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Maldur
so, ich habe nun 5 wochen reha in potsdam hinter mir. und irgendwie fühle ich mich momentan schlechter als vorher. gut, ich bin erst heut vormittag wieder nach haus gekommen, aber ich fühl mich seit tagen angespannt ohne ende. ich habe nun angst, dass das schlimmer wird und die reha im endeffekt mehr geschadet als geholfen hat. mir is permanent kalt, trotz heizung und normal gegessen. bin müde, kann aber nicht schlafen. habe mich mit film, zocken und einkaufen versucht abzulenken, aber irgendwie dennoch alles doof. und nu stehen die feiertage an. vll. liegt es auch daran, keine ahnung. aber momentan/seit tagen weiß ich nicht, wo ich stehe. ob es nun schlimmer wird mit den unruhezuständen oder besser.

kennt das jemand? bzw. versteht das wer überhaupt?

22.12.2015 18:20 • 26.12.2015 #1


12 Antworten ↓


K
Zitat:
kennt das jemand? bzw. versteht das wer überhaupt?

Verstehen definitiv.

Feste Strukturen, alles ist geregelt. Das ist kein Vergleich zu draußen.
Wenn man dann rauskommt, sieht man erst, wo man wirklich steht.

Zu Weihnachten ist vielen zum

22.12.2015 18:36 • #2


A


Reha beendet - weiß nicht wo ich stehe

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Maldur
das mit den festen strukturen stimmt wohl. allrdings, ich hab mich auch nich so wirklich wohl gefühlt in der klinik. also die sportanwendungen waren gut, aber die psychosomatischen sachen, sprich gruppe und einzel, naja. meine psychiaterin hatte im vorfeld geäußert, dass sie bedenken hat, dass die probleme der anderen mich runterziehen könnten. ich weiß nich, vll hat sie recht gehabt.
immerhin habe ich ein paar kg abgenommen, blutwerte allesamt verbessert (also diejenigen, die nich im grünen bereich waren wg zu fett^^), viel bewegung gehabt. aber eig wollt ich die letzten tage nur noch nach haus. nun bin ich zu haus, und fühl mich irgendwie matischig und müde. als ich 2013 aus einer psychiatrischen klinik kam strotze ich nur so vor kraft und lust auf neues. nun irgendwie das gegenteil.

22.12.2015 18:41 • #3


K
Ich persönlich denke, dass zuviel Sport eher ein Nachteil als ein Vorteil ist.
Habs selbst wieder und wieder probiert.

Aber ich hab schon oft gehört, dass Leute aus einer Reha oder Kur kaputter kommen als sie hingegangen sind.
Viele meinten wegem dem Stress.

Das sagt nur kaum einer. Und in der Reha schon gar nicht, weil da alle unter Gruppenzwang stehen.

Zitat:
als ich 2013 aus einer psychiatrischen klinik kam strotze ich nur so vor kraft und lust auf neues.

Was war denn 2013 anders?

22.12.2015 18:48 • #4


Maldur
naja 2012 (also damals psychatrische klinik 10/12 - 01/2013) ging es mir um weiten schlechter vor klinikantritt als dieses jahr. ich hab die reha gemacht, weil mir das von meinem noch arbeitgeber empfohlen wurde (vertrag läuft nu zum 31.12. aus), und zwar im rahmen des beruflichen eingliederungsmanagement. ich hatte gehofft, während der reha weiter an meinen problemen arbeiten zu können. allerdings, 4 wochen behandlung im tiefenpsychologischen spektrum ist eher semi. meine dortige therapeutin meint, ich solle eine psychoanalyse machen. 300 stunden. 3 mal die woche. dem stimme ich nicht unbedingt zu, und mein therapeut (tiefenpsychologe und analytoker) bis her auch nciht. ich werde das im neuen jahr mit ihm mal erörtern.

in erster linie ist bei mir die angstgeschichte das nervende. also die anspannung. gestern wäre ich da fast durchgedreht, konnte es aber mit baldrian runterbekommen (habe sonst tavor als notfallmedi, nehme ich aber so selten wie nur möglich, während der 5 wochen (also 1 woche is nur an und abreise mit arztsachen, keine therapien) habe ich 1 1/2 tabs bzw. 1,5 mg tavor genommen. so, wieso bin ich gestern fast durchgedreht? wg der zugfahrt heute? (die gut verlief), weil ich unbedingt nach haus wollte? weil ich nu angst habe, dass ich nen rückfall erleide? ich weiß es nicht.

ich habe insgesamt festgestellt, dass ich mittlerweile alles hinterfrage und von 5 seiten betrachte. jede körperregung, jedes befinden usw. ich habe manchmal das gefühl, dass ich mittlerweile übertherapiert bin. statt zu machen, zu leben hinterfrage ich alles und male mir schlimme sachen aus, die ich im gleichen moment wieder verwerfe bzw. mir sage, dass das schwachsinn ist. das mir nichts passieren kann usw.

naja, nun kommt mit weihnachten natürlich auch noch so ein stressfaktor hinzu. heiligabend koche ich, am 2. weihnachtstag essen bei oma und danach zu freunden mit kleinenk indern. an sich was tolles, aber ich habe jetzt schon angst, dass es mir nicht gut gehen wird. und mit so einer angst beschwört man es ja gerade zu herauf. mir fehlt die gelassenheit einfach...

22.12.2015 19:41 • #5


Maldur
heut gehts schon etwas besser. hab schon einiges erledigt hier. aufräumen, bissel putzen, noch ma einkaufen, tannenbaum schmücken usw. nachher noch ins fit, dann essen für morgen vorbereiten.

23.12.2015 13:42 • #6


R
Hallo,
mich konnte man die ganze Woche nach Ende der Reha vergessen. Mir ging es auch nicht gut, zumal ich auf Umgebungswechsel immer verstört reagiere, also eben müde - kann nicht schlafen - nicht zur Ruhe kommen ect.
Ich denke, daß es daran liegt, daß Reha eben wirklich richtig arbeit ist. So jedenfalls empfand ich es.

Ich fühlte mich dort aber auch nicht wohl. Manchmal war ich für ein paar Stunden gar nicht in der Reha erreichbar - bin dann über die Felder und den Wald abgehauen oder habe mir auf dem Gelände eine einsame ruhige Ecke gesucht. Sie hatten es auch nicht leicht mit mir, war selten erreichbar.

Ich wurde arbeitsunfähig entlassen und bin überhaupt nicht wild darauf, nochmal sowas zu machen.

Grüße

23.12.2015 14:55 • #7


Schlaflose
Zitat von Reenchen:
Ich wurde arbeitsunfähig entlassen und bin überhaupt nicht wild darauf, nochmal sowas zu machen.

Das wäre mein Traum gewesen, in der Reha gesagt zu bekommen, dass ich nie wieder arbeiten muss. Als sich die Reha dem Ende zuneigte, ging es mir immer schlechter, weil ich wusste, dass ich danach wieder in meine verhasste Arbeit musste.

23.12.2015 15:05 • #8


R
Meine Arbeit in verschiedenen Jobs habe ich 32 Jahre lang sehr gern gemacht und ich habe ja bis zur Altersrente (je nach dem) noch mind. 13 Arbeitsjahre zu leisten. Doch für meine bisherige Tätigkeit, die ich nun schon 25 J. mache, bin ich nicht mehr geeignet, denn die verlangt körperlich und teamfähig mehr und mit den jungen Berufsanfängern kannst du so auf die 50 zu einfach nicht mehr mithalten. Auf der Reha war ich sehr verzweifelt, weil ich mich nirgendwo zurückziehen konnte und mit mir muß der Psychologe echt einen Stress-Test gemacht haben, denn ich hatte an einem Tag 4! komplette Terminänderungen in einem vollen Reha-Tag von 7 Uhr bis 17.30 Uhr für genau den Tag (nicht für morgen oder übermorgen). Bei der 4. Änderung, die um 14 Uhr in meiner Türklinke klemmte bin ich geplatzt und habe zuerst das Schwesternzimmer auf den Kopf gestellt und war dann am kompletten nächsten Tag nicht mehr erreichbar, auch bei keinem Termin.
Ich wurde aus allen Gruppenterminen raus genommen und hatte nur noch ca. 3-4 Termine am Tag. Nach 14 Tagen wollte ich hinschmeißen, nach 19 Tagen galt ich als vom Klinikchef als reha-unfähig und arbeitsunfähig entlassen.

Ich bin nicht stolz drauf, aber es hat mir auch gezeigt, daß ich in meinem Job nicht mehr Fuß fassen werde. Auch diese Erkenntnis muß man erstmal schlucken.

23.12.2015 16:46 • #9


Schlaflose
Bei mir ging es ja speziell um den Beruf als lehrerin, der für mich mit sozialer Phobie und ängstlicher (vermeidender) Persönlichkeitsstörung völlig ungeeignet war und mir den Schlaf raubte.
An den Therapieterminen habe ich (körperlich) teilgenommen, aber die Zeiten zwischen den Therapien und die Abende habe ich immer in meinem Zimmer oder allein draußen in der Natur verbracht. Ich wurde immer von einigen Mitpatienten bedrängt, mit ihnen etwas zu unternehmen. Die haben regelrecht mit mir geschimpft, dass ich mich immer absondere und verkrieche. Ich war aber auch ständig total übermüdet und k.o., weil ich dort keine Nacht mehr als 3 Stunden schlafen konnte.

Was mich richtig geärgert hat war, dass einige Mitpatienten, die ständig auf Achse waren, am Ende als erwerbsunfähig eingestuft wurden. Die eine fuhr 2-3 Mal am Tag in die Stadt zum Shoppen, abends ging sie auf Tanzveranstaltungen oder in die Kneipe, war ständig mit einer Gruppe von Frauen in der Cafeteria usw. Ich war so sauer.

23.12.2015 17:04 • #10


Maldur
hm, naja, also einiges unternommen habe ich während der reha auch (diverse male weihnachtsmarkt/innenstadt potsdam, 2 mal berlin, wandern, sightseeing), dazu alle 2, 3 tage zum supermarkt gelaufen oder bus (war 4 km entfernt). abends oft mit den mitpatienten zusammen gesessen, tischtennis gespielt oder sowat. aber war auch tagsüber oft im bett zw den anwendungen und hab geschlafen oder gedöst, weil es so derbe langweilig war bzw. ich auch kein bock hatte dauernd was zu machen. da fehlte mir meine bude, mein rechner, meine katzen.

bei uns wurden meine ich aus meiner gruppe alle als erwerbsfähig eingestuft (bei einer weiß ich es nich, die hat verlängert und eine war ziemlich sauer deswegen). ich bin auch erwerbsfähig, aber das wollt ich auch. bin erwerbsfähig hin und erwerbsfähig gegangen.

24.12.2015 11:33 • #11


Maldur
hm. irgendwie, fit bin ich immer noch nicht. das ist irgendwie was unterschwelliges, tief im inneren was immer mal stoßweise rausbricht in form von kurzen angstschüben. das nervt momentan so sehr... ich weiß nicht, obs an den nachwirkungen der reha liegt (muss öfter zurückdenken und mir fallen immer nur die schlechten sachen ein) oder wg weihnachtsstress...

25.12.2015 19:19 • #12


Maldur
ich bin erst mal froh, dass die feiertage nun rum sind. bin gespannt, wie die kommende woche wird

26.12.2015 18:45 • #13


A


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