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Zitat von Hofmanndaniela: Ich bekam immer gesagt,ich sei aber kein kleines Kind mehr.
Ja, das ist aber Stufe 2. Stufe 1 bedeutet, die ganzen Zusammenhänge insgesamt begreifen zu können.
Dazu gehört, dass man diese unbegreifliche "Schwachsinnsangst" als eine Art Lebensangst begreift, da in der Entwicklung einiges schief gelaufen ist, bedeutet, man konnte keine Sicherheit entwickeln, warum auch immer.
Dieses Thema ist aber extremst komplex, da wenig Sicherheit, wenig Liebe, wenig freie Entwicklung auch kompensiert werden musste. Daher sagen wir zu vielem Ja, auch wenn wir Nein meinen, sind extremst harmoniesüchtig, und haben Angst, unsere Meinung zu sagen, allem zugrunde die Überzeugung: Man muss sich anpassen, sonst verlierst man. Oder sucht ewig nach Liebe, nach Anerkennung.
Verborgen wird das sogar unter besonders "taffem" Auftreten, auch wieder das Buhlen ums Gemochtwerden. Und selbst wenn du "gemocht" wirst, traust du dem Frieden nie.
Alles mehr oder weniger extreme Anstrengungen und all das ganze Paket macht Stress ohne Ende. Und da dieser Stress nicht abgebaut werden kann, bekommt man eben Ängste.
Und jetzt ist eigentlich auch klar, dass man natürlich minderwertig ist, deshalb wurde man ja auch so behandelt.
Ich könnte damit ewig weitermachen, da es mit Ursache-Wirkung zu tun hat.
Wenn du das einmal wirklich begreifst, kannst du ans verändern gehen. Ist wirklich Arbeit, da man alte Glaubensgrundsätze, Denkmuster umschreiben muss.
Und es ist verdammt hart, sich einzugestehen, dass nicht viel Selbstbewusstsein in einem steckt. Deswegen die Antwort: Du bist kein kleines Kind mehr. Bist du aber noch, denn dieses kleine Kind steht doch noch draussen und hatte niemanden wirklich, um erwachsen zu werden, ausser Trotz, Verweigerung, Zorn, Trauer und Angst.
Unsere grösste Herausforderung ist, diese Wunden zu heilen und zu verstehen, dass die Narben immer mitgetragen werden. Deswegen fallen wir gerne zurück, sprechen von Rückschritten und zweifeln an allem. Auch an den Therapeuten, den Medis, der Hilfe, die uns angeboten wird, weil wir nicht trauen.
Alles hängt damit zusammen, dass in unserer Kindheit wirklich etwas ziemlich schief gelaufen ist. Leider.