In welchen Situationen bekommst du denn unklare Angstzustände? @Eisbär Es muß ein Muster dahinter sein. Bei mir ist auch entscheidend, ob ich guten Nachtschlaf habe und nicht zuwenig schlafe. Das hat große Auswirkungen darauf, wie intensiv man seine Angst erlebt. Auch zuviel Aufregung und Reizüberflutung wirkt sich schlecht auf Angst aus, sowie abends schwer essen oder unerledigte Sachen. Eben alles so die einfachen Dinge, die man als Erwachsener durchaus im Griff zu haben scheint, aber ist das wirklich so?
Zitat:MrOne: Ich bin auch der Meinung das es nicht nur Psyche ist.
Es ist beides. Je länger und öfter man Angst hat, desto schlimmer verlaufen die körperlichen Reaktionen ab, denn die beteiligten Stresshorme bringen den ganzen Körperstoffwechsel in eine Schieflage. Hier kann man z.B. Adrenalin nehmen, was unweigerlich auf die Herzreaktion schlägt und das körpereigene Cortison, das die Nebennierenrinde bildet und speichert. Cortison wird unter Stress ausgeschüttet und wer häufig Stress hat wird irgendwann zu wenig körpereigenes Cortison zur Verfügung haben, weil die Nebennierenrinde nicht unbegrenzt produzieren kann.
Dann sind sämtlichste Aminosäuren an solchen Prozessen im Glutaminstoffwechsel des Gehirns beteiligt, woran zur Zeit in der Psychiatrie geforscht wird, denn man hat herausgefunden, daß ACC (Hustenlöser, Acetylcystein) bei z.B. Depression einen Mangel ausgleichen kann. Bei mir funktioniert das beispielsweise mit dem ACC.
https://de.wikipedia.org/wiki/Acetylcystein (Hinweis unter Psychiatrie)
Natürlich können auch bestimmte organische Erkranungen Angst auslösen. Auch mir wurde jahrelang von einer Ärztin eingeredet, ich hätte Angst, weil ich Morbus Basedow habe. Viele Jahre bin ich mit einer unbehandelten Depression rumgelaufen und mit Angstzuständen kurz vor der Ohnmacht. Ich mußte erst 45 Jahre alt werden, ehe mir zufällig ein psychologischer Gutachter erklärte, was mit mir los ist und ich eine Psychiaterin gefunden habe, die mich richtig behandelt. Psychotherapie brachte eigentlich viel für mich, weil ich es schaffte, das Muster hinter meiner Angst zu entdecken und mit kleinen Hilfsmitteln größere Erleichterung zu schaffen (siehe Einkaufszettel).

Die Angst ist nicht weg, sie kommt hin und wieder, doch kann ich heute erkennen, warum sie da ist. Das ist schon wichtig, den Feind zu kennen, denn alles andere ist ein Kampf gegen Windmühlen.