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S

Sonnengeflecht
Gast

Hallo Liebe Leute,

Bei mir kam jetzt erneut das Thema "Ich habe vor 20 Jahren eine Fehldiagnose bekommen" auf, und ich möchte euch fragen, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt.

Ich habe eine Zeitlang gedacht "Ach egal. " aber ich merke in einigen Lebensbereichen, dass mir diese falsche Diagnose eher das Leben schwerer macht. Ich möchte nun diese Diagnose aberkennen lassen und mir "die Richtige" Diagnose geben lassen.

Nun zu euch - Habt ihr eine psychologische Fehldiagnose bekommen und habt ihr sie euch aberkennen lassen und euch ggf. eine neue Diagnose geben lassen? Wenn ja - Könnt ihr mir sagen, wie man da vorgeht?
Welche Schritte sind notwendig? Was brauche ich dafür?

(Sollte es schon ein bestehendes Thema bei uns im Forum geben könnt ihr mich darauf verweisen, ich habe bisher keins gefunden, Danke Smile )

Ich danke euch Smile 💕

30.12.2025 #1


20 Antworten ↓


E
Ich habe diese Erfahrung so nicht gemacht, kann mir aber vorstellen dass so was einen schon Belasten kann, besonders wenn danach nichts geholfen hat weil die Diagnose nicht richtig war. Hast du denn bereits eine neue richtige Diagnose bekommen?

x 3 #2


A


Fehldiagnose vor 20 Jahren

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S
@Elemente
Danke für deine Antwort.
Nein, bisher habe ich keine andere oder weitere Diagnose bekommen. Ich bin auch seit ca. 5 Jahren "austherapiert" (...oder wie man das nennt wenn man keine Therapie mehr benötigt). Beim Psychiater war ich auch seit 5 Jahren nicht mehr. Mein Leben hat sich sehr verändert (zum positiven) und ich möchte nun diesen unnötigen Klotz am Bein loswerden Very Happy
Soweit mir bekannt ist müsste man ja auch erst ein Diagnoseverfahren durchlaufen um eine Diagnose gestellt zu bekommen. Im Moment weiss ich noch nicht genau wo ich ansetzen soll - der Psychiater bei dem ich vor 5 Jahren war ist leider aktuell im Urlaub, da kann ich aktuell nicht nachfragen Very Happy

x 1 #3


Darkshadow
Hallo Sonnengeflecht,

bei mir haben sich die Diagnosen über die Jahre verändert. Einige sind weggefallen, andere sind hinzugekommen. Es war ein langer Weg und ich kann deinen Wunsch verstehen.

Bei mir wurden von Ärzten und Ämtern bislang immer nur die aktuellen Diagnosen berücksichtigt. Ich habe also z.B. von meinem allerersten Therapeuten Diagnosen bekommen, die dann in einem Klinikaufenthalt durch andere Diagnosen ersetzt worden sind, die alten Diagnosen sind nie wieder irgendwo aufgetaucht. Meine anderen Fachärzte haben die Diagnosen aus dem Klinikbericht übernommen und die anderen Diagnosen gelöscht.
Dann habe ich in der ambulanten Therapie noch weitere Diagnosen hinzubekommen, die wurden dann beim nächsten Klinikaufenthalt von der Klinik als Einweisungs-Diagnosen im Bericht aufgenommen und dort durch weitere Testung bestätigt.

Allerdings war es bei mir so, dass sich bei mir im Laufe der Zeit erst die ganze Schwere meiner Symptomatik gezeigt hat, „schwerere“ Diagnosen hinzugekommen sind, wodurch einiger der „leichteren“ Diagnosen weggefallen sind.

Ein Chefarzt der Klinik hat immer gesagt, dass es normal ist, dass sich Diagnosen über die Jahre verändern und immer wieder überprüft und an den aktuellen Gesundheitszustand angepasst werden müssen.
Da ging es z.B. darum, dass Patienten mit der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung wissen wollten, ob man die Diagnose auch wieder „loswerden“ kann (die Antwort darauf war „ja“).
Bei vielen psychischen Diagnosen gibt es ja einen gewissen cut-off-Wert bei Diagnosen. Es gibt also mehrere mögliche Symptome bei einer gewissen Erkrankung, und wenn man z.B. 5 der 9 diagnostischen Kriterien erfüllt, bekommt man die Diagnose (etwas vereinfacht dargestellt, natürlich gehört noch mehr dazu).

Das bedeutet aber auch, dass es möglich ist, durch Therapie Fortschritte zu machen und irgendwann unter den cut-off-Wer zu fallen, wodurch die Diagnose dann nicht mehr zutrifft und nicht mehr gegeben wird.

Wie man es bewerkstelligt, ohne Psychiater oder Therapeut eine Diagnose aberkannt zu bekommen, hängt wohl von deiner konkreten Situation ab:
Wo genau bekommst du denn Probleme mit einer Diagnose, die so „alt“ ist?
Kannst du das vielleicht etwas genauer beschreiben? Was für Probleme sind das genau?

Ich glaube, dass es für dich wohl am einfachsten sein wird, dir einen Termin bei deinem behandelnden Psychiater zu holen, wenn er aus dem Urlaub zurück ist.

Gibt es denn einen Grund, dass du nicht bis zum Ende seines Urlaubs warten möchtest oder kannst?
Ansonsten würde ich dir raten, dir bei einem ambulanten Therapeuten einen Termin (bzw. vielleicht zwei oder drei Termine) für eine Diagnostik geben zu lassen, entweder über die Krankenkasse (oder ggf. auch privat, da es ja nur um sehr wenige Stunden geht).

Aber wie gesagt, es könnte vielleicht helfen, wenn du deine konkreten Beweggründe und Probleme etwas genauer beschreiben könntest, worum es dir genau geht, dann können wir hier dir vielleicht passendere Tipps geben.

LG

x 3 #4


S
Hallo Darkshadow,

Vielen Dank für diene ausführliche Antwort! Ich habe mich sehr gefreut.

Nun versuche ich einige Umstände aufzulisten und die Dinge etwas genauer zu benennen. Ich muss allerdings dazu sagen, dass mir die Fehldiagnose so unangenehm ist, dass ich sie nicht benennen möchte.

Ich habe einige Vorteile aber mittlerweile sehr sehr viele Nachteile durch diese Diagnose.

Vorteile: Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich mein Bafög fürs Studium verlängert (hätte aber sicherlich auch eine andere Diagnose getan) - Das Studium ist bereits abgeschlossen, Mit Anfang/Mitte 20 konnte ich mir einen Sozialarbeiter stellen lassen der mich unterstützt hat erwachsen zu werden (da meine Eltern dies versäumt haben und ich in meiner Jugend bereits von Zuhause abgehauen bin/war), Ich konnte ambulante Psychotherapien machen aber das ist eigentlich nicht explizit von der Diagnose abhängig denn alle Therapeutinnen die ich hatte haben gesagt sie glauben nicht, dass ich diese Diagnose habe.

Nachteile: Alle Ärzte die diese Diagnose auf ihren Bildschirm stehen haben (Hausärzte in der Vergangenheit) haben mich nicht ernst genommen, jedenfalls hat sich das ganz ganz doll so angefühlt und mir fiel es schwer mich zu "verteidigen".
Ich habe einen Behindertenausweis auf diese Diagnose weil es mir geraten wurde aber diesen habe ich z.B. nicht beim Arbeitgeber angegeben weil es mir so unangenehm ist. Wenn ich einen Ausweis auf "die richtige Diagnose(n)" hätte, würde ich eventuell anders damit umgehen und mir wäre es nicht so unangenehm den beim Arbeitgeber anzugeben da ich dann auch dahinter stehen würde. Ansonsten nützt mir dieser Ausweis gar nichts, im Gegenteil er behindert mich eher.

Also ich weiss einfach aus meiner heutigen Sicht und dem Stand der aktuellen Forschung, dass diese Diagnose definitiv nicht auf mich zutrifft und man mich damals auch schon falsch eingeschätzt hat.

Nun hat sich mein Leben sehr verändert, ich war das letzte mal vor 5 Jahren beim Psychiater, meine Psychotherapien sind vorbei, ich wohne mittlerweile woanders, bin verheiratet und habe Tiere, ich arbeite Vollzeit und habe endlich das stabile Umfeld was ich mich immer gewünscht habe und mir meine Familie nicht geben konnte. Der Psychiater den ich kontaktieren möchte ist über 100 km von mir entfernt und wird erstmal meine 1. Anlaufstelle sein.
Ich kann auch warten bis der Psychiater aus dem Urlaub zurück ist Very Happy ich dachte mir nur, ich spreche es mal an hier im Forum als auch bei meiner Familie an, denn ich suche ja Hinweise wie man vorgehen kann.
Daher vielen Dank für dein Feedback, das hilft mir schon etwas weiter <3

x 1 #5


Schlaflose
Eine Fehldiagnose in dem Sinn habe ich nicht bekommen, aber die Diagnose rezidivierende Depressionen trifft nicht mehr zu. Seit 15 Jahren habe ich keine Depressionen mehr. Dass das noch in der Krankenakte steht, juckt mich nicht. Und wenn mich ein Arzt darauf ansprechen würde, würde ich das einfach klarstellen.
Zitat von Sonnengeflecht:
Ich habe einen Behindertenausweis auf diese Diagnose weil es mir geraten wurde aber diesen habe ich z.B. nicht beim Arbeitgeber angegeben weil es mir so unangenehm ist. Wenn ich einen Ausweis auf "die richtige Diagnose(n)" hätte, würde ich eventuell anders damit umgehen und mir wäre es nicht so unangenehm den beim Arbeitgeber anzugeben da ich dann auch dahinter stehen würde. Ansonsten nützt mir dieser Ausweis gar nichts, im Gegenteil er behindert mich eher.

Auf dem Ausweis steht doch gar keine Diagnose drauf und den Arbeitgeber geht es überhaupt nichts an, welche Diagnose man hat.

x 5 #6

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Elly79
@Sonnengeflecht Also wir haben auf Arbeit recht viele schwerbehinderte Mitarbeitende. Ich weiss von keinem die Diagnose, der dies nicht möchte. Ich weiss weder ob es psychisch oder körperlich ist.
Ich arbeite im Personalbereich.

Gib also deine Schwerbehinderung an, gerade wenn diese 50 und mehr beträgt hast du einfach auch Vorteile.

Eine Freundin von mir hat die Diagnose paranoide Schizophrenie und das weiss wirklich keiner auf der Arbeit.

Letztlich muss der AG nur informiert werden, wenn es beruflich zu Einschränkungen kommen könnte.

x 3 #7


S
Vielen Dank für eure Antworten!
Eure Erfahrungen sind sehr hilfreich.

Ich werde auf jeden Fall den Weg gehen und die Diagnosen überprüfen lassen.

Wäre es denn sinnvoll jetzt nach vielen Jahren der Betriebszugehörigkeit den Ausweis plötzlich einzureichen? Kommt dann nicht die Frage warum ich ihn jetzt erst einreiche obwohl der seit ich glaube 2007 existiert?!
Zudem gehe ich jetzt davon aus, dass es im Laufe des nächsten Jahres dann zu einer Korrektur kommen wird, jedenfalls ist mir das sehr wichtig.

Vielen Dank für die Unterstützung von euch, es ist nämlich doch gar nicht so einfach das alles zu recherchieren

x 1 #8


S
Ergänzung: Der Ausweis hat gdb 50, unbefristet

x 1 #9


Schlaflose
Zitat von Sonnengeflecht:
Ergänzung: Der Ausweis hat gdb 50, unbefristet

An deiner Stelle würde ich mit einer anderen Diagnose keine schlafenden Hunde wecken. Womöglich bekomnst du dann keine gdb 50 mehr.

#10


S
@Schlaflose
Vielen Dank für den Hinweis. Nun muss ich wohl nochmal neu über alles nachdenken.

#11


Darkshadow
Hallo Sonnengeflecht,

vielen lieben Dank für die zusätzlichen Infos!

Ich kann dich sehr gut verstehen und kann mich nur dem anschließen, was hier schon gesagt wurde:

Den Arbeitgeber geht es nichts an, warum du den Ausweis hast. Mit einem GdB von 50 stehen dir ja ein paar unterstützende Maßnahmen zu. Ob du diese nutzen möchtest, kannst du dir ja noch überlegen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass dir zusätzliche Urlaubstage (5?) zustehen, bin mir da aber nicht ganz sicher, und du hast einen besseren Kündigungsschutz.
Dein GdB ist unbefristet, das ist eine gute Sache. Ich würde da ebenfalls keine schlafenden Hunde wecken und das einfach so belassen.
Ich kenne Leute, die ihre Schwerbehinderung angegeben haben, und ich kenne auch Leute, denen es lieber war, diese zu verschweigen. Beides ist legitim und möglich.
Falls dein Arbeitgeber fragen sollte, warum du deinen GdB erst jetzt angibst, kannst du einfach sagen, dass du es erst jetzt für notwendig hältst und das es deine freie Entscheidung ist, den GdB offenzulegen oder nicht.

Ich kann dein Unbehagen mit einer schwierigen Diagnose gut nachempfinden. Ich habe selber einige Diagnosen, die z.T. recht stigmatisiert sind.
Ich habe mir im Laufe der Zeit angewöhnt, diese einfach für mich zu behalten und nur mit eng vertrauten Personen zu teilen, und das auch nur, wenn ich dafür eine Notwendigkeit sehe.
Ich habe z.B. unter anderem eine Borderline-Diagnose und war damit schon oft vollstationär in Kliniken auf einer Station für Menschen mit Persönlichkeizsstörungen.
Da waren auch viele Patienten mit z.B. narzisstischer, histrioner oder dissozialer Persönlichkeitsstörung. Von denen hatten auch viele große Probleme damit, mit der Diagnose umzugehen.

Mir hat es geholfen, mich auf dieser Station mit Gleichgesinnten auszutauschen. Da war viel Verständnis untereinander da und die Therapeuten und Ärzte haben es recht gut verstanden, den Patienten die Gründe für Ihre Diagnosen zu erklären, die Hintergründe, wie diese Störungen entstanden sind usw., dass man sich seiner Vergangenheit nicht schämen musss, dass die Psyche damals versucht hat, uns vor toxischen und traumatisierenden Lebensumständen zu schützen. Es war ein Überlebens-Mechanismus.
Das hat mir geholfen, mich besser zu verstehen. Ich habe aber auch gemerkt, dass es für mich persönlich besser ist, diese Dinge und die schwierigen Diagnosen außerhalb der Klinik/Therapie eher nicht zu thematisieren, weil ich es irgendwann leid war, immer wieder auf dieselben Vorurteile zu stoßen.
Ich bin wie ich bin, und was in meiner Krankenakte steht, geht außer meinen Ärzten niemanden etwas an.
Und wenn doch mal jemand intensiver nachfragt, sage ich einfach, das ich Depressionen habe und gut ist. Das stimmt bei mir auch, ich habe schwere Depressionen, dass da noch viele andere Diagnosen sind, ist meine persönliche Angelegenheit. Mit Depressionen können die meisten Leute etwas anfangen, es ist inzwischen nicht mehr stigmatisiert und viele Leute haben zumindest eine grobe Vorstellung davon, was das bedeutet.
Auch mit „Burnout“ bin ich immer gut gefahren, auch da ist meiner Erfahrung nach Akzeptanz und Verständnis vorhanden. Auch diese Diagnose traf bei mir mal zu, wurde aber inzwischen durch andere Diagnosen abgelöst.

Entschuldige bitte, das war jetzt vielleicht etwas off topic.

Ich würde mir an deiner Stelle vielleicht, wie beschrieben, einen Termin bei einem Therapeuten für eine neue Diagnostik holen, wenn dein „alter“ Psychiater inzwischen so weit entfernt ist. Ein neues Kapitel aufschlagen.

Und was die Offenlegung des GdB angeht, würde ich mir vielleicht überlegen, ob du die unterstützenden Maßnahmen nutzen möchtest und dann entscheiden, ob du es angibst oder nicht. Und du musst deinem Arbeitgeber überhaupt nicht sagen, warum du den GdB hast, das ist dein Recht und der Arbeitgeber darf meiner Meinung nach auch nicht nachfragen.

Viele liebe Grüße

x 3 #12


S
@darkshadow

Danke für deine lange Nachricht die mir auch nochmal hilft abzuwägen was sinnvoll wäre.

Nun bin ich wirklich etwas unentschlossen und denke darüber nach was ich tun könnte. Ich tendiere zu: einfach so lassen wie es ist, aber es fühlt sich falsch an.

Zudem weiß mein Umfeld darüber Bescheid, Freunde (u.a. auch Nachbarn) und Familie. Viele waren irritiert und wissen instinktiv: Fehldiagnose. Und sie wissen aber auch wie schwer ich es im Leben hatte und viele denken sich "wow... du hast es bis hierher geschafft?" und das macht dann wiederum auch Mut.

Dennoch kann ich auch scheinbar irgendwie nicht einfach mal die Klappe halten und die Dinge ruhen lassen Very Happy ...habe dieses Thema jetzt tatsächlich nochmal auf den Tisch gepackt und mit Verwandten gesprochen die mir Tipps geben wollten da sie selber auch diverse Diagnosen haben.

Aus heutiger Sicht kann ich die Symptome die ich damals an den Tag gelegt habe viel besser deuten, dennoch bin ich eigentlich ein Mensch der viel Wert auf "Wahrheit" legt und Dinge "richtig" machen will.

Aber ja die Worte meine einen damaligen Therapeutin hallen noch nach: "Behalten Sie doch einfach den Joker in Ihrer Tasche und holen ihn raus wenn Sie ihn brauchen. Lieber haben als brauchen".

Dazu gehört dann aber auch sich zu denken "Fehldiagnose? Ach egal". Diese Gelassenheit fällt mir etwas schwer vor allem wenn mir Symptome und Verhaltensweisen unterstellt werden die ich gar nicht habe. Very Happy

Über alles weitere muss ich nochmal in Ruhe nachdenken...

Ich danke euch allen für die Informationen die ihr mir gegeben habt damit ich mir Gedanken machen kann wie es weiter geht!

<3

x 2 #13


S
@darkshadow

Interessante Erfahrung die du in der Klinik gemacht hast. Da hab ich mich gefragt: Haben diese Leute wirklich Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass sie diese Diagnose bekommen haben im Sinne von die Diagnose ist wirklich gerechtfertigt oder haben sie möglicherweise was ganz anderes und die Diagnose ist falsch?

Also die Frage kann ruhig offen bleiben weil ich denke darauf gibt es nicht wirklich eine Antwort.

x 1 #14


S
Also ich meine damit, es gibt ja auch die gleichen Symptome die bei unterschiedlichen Krankheitsbildern auftreten. Wie man die dann voneinander unterscheiden soll ist mir ein Rätsel 😀

Eigentlich sollte das alles in eine Nachricht aber ich komme hier mir den Buttons nichts klar haha. Sorry Leute.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen die ihre Erfahrungen geteilt haben.

x 2 #15


Greta__
Guten Morgen.
Ich bin Personalfachwirtin und kann dir nur aus Sicht einer Personalabteilung mitteilen: Schwerbehinderung wird im Abrechnungssystem eingetragen, Kopie vom Ausweis kommt in die Personalakte (digital oder auf Papier). Ende. Keinen interessiert die Diagnose.

Mich persönlich würde eine Diagnose von vor 20 Jahren mal so gar nicht interessieren, was kümmert es?

x 3 #16


S
@Greta__

Guten Morgen. Vielen Dank für diese Perspektive Smile ich mag diese Gelassenheit (?!) die ich da raus lese. 💕

Was genau meinst du mit " Mich persönlich würde eine Diagnose von vor 20 Jahren mal so gar nicht interessieren, was kümmert es?"

Naja also aus irgendeinem Grund fühlt es sich für mich falsch an Very Happy und ich versuche nun Wege für mich zu finden damit umzugehen Very Happy

Also bei mir ist es so, dass es einige Einschränkungen in der Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit gibt aber eben diese nicht mit der Diagnose übereinstimmen die ich auf diesen Ausweis bekommen habe. Aber ich habe nun auch schon von vielen Leuten so verstanden, dass es irrelevant ist welche Diagnose sich da nun hinter versteckt.

x 1 #17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Greta__
Zitat von Sonnengeflecht:
@Greta__ Guten Morgen. Vielen Dank für diese Perspektive Smile ich mag diese Gelassenheit (?!) die ich da raus lese. 💕 Was genau ...

Na mich persönlich würde heute nicht interessieren, was für eine Diagnose ich vor 20 Jahren erhalten habe, das meinte ich damit.

x 2 #18


S
@Greta__

Ok verstehe Smile
Ich danke dir Smile

💕

x 1 #19


Darkshadow
Hallo Sonnengeflecht,

was deine Frage zu den Mitpatienten betrifft:
Ich fand, dass die Klinik da einen ganz guten Weg eingeschlagen hat, es den Patienten leichter zu machen, die Diagnosen anzunehmen.
Es wurde immer deutlich darauf hingewiesen, dass es sich mit Diagnosen eben genau so verhält, wie du selber schon geschrieben hast:
Es ist eine Zusammenfassung von Symptomen unter einem „Dach“, und darum kommt es auch immer mal zu abweichenden Diagnosen, wenn verschiedene Therapeuten die Symptome eines Patienten unterschiedlich zusammenfassen und unter einem anderen „Dach“ gruppieren.

Eine Diagnose definiert nicht, wer wir sind, sie ist eher ein Behandlungsplan, der dem Patienten helfen soll, in seinem Leben besser zurechtzukommen.

Und auch, wenn Symptome den Patienten heute oft das Leben schwer machen, hatten sie immer mal einen Grund. Sie haben dem Patienten geholfen, in einem schwierigen und oftmals feindseligen Umfeld zu überleben.

Und wenn man den Patienten erklärt, dass ihre Verhaltensweisen früher durchaus sehr viel Sinn gemacht haben, hilft das, eine Diagnose zu akzeptieren. Die Verhaltensweisen waren früher mal durchaus funktional, sie sind nur mit der Zeit dysfunktional geworden, weil sich die Lebensumstände geändert haben, die Verhaltensweisen aber geblieben sind.

Darum fand ich den Ansatz auch hilfreich, sich bei einer Diagnose zu fragen:
Hilft mir der Behandlungsplan, der sich aus der Diagnose ergibt, im Leben besser klarzukommen?
Eine Diagnose definiert nicht, wer wir sind, sie ist ein Behandlungsplan.

Und wenn der Patient lernt, dass seine heutigen Symptome darüber Zeugnis ablegen, wie schwer er/sie es mal im Leben hatte, hilft das, mit diesen einen anderen/freundlicheren Umgang zu finden.

Darum würde ich auf deine Frage antworten: Die Reaktion der Mitpatienten war unterschiedlich. Einige fühlten sich schon fehldiagnostiziert, andere hatten aber eher Schwierigkeiten, damit zurechtzukommen, dass die Diagnose tatsächlich zutraf.

Und du bist ja bereits auch auf einem guten Weg: Du erkennst, wie weit du trotz widriger Umstände im Leben gekommen bist. Und dein Umfeld (Freunde, Familie, etc.) spiegelt dir genau diesen Erfolg auch. Das ist doch super!

Und es ist doch auch immer eine gute Idee, sich zu fragen, wie man sich noch weiterentwickeln kann. Und du sagst ja schon selber, dass es dir sehr schwer fällt, Dinge mal auf sich beruhen zu lassen. Das wäre doch ein schönes Übungsfeld für dich!
Du hast den GdB, weil du es im Leben sehr schwer hattest. Auf welcher Diagnose der GdB im Endeffekt beruht, ist ja in deinem Fall eigentlich nebensächlich. Wie du ja auch selber schon geschrieben hast: Symptome werden unterschiedlich zu Diagnosen zusammengefasst, abhängig vom jeweiligen Therapeuten/Arzt.
Vor 20 Jahren hat mal irgendein Arzt/Therapeut da eine Diagnose gestellt, die wohl unzutreffend war, aber du hattest ja trotzdem Probleme, die auf deine schwierige Vergangenheit zurückzuführen sind.
Die schwierige Vergangenheit ist ja da, darum „lügst“ du auch nicht, wenn du den GdB behältst. Du hattest es schwer im Leben, und mit dem GdB gibt man dir jetzt die Möglichkeit, diese Schwierigkeiten vielleicht ein kleines bisschen ausgleichen zu können.

Und das Gute ist: Du stehst ja unter keinerlei Zeitdruck, es besteht keinerlei Handlungszwang. Du kannst auch erstmal alles so lassen, wie es ist, und dir in aller Ruhe überlegen, wie es weitergehen soll.
Aktuell verzichtest du freiwillig auf Erleichterungen am Arbeitsplatz.
Vielleicht ist ja der Jahreswechsel ein guter Anlass, dass du dich nochmal genau fragst, warum du das tust.
Du hast eine schwierige Vergangenheit, du hast dein Leben trotzdem gemeistert und bist weit gekommen. Der GdB ist eine Anerkennung dieser Schwierigkeiten, die du gemeistert hast. Du hast jedes Recht, deinen GdB auch zu nutzen. Du brauchst da keinerlei schlechtes Gewissen zu haben.
Und wie gesagt: Du hast alle Zeit der Welt, dir in Ruhe zu überlegen, wie es weitergehen soll.

Viele liebe Grüße und alles Liebe!

x 2 #20


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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