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Niinii
Hallo ihr lieben,
Ich bin "neu" hier. Habe mich vor ein paar Tagen hier angemeldet, konnte mich aber nicht entschieden was für einen Beitrag ich jetzt zu was für einem Thema verfasse. (Nun kennt ihr mein Problem nr.1, welches mir aber eigentlich kaum Probleme bereitet. ich kann mich sehr schwer entscheiden..)

Mein eigentliches Problem begann vor 4 Monaten bei meinen Eltern auf dem Sofa. Ich dachte ich bekomme einen Herzinfarkt, sie riefen den Notarzt, der nichts auffälliges feststellte, mich aber mit ins Krankenhaus nahm. Dort blieb ich 4 Tage auf der Neurologie Station... Diagnose bei Entlassung: ich habe Panikattacken. Sie sagten noch, es läge bestimmt am Stress und geht wieder weg. Doch seit dem sind sie nicht mehr weg gegangen. Hier einmal meinen aller größten Respekt an alle, die schon seit Jahren mit Angst und Panik leben.

Ich selbst würde mal behaupten, dass ich an irgendeiner Art von Angststörung leide. Welche? Keine Ahnung... vielleicht weiß es einer von euch?

Einmal wer ich bin: ich bin 27 Jahre alt, habe keinen anstrengenden Job und einen Freund, der sich bemüht damit es mir besser geht.


Eigentlich habe ich seit dem jeden Tag etwas. Meine nächste Panikattacke hatte ich direkt abends im Krankenhaus, als mir der Pfleger eine Thrombose Spritze gab. Ich dachte in dem Moment: "oha es gibt Pfleger die Patienten töten, vielleicht war das Gift?" Und Zack, kribbelte mein ganzer Körper, mir wurde schwindelig, ich schwitzte, zitterte, mir war übel, ich konnte nicht mehr richtig gucken, und ich hatte Todesangst. Ich dachte einfach ich sterbe. Ich verbrachte so 2 Stunden auf dem Flur, bis mir endlich eine der Schwestern einen Arzt rief. Dann weinte ich und alles war gut.

Seit dieser Panikattacke ist mir fast durchgehend komisch. Und das seit 4 Monaten. Ich sehe komisch. Ich kann das nicht beschreiben... so als wäre ich betrunken oder unter Dro.. (Ich nehme keine Dro. und trinke auch keinen Alk...) es geht auch nur selten weg und in letzter Zeit immer seltener. Ich habe meistens 2, 3 Tage Ruhe und dann mehr als ne Woche am Stück durchgehend irgendwelche Symptome. Herzrasen, Herzklopfen, Schwindel, herzstechen, enge im Brustkorb.. eigentlich kann ich jedes Panikssymptom aufzählen außer Ohnmacht und Erbrechen.

Ist das Angst? Ich fühle mich eigentlich nicht ängstlich..

Das ist natürlich nicht alles. Ich habe auch jeden Tag, bzw. meistens abends eine Panikattacke, die meistens 1 - 3 Stunden dauert. Ich glaube auch hier habe ich so ziemlich alles was man an Symptomen haben kann. Wenn ich alleine bin gehe ich raus, nehme meinen Ausweis mit, damit man mich im Todesfall identifizieren könnte, und halte mich in der Nähe von Läden oder einer Polizeiwache auf..

Neuerdings habe ich auch vermehrt Angst an einem Herzinfarkt oder einer anderen herzkrankheit zu sterben.
Zuerst war es die Angst vor Lungenembolie, weswegen ich die Pille absetzte und aufgehört habe zu rauchen. (Ich habe 14 Jahre 1 Schachtel am Tag geraucht..) Dann Lungenentzündung mit blutvergiftung.. Leute, ich habe 2 Tage, alle 10 Minuten Blutdruck und Fieber gemessen..
Nun ist es halt das Herz. Blutdruck Messe ich noch. Das blöde ist ja, wenn man googelt und die Symptome liest, bekommt man sie auch.
Statt nur Schwindel und komisches sehen habe ich seit einigen Wochen auch herzstechen, schmerzen und Taubheit im Linken arm. (Fast den ganzen Tag)

Nachts schlafe ich sehr schlecht. Erst wachte ich jede Nacht nur einmal schweißgebadet auf und schlief weiter. Inzwischen wache ich 4-5 mal mit Herzklopfen auf. Meistens Träume ich, wenn ich tagsüber Größe Angst habe auch von meiner angeblichen Erkrankung.. ich werde im Traum bei vollem Bewusstsein operiert, kippe um, oder sonst was. Auch morgens stehe ich schon mit Herzklopfen auf. Das ist echt anstrengend. Ich bin total fertig den Tag über, würde am liebsten nur schlafen und arbeite auch nicht mehr. Ich kann echt nicht mehr und bin an meinen Grenzen. Besonders wenn die Panik hochkommt. Ich würde mich am liebsten auf den Boden schmeißen und meinen Kopf auf den Stein hauen damit das aufhört!

Habt ihr das alle auch so doll und durchgehend?

Ich war oft beim Arzt, bzw. bei verschiedenen. 3xekg, Langzeit ekg, Herzultraschall, 4 Blutbilder, 2
Lungenfunktion, 2 Röntgen der Lunge, allegietest, osteopathie. Naja und halt wenn ich irgendwas an Beschwerden hatte. Ich hab angeblich aber nichts. Ach ja, für den "akutfall" habe ich opipram bekommen. Es hilft auch, aber akutfall ist nun jeden Tag.. da in der packungsbeilage meines asthmasprays steht das man in Verbindung damit Herzrhythmusstörungen bekommen hat nehme ich jetzt beides so selten wie möglich...

Viele Therapeuten habe ich auch angerufen, aber alle sind voll. Stehe auf diversen Wartelisten, wobei ich bald einen Platz bekommen könnte. Aber bis eine Therapie anschlägt dauert es doch auch nochmal, oder?

Meine Freundin rät mir zu einem stationären Aufenthalt. Was sagt ihr?

Sorry für den Meter langen Text, wusste nicht wo ich anfangen sollte. Das war schon die Kurzfassung... Ich könnte bestimmt gleich 5 neue Themen aufmachen.. ich danke euch im Voraus schon für eure Antworten, Tipps oder Erfahrungen.

16.11.2016 00:03 • 09.12.2019 #1


4 Antworten ↓


Maniac84
Hi Nini!

Deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor!
Bei mir fing das ganze vor 9-10 Wochen an. Ziemlich gleicher Ablauf und ziemlich gleiche Symptome.
Beängstigend...
ich war nach einer heftigen Panikattacke 2 Wochen krankgeschrieben und bin dann wieder arbeiten gegangen, gute Entscheidung wie ich jetzt weiß...
Seitdem geht's mir auch mal 2-3 Tage gut und dann wieder 2-3 Tage schlecht. Wobei ich sagen muss, eine heftige Panikattacke hatte ich nicht mehr, nur morgens nach dem Aufstehen diese eklige Unruhe, meist mit Herzklopfen und schwitzen verbunden. Echt grausam! Woher es kommt weiß ich bis heute nicht.
Allerdings kann ich dir da ein Buch empfehlen, was mir wirklich sehr geholfen hat. Möchte hier keine Schleichwerbung machen, wenn du Interesse hast, schreib mir ruhig eine PN.
Ganz wichtig: Mach alles was du vor den PA auch gemacht hast. Konnte ich mir anfangs auch nicht vorstellen, aber nur zuhause sitzen verschlimmert das ganze noch massiv.


Liebe Grüße,

Maniac

16.11.2016 00:30 • #2



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Hallo,
willkommen im Forum.

@ Maniac84:
Meinst du nicht das die Panikattacken kommen weil sie genau das gemacht hat, was sie gemacht hat?
Wenn sie so weiter macht, bleiben die Panikattacken womöglich.
Daher sollte man vielleicht mal versuchen etwas zu machen, was man vorher nicht gemacht hat?

Im Grunde könnte ich für mich schreiben das ich alles mache was ich früher gemacht habe.
Allerdings davon nur noch die hälfte, außer ausruhen. Davon mach ich jetzt das dreifache. Und mir gehts besser.


€Niinii
soweit ich das beurteilen kann hast du eine Panikattake. Du hast mehr als 4 Symptome einer Angsstörung = Panikattacke.
Wenns weniger als 4 Symptome sind wäre es eine Angststörung.

Ich kenne jmd der sich selbst eingewiesen hat. Die Therapie in der geschlossenen geht zwischen 6 und 12 Wochen.
Mein Kumpel war dann wieder geheilt. Eine Freundin hatte auch Panikattacken.
Die hat sich so durchs leben gequält. Die Panikattacken waren sofort weg nach dem Sie ihr Mann kennen gelernt hat.
Ich selber habe jetzt keine heftigen Panikattacken mehr weil ich deutlich mehr Ruhe habe. Das ist gleichzusetzen mit
ich arbeite weniger.

Das erste was du tu solltest und offenbar auch schon vollumfänglich getan hast ist das durchchecken in der Klinik.
Wenn da nichts ist, bist du körperlich gesund. Ich hatte wie du auch eine Herzneurose und habe schlussendlich akzeptiert das it mein Herz alles in ordnung ist.
Das habe ich festgestellt weil ich mitbekommen habe das mein Körper belastbar ist.
Und zwar mit Sex.

Ich kann dir versichern das das ziehen und zwicken sowie der Druck in der Brust und Solarplexusgegend nicht besser wird wenn du gar dich gar nicht bewegst.
Dein Körper muss aktiv bleiben, sonst wird er krank. Zu tode schonen funktioniert nicht. Was auch nicht funktioniert ist oft Fieber messen und Blutdruck messen.
Man misst und macht sich Sorgen. Man horcht beim Blutdruck messen ob das Herz stolpert. Das hilft dir alles nicht. Und macht dich nur noch nervöser.

Ein gewisses Maß an hohen Blutdruck ist auch vollkommen Normal bei deinen Zustand. Auch wenn du mal ein oder zwei Tage 160/100 hast.
Es gibt Menschen die leiden an realen Bluthochdruck und haben diese Werte über Jahre. Die leben auch noch. Bei Panikattacken kann es auch mal 200/160 sein.
Hab ich alles schon gehabt und ich lebe noch. Mein 1€ Thermometer habe ich weggeschmissen. Ich habe mir ein teures Gerät von Braun gekauft.
Das Gerät misst reproduzierbar. Mein Chinathermometer nicht. Das heist wenn ich messe, bin ich auf der sicheren Seite das der auch das richtige anzeigt.
Das beruhigt mich. Puls messen tu ich fast gar nicht mehr. Wenn man den Puls misst geht er auch nicht runter.
Also versuche ich etwas zu tun was mich beruhigt ohne zu messen. Nach 5-30minuten habe ich das Gefühl das der Blutdruck wieder normal wird.
Ob das auch so ist weiß ich nicht. Ist mir auch egal. Weil mir gehts besser.

Mein Vorschlag:
Mach genau das nicht was du immer tust.
Erholen ich 2-3 Tage und lass alle Aufgaben deinen Partner machen und mach worauf du Lust hast.
Dann solltest du aufschreiben was du gedacht hast wenn die Anspannung kommt. Und wenn die Panikattacke kommt. du solltest aufschreiben
was du machst wenn eine Panikattacke kommt. Irgendwann findest du mit diesen Stichpunkten heraus wann genau du eine Panikattacke bekommst.
Denn meistens ist es so das ein Impuls die Panikattacke auslöst. Z.Bsp. im Krankenhaus der Pfleger ud die Spritze.
Das war der Impuls.
Variante 2 ist, dir wird unwohl wenn dir langweilig ist. Denn immer wenn einen langweilig wird fährt der Körper runter und will sich Ruhe holen.
Da will der Körper die ganze Anspannung raus lassen. Das entlädt sich in Form einer Panikattacke. Wenn das der Fall ist solltest du prüfen ob du deinen Stress reduzieren kannst.
Ich hab früher 12h gearbeitet. Jetzt nur noch 4-7. Ich habe fast kein Stress mehr mit meine Frau. Und nun habe ich seit 3 Monaten keine schwere Panikattacke. Alle 2 Wochen nur mal ne mittlere.
Mein Leben läuft jetzt etwas ruhiger ab und mir gehts damit besser.

Was du darüber hinaus tun solltest:
Du solltest dir Rituale schaffen die du vor und während einer Panikattacke machst.
Also Rituale die dich runter kommen lassen.
Bei mir funktioniert duschen, kuscheln, Rasen mähen oder mich um meine FRau kümmern wenns ihr mal schlecht geht.

Was auch noch hilft. Beobachte dich wenn die Panikattacken kommen. Diese kündigen sich meist an.
Bei mir ist es Magendrücken, innere Anspannung und Unruhe, kneistern. Das sind alles Anzeichen die mir sagen das mein Kopf und Körper unter Stress steht.
Wenn ich das merke, mähe ich rasen, gehe duschen oder knuddl mit meiner Frau.
Ich habe neben Schlaf und die Stunde TV vor dem schlafen jetzt täglich 2 echte Stunden Ruhephase

Für die Psychologie:
Du hast dic h komplett im Krankenhaus durchchecken lassen. Also bist du körperlich gesund
Jetzt esse gut, trinke gut, schlafe gut und treibe ein gewisses Maß an Sport. Das sind die Physiologischen Dinge die dein Körper braucht um stark zu bleiben.
Heist so viel wie, wenn du körperlich gesund bist, gut isst, trinkst, schläfst und dich bewegst hat dein Körper keinen Anlass irgend etwas schlechtes zu tun.
Außer das, was von deinen Kopf kommt.

Wenn du dich nicht traust richtig Sport zu machen dann mach Stretching. Das hilft zwar dein Herzkreislaufsystem nicht so viel, aber damit löst du Verspannungen.
Nach dem Stretching am besten 30min Fango bei ruhiger Musik und gedimmten Licht. Fango gibts bei Ebay für 30-50€.
Gegen Verspannungen ist das beste A Wärme und B Mass.. So ein Mass. hilft auch wenn du dich von deinen Freund massieren lassen willst und er 2 linke Hände hat.
Dein Herzkreislaufsystem stärkst du mit Sex. Und beim Sex darf dir auch ruhig schwindelig werden. Mach dir da keine Sorgen.

16.11.2016 08:04 • x 1 #3


Maniac84
Hi Al Bundy,

evtl habe ich mich etwas unklar ausgedrückt. Mit dem machen was man immer gemacht hat, meine ich, dass man sich keinesfalls einigeln sollte. Nachdem ich 2 Wochen AU war, und dann wieder arbeiten gegangen bin, war es die ersten Tage schrecklich, diese Angst vor der nächsten Attacke war immer da. Doch schon nach der ersten Woche wurde es immer besser, sodass ich jetzt fast beschwerdefrei wieder arbeiten gehen kann.
Ich denke, je länger man sich aus allem herauszieht, desto schwieriger wird es, den Alltag wieder zu meistern. Bei mir ist es auch so, das es bessere und schlechtere Tage gibt, dies merke ich jedoch schon morgens direkt nach dem Aufstehen. Würde ich mich davon einschüchtern lassen, und mich hemmen in meinem Tagesablauf, denke ich wäre alles noch viel schlimmer. Mir hat die "Neuprogrammierung des Hirns" aus dem Buch von Klaus Bernhardt wirklich geholfen.
Natürlich sollte man für sich herausfinden was der oder die Auslöser der Attacken sind, und diese, wenn möglich abstellen. Ich für mich, bin mir Immernoch nicht sicher. Aber es hilft auch schon, jedenfalls bei mir, wenn man seine Gedanken verändert und anders an die Dinge herangeht. Eine völlige Abschottung war und ist keine Option.

Vielleicht ist es jetzt etwas verständlicher

16.11.2016 12:42 • x 1 #4


Kannst du mir eine PN schicken ?

09.12.2019 13:53 • #5




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf