es auch so, worrylein. Welche Wahl hat man denn? Die Angst annehmen oder dagegen kämpfen. Beides ist nicht so einfach. Annehmen bedeutet ja irgendwie, zu kapitulieren und kämpfen ist ein harter Weg.
Mir machen ständige Krankheiten einen Strich durch die Rechnung. Ich bin einfach dauerkrank. Keine Ahnung, warum. Es geht seit Jahren so. Inzwischen habe ich Angst, dass ich Krebs habe. Und deswegen so geschwächt bin und jeglicher Vire und Bakterie Tür und Tor öffne. Was habe ich alles gemacht. Teure Säfte gekauft, frisch gekocht, Hühnersuppe soll so gut sein. Tees getrunken. Kein Alk.. Keine Zig.. Und was ist?! Andere saufen und rauchen und essen nur Fast food und ich mühe mir einen ab und bin ständig, wirklich ständig krank und fühle mich so schlecht. Ich habe morgen einen Arzttermin. Ich habe einfach Angst, dass man mir irgendwann sagt, dass ich eine schlimme Krankheit wie Krebs habe.

03.04.2013 08:03 • #65


Liebe pumuckel,

ich kann mir vorstellen, daß Dein Immunsystem aufgrund der ständigen Anspannung und der 24/7 Dauerbelastung und -anspannung geschwächt ist, und Du daher auch ständig krank bist. Ich glaube es Dir.

Wir haben in der Tat keine Wahl. Annehmen und resignieren scheint nicht mal so schlecht, aber nur, wenn man dann auch soweit ist, daß es einem Schnurz ist, ob man einfach den Löffel abgibt jetzt gleich oder morgen, aber bitte dann schnell. (Kenne ich zur Genüge, bishin zu täglichen Selbstmordgedanken, nun habe ich aber wenigstens keine Angst mehr, zu sterben, das hilft ungemein).

Kämpfen ist das Einzige, in meinen Augen, was Sinn macht. Weg damit, wenigstens unterdrücken, daß diese Angst nicht dauernd hochkocht. Allerdings bin ich für Ursachenforschung. Auch wenn es in der VH kaum eine Rolle spielt, mir scheint es ein wichtiger Punkt zu sein, woher und warum man diese Angst hat. Diese ganze VH halte ich sowieso nicht für soo gut, es ist ein "Wegdressieren", mehr ist es nicht. Dazu muß man nicht ständig zu einer Therapie rennen, der Therapeut ist im Ernstfall ja sowieso nicht anwesend. Und eine Motivation zum Durchhalten ist nicht ein Therapeut, sondern ggf. der Partner, so man denn (noch) einen hat, oder andere Menschen, die man liebt, die einen lieben, und kein Fremder, der für seine Dienste auch noch bezahlt wird. Für Dienste, mit denen "alte" Angsthasen, (und ich meine damit auch die Angsthasen, die schon alles wissen, was sie wissen müssen, nicht die "frischen Angstler", die keine Ahnung haben, was mit ihnen passiert, für die kann eine Therapie durchaus sinnvoll sein, wenn es denn auch der richtige Ansatz ist..)

Meine Frage ist nur die - wie lange kann ein Mensch mit dieser Angst leben? Wie lange kann man das durchhalten? Ich mag mir eine Zukunft, in der ich nur Angst habe, nicht ausmalen. (Allerdings bin ich schon einen Zacken älter, als die meisten hier, so macht es mir nichts aus, freiwillig abzutreten, wenn ich merke, daß ich mein Leben immer so besch...en verbringen muß, mit Ausnahmen vielleicht von freien Tagen des Partners, solange er mich überhaupt noch ertragen kann, lieben kann..)

Dann lese ich hier Menschen, die schon mehr als zehn Jahre diese Angst haben, und ich frage mich, wie haben diese Menschen es bis hierher geschafft?

Sorry, sind meine Gedankengänge, und sicher sind sie hier einigen nicht so unbekannt.....

03.04.2013 08:19 • #66


Es gibt Leute, die leben seit Jahrzehnten damit. Ich habe schon von Leuten gelesen, die Jahrzehnte (!) angeblich ihr Haus nicht mehr verlassen haben. Wobei ich mir das eigentlich nicht vorstellen kann. Nicht über so lange Zeit. Wenn es chronisch ist, lebt man damit wie mit jeder anderen Krankheit auch, die einen nicht umbringt.
Bei den meisten Leuten wird es aber immer wieder gute und schlechte Zeiten geben.

03.04.2013 08:44 • #67


HeikoEN
Zitat von Worrylein 3.:
Allerdings bin ich für Ursachenforschung.

Mich würde interessieren, wie und worauf Du selber in Deiner Suche nach Ursachen gekommen bist?

Würde mich freuen, wenn Du darüber was schreiben würdest.

03.04.2013 09:08 • #68


Hallo HeikoEN,

zunächst möchte ich Dir danken, für Deine hilfreichen Beiträge, die ich hier immer wieder lesen darf, und die mir schon sehr viel geholfen haben.

Zur Ursachenforschung: ich habe über ein halbes Jahr lang 21 Stunden Hypnotherapie gemacht, und darüber hier schon viel geschrieben, unter "Worrylein" und "Worrylein60" auch. Wenn Du magst, klick Dich mal durch. Ich bin meine Angst soweit los, und ich meine, es kommt zum Teil daher, weil ich nun die Ursache(n) kenne. In Hypnose kann man "sowas" aufarbeiten und ablösen, sodaß es nicht mehr in Erscheinung tritt und Angst auslöst.
In Hypnose kann man sowieso viel machen, mit dem "inneren Kind" kommunizieren, eben mit "Archetypen". Und man kann vergessen. Ich erinnere mich noch, daß ich zu einer Sitzung gegangen bin, mit dem Wunsch, die Vergangenheit, die nun aufgearbeitet ist, zu vergessen, insoweit, daß es mich nicht immerzu heimsucht. Und das ging. Ich habe einfach nun Ruhe davor. Wir haben in einer Sitzung meine "Angstspirale" aufgelöst, "platt gemacht", so daß ich mich gedanklich nicht immer weiter "´reindrehe", es hat funktioniert. Es wird im UB eben mit Bildern gearbeitet, jeder hat andere Bilder. Und in diesen Bildern kann man eben auch die Vergangenheit "erleben", neu gestalten, so, daß sie einen nicht mehr belastet.

Ich kann es so schlecht erklären. Jedenfalls kenne ich meine speziellen Ursachen und kann einordnen, daß es "mal so war, aber nicht mehr so ist". Und somit verschwindet auch diese Angst. Zum Einen bin ich als Kind ständig alleine gelassen worden, dann waren da bei mir uralte Schuldgefühle meiner Mutter gegenüber. Sie hat, als ich 14 war, einen stillen Herzinfarkt bekommen, und mir mein Leben lang latent die Schuld dafür gegeben. Und Schuldgefühle meiner Schwester gegenüber. Sie kam immer zu kurz als Kind und später auch noch. Das sind Dinge, die wir in Hypnose herausgefunden haben und lösen konnten. Ich fühle mich nun frei davon.

03.04.2013 12:07 • #69


HeikoEN
DAS klingt ja sehr spannend! Und absolut superklasse, endlich mal hier auf jemanden zu treffen, dem klar ist, dass ein Großteil der Angstprobleme möglicherweise in der Kindheit liegen. Ich finde das wirklich bemerkenswert, insb. weil Du es klar beschreiben und sogar genaue Gründe benennen kannst (z.B. Schuld, Scham usw.).

Ich lese mich mal in Deine Threads ein.

03.04.2013 16:41 • #70


Lieber HeikoEN,

ich würde mich sehr über Deine Meinung zu meinen Threads freuen. Wenn es Dir nichts ausmacht, vielleicht hier, so kann ich es weiterverfolgen, weiß, wo ich nach Deinem Beitrag suchen muß.

Ja, die Seele geht eigenartige Wege.... Nur muß man das auch erstmal wissen...

Liebe Grüße,

Worry

03.04.2013 16:51 • #71


Hallo Sonne
18 Jahre, dass ist eine lange, lange Zeit Mich würde ganz arg interessieren WAS Du deiner Freundin für Ratschläge gibst, die Du auf Dich nicht anwenden kannst. Magst Du ein bisschen erzählen? Und was bedeutet Dir kann kein Therapeut helfen? Was ist dein Erleben, wenn Du einen besuchst? Sagen die dann offen und ehrlich, dass sie nicht helfen können, oder bist Du als Patient quasi "Schuld"?
LG Lotta

Hallo Worrylein,
Puh, ganz schön viel Wut steckt da in deinen Zeilen. Möge er Dir ein guter Motor sein auf dem Weg, den Du für Dich als richtig empfindest: kämpfen. Dass Du den Mann deines Lebens verloren hast, dass macht mich ganz traurig. Vielleicht magst Du Dich austauschen- ich lebe auch in einer Ehe.
Bist Du ganz sicher, dass Du vorher glücklich warst? Ich weiß zwar von mir selbst, dass es für Panikattacken in den Momenten nicht immer einen Auslöser gibt, bin aber überzeugt dass es Ursachen gibt, die zur Entstehung beitragen. Ansonsten würde man nicht erkranken- es sei denn durch körperliche Primärerkrankungen.
In der Klinik war ich über mein ganzes Wissen richtig traurig und genervt. Eben weil es dann manchmal nicht viel gibt was man mitnehmen kann. Wohingegen andere fröhlich von dort in die Welt hüpfen und mit dem Schema F- was sie vorher nicht kannten- für sich alles in die Hand bekommen haben.
Ich glaube, dass eine gewisse Akzeptanz schon wichtig ist. Sonst schlägt man sich Tag für Tag den Kopf an der Wand blutig. Das heißt ja nicht, dass man deswegen resigniert und die Angst nicht trotzdem bekämpfen kann. Aber wenn man eben alles tut was man kann und sie kommt trotzdem, dann lässt man sie am besten durch sich durch fließen. Ich stell mir immer vor, dass mich die Attacke von allen Stresshormonen reinigt, damit ich hinterher in eine Entspannungsphase übergehen kann. Irgendwann knallts halt und das Zeug muss abgebaut werden.
Lg Lotta

Hallo Pumuckl.
Ich bin auch ständig krank. Mein Arzt sagt, dass nichts so sehr den Körper schwächt wie Dauerstress! Das ist bestimmt auch bei dir der Grund. Vielleicht kannst Du Entspannungsphasen in deinen Tag einbauen, um das Stresslevel zu sinken?
Lg Lotta

03.04.2013 18:32 • #72


Liebe Lotta,

ich danke Dir für Deine Zeilen. Aber Du hast was nicht richtig verstanden, oder ich habe es mißverständlich ausgedrückt..

Ich habe den Mann meines Lebens nicht verloren. Wir sind nach wie vor ein Paar, bleiben es auch, und ich wir lieben uns nach wie vor, werden sogar irgendwann heiraten, in fernen Tagen allerdings erst.

Diese Angst bin ich inzwischen los, es geht mir sehr gut. Aber ich hatte zeitweise wirklich Angst, daß unsere Liebe daran zerbricht. Es war ein schlimme Zeit, und wir zeigten beide unsere häßlichsten Gesichter. Es gab Wut, Traurigkeit, Schmerz und Tränen auf beiden Seiten. Dennoch - wir haben es gemeistert. Nur vielen gelingt das nicht. Bei uns waren es die schlimmsten 10 Monate unseres Lebens. Wir sind jetzt vier Jahre zusammen.
Ich schrieb - "alles nimmt", weil es so vielen so geht, die alles verloren haben. Und das macht mich wütend.

Die Ursachen einer Angsterkrankung können sehr lange vor dem ersten Auslöser stehen, wie Du schreibst, und es stimmt, ich habe es selber erfahren. "Es" kam aus heiterem Himmel, und die Diagnose damals hieß "Vegetative Dystonie", man kannte Angsterkrankungen noch nicht als solche. Ich wußte nicht, wogegen ich da eigentlich kämpfen sollte...

Liebe Grüße,

Worry, die mittlerweile "über`n Berg ist"..

03.04.2013 19:20 • #73


Ach entschuldige bitte- dann habe ich wirklich etwas missverstanden. Da bin ich aber froh )) Das klingt schön, was ich jetzt lese. Jetzt freue ich mich richtig! Dystonie habe ich grade in meinen Diagnosen bekommen während der Klinik. Hatte ich vorher noch nie gehört. Alles Liebe, Lotta

03.04.2013 21:03 • #74


Ach ne, es hieß bei mir dysthymie man kann da ja durchaus mal durcheinander kommen.

03.04.2013 21:04 • #75


Macht nix, liebe Lotta,

ich bin auch froh, daß es derzeit so ist. Unser widerliches Angstkind hat viele Namen, bei mir hieß es zuletzt nur "mein Gaga", das machte es ein wenig freundlicher...

Hast Du Dich inzwischen vielleicht mal mit dem Gedanken an eine Hypnotherapie angefreundet oder Dir Infos geholt? Ich war wirklich total verzweifelt, hier ist ein Thread von mir, "Angst alleine zu Hause", dort steht, wie ich acht Monate mit meinem Lebensgefährten zur Arbeit mitgefahren bin, habe da 10 Stunden jeden Tag versteckt, daß die Kollegen nichts merken, auf ihn gewartet. Es waren ca. 1.500 Stunden, ja, Du hast richtig gelesen, eintausendfünfhundert Stunden, die ich bei jedem Wetter, Hitze im Sommer, bei 11Grad minus im Winter auf ihn gewartet habe. Eine Tortour ohne Ende, meine Therapeutin sagte, es sein schon "spektakulär", sie kennt aber noch schlimmere "Fälle"..

Das schreibe ich, damit Du siehst, wie dreckig es mir ging, bis die Hypnose endlich gegriffen hat. Ich möchte meiner Therapeutin am Liebsten den Saum ihrer Jeans küssen, daß sie mir geholfen hat, mich von diesem Schrecken zu befreien. Das ist mit Geld nicht aufzuwiegen..

Liebe Grüße,

Worry

04.04.2013 07:22 • #76


Hallo, Worrylein!
Ich habe schon Hypnosetherapie gemacht. Drei Sitzungen hatte ich. Ob es mir etwas gebracht hat kann ich gar nicht so sagen. Ich würde es vielleicht auch weiter versuchen, habe aber im Moment nicht die finanzielle Möglichkeit. Wahnsinn, dass es Dir so geholfen hat. Toll, toll, toll. Man muss wohl auch den richtigen Arzt/Heilpraktiker in der Nähe haben. Denn Hypnose an sich machen ja viele. Lg Lotta

04.04.2013 07:48 • #77


HeikoEN
Zitat von Worrylein 3.:
wie ich acht Monate mit meinem Lebensgefährten zur Arbeit mitgefahren bin, habe da 10 Stunden jeden Tag versteckt, daß die Kollegen nichts merken, auf ihn gewartet. Es waren ca. 1.500 Stunden, ja, Du hast richtig gelesen, eintausendfünfhundert Stunden, die ich bei jedem Wetter, Hitze im Sommer, bei 11Grad minus im Winter auf ihn gewartet habe.

Unglaublich immer wieder, wie Angst einen "normalen" Menschen komplett aus der Bahn werfen kann. Ich hätte das niemals so eingeschätzt, bis ich es u.a. auch selber erlebt habe.

Und dabei ist es nur ein Gefühl...

04.04.2013 07:53 • #78


Ja, lieber Heiko.... und liebe Angstgeplagten,

.... "und dabei ist es nur ein Gefühl...."....


Aber dahin muß man erstmal kommen.... Zu begreifen, richtig zu verstehen, daß es nur ein Gefühl ist. Ein Gefühl wie Liebe, Freude und auch Trauer... Und Gefühle entstehen durch Gedanken...

Es hat sehr, sehr lange gedauert, bis ich wirklich begriffen habe, daß ich mir meine Angst selber erzeuge, durch einfach nur unsinnige Gedanken. Gedanken, die keinerlei Bezug zur Realität haben.

Meine Gedanken waren:" Gleich werde ich verrückt, drehe durch, verliere den Verstand, mache mich irgendwie lächerlich und werde vielleicht weggesperrt...". Total blödsinnig, eben keinen Realitätsbezug. Warum sollte ich durchdrehen?

Wie ich schon mal hier irgendwo schrieb, könnte ich auch denken, daß ich Millionärin bin, ein genauso unsinniger Gedanke.

Eine Leidensgenossin gab mir mal den Tip, mit Gedanken zu spielen, damit ich sehe, wie blödsinnig diese manchmal sind. Ein Beispiel: "In Afrika wachsen an lila Bananenbäumen karierte Turnschuhe der Größe 85, aber nur linke." Das hat mir verdeutlicht, was Gedanken eigentlich sind. Eine Ananeinanderreihung von Worten, nicht mehr und nicht weniger. Aber - auch das hat Monate gedauert, ehe ich begriffen habe, worauf sie hinauswollte.... (Ich danke ihr hier an dieser Stelle nochmals ganz lieb dafür.)

Ich habe endlich! verinnerlicht, daß diese Gedanken nur Worte sind, nicht mehr und nicht weniger. Worte, die das ganze Leben verändern können. Gedacht und nicht mehr losgelassen.

Vielleicht hilft es einigen hier doch ein wenig.. Ich war wirklich ein "Härtefall", aber diese Einsicht über Gedanken und eben die Hypnotherapie haben Wunder gewirkt.

Liebe Grüße,

Worry

04.04.2013 08:49 • #79


Hallo Worry, tolle Worte von Dir- danke dafür. Aber kennst du auch Panikattacken denen ganz sicher keine solche Gedanken vorhergehen? Wo es einfach direkt da ist und körperlich ist? Warum hat man diese Attacken, wenn man voreher nichts als gefählich bewertet hat? Manchmal überfällt es mich einfach so, während ich etwas tue und gar keine Gedanken habe. Weißt Du wie sowas kommt? Und wenn ich keine negativen Gedanken hatte etc bedeutet es ja im Umkehrschluss ich bin machtlos dagegen Lg Lotta

04.04.2013 13:27 • #80




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf